Tatort Folge 769: Glaube, Liebe, Tod

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Erscheinungsjahr: 2010
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Kommissar: Eisner

Kurz und knapp – darum geht’s

In einem Rohbau am Stadtrand wird die 23-jährige Studentin Anna Kaber ermordet aufgefunden – ihr blondes Haar wie ein Kranz um ihren Kopf drapiert, am Hals eine Kette mit symbolträchtigem Anhänger. Moritz Eisner nimmt die Ermittlungen auf und stößt schnell auf eine sektenähnliche „Glaubensgemeinschaft“ namens „Epitarsis“, deren Mitglied die Tote war. Als ausgerechnet Eisners Tochter Claudia unter den Einfluss der mächtigen Organisation gerät und eine zweite Leiche auftaucht, wird sein Fall nicht nur beruflich, sondern auch persönlich brisant. Eine ungeahnte Gefahr droht, als die Ermittlungen immer tiefer in die Machenschaften der international agierenden Sekte führen…

Inhalt der Tatort-Folge „Glaube, Liebe, Tod“

Fröstelnd betritt Moritz Eisner den abgelegenen Rohbau, in dem der Leiter der Unfallabteilung Karl Bindmayer zufällig eine Leiche entdeckt hat. Was er vorfindet, lässt ihn sofort aufhorchen: Die junge Studentin Anna Kaber liegt auf dem nackten Boden, ihr langes, blondes Haar ist kunstvoll wie ein Kranz um ihren Kopf ausgebreitet. Um den Hals trägt sie eine Kette mit einem auffälligen Anhänger – zwei ineinander verschlungene Hände. Die fehlende Türklinke auf der Innenseite und ein zurückgelassenes Kamerastativ erzählen die Geschichte einer Gefangenschaft.

„Wissen Sie, wo Ihre Tochter ist?“, fragt Eisner Annas Eltern und trifft einen wunden Punkt. Die Kabers berichten mit tränenerstickter Stimme, dass Anna sich einer Sekte angeschlossen und den Kontakt zu ihnen abgebrochen hatte. Die Organisation namens „Epitarsis“ sei international vernetzt und habe ihre Tochter vollkommen vereinnahmt. Der Ermittler folgt dieser Spur und trifft auf die eiskalte Katharina Leupold, die „Epitarsis“ mit eiserner Hand und kühler Präzision führt.

Eisner spürt instinktiv, dass hinter der glänzenden Glasfassade des „Epitarsis“-Hauptquartiers dunkle Machenschaften lauern. Die gespielten Kooperationsangebote der Sektenmitglieder gleichen einem undurchdringlichen Labyrinth aus Halbwahrheiten und Verschleierungstaktiken. Seine Ermittlungen werden zum Tanz auf dünnem Eis, denn die Sekte hat ihre Tentakel bereits bis in die Staatsanwaltschaft ausgestreckt. Jede seiner Bewegungen wird beobachtet, jeder Schritt vorausgeahnt.

Zuhause wartet eine weitere Hiobsbotschaft: Seine Tochter Claudia eröffnet ihm, dass sie ausziehen und in eine Studenten-WG ziehen möchte. Was Eisner nicht ahnt: Dieser Schritt ist Teil eines perfiden Plans der Sekte. Als später Fotos von Claudias Besuch bei „Epitarsis“ auftauchen, wird seine Hausdurchsuchung der Sektenräume vom Polizeichef persönlich gestoppt – alles wirkt plötzlich wie ein privater Rachefeldzug eines befangenen Ermittlers. „Sie haben mich geschickt ausmanövriert“, muss Eisner zähneknirschend zugeben.

Hoffnung keimt auf, als er Kontakt zu Maria Levin von der „Arbeitsgemeinschaft Sekten und Kulte“ aufnimmt. Sie hatte mit Annas Vater zusammengearbeitet, um seine Tochter durch gezielte Gespräche aus den Fängen der Sekte zu befreien. Ausgerechnet das Haus, in dem Anna gefunden wurde, gehört ihrem Vater – er hatte sie dorthin gebracht. Auf einem Videomaterial der Therapiesitzungen entdeckt Maria einen Hinweis auf den Täter. Doch bevor sie Eisner das Band zuspielen kann, wird auch sie tot aufgefunden – erwürgt wie Anna zuvor.

Die Suche nach dem Täter gestaltet sich wie das Sammeln von Puzzleteilen im Dunkeln. Als Eisner ein verstörendes Foto findet, beginnt er zu ahnen, dass die Verbindungen in diesem Fall viel komplexer sind, als zunächst angenommen. Während er dieser neuen Spur folgt, schwebt bereits ein Damoklesschwert über seiner Tochter Claudia, die immer tiefer in die Fänge der Sekte gerät…

Hinter den Kulissen

Der ORF-Tatort „Glaube, Liebe, Tod“ ist der 23. Fall des Wiener Chefinspektors Moritz Eisner, verkörpert von Harald Krassnitzer, der seit 1999 in dieser Rolle vor der Kamera steht. Der Film entstand in Zusammenarbeit mit Allegro Film unter der Regie von Michael Riebl nach einem Drehbuch von Lukas Sturm. Die Dreharbeiten fanden in Wien und Niederösterreich statt, wobei die beeindruckende Glasarchitektur der Sektengebäude zu den optischen Highlights zählt.

