Tatort Folge 1018: Am Ende geht man nackt



So 09.04. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2017
Kommissar: Voss und Ringelhahn
Ort: Tatort Nürnberg


  0 Meinungen
Tatort Folge 1018: Am Ende geht man nackt 0 0

„Am Ende geht man nackt“ heißt der dritte Franken-Tatort um das vierköpfige Ermittlerteam Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel), Felix Voss (Fabian Hinrichs), Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) und Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt). Rechtsmediziner Schatz (Komiker, Kabarettist und Schauspieler Matthias Egersdörfer) unterstützt das Quartett aus Nürnberg. Das muss in seinem neuen Kriminalfall den Brandanschlag auf eine Bamberger Asylantenunterkunft aufklären; eine Afrikanerin fiel den Flammen zum Opfer. Wer warf den todbringenden Molotowcocktail in die Gemeinschaftsküche?

Der BR-Tatort „Am Ende geht man nackt“ wird voraussichtlich am Sonntag, den 9. April 2017 um 20.15 Uhr im Ersten Programm seine Fernsehpremiere erleben.

Inhalt der Tatort-Folge „Am Ende geht man nackt“

Der Tatort „Am Ende geht man nackt“ ist ein gesellschaftspolitischer Krimi. Trotz der mehrheitlichen Zuschauerkritik an der TV-Reihe, man möge doch zukünftig auf die derzeit fokussierte Flüchtlingsthematik im Tatort verzichten, setzt der Bayerische Rundfunk eben darauf.

Stephanie Heckner, die verantwortliche BR-Redakteurin des Franken-Tatorts „Am Ende geht man nackt“, erklärte in einem Interview dazu: „Das Thema war aktuell, als wir mit der Entwicklung des Drehbuches begonnen haben – und es ist es über einen Zeitraum von über zwei Jahren geblieben.“ Sie räumte ein: „Ich fühle schon jetzt ein Unwohlsein vor dem Drehtag, an dem der Brandanschlag filmisch passiert. Aber wenn wir mit dem Tatort ein Millionenpublikum erreichen und es vielleicht schaffen, einen Schulterschluss zu bilden unter denen, die gesellschaftlich offen denken, ohne blauäugig zu sein, und dabei für einen Moment diejenigen zu einem Perspektivwechsel verführen, die ängstlich gegenüber Fremden sind, dann würde uns das freuen. Der neue Franken-Tatort möchte dazu ermuntern, in Menschen aus anderen Kulturen eine Bereicherung zu sehen. Und er möchte sich dem anschließen, was die Mehrheit in Deutschland trotz aller rassistischen Ängste immer noch meint: dass es Not tut, denen zu helfen, die in Not sind.“

Die Dreharbeiten begannen schließlich am 9. August 2016 und erstreckten sich über vier Wochen. Der Cast ist bunt gemischt: viele Franken sind darunter, ebenso Schauspieler aus dem Irak, dem Iran, aus Tunesien, Marokko, Ghana, Palästina und dem Libanon.

Die Darstellerin Eli Wasserscheid, die Oberkommissarin Goldwasser verkörpert, freute sich über die Filmarbeiten in Bamberg ganz besonders, denn hier wuchs sie in den 70er/80er Jahren auf. Yasin el Harrouk, der den Marokkaner Said Gashi spielt, tauchte bereits im Münchner Tatort „Der Wüstensohn“ (Tatort-Folge 916) auf, und traf darin auf die Kommissare Batic und Leitmayr. Der Nachwuchsdarsteller erhielt für seine überzeugende Leistung im Tatort 2015 den Günter-Strack-Fernsehpreis. Die Brüder Mohammed und Hassan Issa, in Berlin aufgewachsen, spielen im Tatort „Am Ende geht man nackt“ Basem Hemidi aus Syrien und Faisal Bahawi, das Brandopfer aus den ersten Filmszenen. Mohammed Issa, Jahrgang 1998, gilt als junges Schauspieltalent, das in der Folge Nummer 1594 „Gute Ernte“ im September 2016 in die feste Besetzungsliste der „Lindenstraße“ Einzug erhielt. Er spielt in der Seifenoper seitdem einen jungen Flüchtling aus Tunesien.
 

