Kurz und knapp – darum geht’s
Im Kölner Karneval wird das Tanzmariechen Birgit Lagerhoff ermordet aufgefunden – nur wenige Meter entfernt von einer psychiatrischen Klinik. Die Kommissare Ballauf und Schenk ermitteln in einem Fall, der schnell persönlich wird: Schenk kannte das Opfer aus seinem Karnevalsverein. Der Verdacht fällt auf Harald Berger, einen ehemaligen Häftling, der kurz vor seiner Entlassung steht. Doch ist er wirklich der Täter, oder wird er nur benutzt, um die Ermittler in die Irre zu führen? Als Ballauf und Schenk tiefer graben, geraten sie in ein gefährliches Spiel zwischen Schuld und Unschuld …
Inhalt der Tatort-Folge „Restrisiko“
Die neonbeleuchteten Straßen Kölns sind erfüllt vom Lärm und Gelächter des Karnevals. Freddy Schenk, ganz in seinem Element, versucht vergeblich, seinen Kollegen Max Ballauf für die rheinische Fröhlichkeit zu begeistern. Doch die Stimmung kippt, als die Leiche von Birgit Lagerhoff, dem Tanzmariechen aus Schenks Karnevalsverein, nahe einer psychiatrischen Klinik gefunden wird. Die junge Frau wurde erwürgt, und ein Fahrrad aus der Anstalt deutet auf einen Insassen als Täter hin.
Harald Berger, ein ehemaliger Häftling, der wegen Totschlags an seiner Frau verurteilt wurde, gerät schnell in den Fokus der Ermittler. Berger, der auf Betreiben seiner Anwältin Ellen Strohmeier in die Klinik verlegt wurde, steht kurz vor seiner Entlassung. Doch Professor Konski, der Leiter der Anstalt, warnt: „Es bleibt immer ein Restrisiko.“ Ballauf und Schenk stoßen auf ein undurchsichtiges Netz aus Beziehungen: Berger hat ein Verhältnis mit seiner Anwältin, deren Ehemann Jürgen Strohmeier versucht, die Affäre zu beenden. Gleichzeitig hatte auch Willi Klemm, der Präsident des Karnevalsvereins, eine Beziehung zu Birgit Lagerhoff.
Die Ermittlungen führen die Kommissare durch die schillernde Welt des Karnevals und die düsteren Gänge der Psychiatrie. Während Schenk überzeugt ist, dass Berger der Täter ist, hegt Ballauf Zweifel. Als Berger flieht und ein weiterer gefährlicher Insasse entkommt, spitzt sich die Lage zu. Die Frage bleibt: Wer trägt die Schuld – und wer spielt ein falsches Spiel?
Hinter den Kulissen
Der Kölner Tatort „Restrisiko“ wurde vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) produziert und von Claus-Michael Rohne (bekannt für „Adelheid und ihre Mörder“) inszeniert. Gedreht wurde die Folge 1998 in Köln und Düren, wobei der Regisseur den Karneval authentisch einfangen wollte. Da der Rosenmontagsumzug nicht genehmigt wurde, mussten Szenen mit Statisten nachgestellt werden. Die Folge feierte ihre Erstausstrahlung am 14. Februar 1999 und erreichte 8,09 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 22,02 Prozent.
In der Besetzung glänzen neben Klaus J. Behrendt (Max Ballauf) und Dietmar Bär (Freddy Schenk) auch Alexander Radszun als Harald Berger und Marie-Lou Sellem als Anwältin Ellen Strohmeier. Drehbuchautor Peter Zingler übernahm zudem eine kleine Nebenrolle als Cowboyschuster. Die Folge thematisiert nicht nur die Frage nach Schuld und Rehabilitation, sondern zeigt auch die besondere Chemie zwischen Ballauf und Schenk, die bereits in ihren frühen Fällen überzeugte.
Trivia: Nach der Ausstrahlung diskutierten Zuschauer intensiv über das „Restrisiko“ bei der Entlassung von Straftätern aus psychiatrischen Einrichtungen – ein Thema, das bis heute aktuell ist.
Super Tatort, nur das Schenk 1999 den Schuhmacher mit Euro bezahlt fand ich lustig.
schlecht diesmal
@rüdiger das waren DM da bin ich sicher
immer wenn diese karneval zeit kommt zeigen diesen tatort auch und ich habe den auch schon gesehen. und ich finde den auch sehr schön an zu sehen so ein Tatort soll noch mal kommen ich würde sehr gerne noch mal sehen ich mag den sehr gerne ich mag auch die Komisare sehr gerne aus Köln ich möchte die beiden Ballauf und Schenk 40 Sterne geben
Der Tatort mit der Nummer 406 aus Köln, nicht nur Dom-Stadt, sondern auch Karnevalshochburg im Rheinland und in Nordrhein-Westfalen allgemein. Diesen Tatort-Spielfilm um die Tatort- Hauptkommissar Max Ballauf und Freddy Schenk habe ich nunmehr dreimalig gesehen und finde ihn immer noch, der Spannung wegen, faszinierend. Der Karneval in Köln ist hier Hintergrundkulisse eines klassischen Tatort-Thrillers aus dem Jahr 1999 und wer diesen all jährlichen Trubel schon einmal miterlebt hat, weiß, dass so mancher Polizeibeamte schnell mal die Mütze verliert. Sehr sehenswert und gerne wiederholungswürdig. Toll.
