Polizeiruf 110: Das Licht, das die Toten sehen



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Ein Mord an einem 16-jährigen Mädchen nach ihrem Besuch in der Eislaufhalle, ohne erkennbares Motiv, ohne Anhaltspunkte, die auf mögliche Täter hindeuten – das ist die Ausgangslage des fünften Falls für Kriminaloberkommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff (Verena Altenberger) im Münchner Polizeiruf 110. Dabei stößt die Polizistin im Laufe der Ermittlungen auf Parallelen zu einem zwei Jahre zurückliegenden Fall, in dem es ebenfalls um eine verschwundene Teenagerin ging. Hat es die Kripo etwa mit einem Serientäter zu tun?

Im Polizeiruf 110 „Das Licht, das die Toten sehen“ ermittelt Eyckhoff das erste Mal zusammen mit ihrem Kollegen Dennis Eden (Stephan Zinner), den sie noch aus alten Zeiten auf der Sendlinger Wache kennt. Der von der Bavaria Fiction im Auftrag des Bayerischen Rundfunks produzierte Kriminalfilm wurde vom 8. November bis zum 6. Dezember 2021 in München gedreht. Ausgestrahlt wird er am Sonntag, dem 15. Mai 2022 im Ersten, wegen einer verlängerten Tagesschau zur NRW-Landtagswahl ausnahmsweise um 20:20 Uhr (!).

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Das Licht, das die Toten sehen“

Warum tut sie sich das an? All die Toten, die traumatisierten Angehörigen, die Jagd nach den Tätern? Die ständige Auseinandersetzung mit dem Bösen? Kriminaloberkommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff ist zu Gast in einer Schulklasse und erzählt von ihrer täglichen Arbeit. Die Fragen der Schülerinnen und Schüler zwingen sie dazu, ihre eigene Motivation, ihre Haltung zu ihrem Beruf zu reflektieren. „Beziehung“ ist für sie ein Schlüsselwort. Die ganz unterschiedlichen Beziehungen zwischen Opfern und Tätern, zwischen Tätern und Angehörigen, die in jedem Fall anders gelagert sind, nachzuvollziehen und daraus Tatmotive abzuleiten, um am Ende das Unbegreifliche doch irgendwie zu verstehen – das ist für Eyckhoff ein entscheidender Antrieb für ihre Arbeit.

Nach diesem Ausflug in die Theorie wird Bessies Idealismus sogleich einem Praxistest unterzogen. In einer abgelegenen Grube an einer großen Ausfallstraße irgendwo am Stadtrand von München haben Pfadfinder eine Leiche entdeckt. Das weibliche Opfer, eine Teenagerin von etwa 16 Jahren, wurde in Plastikfolie eingewickelt und in der Grube verscharrt. Mit drei gezielten Stichen in den Brustkorb wurde sie getötet; die Tatwaffe muss ein großes Messer gewesen sein. Wer die Tote ist, bleibt zunächst unklar, denn es wurden weder Ausweis noch Handy gefunden. Doch die Vermisstenmeldungen der letzten Tage helfen weiter: Sarah Langhammer hat sich bei der Polizei gemeldet, weil ihre Tochter Laura verschwunden ist. Ihr großes Hobby ist Eiskunstlaufen, deshalb war sie am Abend zuvor zum Training in der Eislaufhalle. Seither wird sie vermisst. Ein Abgleich des Gebisses der Toten sorgt schließlich für Gewissheit: Bei der Leiche handelt es sich um Sarahs Tochter Laura.

