Kurz und knapp – darum geht’s
Der bekannte Psychologe und Gerichtsgutachter Prof. Probst stürzt vom Berliner Grunewaldturm in den Tod – kurz nachdem er dort eine Therapie gegen Höhenangst durchgeführt hat. Die Kommissare Till Ritter und Felix Stark stoßen bei ihren Ermittlungen auf die zerrüttete Familie des Schokoladenfabrikanten Hofmann, deren Töchter ihren Stiefvater wegen Missbrauchs angezeigt hatten – ein Fall, in dem Probst als Gutachter fungierte. Als die Ermittler tiefer in die süßen Geheimnisse der Schokoladendynastie eintauchen, entdecken sie ein zartbitteres Familiengeheimnis, das weit über den Missbrauchsvorwurf hinausgeht und sie selbst in Gefahr bringt…
Inhalt der Tatort-Folge „Zartbitterschokolade“
Der Dezemberhimmel über Berlin hängt tief und grau, als auf dem Asphalt am Fuße des Grunewaldturms erst ein Terminplaner zerschellt, dann der Körper von Professor Probst. Zeugen berichten von einem roten Volvo-Kombi, der hastig vom Parkplatz davonfuhr. Das winterliche Berlin mit seinen Lichtern und vorweihnachtlichem Trubel bildet den Kontrast zu dem brutalen Tod des angesehenen Gerichtsgutachters.
Für die Kommissare Till Ritter und Felix Stark beginnt die Suche nach dem Täter wie eine Jagd im Nebel. Ritter, dessen Impulsivität ihm immer wieder im Weg steht, verfolgt die Spur des roten Volvos mit Verbissenheit. „Ein Gutachter, der anderen das Leben zerstört hat – die Liste der Verdächtigen könnte lang sein“, murmelt er, während er durch die kalten Straßen Berlins fährt. Stark hingegen bleibt, wie so oft, der besonnene Gegenpol, der die Fakten kühl analysiert.
Die Ermittlungen führen das Duo in die Welt der feinen Schokolade und zu dem Fabrikanten Hofmann, dessen Familie ein rotes Volvo-Modell besitzt. Hinter der süßen Fassade der Schokoladenfabrik entdecken sie ein Nest voller familiärer Konflikte: Die dreizehnjährige Alice hatte ihren Stiefvater Thomas Hofmann-Brixel des Missbrauchs beschuldigt, doch kurz vor dem Prozess wurde die Anzeige zurückgezogen. Ihre ältere Schwester Ruth, die inzwischen die Geschäfte führt, umgibt eine Aura kühler Berechnung. Das Verhör mit ihr wird für Ritter zum Verhängnis – sie dreht den Spieß um und zeigt ihn wegen sexueller Belästigung an. Der Polizist, der ohnehin für sein aufbrausendes Temperament bekannt ist, schlägt in hilfloser Wut auf einen Weihnachtsbaum ein, als er vom Dienst suspendiert wird.
Die Wahrheitssuche gleicht dem Versuch, Zucker von Salz zu unterscheiden – ohne zu kosten. In einem Moment scheint Ruth Hofmann die Drahtzieherin zu sein, die ihre kleine Schwester manipuliert hat, im nächsten verstrickt sich Alice in Widersprüche. Die Mutter Margot versucht verzweifelt, die Familie zusammenzuhalten, während der herzkranke Stiefvater immer wieder seine Unschuld beteuert.
Als bei der Witwe des Professors eingebrochen und sein Computer mit allen Gutachten gestohlen wird, verdichtet sich ein schrecklicher Verdacht: Waren Probsts Expertisen möglicherweise gefälscht, aus Textbausteinen zusammengesetzt? Für die Ermittler wird die Jagd nach der Wahrheit immer verwirrender – wie ein Schritt in flüssige Schokolade, der sie immer tiefer hineinzieht, bis ihnen plötzlich klar wird, dass sie selbst Teil eines gefährlichen Spiels geworden sind…
Hinter den Kulissen
Der Tatort „Zartbitterschokolade“ ist der sechste gemeinsame Fall des Berliner Ermittlerduos Till Ritter und Felix Stark, dargestellt von Dominic Raacke und Boris Aljinovic. Die Produktion wurde vom Sender Freies Berlin (SFB) in Auftrag gegeben und von ProVobis Film realisiert. Die Dreharbeiten fanden im Jahr 2002 komplett in Berlin statt, unter anderem am markanten Grunewaldturm im gleichnamigen Berliner Forststadtteil.