Zum Inhalt des dritten Franken-Tatorts:

In einer Flüchtlingsunterkunft in Bamberg wird gerade das Abendessen zubereitet. In der großräumigen Küche stehen gleich mehrere Nationalitäten am Herd: Jeder packt mit an, schnibbelt Gemüse klein, rührt einen Teig an, singt für die Gemeinschaft, albert herum und tanzt. Die Stimmung ist ausgelassen. Neyla Mafany aus Kamerun sondert sich indessen ab um Zutaten aus der Vorratskammer zu holen.

Da geschieht es. Eine brennende Flasche wird durch das Fenster der Gemeinschaftsküche geworfen. Der Molotowcocktail landet direkt neben einer Gasflasche, die Explosion schreckt die Einwohner der Bamberger Notunterkunft auf. In Panik fliehen die Menschen hinaus ins Freie, ein Mann steht bereits lichterloh in Flammen. Seine Kleidung kann gelöscht werden, doch Faisal Bahawi trägt lebensgefährdende Verbrennungen davon. Was die Asylanten zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen: Die Afrikanerin Mafany befindet sich noch im Gebäude! Im Vorratsraum wird ihr der Fluchtweg durch eine verriegelte Tür versperrt. Die Frau erstickt nach nur drei Atemzügen im Rauch.

Um 20:32 Uhr geht der Notruf bei der örtlichen Polizeistation ein, kurze Zeit später finden sich Hauptkommissarin Paula Ringelhahn und ihre Mitarbeiter Wasserscheid und Fleischer am Tatort ein. Der Ermittler Felix Voss befindet sich noch auf der Rückreise aus seinem Tschetschenien-Urlaub. Ringelhahn holt von Oberkommissarin Eli Wasserscheid die ersten bekannten Informationen zum Tathergang im Krimi „Am Ende geht man nackt“ ein. Wer den Brandsatz geworfen hat, ist noch völlig unklar. Es gibt leicht Verletzte mit Rauchvergiftungen zu beklagen, außerdem Bahawi, der bei einer Not-OP nun um sein Leben in einer Bamberger Klinik kämpft.

Als Ermittlungsleiterin dirigiert Ringelhahn das weitere Vorgehen, gibt ihren Mitarbeitern Aufgaben und jagt erst einmal die Presse vom Gelände (Anmerkung: den Bayerischen Rundfunk höchstpersönlich!). Es stellt sich heraus, dass eine noch unbekannte Frau von einer nahegelegenen alten Telefonzellen aus den Notruf abgesetzt hat. Keiner der Anwohner will jedoch den Täter gesehen haben, der die brennende Flasche von der Straße aus durch das Küchenfenster geworfen hat.

Der Leiter der Spurensicherung, Michael Schatz, untersucht derweil die abgebrannte Küche und findet im daneben liegenden Vorratsraum schließlich die Leiche der bislang vermissten Neyla Mafany. Schatz weist Ringelhahn auf eine interessante Entdeckung hin: Die Tür der Vorratskammer ist derart gebaut, dass diese nur von einer Seite geöffnet werden kann. Wer darin ist, kommt selbstständig nicht mehr heraus. – Eine Falle! War das dem Täter oder den Tätern bewusst? Sollte Mafany sterben und wurde die Tür absichtlich von außen verriegelt? Doch keiner der Flüchtlinge macht eine Aussage zur Tat, niemand will seinen Asylantrag gefährden.

Am nächsten Morgen, Kommissar Voss ist mittlerweile von seinem Besuch der Großmutter im Kaukasus zurückgekehrt, klärt ihn Paula Ringelhahn in der Nürnberger Dienststelle über die Ereignisse des Vorabends auf. Der engagierte Voss hat, nachdem er all seinen „begeisterten“ Kollegen eine originale Wurst aus Urus-Matan als Mitbringsel angedreht hat, eine zündende Idee, um im Fall „Am Ende geht man nackt“ die kriminalistischen Untersuchungen voranzutreiben: da noch niemand seine Identität kennt, plant er sich undercover in die Gemeinschaftsunterkunft einzuschleusen. Den tschetschenischen Akzent muss er sich noch antrainieren, doch Voss ist sich sicher, mehr Informationen aus den Asylanten locken zu können, wenn er sich selbst als vermeintlicher Flüchtling aus dem Kaukasus gibt und so das Vertrauen der Gemeinschaft gewinnt. Ringelhahn willigt zähneknirschend in Voss‘ Plan ein.