Gucke ihn grade wieder… einfach spannend und klasse.
Gutes Kölner Frühwerk. Und der Schein beim Schuhmacher war definitiv ein 50-D-Mark-Schein im letzten Design. 50 Euro fürs Besohlen wären außerdem auch heute noch Recht viel.
Ja, es waren DM, ich gucke diese Episode eben😜
Gut gemachtes, solides Stück, gut erzählt – ein typischer Tatort eben mit normaler Ermittlungsarbeit, etwas Milieu, etwas Aktion und durchaus Spannung. Sympathische Kommissare.
Kann man sich öfters ansehen.
Sechster Fall von Kriminalhauptkommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Kriminalhauptkommissar Alfred (“Freddy“) Schenk (Dietmar Bär), die in Köln ihren Ermittlerort haben.
Das Thema ist diesmal, wie steht man zu psychischen Verbrechern, die nach einer Haftstrafe aus einer psychotherapeutischen Betreuung in der entsprechenden Klinik als geheilt entlassen werden sollen. Obwohl ja noch immer ein gewisses Restrisiko besteht.
Story:
Und damit auch das Grundthema richtig greift, wird in einer Nacht, vielleicht Fetter Donnerstag auf den folgenden Tag das Tanzmariechen Birgit (Helga Bellinghausen) aus dem Karnevalsverein von Freddy Schenk (Dietmar Bär) auf der Radtour nach Hause vor einer psychiatrischen Klinik erwürgt. Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) werden nach einer durchzechten Nacht bei einer Party dieses Karnevalvereins zum Tatort gerufen und fangen an zu ermitteln. Sie erinnern sich noch, wie und um welche Uhrzeit das Tanzmariechen Birgit (Helga Bellinghausen) diese Party verlassen hat. Für den Nachhauseweg, der an der psychiatrischen Klinik vorbeiführt, war dann, nach der Todeszeit zu urteilen, 4 bis 5 Stunden vergangen. Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) geht dann in die Klinik, um dort mit seinen Ermittlungen zu starten. Schon allzu bald ergeben die Recherchen, zusammen mit dem Klinikleiter Professor Konski (Siegfried Kernen) erarbeitet, den Harald Berger (Alexander Radszun), einen verurteilten Totschläger, als potentiellen Täter hervor. Da Harald Berger (Alexander Radszun) kurz vor der Entlassung steht, hatte er sogar in dieser Zeit Freigang. Ein Alibi für die Tatzeit hat er nicht. Er ist zwar mit seiner Anwältin Ellen Strohmeier (Marie-Lou Sellem) liiert. Sie waren auch zusammen. Doch Anwältin Ellen Strohmeier (Marie-Lou Sellem) musste kurz für einige Stunden dienstlich zu ihrem Ehemann Dr. Jürgen Strohmeier (Robert Giggenbach). Beide leben zwar nicht mehr zusammen, haben aber immer noch eine gemeinsame Anwaltskanzlei. In dieser Zeit, wo Harald Berger (Alexander Radszun) dann allein ist, wird dem Publikum gezeigt, wie er durch die Häuser zieht, dabei immer wieder hochprozentiges nachtankt und dann sogar auf der Party des Karnevalvereins landet. Dort verlässt er diese Veranstaltung im Windschatten des Tanzmariechen Birgit (Helga Bellinghausen). Am nächsten Morgen hat er einen Filmriss. Ist er nun der Mörder oder nicht. Noch vor dem Aschermittwoch haben unsere beiden Ermittler Ballauf/Schenk dieses Geheimnis gelüftet und den Fall geklärt. Auch ist die Leiche in dieser kurzen Zeit schon beerdigt. Es ging hier alles sehr schnell und direkt. Für meinen Geschmack auf jeden Fall zu direkt. Aber die Ermittler Ballauf/Schenk wollten wohl unbedingt schnell weiterfeiern.
