Kurz und knapp – darum geht’s
Hauptkommissar Franz Leitmayr schießt in Notwehr auf einen Mann, der sich als Sohn seines Nachbarn entpuppt – mit einer Spielzeugpistole in der Hand. Während die internen Ermittlungen Leitmayr zusetzen, muss das Münchner Ermittlerduo den Tod einer jungen Frau aufklären, die in einem brennenden Auto gefunden wurde. Die Spuren führen zu einem Raubüberfall auf einen Baumarkt und in eine Familie, deren Fassade zu bröckeln beginnt. Als sich herausstellt, dass der angeschossene Siggi Aumeister und die tote Adriana ein Paar waren, ahnen die Kommissare noch nicht, welch düsteres Familiengeheimnis sie aufdecken werden…
Inhalt der Tatort-Folge „Der traurige König“
Schlaflos wälzt sich Franz Leitmayr im Bett, während pochende Zahnschmerzen ihm den letzten Nerv rauben. Der Münchner Hauptkommissar greift nach der Packung Schmerztabletten auf seinem Nachttisch – schon wieder. Die Schmerzen sind nicht sein einziges Problem: In letzter Zeit plagen ihn zunehmend Selbstzweifel, und seine sonst so besonnene Art weicht immer häufiger ungewohnten Wutausbrüchen.
Ausgerechnet jetzt wird dem Ermittlerduo Batic und Leitmayr die junge Polizeianwärterin Julia Winters zur Seite gestellt. Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Training werden sie zu einem Fahrzeugbrand auf einem verlassenen Bauernhof gerufen. Die Morgendämmerung taucht die Szenerie in gespenstisches Licht, während das Flammeninferno am Horizont den Himmel rot färbt. Im brennenden Autowrack erkennen sie die Umrisse einer Person, bevor der Wagen explodiert und die darin befindliche Leiche in einer Feuerwolke verschwindet, die wie ein Todesurteil in den grauen Winterhimmel steigt.
Im Fenster des heruntergekommenen Hofes entdeckt Leitmayr einen flüchtenden Schatten. Er nimmt die Verfolgung auf, das Echo seiner hastigen Schritte hallt durch die engen, verwinkelten Flure des alten Gebäudes wie in einem Labyrinth der Angst. „Bleiben Sie stehen, Polizei!“, ruft er, doch der Flüchtige zieht eine Waffe und schießt. In Todesangst und dem Versuch, seine junge Kollegin zu schützen, drückt Leitmayr dreimal ab. Der Mann bricht zusammen – Siggi Aumeister, wie sich später herausstellt.
Die Ermittlungen werden für Leitmayr zur persönlichen Hölle, als sich herausstellt, dass Aumeisters Waffe nur eine Attrappe war. Der erfahrene Hauptkommissar wird beurlaubt, muss seine Dienstwaffe abgeben, während die interne Ermittlung wie ein hungriges Raubtier seine berufliche Existenz bedroht. „Wieso haben Sie nicht erkannt, dass es sich nur um ein Replikat handelte?“, bohrt der Ermittler Maus unerbittlich nach. Die Tatsache, dass Leitmayr vor dem Einsatz Schmerztabletten eingenommen hat, wird wie ein Beweisstück gegen ihn verwendet.
Noch belastender für den Kommissar ist die Erkenntnis, dass Siggi der Sohn seiner Nachbarn ist, die einen Eisenwarenladen betreiben. Wie ein nächtlicher Schatten legt sich die Schuld über Leitmayrs Gedanken – der Familie, die er täglich sieht, hat er den Sohn genommen. Die Begegnung mit Siggis Eltern gleicht einem Gang über dünnes Eis; sie wissen nicht, dass er es war, der auf ihren Sohn geschossen hat.
