Polizeiruf 110: Tod einer Toten



  14 Meinungen
Polizeiruf 110: Tod einer Toten 3 14

Hauptkommissarin Doreen Brasch aus Magdeburg bekommt es im Polizeiruf 110 „Tod einer Toten“ nicht nur mit eben jenem mysteriösen Auftauchen einer eigentlich längst Verstorbenen zu tun, nein. Ihr Vorgesetzter und Freund Uwe Lemp ist persönlich in den Fall verwickelt – und der hat schwer mit seinem Gewissen zu kämpfen.

„Tod einer Toten“ ist der insgesamt 13. Einsatz von Brasch, in dem die Kriminalbeamtin allerdings erneut ohne einen Ermittlungspartner auskommen muss: Die Polizistin hat bereits zwei aufs Auge gedrückte Kollegen in kurzer Zeit „verschlissen“ (Jochen Drexler 2013 – 2015, Dirk Köhler 2016 – 2019) und macht damit ihrem Ruf als Einzelgängerin alle Ehre.

Der MDR-Polizeiruf wird am Sonntag, den 20. September 2020 um 20.15 Uhr erstmals im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt.

Inhalt der Polizeiruf-Folge „Tod einer Toten“

Ein mildes Lächeln huscht über das Gesicht von Kriminalrat Uwe Lemp. Die attraktive Blondine, die ihn gerade so nett am Tresen begrüßt hat, hat es ihm angetan. Er schaut ihr hinterher, als seine Traumfrau wieder in der Menge verschwindet, bestellt noch zwei Schnäpse und trinkt sich Mut an. Als die Party ihren Höhepunkt in dieser kalten, nebligen Novembernacht erreicht, ist es Lemp, der kräftig Stimmung auf der Tanzfläche macht.

Als der Polizist erkennen muss, dass er bei der Schönen wider Erwarten nicht landen kann, setzt er sich trotz des saftigen Promillegehalts seines Bluts hinter das Steuer, um schnellstmöglich nach Hause zu kommen. Hier, am Rande Magdeburgs, hat er keinen Handyempfang, jeder Anruf bei der Taxizentrale ist vergebens: „Ach komm, scheiß drauf!“, sagt er und düst los. Er soll seine Entscheidung bitter bereuen …

Ein dumpfer Knall rüttelt Uwe Lemp auf der finsteren Landstraße wach. Etwas oder jemand ist gegen sein Auto geprallt! Adrenalin schießt durch seine Adern und der Betrunkene macht eine Vollbremsung. Lemp schnappt nach Luft. Was war das? Er läuft hinaus auf die Straße, erkennt im Licht der Rückscheinwerfer eine Person, die auf dem Asphalt liegt. Der Mann ist benommen, Uwe Lemp versucht auf ihn einzureden. Es dauert nur einen kurzen Augenblick, in dem Lemp zurück zum Auto läuft, in dem der Unbekannte spurlos verschwindet. Lemp sucht den anliegenden Wald verzweifelt nach dem Verletzten ab, bleibt aber erfolglos.

Am nächsten Morgen schreckt der Beamte in seinem Bett hoch. Der Blick auf die Armbanduhr verrät, dass es Viertel nach neun ist. Lemp trägt noch immer seine Kleidung von letzter Nacht, die Stiefel sind schlammbeschmiert vom Waldboden. Seine Mitarbeiterin, Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch, bestellt ihren Chef zum Fundort einer Leiche – und zwar ganz in der Nähe des Unfalls. Mit miesem Gefühl macht sich der müde Kriminalist auf den Weg, und erkennt schnell die Gegend wieder. Die Erinnerungen schnüren ihm regelrecht die Kehle zu. Er hätte gestern Nacht niemals in den Wagen steigen dürfen.

Es ist eine Frau, die dort im Polizeiruf 110 „Tod einer Toten“ auf einer Waldlichtung liegt. Der Rechtsmediziner Manfred Muser erklärt Lemp und Brasch, dass das noch nicht identifizierte Opfer mit einem Nahschuss in den Hinterkopf getötet wurde, die Hände sind noch immer auf dem Rücken mit Kabelbindern gefesselt. Eine Hinrichtung, kein Zweifel. Der Tod trat in den frühen Morgenstunden ein. Uwe Lemp behält die Ereignisse der letzten Nacht gegenüber den anwesenden Kollegen für sich, reagiert aber auffällig gereizt. Brasch fragt behutsam nach; ihr unter Schock stehender Vorgesetzter nimmt sie daraufhin beiseite und gesteht der Ermittlerin, was wenige Stunden zuvor geschehen ist. Der verschwundene Mann steht vermutlich mit dem Mord in Verbindung: Ist er der Täter oder aber jemand, der ebenfalls ermordet werden sollte und fliehen konnte?

Die Kriminalpolizei entdeckt kurz darauf einen Bulli in der Nähe des Tatorts. Doreen Brasch öffnet die Tür des Transporters und findet zu ihrer Überraschung ein verängstigtes kleines Mädchen vor, das sich an ihr Kuscheltier klammert. Von den Eltern fehlt jede Spur, und die Kommissarin ahnt Böses. Sie nimmt die Kleine mit auf das Magdeburger Präsidium, während Kriminalobermeister Márquez die Identität der Toten herauszufinden versucht. In der Zwischenzeit ergibt die Obduktion der Toten im Polizeiruf 110, dass die Frau ein Junkie war. Ihr DNA-Abgleich mit dem Mädchen bestätigt, dass es sich um Mutter und Tochter handelt. Marie, so heißt das Kind, verarbeitet das tragische Geschehen über das Malen von Bildern, und gibt der Polizei hiermit unbewusst einen wertvollen Hinweis: Das Ziel, das Marie und ihre Mama nie erreichten, war wahrscheinlich ein Bauernhof. Mit einem Phantombild der toten Mutter befragt die Polizei nun gezielt die umliegenden Hofbesitzer – und sie wird fündig.