Luca Rossi, der Leiter der Unterkunft, der den Deutsch sprechenden Tschetschenen bei der Anmeldung begrüßt, schöpft ebenso wie die übrigen Flüchtlinge keinen Verdacht. Hauptkommissar Felix Voss versucht sich schnellstmöglich in die Gruppe zu integrieren und schließt nach kurzer Zeit Freundschaft mit dem jungen Syrer Basem Hemidi. Während Voss die Bekanntschaft von Said Gashi macht, der in der Gemeinschaft offensichtlich die Fäden zieht, ermitteln Ringelhahn, Wasserscheid, Fleischer und Schatz in ihren offiziellen Funktionen als Ermittler weiter im Fall „Am Ende geht man nackt“.
 

Die gezeigte Flüchtlingswohnstätte wurde in der ehemaligen Lagarde-Kaserne an der Weißenburgstraße in Bamberg gefilmt. Die Kaserne stammt noch aus dem Bayerischen Königreich und wurde in der Zeit von 1890 bis 1915 errichtet. Weitere Drehorte im Bamberg waren der Schiffbauplatz und der Untere Stephansberg. Auch gefilmt wurde am früheren Kreiswehrersatzamt an der Promenade, am Klinikum am Michelsberg, am Rathaus sowie in privaten Häusern in der Steigerwaldstraße und der Altenburgstraße.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (37 J. | Kinoliebhaberin)

Der künstlich erhobene moralische Zeigefinger ist mir zu dominant im Franken-Tatort Nr. 3, auch wurde hier viel zu tief in der Klischee-Kiste gewühlt. Einzig das Team funktioniert im Spiel, ebenso sind einige der Nebenrollen durchaus gut besetzt.

Gerald (37 J. | IT-Nerd)

Es werden wieder viele „Buh, wieder ein Ausländer-Tatort“ schreien. Es ist ein Tatort ohne Happy End. Er lässt mich etwas verstört und nachdenklich zurück. Einschalten lohnt sich!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissarin Paula Ringelhahn – Dagmar Manzel
Hauptkommissar Felix Voss – Fabian Hinrichs
Kommissarin Wanda Goldwasser – Eli Wasserscheid
Kommissar Sebastian Fleischer – Andreas Leopold Schadt
Michael Schatz, Leiter der Spurensicherung – Matthias Egersdörfer
Dr. Mirko Kaiser, Polizeipräsident von Mittelfranken – Stefan Merki
Said Gashi – Yasin El Harrouk
Basem Hemidi – Mohamed Issa
Luca Rossi – Till Wonka
Mohamed Amir – David Hamade
Eason Reza – Alireza Bayram
Neyla Mafany – Dayan Kodua
Michaela Busch – Jule Gartzke
Frauke Müllerschön – Kornelia Lüdorff
Sascha Benedikt – Hans Brückner
Anton Bennat – Markus Hering
Sinja Vogt – Georgia Stahl
Irene Kiefer – Lisa Sophie Kusz
Bettina Holzschuh – Maria Kempken
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Holger Karsten Schmidt
Regie – Markus Imboden
Kamera – Jürgen Jürgens
Szenenbild – Bettina Schmidt
Schnitt – Susanne Hartmann
Ton – Harti Küffner
Musik – Verena Marisa

Bilder-Galerie zum Krimi aus Nürnberg


Schreiben Sie Ihre Meinung.

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

1 2 3 4 5

Tatort Sendezeiten

Ihr findet uns unter
Neue Tatortfolgen
Weitere Folgen
Kommissarübersicht
Stadt Archiv