Das Thema Restrisiko wird angesprochen. Bekommen die resozialisierten Verbrecher von der Öffentlichkeit wieder eine Chance zur Eingliederung. In dieser Folge ist es so, obwohl jede Spur und Verdacht des Verbrechens an dem Tanzmariechen zuerst mit dem Restrisiko-Mann in Verbindung gebracht wird. In dieser Folge ist es Harald Berger, der von Alexander Radszun eigentlich überragend gespielt wird. Gerade in seiner unsympathischen Seite, die sogar glaubhaft das Restrisiko seiner Person anschneidet. Aber die gezeigte Filmstory, die eine Geschichte erzählt, die sogar noch interessant wirken könnte, macht alles zunichte. Vor allem als jeder Zuschauer weiß, dass Harald Berger (Alexander Radszun) nicht mehr verdächtigt wird. Er kommt auch sofort frei und ist dann schrecklicherweise immer über allem stehend bei den weiteren Ermittlungsresultaten live vor Ort anwesend mit seiner Anwältin Ellen Strohmeier (Marie-Lou Sellem). Übrigens haben hier auch Ballauf/Schenk bei ihren Ermittlungsfahrten fast immer jemand dabei. Einmal einen Jungen, der von dem anderen physischen Ausbrecher Herbert Mumann (Stephan Wolf-Schönburg) verprügelt und seiner Fassnachtsverkleidung beraubt wird. Die Kommissare kommen an diesem Tatort und sagen zu dem Opfer nur: Komm mit und zeig uns den Kerl. Gut, das geht ja dann auch schneller und es bleibt für die Ermittler noch etwas Zeit übrig, um noch genug Fassnacht zu feiern.
Ich denke, diese Ballauf/Schenk-Folgen wollen uns Zuschauer so nahe wie möglich an die Ermittler selbst heranlassen. Sie wollen wohl sagen in ihrem Auftreten: Wir Ermittler sind genauso wie der normale Zuschauer glaubt zu sein, wenn er an der Stelle der Kommissare wäre. Vielleicht macht gerade das den Zustand aus, dass sie so beliebt sind. Aber die Filmgeschichte leidet oft dabei sehr. Bei manchen Folgen ist das weniger und bei manchem mehr. Hier in dieser Folge “Restrisiko“ ist es fast zu viel.
Anfangs fängt der Film ja noch ganz einfach, etwas billig gestrickt, jedoch familiär an. Wie schon so oft bei Ballauf/Schenk-Folgen. Der Mord zieht dann diese Folge schon etwas herunter. Es wird bis zu dem Mord mit Notbildern, die man auch für eine falsche Verdachtsauffassung nutzen kann, ausgeschmückt. Damit auch der Whodunit gewährleistet bleibt. Obwohl es hier eher zu einem augenzwinkernden Whodunit hinausläuft. Aber als die Kommissare zum Tatort erscheinen, geht es mit der Qualität des Filmes langsam aber sicher nach unten. Es sind nicht nur die Ermittler selbst, die dafür sorgen, sondern sogar eher das Umfeld der gezeigten Filmgeschichte. Hier in dieser 6. Folge “Restrisiko“ läuft das ganze sogar dann auf puren Trash hinaus. Für diese trashische Performance sorgt zum Beispiel auch der arbeitslose Ehemann des Tanzmarieschen Herr Lagerhoff (Jörg Propach). Seine Rolle hätte ich versucht weg zu schneiden. Schon am Tatort ist er schlimm. Dann als verkleideter Rächer noch schlimmer. Auch der andere Psycho und Serienkiller Herbert Mumann (Stephan Wolf-Schönburg) lässt mit seinen Einsätzen in dieser Filmgeschichte das Fremdschämen vom Stapel. Obwohl seine schlimmste Szene (ein aktueller Verbrechensversuch) noch gut dargestellt wurde. Bei dieser Szene haben mal die Ermittler Ballauf/Schenk das Fremdschämen ausgelöst. Auch die Rolle des Pflegers, die von Dietmar Mössmer (bekannt aus den Donna-Leon-Filmen) eigentlich ganz gut gespielt wird, lässt nicht zu, dass man im Endeffekt diese Folge “Restrisiko“ zumindest als eine Durchschnittsfolge sehen kann.
So ändert diese Folge “Restrisiko“ auch nicht, dass für mich die Ermittler Ballauf/Schenk leider nur höchstens Durchschnittkommissare sind, bei denen ihre Folgen bis jetzt ebenfalls höchstens auf Durchschnittsniveau ablaufen.
Die Folge “Restrisiko“ ist eine Folge, die nach 6 Folgen wieder eine absteigende Tendenz dieser Ballauf/Schenk-Geschichten aufweist.
Obwohl man hier sogar den Peter Millowitsch bei einen Gastauftritt bewundern kann. Seine Performance in dieser Rolle ist sogar noch ganz gut. Aber auch seine gespielte Filmgeschichte reißt keinen vom Hocker.
Meine Schulnote: 4-
In Relation zu User @Revilo fasst sich User @Dr. Best (zu den aktuellen Folgen) ja richtig kurz … 😁😇
Bin gespannt, ob die Folge den Redeaufwand wert ist (das ist eine der ganz wenigen Folgen der Kölner, welche ich bisher nicht zu kennen glaube)
Für mich inhaltlich ein Durchschnitts-Krimi, ‚old school‘!
Ob in Köln während des Faschings wirklich so viele Leute dümmlich verkleidet wie in diesem Krimi durch die Gegend laufen? (da gab’s ja fast keine unverkleidete, geistig gesunde Personen!) 😜🤪