Bessie Eyckhoff überbringt der Mutter die traurige Nachricht zusammen mit ihrem neuen Kollegen Dennis Eden. Die beiden haben einst gemeinsam auf der Polizeiwache Sendling ihren Dienst versehen, nun ist Eden ebenfalls zur Mordkommission gewechselt. In persönlicher Hinsicht stimmt die Chemie zwischen den beiden, doch mit Bessies empathischer und einfühlsamer Art, mit der sie auf Angehörige von Mordopfern zugeht, scheint der eher raubeinige Eden zu hadern. In ihrer kleinen, etwas vernachlässigten Etagenwohnung in einer Hochhaussiedlung wirkt Sarah Langhammer in der Gegenwart der Polizisten ziemlich verloren. Angesichts der Hiobsbotschaft, die sie soeben erhalten hat, steht sie total unter Schock. Sie fürchtet, dass ihre Tochter vergewaltigt worden sein könnte. Nun ist Bessies Kümmerer-Instinkt geweckt. Sogleich beruhigt sie die Mutter des Mordopfers: Für eine Vergewaltigung gebe es keinerlei Anhaltspunkte – obwohl sie es ehrlicherweise auch nicht komplett ausschließen kann. Zu viel Information, zu viel Nähe, findet Eden – und erntet prompt Widerspruch von der emotional aufgewühlten Eyckhoff: Gute Ermittlungsarbeit funktioniere eben nur über Einfühlung, Nähe und Empathie, anders gehe es gar nicht, wenn man sich Beziehungen und Tatmotiven nähern wolle. Zwei unterschiedliche Ermittlungsphilosophien scheinen hier aufeinanderzuprallen.

Doch Sarah Langhammer ist nicht die einzige verunsicherte Angehörige, die Eyckhoffs Aufmerksamkeit im BR-Polizeiruf „Das Licht, das die Toten sehen“ fordert. Als die Ermittlungen gerade anlaufen, meldet sich Caroline Ludwig im Polizeikommissariat. Sie hat in den Medien von dem Leichenfund erfahren und glaubt, dass es sich bei der Toten um ihre seit zwei Jahren verschwundene Tochter Anne handelt. Kommissarin Eyckhoff muss das verneinen, zumal die Identität der Leiche mittlerweile feststeht. Doch die Begegnung mit der Mutter von Anne Ludwig weckt Erinnerungen in ihr: Sie kann sich gut an den Fall erinnern, in den sie auch als Ermittlerin eingebunden war. Bis heute ist die Vermisste nicht gefunden worden, und auch einen Leichenfund gibt es nicht. Eine mögliche Spur führte damals nach Italien, weil Caroline Ludwig glaubte, ihre Tochter könnte nach Rom gereist sein – aber auch die dortige Polizei tappte immer im Dunklen. Für die zurückbleibende Mutter eine schier unerträgliche Situation. Und dennoch: Aktuell muss Eyckhoff den Mord an Laura aufklären – also könnte und müsste sie die Begegnung mit Caroline Ludwig schnell vergessen, gäbe es nicht auffällige Parallelen zwischen den beiden Fällen: Anne war ungefähr im selben Alter, als sie verschwand, auch sie war – wie Laura – begeisterte Eiskunstläuferin und wurde zuletzt an derselben Eislaufhalle gesehen. Ihr Rucksack wurde vor zwei Jahren in der Nähe der Grube gefunden, in der Lauras Leiche verscharrt wurde. Hinzu kommt eine bestechende äußerliche Ähnlichkeit der beiden Mädchen mit ihrem blonden Kurzhaarschnitt – fast könnte man meinen, es handele sich um Zwillinge.

