Kurz und knapp – darum geht’s
In einer Baugrube wird ein Mann mit Einstichwunden im Rücken und frischer Hunde-Tätowierung im Nacken gefunden, während eine riesige Dogge am Fundort wacht. Rechtsmediziner Prof. Boerne erstarrt, als er nach der Gesichtsrekonstruktion eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen sich und dem toten Privatdetektiv Peter Mang feststellt, der sogar das charakteristische Muttermal der Boerne-Familie trägt. Als Kommissar Thiel die Nachforschungen des Toten zur Industriellenfamilie Rummel verfolgt, stößt er auf Wirtschaftsspionage, Untreue und einen zweiten Mord. Doch während alle Spuren in Richtung Firmenchef Markus Rummel deuten, ahnt keiner der Ermittler, dass die wahre Drahtzieherin sie längst im Visier hat…
Inhalt der Tatort-Folge „Krumme Hunde“
Grelles Scheinwerferlicht schneidet durch die Dunkelheit der kühlen Herbstnacht, als die Polizeibeamten mit Taschenlampen eine frisch ausgehobene Baugrube ausleuchten. Dort liegt ein halbnackter Mann, das Gesicht entstellt, der Rücken voller Einstichwunden. Unablässig wacht eine imposante deutsche Dogge über den Toten, die sich kaum von seiner Seite weglocken lässt. „Alberich“ nimmt sich des massigen Tieres erbarmt, dessen Loyalität in starkem Kontrast zur menschlichen Niedertracht steht, die zur grausamen Tat geführt hat.
Noch während Hauptkommissar Frank Thiel missmutig seinen obligatorischen Kaffee schlürft und sich unter der schwarzen Mütze, die er merkwürdigerweise selbst im Büro nicht ablegt, am Kopf kratzt, arbeitet Professor Boerne bereits fieberhaft an der Gesichtsrekonstruktion des Opfers. Mit flinken Fingern bewegt er die Maus am Computer, bis er wie vom Blitz getroffen innehält – aus dem Bildschirm blickt ihm sein eigenes Spiegelbild entgegen. „Das ist ja nicht zu fassen“, murmelt der sonst so wortgewandte Rechtsmediziner und entdeckt schließlich auch das markante, syltförmige Muttermal, das in seiner Familie seit Generationen vererbt wird. Boernes Narzissmus schlägt sofort Alarm: Ist hier ein potentieller Erbe vor dem 100. Geburtstag seines wohlhabenden Onkels aus dem Weg geräumt worden?
Während der Rechtsmediziner wie ein Detektiv in eigener Sache agiert und seiner Cousine Henriette ganz ungeniert familiäre Bluttaten unterstellt, folgt Thiel den beruflichen Spuren des Ermordeten. Die Ermittlungen führen ihn in die vornehme Villa der Unternehmerfamilie Rummel, wo hinter glänzenden Fassaden ein bröckelndes Eheglück und finanzielle Schwierigkeiten lauern. Die Fotos des Detektivs, die auf einer mit Hundekot verschmutzten Speicherkarte gefunden werden, belegen eindeutig, dass Firmenchef Markus Rummel und seine attraktive Assistentin Christine Schauer mehr verbindet als Aktenmappen und Geschäftsmeetings.
Der Weg zum Täter gleicht einem Labyrinth mit zahlreichen Sackgassen: Erst verdächtigt Thiel den belarussischen Tätowierer Jan Cievic, dann konzentriert er sich auf den kriselnden Unternehmer Rummel. Als auch noch Alfred Wesskamp, ein ehemaliger Werksmitarbeiter und älterer Freund des Hauses Rummel, tot in seiner Gartenlaube aufgefunden wird, verdichten sich die Hinweise auf ein Verbrechen rund um illegale Firmengeschäfte und Industriespionage. Beide Opfer wurden mit einer toxischen Mischung aus Barbituraten und Alkohol betäubt.
Boerne gerät derweil immer tiefer in den familiären Sumpf rund um seine mögliche Verwandtschaft mit dem toten Detektiv. In einem Seniorenheim entdeckt er ein Foto seiner Vaterfigur mit der Mutter des Opfers. Die Wahrheitsfindung und das Erbe seines vermögenden Onkels vermengen sich in seinem exzentrischen Kopf zu einer explosiven Mischung – ohne dass er merkt, wie gefährlich nah er dem wahren Täter dabei kommt. Eine Audiokassette, die Mang seiner Mutter anvertraut hatte, wird zum entscheidenden Beweisstück in diesem perfiden Spiel um wirtschaftliche Existenzen und private Verstrickungen.
