Tatort Folge 1015: Borowski und das dunkle Netz



So 19.03. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2017
Kommissar: Borowski und Brandt
Ort: Tatort Kiel


  0 Meinungen
Tatort Folge 1015: Borowski und das dunkle Netz 0 0

Nach den zwei Tatorten „HAL“ aus Stuttgart und dem Bremer Beitrag „Echolot“ aus dem Jahr 2016 wird nun erneut ein „Cyber-Tatort“ in die Krimireihe aufgenommen. Mit Fachberatung im Rücken durch den Toppoint e.V. aus Kiel, wurde der 14. Fall (eigentlich der 13., klammert man die Jubiläumsfolge „Taxi nach Leipzig“ mit Borowski/Lindholm ohne Brandt aus) des NDR-Ermittlerteams Borowski und Brandt umgesetzt: „Borowski und das dunkle Netz“. Darin mordet ein Auftragskiller, der über das Darknet angeheuert und mit Bitcoins entlohnt wird, in den Reihen des schleswig-holsteinischen Landeskriminalamts.

Der norddeutsche Tatort „Borowski und das dunkle Netz“ wird am Sonntag, den 19. März 2017 um 20.15 Uhr im Ersten Programm der ARD erstausgestrahlt.

Inhalt der Tatort-Folge „Borowski und das dunkle Netz“

Es ist ein später, kühler Abend im regnerischen Kiel. Mitten auf der Straße vor dem Fitnessstudio „Athletic-Sport-Studio“ steht ein vollkommen in Schwarz gekleideter, schlanker Mann. Er trägt eine furchteinflößende Wolfsmaske, darüber Kapuze, einen Rucksack mit herausschauendem Teddykopf – und in der Hand hält er das Foto seines Zieles: Jürgen Sternow, Leiter einer Spezialabteilung des LKA Schleswig-Holstein.

Der Vermummte betritt im Tatort-Krimi „Borowski und das dunkle Netz“ das besagte Studio mit gezückter Pistole. Schnell und sicher bewegt er sich fort, auf seiner Suche nach Sternow; der Schalldämpfer sorgt dafür, dass der von den Schüssen in den oberen Trainingsräumen nichts bemerkt. Als der Attentäter den Kriminalbeamten im Untergeschoss endlich aufspürt, jagt er diesem eiskalt eine Kugel in den Kopf und macht mit seinem Smartphone ein Bild von der Leiche. Er will gerade vom Tatort verschwinden, doch der durchtrainierte Besitzer des Studios plant den Killer an seiner Flucht zu hindern. Es kommt zu einem harten Kampf zwischen den zwei Männern. Der Mörder kann den Bodybuilder mit letzter Kraft erschießen, trägt allerdings selbst zahlreiche Blessuren davon. Dann wird es still im Sportstudio.

Hauptkommissar Klaus Borowski und seine jüngere Kollegin Sarah Brandt werden zum Tatort gerufen. Es ist mittlerweile hell und früher Morgen. Die Kriminalbeamten sichten zunächst die Spuren und das Überwachungsvideo, auf dem der maskierte Täter zu sehen ist. Das Bild von Sternow, das der Mörder bei sich trug, kann im Fitnessstudio ebenfalls sichergestellt werden. Damit liegt die Vermutung nah, dass es sich um einen gezieltes Attentat, vielleicht einen Auftragsmord handelt. Weil das Opfer beruflich im Landeskriminalamt beschäftigt war, rücken in den Morgenstunden gleich der LKA-Leiter Wolfgang Eisenberg höchstpersönlich, sowie der Staatsanwalt Tom Austerlitz an, um den Kollegen von der Kripo den Fall zu entziehen und eigene Ermittlungen in die Wege zu leiten. Kriminalrat Roland Schladitz, der Chef von Borowski und Brandt, hat dagegen keine Einwände.

Doch der hartnäckige Klaus Borowski hat bereits Witterung aufgenommen: er will diesen Fall. Und auch Kommissarin Brandt hat bereits der Ehrgeiz gepackt: sie legt ein gutes Wort für ihren Kollegen ein, schließlich sei er der „beste Mordermittler in Kiel“. Staatsanwalt Austerlitz, der schon bei seiner Ankunft am Tatort ein Auge auf die hübsche Fahnderin geworfen hat, bestärkt sie und überzeugt Eisenberg, die Aufklärung dieser brutalen Hinrichtung der Kripo zu überlassen. Klaus Borowski stimmt zu: „Mord ist Mord.“ Er und Brandt übernehmen also den Fall „Borowski und das dunkle Netz“.
 
