Kurz und knapp – darum geht’s
Ein 19-jähriger Schüler wird auf grausame Weise ermordet: an Bahngleise gefesselt und von einem Zug überrollt. Kommissar Bienzle ermittelt in einem Fall, der immer verzweigter wird. War es die verbotene Liebe zu seiner Musiklehrerin, die Florian das Leben kostete? Oder steckt sein Engagement in einer illegalen Hacker-Gruppe dahinter? Als Bienzle beginnt, Florians Wandgemälde zu entschlüsseln, ahnt er, dass der Schlüssel zum Mord in der Welt des jungen Opfers liegt – und gerät selbst in gefährliche Gefilde.
Inhalt der Tatort-Folge „Bienzle und der Todesschrei“
Die Nacht über Stuttgart ist kühl und neblig, als die Nachricht von einem grausigen Fund die Mordkommission erreicht: Ein junger Mann, an Bahngleise gefesselt, von einem Zug überrollt. Kommissar Bienzle, stets bedächtig und mit einem Blick fürs Detail, betritt den Tatort. Der Geruch von Schmieröl und nassem Schotter liegt in der Luft, während die Scheinwerfer der Polizei die Szenerie in gespenstisches Licht tauchen.
Florian, das Opfer, war ein sensibler Junge, ein begabter Künstler und Death-Metal-Fan. Doch hinter der Fassade des talentierten Schülers verbarg sich eine komplexe Persönlichkeit: verliebt in seine Musiklehrerin Manu, verwickelt in illegale Hacker-Aktionen und zerrissen zwischen Loyalität und Rebellion. Bienzle beginnt, im Umfeld des Opfers zu graben und stößt auf eine Clique, die mehr zu verbergen scheint, als sie preisgibt.
Die Ermittlungen führen Bienzle in die Welt der Jugendlichen, in der Computerbildschirme blau leuchten und die Wände mit düsteren Graffiti bedeckt sind. Florians Freund Tim schweigt beharrlich, während Marc, ein anderer aus der Gruppe, Verdacht auf Florians Musiklehrer Peter lenkt – den Ehemann von Manu, der selbst in finstere Machenschaften verwickelt ist. Doch Bienzle lässt sich nicht so leicht ablenken. Mit der Hilfe seiner Freundin Hannelore, die ihm mit ihrem Kunstverstand zur Seite steht, beginnt er, Florians Wandgemälde zu analysieren. Die düsteren Motive scheinen eine Botschaft zu enthalten, die den Schlüssel zum Mordfall liefern könnte.
Doch je tiefer Bienzle in die Untersuchung eindringt, desto mehr gerät er in einen Strudel aus Eifersucht, Habgier und jugendlicher Verzweiflung. Als er schließlich eine Spur verfolgt, die ihn direkt in die Heavy-Metal-Szene führt, ahnt er nicht, dass er sich damit in größere Gefahr begibt, als er erwartet hat …
Hinter den Kulissen
Die Tatort-Folge „Bienzle und der Todesschrei“ wurde am 9. September 2001 ausgestrahlt. Regie führte Hartmut Griesmayr, der auch das Drehbuch schrieb. Gedreht wurde die Episode in Stuttgart, Baden-Baden, Karlsruhe und in Tschechien unter dem Arbeitstitel „Bienzle und die jungen Wilden“. Einige Szenen entstanden während eines Konzerts der Metal-Band Nevermore in Stuttgart, was der Folge eine authentische Atmosphäre verlieh.
Dietz-Werner Steck verkörperte erneut den sympathisch altmodischen Kommissar Ernst Bienzle, unterstützt von Rita Russek als Hannelore, die in dieser Folge nicht nur als Kunstexpertin, sondern auch als emotionale Stütze für Bienzle fungiert. Gaststars wie Sophie von Kessel als Musiklehrerin Manu und Max Herbrechter als ihr eifersüchtiger Ehemann Peter bereicherten die Besetzung.
Die Folge wurde von der Kritik gelobt für ihre authentische Charakterzeichnung und die behutsame Erzählweise, die auf Effekthascherei verzichtete. Mit einer Einschaltquote von rund 7,65 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 23,1 Prozent gehörte sie zu den erfolgreicheren Tatort-Episoden der damaligen Zeit. Ein besonderes Detail: Das Wandgemälde, das im Mittelpunkt der Ermittlungen steht, wurde eigens für die Produktion von einem Graffiti-Künstler angefertigt und sorgte nach der Ausstrahlung für rege Diskussionen unter Fans.
Nach der Ausstrahlung kursierten Theorien, ob Florians Tod tatsächlich ein Mord oder ein inszenierter Suizid war, um seine Geliebte Manu zu schützen. Die Folge bleibt bis heute ein Beispiel für die gelungene Verbindung von jugendlicher Rebellion und klassischer Krimi-Erzählung.
Besetzung
Rüdiger Wandel – Kommissar Günter Gächter
Rita Russek – Hannelore Schmiedinger
Sophie von Kessel – Manu Reich
Max Herbrechter – Peter Reich
Christian Blümel – Tim
Patrick Diemling – Florian Merkl
Toni Snetberger – Marc Stetter
Anna Brüggemann – Lisa Seewald
Simon Griesmayr – Dominick
Esther Seibt
Walter Schultheiß
George Meyer-Goll
Klaus Spürkel
Thomas Meinhardt
u.a.
Stab
Drehbuch – Hartmut Griesmayr
Regie – Hartmut Griesmayr
Kamera – Hans-Jörg Allgeier
Schnitt – Bernd Lorbiecki
Musik – Joe Mubare
Ich habe eine Anfrage :
In diesem TATORT BIENZLE und der Todesschrei spielt auch ca 12-13j Junge in der Rolle des Dominic (Bruder des Tim)
wie heißt dieser Junge in wirklichkeit ?
Kann mir einer sagen, von wem die Musik im Intro (und oft zwischendurch) sowie im Abspann stammt?
Ich meine nicht das Stück „Dead Heart In A Dead World“ von Nevermore etwa in der Mitte des Films in der Konzertszene. Danke!
suche wie auch peter diesen titel…nirgends zu finden…..
der Junge „Dominik“ ist Simon Griesmayr
Der Tatort Nummer 479. Hauptkommissar Bienzle von der Stuttgarter Mordkommission ist am Ende. Einen äußerst brutalen Mord an einen Jugendlichen ist aufzuklären. Zum Glück ist der Krimi-Spezialist nicht alleine, hat noch eine zu ihm stehenden Lebensgefährtin. Ein frühes Beispiel ist dieser Tatort-Film, was mit der Computertechnik so alles möglich ist. Ich wunderte mich schon 1985 und 1992 was mein Sohn mit dem Commodore II und Amiga so alles anstellen konnte. Da noch ohne Internet.