Hinter den Kulissen
Der dreizehnte Fall des Münsteraner Erfolgsduos Thiel und Boerne wurde im Herbst 2007 vom WDR und Colonia Media unter der Regie von Manfred Stelzer produziert. Als Drehorte dienten neben Münster auch Köln und Umgebung, wobei das prachtvolle Schloss Gymnich bei Erftstadt als imposante Kulisse für das Seniorenheim des Onkels fungierte.
In den Hauptrollen brillieren wie gewohnt Axel Prahl als bodenständiger, leicht grummeliger Kommissar Thiel und Jan Josef Liefers als eitler, scharfsinniger Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Boerne. Zum beliebten Ensemble gehören außerdem Christine Urspruch als „Alberich“ (Silke Haller), Mechthild Großmann als nikotinsüchtige Staatsanwältin Wilhelmine Klemm, Friederike Kempter als emsige Assistentin Nadeshda Krusenstern und Claus-Dieter Clausnitzer als Thiels Vater Herbert. In Gastrollen sind unter anderem Alexander Beyer als Unternehmer Markus Rummel, Nadeshda Brennicke als manipulative Christine Schauer und der renommierte Charakterdarsteller Traugott Buhre als Boernes 100-jähriger Onkel zu sehen.
Bei der Erstausstrahlung am 18. Mai 2008 verfolgten 7,85 Millionen Zuschauer diese 699. Folge der Tatort-Reihe, was einer beachtlichen Einschaltquote von 23,4 Prozent entsprach. Besonders kurios: Axel Prahl trägt während des gesamten Films eine schwarze Mütze – nicht etwa als modisches Statement seiner Figur, sondern weil er kurz vor den Dreharbeiten für ein Musikvideo der Band „Wir sind Helden / Wenn Es Passiert“ einen Irokesenschnitt bekommen hatte. Dieser unkonventionelle Haarschnitt wird erst in den Schlussminuten des Films als überraschender Gag enthüllt und fügt sich perfekt in den für den Münster-Tatort charakteristischen Humor ein.
Nach der Ausstrahlung kursierten unter Fans Theorien zur auffälligen Parallele zwischen dieser Folge und dem späteren Münster-Tatort „Erkläre Chimäre“, in dem ebenfalls Erbschaftsangelegenheiten in Boernes Familie eine zentrale Rolle spielen. Filmkenner erfreuten sich zudem an einer gelungenen Hommage an die berühmte Flugplatz-Szene aus dem Kultfilm „Casablanca“.
Hallo, diese Seite habe ich bislang nicht gekannt, die ist wirklich sehr inormativ und übersichtlich. Nur eins fehlt mir: Ihr wisst doch sicher, wie dieser Hund da oben heißt? Ich habe es vergessen und auch nicht mehr dergoogelt. Warum sind Hunde nicht in Schauspielerlisten?
Schönen Sonntag!
hiess das viech nicht wotan?
Das Ende einer Karriere, zumindest wünscht man sich das. Nadeshda Brennicke fing als hoffnungsvolles Talent an und endet als herumscharwenzelndes Blondchen mit aufgepritzten Lippen. Um meine Omma zu zitieren: „Kusse nit still stonn, Kind?“
Der Fall wie so oft an den Haaren herbeigezogen und mit unglaubwürdigen Wendungen und Zufällen. Aber darum geht es bei den Mümsteraner ja gar nicht. Es geht nur um die Chemie zwischen Prahl und Liefers und um 90 vergnüglichsten Minuten seit Dick und Doof. Weiter so!
Übrigens macht Software nur in Ausnahmen „diddeldidit“.
Wotan, ja!
Danke schön.
Der Hund ist eine deutsche Dogge, geneuer gesagt, meine, und sein „richtiger“ Name ist „Leon vom Rieseneck“ alias Wotan im Film… :-)
Die Münsteraner Großfamilie Boerne wächst weiter und spätestens nach „Krumme Hunde“ fragt man sich, ob man ohne Familienstammbaum noch lange durchsteigt. Gleich drei neue Familienmitglieder werden eingeführt: Onkel Rudolf, Cousine Henriette und Boernes vermeidlicher Halbbruder Peter Mann. Aber absolutes Highlight dieser Folge ist Thiels `Stiefmutter´ aus Indien, die durch die Folge geistert und versucht alle möglichen Menschen (aber vor allem Thiel Junior) auf den rechten Pfad zu bringen. Alles in Allem: Spitzenmäßige Folge – und das gilt auch für den Haarschnitt.