Zwei verschwundene Mädchen im Abstand von zwei Jahren, ein ähnliches Tatmuster – sind Eyckhoff und Eden etwa einem Serientäter auf der Spur? Gut möglich, aber noch gibt es dafür keine weiteren Anhaltspunkte, auch keine Tatverdächtigen. Klar ist nur, dass die Eislaufhalle der zentrale Handlungsort ist. Auf einer Videoaufnahme von dort ist zu sehen, wie Laura in Richtung eines weißen Kleinlasters winkt – womöglich hat sie ihren Mörder gekannt und ist zu ihm ins Auto gestiegen. Doch laut Auskunft von Lauras Mutter gibt es in ihrem Umfeld niemanden, der einen solchen Kleintransporter fährt. Das neue Ermittlerteam im TV-Krimi „Das Licht, das die Toten sehen“ versucht daher zunächst durch eine klassische Massenbefragung unter den Besuchern der Eislaufhalle der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Und tatsächlich meldet sich eine Zeugin, die beobachtet hat, wie Caroline Ludwig sich mit Laura am Abend ihres Verschwindens in der Eishalle unterhalten hat – womöglich als Letzte. Nun ist die Mutter der vermissten Anne Ludwig plötzlich die Haupttatverdächtige. Eyckhoff und Eden wollen sie zur Rede stellen, doch sie ist nicht zu Hause. Auch an ihrem Arbeitsplatz in der Brauerei Kundisch ist sie nicht anzutreffen. Doch manchmal muss man einfach Glück haben, so wie Dennis Eden: Nach Feierabend sieht er Caroline Ludwig zufällig im Shop einer Tankstelle und beobachtet sie dabei, wie sie billigen Wein aus einem Wasserglas trinkt. Als sie die Tankstelle verlässt, heftet sich Eden unbemerkt an Ludwigs Fersen: Sie fährt zum Fundort von Lauras Leiche.

Nun schlägt wieder die Stunde der einfühlsamen Bessie Eyckhoff. Sie begleitet die vom Verschwinden ihrer Tochter immer noch traumatisierte Caroline nach Hause, wo diese Annes 20. Geburtstag feiern will. Offenbar kann sie die Erinnerung an sie einfach nicht abschütteln. Behutsam versucht Bessie, Vertrauen zu Caroline aufzubauen. Sie duzt sie, verhält sich ihr gegenüber wie eine alte Freundin, so als würden sich die beiden schon ewig kennen. Doch wirklich weiter kommt sie mit dieser Taktik nicht. Kommissar Eden nimmt sich dagegen nochmal die Akte Anne Ludwig vor. Aus den damaligen Aussagen von Martin Ludwig, Carolines Ex-Mann und Annes Vater, ergeben sich weitere Indizien, die Caroline Ludwig belasten. Offenbar soll sie ihre Tochter mehrfach geschlagen haben, es gab einige Male heftigen Streit zwischen den beiden. Ist die Mutter gar selbst für das Verschwinden ihrer Tochter verantwortlich? Schließlich gibt Caroline zu, dass sie mit Laura in der Eishalle gesprochen hat, obwohl sie sie nicht näher gekannt habe. Sie gehe öfter dorthin, weil der Ort sie an ihre Tochter erinnere. Nach dem Gespräch mit Laura sei sie aber zur Tankstelle gefahren. Bessie hat mittlerweile so etwas wie ein Vertrauensverhältnis zu Ludwig aufgebaut und glaubt ihr. Eden ist hingegen misstrauischer und würde Ludwigs Wohnung am liebsten durchsuchen lassen – doch dafür reichen die bisherigen Erkenntnisse noch nicht. In welchem Verhältnis stand diese geheimnisvolle Frau also zum Mordopfer? Hat sie etwas mit Lauras Tod zu tun? Und womöglich auch mit dem Verschwinden von Anne? Die Beziehungen zwischen Opfern und Tätern, die für Eyckhoff so wichtig sind, um Licht ins Dunkel der Mordmotive zu bringen – sie sind in diesem Fall nicht so einfach zu erkennen. Und damit bleibt auch die Ursache für den gewaltsamen Tod Lauras weiter im Unklaren.

Caroline Ludwig ist jedoch nicht die einzige Figur im Polizeiruf 110 „Das Licht, das die Toten sehen“, die sich merkwürdig verhält. Wenn sie sich an der Eislaufhalle aufhält, sucht sie immer wieder die Nähe zu einer gewissen Steffi, die dort Drogen an andere Jugendliche verkauft. Auch sie sieht der verschwundenen Anne und der getöteten Laura sehr ähnlich – ist sie ein mögliches nächstes Opfer? Aber Steffi wehrt Caroline Ludwigs Annäherungsversuche ab, will mit ihr nichts zu tun haben. Die Kommissare ahnen davon nichts. Nur kurz hat Eyckhoff Steffi in der Eishalle befragt, wo diese gesagt hat, sie kenne das Mordopfer nicht. Doch plötzlich taucht Steffi im Kommissariat auf und behauptet, Laura sei ihre Freundin gewesen. Weiß sie etwas, was die Ermittler bisher übersehen haben? Eyckhoff ist sofort skeptisch gegenüber dem Mädchen – sie traut ihr nicht über den Weg. Doch wenn sie den Fall lösen will, sollte die Kriminalistin sich anhören, was Steffi zu sagen hat …