Die ersten Ermittlungen führen zu der Tochter Sternows und dem kleinen Sohn Erik, die nun zu Vollwaisen geworden sind. Ausgerechnet am Hochzeitstag der Eltern wurde der alleinerziehende Kriminalbeamte ermordet. Die Tochter bricht zusammen. Später gibt sie den Kieler Kommissaren zu Protokoll, dass ihr Vater in letzter Zeit etwas belastet hätte. „Alt und frustriert“ sei er geworden – wie Borowski. Der besonnene Ermittler spricht auch mit dem kleinen Erik, der gerade ein Bild malt und anscheinend ein wichtiges Erlebnis damit verarbeitet; interessiert befragt ihn Borowski zu den dargestellten beiden Männern und dem seltsamen goldenen Fisch, den der „Jäger“ festhält.

Abseits des familiären Umfelds des Toten führen die Untersuchungen zwangsläufig auch zum LKA, in dem Sternow der Leiter des Dezernats 23 war, der Abteilung für Cyber-Crime. Mit drei Mitarbeitern, die in einer viel zu großen Halle im Keller an ihren Schreibtischen und im Archiv arbeiten, war Sternow für die Aufklärung von Kriminalität im Inter- und vor allem im Darknet zuständig. Die jungen „Cybercrimecops“ Cao und Dennis sind hauptsächlich damit beschäftigt, den ganzen Tag lang Handys und Festplatten auszulesen. Kommissarin Sarah Brandt, selbst ehemalige Hackerin, fühlt sich schnell in ihrem Element, wird jedoch zu Beginn der Zusammenarbeit mit Dennis und Cao kaum ernst genommen. Ihr älterer Kollege Borowski hat hingegen deutliche Schwierigkeiten, den Erklärungen der „Cyber-Freaks“ zu folgen. Für ihn ist dieser neumodische Kram eben nichts. Nur mit Mühe freundet er sich langsam mit „Sabine“ an, seiner neuen, von Sarah eingerichteten Assistentin auf seinem Smartphone.

Dank des gemalten Bildes von Erik Sternow kann Hauptkommissar Klaus Borowski den Ort ausmachen, an dem Jürgen Sternow einen unbekannten Mann – und vermutlich den Auftraggeber des Attentäters – getroffen haben muss; der kleine Junge muss als Zeuge dabei gewesen sein. Es handelt sich um das „Matrosendenkmal“ in Kiel (gemeint ist die Skulptur „Wik“ im Ratsdienergarten). Was wurde an diesem Treffpunkt besprochen?

Während der norddeutsche Beamte im Außendienst beschäftigt ist, arbeitet sich Sarah Brandt in den Kellerräumen des LKA in das Darknet ein und kommt einer geheimen Seite auf die Spur, auf der man gegen die Krypto-Währung Bitcoins Auftragskiller anheuern kann. Hier müssen sich der Mörder von Sternow und sein Auftraggeber mit Namen „Orion“ abgesprochen haben. Doch wie kommen die Ermittler im Fall „Borowski und das dunkle Netz“ hinter die Identität der zwei Kriminellen? Im anonymen Darknet sind die IP-Nummern und damit die Aufenthaltsorte der Surfer schließlich nicht nachvollziehbar. Borowski hat eine zündende Idee: Warum nicht selbst einen Mord in Auftrag geben, um an „Orion“ heranzukommen? Dass hierfür Dennis mit seinem Foto herhalten muss, findet der allerdings gar nicht lustig …

 
Der NDR-Tatort „Borowski und das dunkle Netz“ ist der erste Film von Regisseur David Wnendt für das Fernsehen. Wnendt wurde für seine prämierten, aber kontroversen Kinofilme „Feuchtgebiete“, eine Verfilmung des gleichnamigen Buches von Charlotte Roche, und „Er ist wieder da“, einer Hitler-Persiflage, bekannt. Auch sein Werk „Kriegerin“ wurde mehrfach ausgezeichnet. David Wnendt wurde vom Schauspieler Axel Milberg dazu ermuntert, an einer Tatort-Produktion mitzuwirken: die zwei hatten sich bei den Filmarbeiten zu „Feuchtgebiete“ kennengelernt.