Bei den Ermittlungen zur Toten im Auto wird klar: Es handelt sich um Adriana Kaminska, Siggis Freundin. Puzzleteil für Puzzleteil setzen Batic und Winters zusammen, was geschehen ist: Ein Raubüberfall auf einen Baumarkt, in dem Siggis Bruder Markus arbeitet, die Angst von Adriana, die nach dem Überfall nicht mehr zur Arbeit erschien. Doch warum behauptet die Familie zunächst, Adriana nicht zu kennen? Wie ein verstecktes Grab unter einer gepflegten Oberfläche liegt ein düsteres Geheimnis in der Familie Aumeister.
Als Siggi seinen Verletzungen erliegt, verdichten sich die Hinweise um einen komplexen Familienkonflikt. Die Ermittlungen gleichen einem Tanz auf einem Minenfeld – jeder neue Schritt könnte eine Explosion auslösen, die das fragile Konstrukt aus Lügen und verzweifelten Taten zum Einsturz bringt.
Hinter den Kulissen
„Der traurige König“ ist der 61. Fall für das Münchner Ermittlerduo Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl in ihren Rollen als Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr. Die Dreharbeiten fanden im Herbst 2011 in München und Umgebung statt, wobei besonders die atmosphärischen Aufnahmen im verfallenen Bauernhof dem Film seine beklemmende Grundstimmung verleihen.
In der Gastrolle der Polizeianwärterin Julia Winters überzeugt Sylta Fee Wegmann als aufstrebende junge Kollegin, die frischen Wind in das eingespielte Team bringt. Besonders beeindruckend sind die Darstellungen von Wolfgang Hübsch und Elisabeth Orth als Eltern des angeschossenen Siggi Aumeister, die in ihren Rollen als verzweifelte Ladenbesitzer die tragische Familiendynamik glaubwürdig verkörpern. Torsten Michaelis brilliert zudem in seiner Rolle als unbarmherziger interner Ermittler Maus.
Das Drehbuch zum BR-Tatort stammt von Magnus Vattrodt, Jobst Christian Oetzmann und Thomas Stiller, der auch Regie führte. Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken, wobei besonders Udo Wachtveitls intensive Darstellung des in eine persönliche Krise geratenen Kommissars Leitmayr hervorgehoben wurde. Für seine Leistung gilt diese Folge als eine seiner stärksten in der langjährigen Tatort-Geschichte.
Bei der Erstausstrahlung am 26. Februar 2012 erreichte „Der traurige König“ beeindruckende 9,05 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 23,5 Prozent für Das Erste. In der Gruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer wurden 3,05 Millionen und ein Marktanteil von 18,4 Prozent gemessen. In Österreich sahen 579.000 Zuschauer den Krimi, was einem Marktanteil von 18 Prozent entsprach. Im Rahmen der Verleihung des Deutschen Fernsehkrimipreises 2012 wurde die Folge mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Nach der Ausstrahlung sorgte besonders die psychologische Tiefe der Handlung für Diskussionen unter den Zuschauern. Die Frage nach der moralischen Verantwortung eines Polizeibeamten bei Schusswaffengebrauch und die realistische Darstellung der internen Ermittlungen wurden von vielen Kritikern als authentisch und mutig gelobt.
Von SPIEGEL-Online gab es Vorschusslorbeeren. Ich bin mir nicht so sicher. Der aggressive Kollegenermittler, der Leitmayr wegen der Schüsse verfolgt, mit seine schließliche Umkehr durch Batic erschien mir recht holzschnittartig gezeichnet. Auch die anderen Figuren.
Nicht verkehrt, was Du da sagst; gar nicht.
Ich fand ihn dennoch gut; gute Geschichte & auch gut erzählt. Nicht über jede Kritik erhaben & auch nicht so ein Hammer, wie der Eisner-Tatort neulich. Aber wirklich gut.
„Ungewohnt tiefgründiger Fall…“ schreibt auch die FUNK UHR. Dem, stimme ich nur zu.
Ein ausgesprohen wie eben benannt und guter Fall mit toll umgesetzten Thema.