ONR Trailer




Polizeiruf-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
Der 5. Fall für Verena Altenberger ist ein mit großem Feingefühl inszenierter Kriminalfilm, in dem viel über die Bildsprache erzählt wird. Manche Blicke und Gesten der Figuren sagen mehr, als Worte es gekonnt hätten. Verschiedene Erzählebenen werden geschickt ineinander verflochten, sodass man als Zuschauer beständig mitdenken muss und mitunter auch auf falsche Fährten geführt wird. Einzig die sehr empathische und einfühlsame Herangehensweise Eyckhoffs wirkt stellenweise etwas dick aufgetragen, und man fragt sich, wie weit eine Ermittlerin in der Realität mit einer solchen Taktik wohl kommen würde. Ihr Kollege Dennis Eden, eher ein Kommissar der „alten Schule“, erscheint hier als durchaus wohltuendes Korrektiv. Wäre schön, wenn dieses Duo eine Zukunft hätte.

Besetzung

Kriminaloberkommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff – Verena Altenberger
Kommissar Dennis Eden – Stephan Zinner
Staatsanwältin Gabriele Lutz – Hanna Scheibe
Caroline Ludwig – Anna Grisebach
Sarah Langhammer – Karolina Horster
Stefanie Reither – Zoe Valks
Patrick Kundisch – Aniol Kirberg
Karo – Katharina Stark
August Kundisch – Gerhard Wittmann
Martin Ludwig – Miguel Abrantes Ostrowski
Nadine Ludwig – Teresa Sperling
Gerichtsmedizinerin – Marina Lötschert
u. v. a.

Stab

Regie – Filippos Tsitos
Drehbuch – Sebastian Brauneis, Roderick Warich
Musik – Josepha van der Schoot
Kamera – Ralph Netzer
Casting – Siegfried Wagner
Kostümbild – Petra Fichtner
Szenenbild – Andreas Widmann
Schnitt – Dimitris Peponis
Ton – Thorsten Bolzé
Maske – Nannie Gebhardt-Seele, Mechthild Schmitt
Licht – Markus Thiermeyer
Aufnahmeleitung – Nadine Bohlinger, Ingo Hermann
Produktionsleitung – Lisa Schmidt
Herstellungsleitung – Sascha Ommert, Jens Metzler, Melanie Bührdel (BR), Stefanie von Lerchenfeld (BR)
Produzent – Ronald Mühlfellner
Redaktion – Claudia Simionescu, Tobias Schultze


Bild:


32 Meinungen zum Polizeiruf 110: Das Licht, das die Toten sehen

  • CarstenH • am 15.5.22 um 20:33 Uhr

    Schade, ich mag diesen PR gerne. Aber der harte Schnitt und Ton und die schnellen Blenden machen das Schauen schwer und stressig. Ich bin fast jetzt schon raus….


  • Winfried Vorbeck • am 15.5.22 um 21:52 Uhr

    Bei dem Film braucht man einen starken Willen. Nach 60 Minuten hätte man die Handlung auf 10 Minuten eindampfen können. Allein die Szene, in der die Ermittelnden auf das Haus zu fahren, in dem Annes Vater wohnte: 30 Sekunden Fahrt in Schrittgeschwindigkeit.

    Die Ermittelnden Eyckhoff und Eden sind irgendwie auch nicht mein Ding, wobei ich nicht weiß, ob es an den Charakteren, den Schauspielern Verena Altenberger und Stephan Zinner oder an Beidem liegt.