In diesem Tatort glänzt neben den Hauptdarstellern vor allem Mavie Hörbiger in der Rolle der undurchsichtigen Ruth Hofmann, sowie Rolf Becker als der des Missbrauchs beschuldigte Stiefvater Thomas Hofmann-Brixel. Die winterliche Atmosphäre Berlins und die Welt der Schokoladenproduktion bilden eine reizvolle Kulisse für die Ermittlungen.
Bei seiner Erstausstrahlung am 15. Dezember 2002 in Das Erste erreichte der Film beachtliche 7,98 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 21,80 Prozent entsprach. Der Sendetermin kurz vor Weihnachten passte thematisch zum Film, der in der Vorweihnachtszeit spielt und in dem die zerrüttete Familie Hofmann versucht, trotz aller Konflikte gemeinsam das Fest zu begehen.
Der SFB fusionierte nur kurz nach der Ausstrahlung im Jahr 2003 mit dem ORB zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), was „Zartbitterschokolade“ zu einem der letzten Tatorte des Senders machte. Nach der Ausstrahlung wurde besonders die Verknüpfung von Familientragödie und der Welt der Schokoladenherstellung von Kritikern positiv hervorgehoben – eine Kombination, die den Zuschauern einen bittersüßen Nachgeschmack hinterließ.
Super Tatort!
Ui, für mich etwas zahnunfreundliche Kost. Dieser TO aus dem Jahr 2002 ist offensichtlich sehr von der „Schokoladenwelle“ inspiriert, die nach der Oskar-Nominierung von „Chocolat“ mit Juliette Binoche über die Unterhalungswelt hereinbrach. Insgesamt ähnelt der Plot über weite Strecken eher einem Herz-Schmerz-Groschenheftchen. Das mag mag, oder man mag es nicht. Was mich aber noch zusätzlich irritiert hat, ist die Ausgestaltung der Beziehung zwischen den Ermittlern Ritter und Stark, die für mich nicht so ganz plausibel ist. Die beiden haben so ihre kleinen Reibereien im Alltag, spielen gegenüber Verdächtigen auch mal gerne das Good-Cop-Bad-Cop-Spiel, aber warum das bei der Weihnachtsfeier in einem derartigen Streit zwischen den beiden und einem regelrechten Fimlriss bei Ritter eskaliert, hab ich nicht ganz verstanden.
In nachweihnachtlicher Milde gebe ich 3 Sterne, warne aber nochmals vor dem süßlichen Abgang dieser Zartbitterschokolade. Der kann schon mal zu leichtem Sodbrennen führen. Eine Herrenschokolade ist das eher nicht.
Der Tatort mit der Nummer 518 aus Berlin. Ein Todesfall am Grunewaldturm mit Blick auf die schöne Havel reißen die Mordermittler Ritter und Stark vom Stuhl. Hiermit entwickelt sich für die beiden Mordermittler ein verworrener Fall, gespickt mit Mies- und Fiesheiten, Verdacht auf sexuellen Missbrauch in mehreren Fällen, Konfrontationstherapien, Unternehmerinteressen, Vorgangsverschleppung usw. Der Sturz in die Tiefe entpuppt sich als Mord. Am Schluss liegen die Nerven blank, bei fast allen, in diesem eher untypischen Tatort-Fernsehfilm, mit einem aufgekratzten Ermittlerteam. Da soll ja Schokolade beruhigend wirken. Für mich ein Tatort-Streifen von eher mäßiger Spannung und auch die schauspielerischen Leistungen der Darsteller scheinen eher launischer Natur zu sein.
Och nee das Kind wurde schlecht synchronisiert. Sonst eher so ein mittelmäßiger Spaß
Ich bin eingeschlafen.⭐
Der Film ist mäßig, aber das 1-minütige Gitarren-Solo ab 1:10:00 ist klasse. Klingt wie Eddie van Halen. Ist es Eddie van Halen? Weiß das jemand?