Das Spiel von Nemec und gerade Wachtveitl ist hervorragend, die Spannung stets präsent.
Man entwickelt eine ungeheure (wenn nicht schon bereits vorhandene) Sympathie für Leitmayr und auch Mitgefühl. Diesen Kollegenermittler fand ich von der ersten Minute an absolut wiederlich. Auch stark gespielt. die Szene zusammen mit Batic ist einer der Besten.
Das der Plot am Ende eine neue Wendun erhielt, hat mir unglaublich gut gefallen.
Nach der Super-Flaute aus Bremen vom letzten Mal, wieder ein absolut sehenswerter Tatort!
Daumen hoch!
Wie eigentlich immer: Ein sehr guter Tatort aus München, der mich wirklich gut unterhalten hat.
Die dienstältesten Tatortermittler Batic und Leitmayr zeigen es immer wieder das sie zu recht einer
der besten Tatorte sind. Sehr gute Folge. Bitte mehr davon.
Hat mich richtig aufgeregt, schlimm, wenn ein Polizist so angegriffen wird, weil er sein und ein anderes Leben verteidigt und damit gerettet hat.
Die neue Kollegin Julia Winters sollte unbedingt bleiben, gibt einen kleinen Kick und war sehr effektiv und erfolgreich in ihren Ideen bei der Ermittlung.
Mehrfach genial!
Diesmal waren besonders viele Verwicklungen, Parallelgeschichten, Komplikationen hervorragend miteinander verwoben.
Die neue Kollegin, der zufällige Tatort, die Nachbarschaft Leitmayrs, die interne Ermittlung, das Verhalten der Kollegen inclusive Batics; Wendungen über Wendungen in jeder dieser Geschichten.
Die besonderen Schmankerl: die Verwechslung im Krankenhaus und der Kopfstand am Schluss.
Herzlichen Dank an alle Beteiligten!!!
Darf ich mich einmal als „Klugscheißer“ zeigen?!
Baticund Leitmayr sind nicht die Dienstältesten, wer ist es?
Nun aber zum Film, sehr spannend, gute Story und die mittlerweile
leicht ergrauten Kommissare noch immer Topfit und zu Höchstleistungen
fähig.
Einer der besten Tatorte,die ich je gesehen habe.Spitzenmäßige Leistung von den beiden Kommissaren Batic und Leitmayr ,Spitzenregie..!Durchweg fesselnd, ergreifend und anrührend!Bitte weitermachen!!!
Super Tatort. Besonders beeindruckend war die schauspielerische Leistung der Eheleute Aumeister (Elisabeth Orth, Wolfgang Hübsch).
Unterhaltsamer Tatort, und nach zuletzt sehr heftigen Tatorten ein zwar ernster, aber nicht komplett düsterer Tatort.
Würde mir jemand beim Verstehen des Endes helfen?
Hat Leitmayer den Kopfstand gemacht wegen der Fabel? Also von wegen „Du musst es nur andersherum sehen“?
Ein, wie ich finde, guter Tatort, der über den Film selbst hinaus zum Nachdenken anregt. Spannend und emotional. Gute Schauspielerleistungen. Insgesamt sehr sehenswert.
Überzeugendes und anrührendes Schauspiel der Akteure bis in die Nebenrollen; besonders Zinner, Orth, Michaelis und Hübsch.
Schade, die Assistentin hätte gut auf Dauer zu Leitmayr und Batic gepasst…
Hammer Folge!
Batic und vor allem Leitmayr überzeugen zu 100%.
Habe die ganze Zeit mit Leitmayr „mitgefühlt“.