    Anna Grisebach als Caroline Ludwig war glaubwürdiger, aber umgehauen hat mich das auch nicht. Am Ende war meine Aufnahme-Fähigkeit so reduziert, dass ich die Auflösung des Falls nicht verstanden habe.

    Fazit: war nicht mein Ding, dieser Polizeiruf.


  • Ela • am 15.5.22 um 22:03 Uhr

    Der Fall hat mich gefesselt auch wenn ich einige Szenen verstörend und verwirrend fand. Gegen Ende war ich gespannt, wie der Fall geklärt wird und nun ist es vorbei & ich konnte der Auflösung nicht bis zum Ende folgen. Kann mir jemand die Auflösung erklären?


  • Alex • am 15.5.22 um 22:04 Uhr

    Musste ständig mit Müdigkeit kämpfen , so was Dröges … versteht jemand den Titel ?


  • Der Fremde • am 15.5.22 um 22:05 Uhr

    Ich teile im Wesentlichen die Ansicht von @Winfried Vorbeck: „war nicht mein Ding, dieser Polizeiruf“!

    An sich ist ja Verena Altenberger eine gute Schauspielerin. aber die Drehbücher zu den bisherigen PR´s und auch zum heutigen waren schon sehr schwach.
    Aus dem Thema „empathielose Jugendliche“ hätte sich ja grundsätzlich einiges machen lassen, aber die Drehbuch-Schreiber haben nicht einmal eine ordentliche Auflösung des Falls zusammengebracht.
    Ich beginne daran zu zweifeln, ob das mit der Figur „Bessie“ noch irgendwann einmal etwas wird …


  • alter Fan ( tm ) • am 15.5.22 um 22:17 Uhr

    wenn mich jemand fragen würde , was mir an dieser Produktion gefallen hat , kann ich mit ruhigem Gewissen antworten : nichts – für mein Empfinden – ferne Parallelen zu den Kindern vom Bahnhof Zoo – dazu absolut zähe , kaum nachvollziehbare Handlung und stellenweise überaus nervige Musik – schade diese PR 110 Folge wurde leider zu großartig vorangepriesen


  • Jo • am 15.5.22 um 22:20 Uhr

    Hab die Auflösung nicht verstanden…


  • Colorwriter • am 15.5.22 um 22:26 Uhr

    Trotz einiger Längen fand ich den Polizeiruf alles andere als Langweilig. Was an der genialen Kamera und dem fabelhaft aufspielenden Ensemble liegt.

    Auch wenn das alles eine Fiktion ist, denke ich, dass so in etwa Polizeiarbeit gehen mag.

    Das dieser Polizeiruf eine Fiktion ist, sehe ich an der Figur der Kommissarin Eyckhoff. Eine derart sensible Persönlichkeit kann ich mir in dem Beruf nicht wirklich vorstellen. Denn um so jemanden müsste man sich da schnell Sorgen machen, da man denkt, dass sie an dieser Arbeitswelt, bzw. an den Menschen gemachten Abgründen verzweifelt und schließlich zerbricht. Was für eine Krimiserie seinen Reiz hat. Denn die Bessy ist dabei hoch sympathisch. Und ihr neuer/alter Kollege passt da gut in die Beschützerrolle.

    Die Handlung. Sehr spannend und einfühlsam erzählt. Ein großes Puzzle, wo sich erst zum Ende alle Teile zusammenfügen. Echt klasse gemacht.

    Da gebe ich gerne 5 Sterne. Und freue mich auf mehr.


  • Karin L. • am 15.5.22 um 22:29 Uhr

    Ich weiß nicht, welchen Film die Redaktion gesehen hat.
    Mir hat es dauernd in den Fingern gejuckt, durchs Programm zu zappen.
    Die „Ermittlungen“ zäh wie Kaugummi, den „Ermittelnden“ konnte man im Laufen die Schuhe besohlen.
    Bis zum „Ende“, falls es eines gab, durchgehalten. Beseelt von dem Gedanken, dass endlich etwas Tempo erfolgt, oder ansatzweise ein an Auflösung erinnernder Ansatz erkennbar wird.
    Verlorene Liebesmüh. Zeitverschwendung. Nächstes Mal werde ich wieder dem Gefühl nachgeben, und ab- oder umschalten. Immerhin zur Erkenntnis gelangt: Demnächst einen großen Bogen um einen Polizeiruf aus München zu machen! Ist doch auch etwas.