Der Drehbuchautor dieser 14. Tatort-Folge mit dem Duo Borowski und Brandt heißt Thomas Wendrich. Wendrich, Jahrgang ’71, ist ausgebildeter Schauspieler, freischaffender Autor und Regisseur. Der Künstler erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter sind der Deutsche Drehbuchpreis für „Nimm dir dein Leben“ aus dem Jahr 2005 und der Fernsehfilmpreis für das 2016 in Das Erste gezeigte Doku-Drama „Mitten in Deutschland: NSU – Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“. Seine erste Mitarbeit an einem Tatort war der bislang einzige Freiburger Fall „Fünf Minuten Himmel“, ein „Event-Tatort“ mit Heike Makatsch in der Rolle der Hauptermittlerin Ellen Berlinger.

 
„Borowski und das dunkle Netz“ wurde in der Zeit vom 4. Bis 27. Juli 2016 gedreht. Als Drehorte dienten neben Kiel auch Hamburg sowie die Kleinstadt Schwarzenbek und Reinbek Nähe Hamburg. Im Film sieht man eine Verfolgungsjagd von Sarah Brandt und dem mutmaßlichen Auftragskiller durch die Sparkassen-Arena in Kiel-Vorstadt; zudem dienten der Bülker Leuchtturm, der Kieler Schilksee sowie das dort ansässige Olympiazentrum und Hans-Jürgen Breustes 1982 aufgestellte Plastik „Wik“ im Ratsdienergarten als Kulissen.

Für die fachliche Beratung zum Thema Darknet, Hacking und Überwachung standen Petra und Stefan Jung vom Kieler Verein Toppoint dem Produktionsteam zur Seite. Toppoint e.V. wurde 1990 gegründet und betreibt mittlerweile einen „Hackerspace“ im Kieler Wissenschaftspark, in dem sich interessierte Menschen treffen und über die genannten Themen austauschen können.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (37 J. | Kinoliebhaberin)

Na also: Geht doch. Ein Cyber-Krimi der Traditionsmarke Tatort, sehr spannend und nachvollziehbar konstruiert. Schock-Momente sorgen für Gänsehaut, der stimmungsvolle Score untermalt das Gezeigte bestens. Von mir satte 5 Sterne!

Gerald (37 J. | IT-Nerd)

Tatorte mit dem Internet hatten bisher immer den „Drang“ in absurde Fiktionen abzudriften. Firewalls wurden binnen Sek. ausgeschaltet und große Rechenzentren angezapft. Dieser Tatort ist der Realität wunderbar nah und wirkt daher für einen „Internet-Tatort“ unglaublich realistisch. Daumen *HOCH* und einschalten.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Klaus Borowski – Axel Milberg
Kommissarin Sarah Brandt – Sibel Kekilli
Kriminalrat Roland Schladitz – Thomas Kügel
Staatsanwalt Tom Austerlitz – Jochen Hägele
Jürgen Sternow, Leiter einer Spezialabteilung des LKA – Pjotr Olev
Wolfgang Eisenberg, LKA-Leiter – Michael Rastl
LKA-Mitarbeiter – Kurt Glockzin
Attentäter Hagen Melzer – Maximilian Brauer
Julie Sternow – Philine Stappenbeck
Erik Sternow – Ole Hermann
Cao – Yung Ngo
Dennis – Mirco Kreibich
Rosi – Svenja Hermuth
Besitzer des Fitnessstudios – Ulf Nadrowski
Frau Holstein – Elisabeth Schwarz
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Thomas Wendrich, David Wnendt
Regie – David Wnendt
Bildgestaltung/Kamera – Benedict Neuenfels
Szenenbild – Stefanie Kromrei
Schnitt – Robert Rzesacz
Musik – Enis Rotthoff
Fachberatung – Petra und Stefan Jung vom Toppoint e.V.

Bilder-Galerie zum Krimi aus Kiel


Schreiben Sie Ihre Meinung.

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

1 2 3 4 5

Tatort Sendezeiten

Ihr findet uns unter
Neue Tatortfolgen
Weitere Folgen
Kommissarübersicht
Stadt Archiv