In den Nebenrollen glänzen Victoria Trauttmansdorff als eiskalte Sektenführerin Katharina Leupold und Johannes Silberschneider als Kollege Karl Bindmayer, der undercover in die Fänge der Sekte gerät. Sarah Tkotsch spielt Eisners Tochter Claudia, die ungewollt zum Spielball im perfiden Plan der Sekte wird.

Bei seiner Erstausstrahlung am 29. August 2010 im Ersten verfolgten 8,11 Millionen Zuschauer den Film, was einem Marktanteil von 23,40 Prozent entsprach – ein hervorragendes Ergebnis für die Sommerzeit. Im Ranking des Tatort-Blogs erreichte die Episode allerdings nur Platz 422 von 906 möglichen Plätzen.

Die Folge thematisiert die Praktiken sektenähnlicher Organisationen und bedient sich dabei Elementen, die an die international agierende Scientology-Organisation erinnern. Nach der Ausstrahlung wurde in Foren intensiv über die Parallelen diskutiert und die realitätsnahe Darstellung der manipulativen Rekrutierungsmethoden gelobt.

Videos zur Tatortproduktion

ORF Trailer


ARD Trailer


Besetzung

Hauptkommissar Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
Katharina Leupold – Victoria Trauttmansdorff
Claudia Eisner – Sarah Tkotsch
Sophie – Franziska Hackl
Lisa – Magdalena Kronschläger
Kovatcs – Denis Raunig
Maria Levin – Michou Friesz
Anna Kaber – Alma Hasun
Gerhard Braun – Andreas Vitasek
Sieglinde Kaber – Isabel Karajan
Kathrin Berger – Catherine Andree
Karl Bindmayer – Johannes Silberschneider
Ralf – Christopher Schärf
Hans Florian – Teichtmeister
Heinrich Kaber – August Zirner
Ernst Rauter – Hubert Kramar

Stab

Regie – Michi Riebl
Kamera – Josef Mittendorfer
Buch – Lukas Sturm
Musik – Matthias Weber

Bilder: rbb/Petro Domenigg

7 Kommentare

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  1. vor 15 Jahren

    Sehr schöner Tatort. Die „Glaubensgemeinschaft“ die im Film da vorkommt ähnelt einer in Deutschland sehr mächtigen „Glaubensgemeinschaft“ die sich schon sehr in die Gesellschaft eingeschlichen hat. Story kommt im Film glaubwürdig rüber.

  2. vor 15 Jahren

    Na ick wees ja nich, ey. Dit sind also TATORT-FANS: Ösi-
    Tatorte seh ick schon lange nich mehr, ja die alten Felmy/Haferkamp – Tatorte das war ja noch was, auweia Sekte, ach nee Glaubensgemeinschaften das geht ja gar nicht, vieleicht kann ja einer der Kommentatoren was dazu erzählen. HÄÄÄÄÄÄÄ ? ‚Nen doofen Tatort auch noch nacherzählen ?
    Ick vastehe Euch nich. Der Tatort gestern war doch authentisch, spannend auch der Mörder/-in war nicht beim allerersten Aftritt als solche/-s ersichtlich. Dazu hat sich Eisner endlich mal wieder nicht bei der depperten Landbevölkerung herumgetrieben.
    Ich freu mich schon auf den nächsten Ösi-Tatort, zumal bei dieser echt guten Besetzung.
    Na denn , SERVUS aus Berlin.

  3. vor 12 Jahren

    Vorzüglicher Beitrag zum Thema
    MODERNER SEELENTERRORISMUS.
    Leider etwas zu zögerndes
    Eingehen auf die brandgefährliche Unterwanderung von Behörden und auch Wirtschaft.
    Trotzdem dankbare Gratulation!!

  4. vor 12 Jahren

    Sehenswert !!!

  5. vor 9 Jahren

    Der Tatort Nummer 769 aus Wien. Der Ermittlungsbeamte Eisner wird zu einem mysteriösen Mordfall gerufen, begangen an einer jungen Dame. Erfunden wird der Leichnam im Rohbau eines Hauses und der Tod trat durch Würgen am Halse ein. Im Laufe der Recherchen trifft der Eisner auf eine geheimnisvolle Sekte, welche weltweit agiert und ständig expandiert. Im Laufe dieses Tatort-Fernsehfilms kommt letztlich eine ganze Familie in deren Fängen ums Leben. Ein mehr als mäßiger Tatort mit einem phlegmatisch wirkenden Tatort-Kriminalisten, welcher hilflos und impulsiv wie ein Zisselmännchen, bemerkt, dass seine Ermittlungstätigkeit durch die Stränge der fanatischen und nicht ohne Beziehungen dastehenden Sekte hinterhältig torpediert wird. Und – sein Privatleben unterliegt auch noch dem Ziel einer Unterwanderung. Für mich reicht hier einmal gucken, um die Ecke.

  6. vor 8 Jahren

    Tatort ist schon lange nix mehr, unglaubwürdig, ungekonnt, abgekupfert und schlecht gespielt. Das Thema mit der Sekte die international agiert und expandiert und ausgerechnet die Ösis trifft ist doch ein Witz.

  7. vor 8 Jahren

    Erinnert mich sehr stark an den 20 Jahre älteren Tatort Perfect Mind aus München. Da mir die Münchner Version besser gefällt gibts nur zwo Sterne ✨

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