Der tatort war sowieso mega spitze…schon allein das Versteck in der Pathologie….ganz unten…das hätte Boerne wirklich gleich drauf kommen können;)
…für mich der witzigste tatort bisher wegen der spritzigen dialoge! kompliment nicht nur an die darsteller, sondern besonders auch an die autoren und die regie! ich bin froh über die humorvolle ausrichtung der münsteraner-tatorte und nehme deshalb -ohne zu murren- zuweilen andere kleine unzulänglichkeiten in kauf.
eine gute weiterentwicklung dessen, was das gespann krug-brauer schon zelebriert hat! also: weiter so!
ich hätte da mal eine frage…in welchem alter hatte der alte mann seine verhängnisvole röntgenuntersuchung?
@aximckegan: mit 15 Jahren
schon alleine Wotan ist die Folge wert (-:
Ja, Nadeshda kommt denkbar zu kurz in der Folge bis auf das…“Schnauze“ von Thiel tritt sie kaum in Erscheinung. Zum Glück jedoch hat sich das in den neueren Folgen wieder geändert – ich erinnere an Spargelzeit.
Wieso trägt nun Thiel diese Mütze? Nein, anders – wieso hat er nen Irokesenschnitt?
re: Michi
wegen einer anscheinlichen hautallergie auf seinem kopf, die er in der ersten stunde des tatorts erwaehnt. Uebrigens wuerde ich gerne wissen, ob alle St.Pauli -Ergebnisse auf tatsaechlichen Spielen basiert, ich errinnere da auch an die Folge mit einem video-aufgezeichneten Pokalspiel gegen Bayern ;
hier in New York leider noch *zu unbesessen, um da weiter nachzurecherchieren ;
Einer der besten Tatorte überhaupt aus dieser Reihe.
Ich hab mich fast weggelacht bei der Szene, als Prahl erst lesend auf dem Stuhl sitzt und bei der nächsten Kameraeinstellung wegen Wotan auf der Wand steht. Diese Situationskomik ist es, was diese Filme ausmacht. Gott, hab ich gelacht…
Alles, was sonst so kritisiert wird, Leute, habt Ihr keine anderen Sorgen?
Auch diese Filme sind reine Unterhaltung und um Längen besser als das, was auf den Schmuddelsendern gezeigt wird… Aber warum alles so ernst nehmen?
Jaja, die Hobbykritiker!
Für mich einer der besten Filme mit den beiden Hauptdarstellern. Allein die Szene, wo der Hund in das Büro kommt, erst sitzt Thiel auf dem Stuhl und liest eine Zeitschrift, bei der nächsten Einstellung steht er auf der Brüstung am Raumzwischenfenster aus Angst vor dem Hund, Zeitschrift unter dem Arm geklemmt.
Diese Szene verfolgt mich schon so lange und jedesmal muss ich lachen. Die Tatsache allein, mit welcher Schnelligkeit das passiert und dass der nicht gerade dünne Thiel auf diesem Stegchen steht.
Sehenswert!!
Ich mag die Münster Tatorte. Ich weiß echt nicht, warum sich hier viele so aufführen… von wegen schlechter Tatort und so… Ich persönlich finde es eher gut, dass Münster nicht so „Hardcore“-Tatorte sind, zumindest die meisten. So kann mehr oder weniger die ganze Familie (also Kinder ab 12 o.ä.) zugucken.
Weiter So!
Da wir hier in den USA die Tatorte nur sporadisch erhalten, fast immer die selben Orte und mit
vielen „re-runs“,haben wir gerade „Krumme Hunde“ sehen““ duerfen.Meistens moegen wir das Team
Liefert/Prahl recht gern -aber dieser Tatort war echt graesslich—–leider.Ich las gerade eine Kritik
darueber und der Schreiber pries die „Schoenheit“ und die Schauspielkunst von Frau Schauer!!
(Shower??) Im Englischen wuerde man sagen :ARE YOU KIDDING ME???? Diese Dame hat das
Aussehen einer ausgepressten Zitrone und ihr schauspielerisches Koennen ist wahrhaft traurig.
Ihr Lieben in Deutschland seid mit den „Looks“ Eurer TV Darstellerinnen wirklich sehr anspruchslos-
und ausserdem dem aktieren.How very sad indeed!!! Frau Grossmann ist wahrscheinlich eine nette
und intelligente Frau—aber die „gravel voice“ ist grausam zu hoeren –a few less cigarettes might
do the trick,darling!!! Herr Liefert ist der Stern jedes Tatortes -kein Zweifel!!! Aber NUR er !!!!
Wie sagt ihr jetzt immer in D.? noch einen schoenen Tag —und super.!!!! Bye Bye!!!