  • Der Fremde • am 15.5.22 um 22:33 Uhr

    @Ela: Es gab keine eindeutige Auflösung des Falls: Entweder Patrick oder Stefanie dürften die Mädchen „aus Langeweile/Empathielosigkeit“ bzw. „einfach so“ umgebracht haben. Nachvollziehbar ist das nicht, da kein/e halbwegs des Geistes mächtige/r Jugendliche/r auf derartige Spielchen von „Stefanie“ oder vom Milchbubi Patrick einsteigen würde. Für manipulatorische „Spielchen“ benötigt man ein Mindestmaß an Persönlichkeit, das beiden genannten Jugendlichen fehlt.

    @Alex: Der Titel der Folge hat keinen erkennbaren Sinn!


  • Julika • am 15.5.22 um 22:41 Uhr

    Die krampfhaften Bemühungen der Drehbuchautoren von Tatort und Polizeiruf um Originalität haben einen neuen Höhepunkt erreicht: Ein Fall ohne Lösung. Dafür langweilt man sich doch gern 90 Minuten.


  • Bruno • am 15.5.22 um 22:45 Uhr

    Ich hatte mir auch mehr erwartet, obwohl ich diese „Bessy“ auch gerne sehe.
    Aber den Zuschauer so im Unklaren lassen, wer denn nun mordete; Steffie, Patrick oder beide gemeinsam, fand ich nicht so prickelnd.
    Für den Zuschauer wirklich nachvollziehbar war nur die Szene mit der Smartphone-Jonglage.
    An eine zweite Person in der Jacke der verschwundenen Anne am Busbahnhof hat wohl jeder von uns gedacht. Aber alles andere war zu verschwommen und absolut nicht erkennbar für die Zuschauer.


  • Franziska aus F. • am 15.5.22 um 23:28 Uhr

    Langatmig. Mich hat lediglich das geniale Schauspiel von Zoe Valks bei Stange gehalten. Allerdings sah man trotz den Teenielklamotten, dass sie in Wirklichkeit eine erwachsene Frau ist.


  • Daniel • am 15.5.22 um 23:29 Uhr

    Klare Empfehlung.

    Im Gegensatz zum Tatort vom letzten Wochenende aus LH ein solider Krimi.

    Gerne mehr davon.


  • Gulo • am 15.5.22 um 23:34 Uhr

    Ich fand den Film ausgesprochen spannend und sehr gut gespielt. Die Kommissarin Eyckhoff ist in ihrer Über-Empathie vielleicht ein bißchen unglaubwürdig, aber immerhin wird sie durch diese ungewöhnliche Herangehensweise zu einer sehr markanten Figur in der Fernseh-Ermittlerwelt. Dass am Ende nicht klar wird, wer von den beiden (noch verbliebenen) potentiellen Tätern denn nun der Mörder war, stört mich nicht. Nach kurzem Nachdenken bin ich zu dem Schluß gekommen, dass es beiden zuzutrauen wäre, was den ganzen Fall noch erschreckender macht.


  • Jörg Dorow • am 16.5.22 um 0:17 Uhr

    Bessies neue Frisur steht ihr wirklich klasse. Viel wichtiger ist natürlich die fulminante schauspielerische Leistung von Verena Altenberger im vorliegenden Polizeiruf 110.
    Der Krimi ist eher als Kunstfilm gedacht und wer sich auf die seltsame Entschleunigung nicht einlassen kann, wird kaum Spaß haben.
    Andererseits ist die Atmosphäre schön düster und das Drehbuch lädt zum miträtseln ein. Insbesondere steht eine labile Alkoholikerin unter Verdacht. Bessies Bauchgefühl sagt allerdings, daß der Fall komplizierter liegt.
    Einmal mehr wird die Frage nach dem Motiv des Mordes gestellt und mit der provokativen Antwort ( Man begeht ihn, weil man es eben kann ) lässt der Film den Zuschauer zurück; allein und ein wenig traurig.
    Es bleibt nur noch anzumerken, daß Verena Altenberger mit Bessie die wohl sympathischste Polizeiruf-Ermittlerin verkörpert. Da kann sich Kollegin Brasch noch eine Scheibe abschneiden.


