Kurz und knapp – darum geht’s

Ein prominenter Chefarzt wird in seiner Villa erschossen aufgefunden – alle Indizien deuten auf seine Geliebte Myriam Ritgen als Täterin. Doch Kommissar Edgar Brinkmann hat Zweifel an ihrer Schuld und ermittelt eigenmächtig weiter, trotz des Verbots seines Vorgesetzten. Als er und sein Team tiefer graben, geraten die Witwe Rita König und ein dubioser Anlageberater ins Visier der Ermittler. Doch je näher Brinkmann der Wahrheit kommt, desto mehr gerät er selbst in Gefahr …

Inhalt der Tatort-Folge „Unschuldig“

Die Nacht ist still, als Kommissar Edgar Brinkmann durch die schmalen Gassen Frankfurts streift. Der erfahrene Ermittler, bekannt für seinen scharfen Verstand und seine Sturheit, kann nicht schlafen. Zu sehr beschäftigt ihn der Fall des ermordeten Chefarztes Hermann König. Die Beweise scheinen klar: Myriam Ritgen, die Geliebte des Toten, wurde beim Verlassen der Villa gesehen und ist die Haupterbin. Doch etwas an ihrer Geschichte lässt Brinkmann keine Ruhe.

Am nächsten Morgen zeigt sich das Ausmaß des Verbrechens in der prächtigen Villa Königs. Der Chefarzt liegt tot in seinem Bett, erschossen mit einer historischen Waffe. Myriam Ritgen, eine medizinisch-technische Assistentin, wird festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Doch Brinkmann, unterstützt von seinen Assistenten Alice Bothe und Robert Wegener, bleibt misstrauisch. Die junge Frau wirkt verzweifelt und glaubwürdig – zu glaubwürdig für eine Mörderin.

Brinkmanns Vorgesetzter, Polizeipräsident Marbach, drängt auf einen schnellen Abschluss des Falls. Doch der Kommissar lässt sich nicht beirren. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf Rita König, die Witwe des Opfers, die zur Tatzeit auf einem Empfang der Oberbürgermeisterin war. Doch ihre kalte, distanzierte Art lässt Brinkmann stutzen. Und dann ist da noch Harry Hartung, ein Anlageberater, der offenbar mehr als nur ein Freund der Familie ist.

Die Ermittlungen gleichen einem Puzzle, bei dem die Teile nicht so recht zusammenpassen wollen. Brinkmanns Assistenten, vor allem Alice Bothe, spielen eine entscheidende Rolle, als sie heimlich die Villa König überwachen und verdächtige Gesprächsfetzen aufschnappen. Doch je tiefer das Team gräbt, desto gefährlicher wird die Situation. Als Myriam Ritgen aus der Untersuchungshaft flieht und sich an Bothe wendet, spitzt sich alles zu. Brinkmann gerät in einen Strudel aus Lügen und Intrigen, der ihn fast das Leben kostet …

Hinter den Kulissen

Die Tatort-Folge „Unschuldig“ wurde vom Hessischen Rundfunk produziert und am 16. April 2001 erstmals im Ersten ausgestrahlt. Es handelt sich um die 467. Folge der Krimireihe und den 27. Fall des Frankfurter Kommissars Edgar Brinkmann, gespielt von Karl-Heinz von Hassel. Regie führte Klaus Gietinger, der auch das Drehbuch schrieb.

Gedreht wurde die Folge in Frankfurt und Umgebung, wobei die prächtige Villa Königs eine der zentralen Kulissen bildete. Die Einschaltquote lag bei 20,01 Prozent, was 6,89 Millionen Zuschauern entsprach. Die Folge gilt als einer der spannendsten und temporeichsten Fälle um Brinkmann und markiert die vorletzte Episode, in der der charismatische Kommissar ermittelte.

Besonders hervorzuheben ist die dynamische Interaktion zwischen Brinkmann und seinen Assistenten Alice Bothe (gespielt von Andrea Sawatzki) und Robert Wegener (gespielt von Jochen Horst), die in dieser Folge eine tragende Rolle spielen. Die Folge wurde von Kritikern für ihre cleveren Wendungen und die dichte Atmosphäre gelobt.

Besetzung

Jany Tempel – Alice Bothe, Assistentin
Martin May – Robert Wegener, Assistent
Gila von Weitershausen – Rita König
Niki Greb – Myriam Ritgen
Martin Armknecht – Harry Hartung
Michael Gahr – Kriminaldirektor Marbach
Peter Rappenglück – Rob Stiege
Christel Niederstenschee
Edgar M. Böhlke – Staatsanwalt
Wilfried Elste – Haftrichter
u.a.

Stab

Drehbuch – Klaus Gietinger
Regie – Klaus Gietinger
Kamera – Armin Alker
Schnitt – Carmen Vieten
Musik – Klaus Roggors