Leider verzettelt sich der Film mal wieder in zahllosen Nebengeschichten (Börnes Familien-Eitelkeiten, der Techniker in Thiels Büro, Vatter Thiels Liebschaft aus Indien, der Hund…) und -schauplätzen (das aberwitzige Gespräch im Segelflieger, Börne im Kühlhaus), dass die Spannung völlig ausbleibt. Die wenigen Actionszenen wirken da eher aufgesetzt und manches ist auch unlogisch (woher will Schauer wissen, wo sich Börne aufhält und wie dringt sie ins Instutut ein?). Nicht schlecht, dass Thiel größtenteils alleine Ermitteln, aber leider kommen Nadeshda und Alberich zu kurz. Unterhaltsam und wie immer ein gutes Team, aber mehr auch nicht.
Ich hätte gerne gewusst, wo das Schloss liegt, vor dem eine kurze Szene gespielt hat.
Schon „1’000x“ gesehen – und immer wieder super, man kann nie genug haben!
Der Tatort Nummer 699 aus Münster mit dem Hauptkommissar Thiel und dem Gerichtsmediziner Boerne und der ganzen sonstigen Clique. Die Haupthandlung wurde, durch die unzähligen Einzel-Schauplätzen der Progandonisten, fast zur verschleierten, nebeligen Nebenhandlung. Der Tatort aus Münster wäre aber nicht der Tatort aus Münster, wenn dieses nicht durch gut gemachte Gags, Witz und Humor wett gemacht worden wäre. Alleine der Einsatz dieses Riesen-Hundes, Hauptkommissar Thiels Liebling, machte alles wieder gut. Und durch seinen Appetit hatte der noch Anteil an der Auflösung des mysteriösen Falles um Doppelmord und verschleppter Firmeninsolvenz. Sehenswerter Tatort-Spielfilm für den gemütlichen Abend vor der Matt-Scheibe.
Die Geschichte ist sicherlich ein wenig absurd, aber dennoch halte ich diesen Tatort für sehr gelungen. Ich mag es, wenn einer oder beide Hauptakteure Gefühle zeigen, nicht dem üblichen Klischee verfallen. Das ist hier definitiv der Fall. Klar, man hätte die Geschichte mit der Sandkasten Natter, der Cousine weglassen können – wirkte schon sehr aufgesetzt – aber ansonsten sehr gut.
Habe mir das auf ONE gleich noch einmal reingepfiffen, einfach köstlich, und Wotan ist die Krönung, wie er das Bufett abräumt.
In Allem, auch den erwähnten Nebenschauplätzen, in sich stimmig und mega unterhaltsam.
Muss mir 2008 entgangen sein, die Folge, daher jetzt mit noch grösserem Genuss verfolgt.
So könnte das Krimi „Sommerloch“ gerne weitergehen.
Fünf Punkte!
Zu köstlich. Münster Tatort ist für mich immer ein Muss. 5 Sterne
Köstlich…Thiel verliert eine Wette, weil St. Pauli gegen den VfL Osnabrück verliert. Schöne Zeiten ;-)
Sehr unterhaltsam. Die geile Rock ´n´ Roll-Band am Ende setzt dem Ganzen die Krone auf!
The case is not important it’s the banter. And Boerne gets the best lines, one of them straight out of „Casablanca“. „Ich glaube dass ist der Beginn ……“
Immer wieder gern anzuschauen, der Situationskomik wegen.
Bitte, wer weiß wie die Band zum Schluß heißt???
Habe den Film eben in der Madiathek gesehen. Wie so oft ein großartiger Tatort aus Münster. Dankeschön!
Gerade in Zeiten wie diesen ist die Handlung mit Humor zu betrachten und somit positiv ablenkend. Auch die Darsteller, allen voran Boerne, liebe ich sehr. Hoffentlich gibt es noch viele Münsteraner Tatorte.
Nach langer Zeit mal wieder gesehen.
Und für mich schon ein echter Klassiker.
Politisch nicht immer korrekt, was ja seinen besonderen Reiz hat.
Dazu weitaus besser, was wo anders gezeigt wird.
Lange nicht gesehen und es hat sich gelohnt. Herrlich amüsante Einlagen: Der gefräßige Hund und vor allem Vaddern mit seiner schrulligen Freundin – „Das Innere in mir grüßt das Innere in dir.“ :-D. Und dazwischen ein dauergenervter Thiel mit Irokesenschnitt. Auch, wie Boerne „überm… Steiß“ ausspricht, einfach köstlich!
Der Tatort Nummer 699 aus Münster und aus dem Jahr 2008. Gut gemachter Krimi-Klamauk.
Die Meinung vom 17.02.2016 halte ich.