  • Wolle • am 16.5.22 um 7:55 Uhr

    Schwach, schwach .
    Zum einschlafen, die Musik dazu eine Katastrophe .


  • Der Fremde • am 16.5.22 um 8:19 Uhr

    @Jörg Dorow:
    Ich stimme Ihnen zu, dass der Krimi „eher als Kunstfilm gedacht“ war (so wie die bisherigen „Bessie“-Folgen auch). Ob dieser gestrige vorgebliche „Kunstfilm“ als solcher gelungen ist, mag jeder für sich beurteilen.
    Zum Mordmotiv: Die „provokative Antwort: Man begeht ihn, weil man es eben kann“ bezweifle ich eben. Nehmen Sie den beiden Jugendlichen (Stefanie + Patrick) wirklich ab, dass andere Jugendliche denen bis ins Verderben folgen? (ich nicht)
    Was für 2 Sterne reicht, ist die schöne Sprache von V. Altenberger und teils interessante Bildschnitte.


  • Franko Francetti • am 16.5.22 um 9:16 Uhr

    Ruhiger aber durchaus unterhaltsamer Polizeiruf. Der Flair der Münchner Tarbantenstadt hat mir gut gefallen.


  • Solo • am 16.5.22 um 9:32 Uhr

    Faszinierender Film. Selten hat mich vermeintliche „Langeweile“ so gefesselt. Die Hauptdarstellerin ist mit der Intensität ihres Spiels wirklich eine Bereicherung für die Tatort/Polizeirufwelt und der Rest von Fest dieses Ensembles passt sich nahtlos an sie an. Bezeichnend finde ich, dass die Autoren gerade NICHT in die Falle laufen, dieser sensiblen Figur nun irgendwelche überdramatischen Zusammenbrüche mit Suchtprobleme und verkorkster Kindheit oder ähnliche Subtilitäten anzudichten. Irgendwie bleibt sie ja trotz allem stark, dezent und warmherzig.
    Man weiß nicht genau, wie – und das macht den eigentümlichen Charme dieser neuen Reihe aus.


  • Harry • am 16.5.22 um 10:50 Uhr

    Es war ein langweiliger TO. Das Einzige was mich aufregte war die erzieherische Gendersprache der Kommissarin.


  • Peter • am 16.5.22 um 12:09 Uhr

    Bin in der Mitte eingeschlafen und hab dann dank Mediathek, die letzte halbe Stunde noch mal geschaut, weil mich die Auflösung der verworrenen Handlung interessiert hat. Leider vergebens, denn eine schlüssige Auflösung konnte ich nicht erkennen. Die Schauspieler waren gut, die Regie auch, es lag wohl eher an der Story, bzw. am Drehbuch.


  • Roter Affe • am 16.5.22 um 17:07 Uhr

    Ich denke der Titel bedeutet, kurz bevor man sich zu Tode langweilt, schreckt man auf und sieht das Licht im TV.

    Für die Kunst bin ich zu doof.


  • Dolly • am 16.5.22 um 17:53 Uhr

    Wo war dann nun das Licht, das die
    Toten sehen?
    Was sollte dieser interessante Titel bewirken?
    Einschalten, zusehen und warten, dass das
    Licht sich zeigt.
    Ist aber nicht passiert.


  • sula • am 16.5.22 um 21:17 Uhr

    Schade, hatte mir doch mehr Spannung erwartet. Sehr langatmig und dann hopla hopp zum Ende.