Der Tatort Nummer 829, gestern auf NDR um 22:00 h. Aus München, mit den altbekannten Hauptkommissaren Batic und Leitmayr, mit ihren gern gezeigten Taschenspielertricks. L., von Zahnschmerzen tagelang geplagt, zieht sich als Mittfünfziger seinen maroden Zahn mit den Fingern, wahrscheinlich mangels einer Krankenversicherung. Alles weiteres kann man ja mit Mundwasser beheben. Beide sahen auch etwas mitgenommen aus, da half auch nicht die junge Kollegin, welche wahrscheinlich schnell zum BKA wechselte, Abteilung marode Kommissare. Die Situation im dunklen Speicher konnte L. aber nun nicht abschätzen. Dieses hätte der Ermittler der Internen wissen müssen, wollte aber L. einfach nur einen machen. Und weiter: Es entwickelte sich ein klein-bürgerliches Drama! Das anfängliche so freundlich wirkende ältere Ehepaar entpuppte sich als egoistisches und tyrannisches Paar, welches erst die Söhne auf dem moralischen Gewissen hatte und dann noch rabiat ein Tötungsdelikt begangen. Und taten, als wären sie die einzigen Menschen im Unternehmerhimmel. Batic und Leitmayr, mit dem Hang zu Hartz Vier: Geht, in Würde und gesund – und träumt weiter von Verstärkung.
Gute Unterhaltung,kann man sich sehre gut ansehen,wie immer bei Ivo
und Leyti.Guter Tatort!
Heute (27.3.2017) Wiederausstrahlung auf rbb.
Eigentlich kann ich mich nicht erinnern, jemals von Batic und Leitmayr enttäuscht worden zu sein. Schauspielerisch schon gar nicht. Und ich gebe zu, wenig bis weniger auf grosse Logik zu schauen. Und es kommt natürlich auch auf die Themen drauf an. Und diese waren bei diesem Tatort gut gegeben. Nicht wie beispielsweise bei dem Tatort vorletzter Woche übers Darknet zeigte. Aber vielleicht bin ich altmodisch. Und schade dass die Julia ans BKA geschickt wurde, sie hätte den beiden gut getan. Auch wenn sie schon gut sind
ausgezeichnet – 5 Sterne
Einer der vielen gelungenen Tatorte aus München mit Batic und Laitmayer… Spanung… Trauer… Humor… Gute Schauspieler… Alles Dabei… 5 Sterne…
You can see they had money and some real talent for this Tatort. The light and the colours inside and on the street are beautiful, why can’t it always be like this?
Coole Performance von Batic und Leitmayr! Besonderes Lob für die wirklich stimmige Kamera und die Beleuchtung. Genial (für deutsche Krimis)! Die Story ist etwas unlogisch und zum Schluß auf ein „happy end“ hingebogen…Trotzdem, würde ich mir gerne wieder ansehen.
Bisschen zu viel arg konstruierte Sachen. Leitmayr wird vorgeworfen, im schummrigen Licht ein Replikat zu erkennen? Und muss seine Klamotten umgehend ausziehen? Und geht am nächsten Tag zum Schießtraining? Nachts fällt ihm ein (kariöser?) Zahn geraus. Und vom Fall, in den er beteiligt ist, wird er auch nicht abgezogen? Auch die hochgradig überzogene interne Ermittlung ist unglaubwürdig. Die Folgen sind klar: ein Ermittler außer Rand und Band.
Pluspunkte konnten für einen spannenden Krimi gesammelt werden. Keine sozialkritische Milieu-Studie, kein Wunsch, den „Film des Jahrzehnts“ zu produzieren.
Oh, welch Wohltat, nach den letzten aktuellen Tatort sowie Polizeiruf Folgen auf diesen Film gestoßen zu sein!
Starke Folge, starke Mutter, Spannung bis zum Schluss.
Nur Ivos Verhalten der neuen Kollegin zu Beginn gegenüber hat genervt – so wurde sie für den geneigten Zuschauer zum klassischen „Fräulein in Nöten“ degradiert.
Hoffentlich gibt es auch noch im Jahre 2023 eine solch starke Folge.
Sehr gut wird dargestellt, was es mit einem Polizisten macht (oder machen kann), so er auf einen Menschen geschossen hat.