  • arte-Versteher • am 16.5.22 um 22:25 Uhr

    Diesen komplexen und zugleich mühelos erzählten Spielfilm, der nicht die papierraschelnde Stichwortaufsagerei des üblichen Befragungs- und Verhörblablas aneinanderreiht, sondern sich geschmeidig Puzzlestück für Puzzlestück in eindringlichen Bildern entwickelt, auf den Sonntagabendkrimi-Sendeplatz zu legen, war wohl offensichtlich eine Verschwendung, als würde man einen guten Burgunder an der Tanke ausschenken. Danke für diese in jeder Sekunden spannenden und faszinierenden anderthalb Stunden. 5 Sterne.


  • Josef S • am 16.5.22 um 22:52 Uhr

    Wenn ich mir den Sonntagsabenkrimi ansehen würde um die Frisuren der Schauspieler zu bewerten, dann wäre ich sicher auch über die inklusive Spreche erfreut.
    Tu ich aber beides nicht.
    Vergessen wir ’s also und löschen die Aufnahme.


  • slice me nice • am 17.5.22 um 0:56 Uhr

    Nicht zu ertragen! Schlimmes Klischee reiht sich an schlimmes Klischee: 1. Helikopter-Eislaufmutter drangsaliert ihre Tochter, bis diese abhaut und sich lieber mit „Bad Boys“ herumtreibt. 2. Diese (coole attraktive) Tochter lässt sich völlig unverständlich mit einer hässlichen Pickelbacke ein, der zehn Meilen gegen den Wind nach Psycho-Versager-Freak stinkt. 3. Jener hässliche, pickelbackige Psycho-Versager-Freak hat natürlich (!!) Minderwertigkeitskomplexe, wird natürlich (!!) auch noch kontrollfreakig und bringt 4. zu schlechter Letzt JEDE um, die wie „sein Babe“ aussieht. Punkt und Ende dieser grottenschlechten Geschichte. Wie auch immer sie „ästhetisch“ verpackt und aufbereitet wurde.

    Der eine Stern ist für „Bessie“ Verena Altenberger, der ich eine bessere Geschichte gewünscht hätte.


  • slice me nice • am 17.5.22 um 1:33 Uhr

    PS: Und wer denkt sich solchen Mist immer aus? Natürlich (!!) wieder drei Männlein am Stück – hätte ich wieder eine Million darauf wetten können ;-)


  • Jürgenaut • am 17.5.22 um 15:05 Uhr

    Nicht ganz so mies – wie der letzte TO „Marlon“ – aber wieder nur ein Soziales Problemdrama ! Gibts denn keine gute Krimiautoren mehr ????
    Was ich aber gut fand – wenn sich ein verwirrter Geist dies anschaut, wird er, es oder sie hoffentlich die Finger von Drogen lassen – dabei sind solche Gestalten in Wirklichkeit noch viel ekeliger und selbst verachtender als hier gezeigt wurde !


  • Ladybird • am 17.5.22 um 23:30 Uhr

    @slice me nice
    Ihr Kommentar zeigt, warum hier so einige diesen schön erzählten Film nicht mochten… Sie haben ein paar grundlegende Punkte nicht richtig verstanden.
    Blondes cooles Mädchen lebt mit Halbbruder zusammen (das ist nicht ihr Freund), dem sie dann die Morde in die Schuhe schieben will, die sie selbst begangen hat. Sie ist der manipulierte Part, sie hat sich quasi selbst in seinem Namen beschrieben (in seinem Namen, um es ihm im die Schuhe zu schieben). Während ihrer Schilderung sieht man zwei kurze Einblendungen, in denen ihre Hände beide Opfer umbringen.

    Ich hab den Film gerne gesehen, war mal zur Abwechslung subtiler und feiner erzählt als die meisten platten Tatorte. Bitte mehr davon ;)


  • Ladybird • am 17.5.22 um 23:33 Uhr

    Ha, jetzt muss ich mich selbst nochmal erklären: Sie ist der manipulierende Part – also die, die alle anderen manipuliert. Bubi checkt nix.


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