Werner Mannfeld ist der Vater der toten Jessica. Die ist jedoch bereits seit über vier Jahren tot, berichtet der irritiert. Bei einem schweren Autounfall, bei dem der Wagen komplett ausbrannte, seien seine Tochter und ihr damaliger Freund Alex Zapf ums Leben gekommen. Nur über Gebissabdrücke konnten die verkohlten Leichname überhaupt identifiziert werden. Die Fingerabdrücke der Hingerichteten ergeben allerdings einen Treffer in der Datenbank der Kripo: Es handelt sich bei dem Opfer unwiderlegbar um Jessica Mannfeld.

Der auf der Landstraße von Lemp angefahrene Mann kann schließlich als Jessicas Freund Alex benannt werden. Was ist hier los? Die Drogenprobleme, die das Pärchen hatte, scheinen ausschlaggebend für die Ereignisse im Fall „Tod einer Toten“ zu sein. Edgar Schmelzer, heute Besitzer eines kleinen Handyladens in Magdeburg, hat die beiden Heroinsüchtigen über Jahre mit Stoff versorgt, ihnen damals sogar eine Wohnung vermietet. Schmelzer will nichts über die aktuellen Entwicklungen wissen, und Brasch muss einiges daran setzen, um den Kriminellen endlich zum Reden zu bringen.

Währenddessen schalten sich zwei Kollegen vom Drogendezernat in den Mordfall ein, die den Dealer Schmelzer seit längerem schon observieren: der ältere, erfahrene Kommissar Anton Lobrecht und seine junge, engagierte Kollegin Pia Sommer. Brasch missbilligt Lobrechts forsches Vorgehen, mit Sommer findet sie jedoch eine gute Ebene der Zusammenarbeit.


Der Regisseur der Polizeiruf 110-Folge „Tod einer Toten“ ist David Nawrath, Jahrgang 1980, der damit sein Krimidebüt gibt. Nawrath wurde für seinen Kurzfilm „Was bleibt“ (2008, Skript und Regie) mehrfach nominiert. Seinen ersten Kinofilm brachte er 2018 heraus, das Drehbuch zum Drama „Atlas“ verfasste er gemeinsam mit seinem ehemaligen Kommilitonen Paul Salisbury. Die beiden Kreativen studierten an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. „Atlas“ wurde im Jahr 2019 für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Der MDR-Polizeiruf „Tod einer Toten“ wurde in der Zeit vom 13. November bis 12. Dezember 2019 in Magdeburg und Umgebung abgedreht. Die Aufnahmen auf dem Bauernhof filmte das Team in Mammendorf in der Hohen Börde.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

Die barsche Brasch funktioniert im Alleingang besser als im Team, infolgedessen ist dieser Fall stärker als die letzten, vorangegangenen mit Ex-Kollege Köhler. Überzeugt hat mich außerdem erneut das Schauspiel von Felix Vörtler, hier als Kriminalrat mit äußerst schlechtem Gewissen. Story leicht verworren, Finale solide, gut anzuschauen!

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Mit Kommissarin Brasch wird man nicht so richtig warm, was ja vermutlich auch so gewollt ist. Mir fehlt der Partner Köhler und auch Drexler passte gut, um ihr Kontra zu geben oder andere Sichtweisen zum Fall einzustreuen. So läuft mir das zu reibunslos ab, weil sie jetzt ihr Ding macht. Ich weiß nicht, ob der Polizeiruf aus Magdeburg so eine Zukunft hat. Für mich nur zwei Sterne.

Frage an Euch: Braucht Kommissarin Brasch einen neuen Partner oder soll sie besser alleine ermitteln?
Eure Antwort unten in den Kommentaren mit #Partner

Polizeiruf-Besetzung

Hauptkommissarin Doreen Brasch – Claudia Michelsen
Kriminalrat Uwe Lemp – Felix Vörtler
Kriminalobermeister Günther Márquez – Pablo Grant
Rechtsmediziner Manfred Muser – Henning Peker
Hauptkommissar Anton Lobrecht – Steffen C. Jürgens
Kommissarin Pia Sommer – Luisa-Céline Gaffron
Kriminaloberkommissar Kollitsch – Simon Werner
Jessica Mannfeld – Johanna Polley
Alex Zapf – Ben Münchow
seine Tochter Marie – Madeleine Tanfal
Werner Mannfeld, Maries Opa – Christian Kuchenbuch
Drogenboss Marko Gerster – Beat Marti
seine Ehefrau Kamilla Gerster – Deborah Kaufmann
Drogendealer Edgar Schmelzer – Christian Ehrich
Keitsch – Orce Feldschau
Jugendamtmitarbeiterin Heide Zaree – Miriam Abbas
Kriminalbeamtin Rauchgiftdezernat – Luise Lähnemann
Kollege von der Polizeiwache – Matthias Hörnke
u.a.

Polizeiruf-Stab

Drehbuch – Michael Gantenberg, David Nawrath, Paul Salisbury
Regie – David Nawrath
Kamera – Tobias von dem Borne
Schnitt – Dagmar Lichius
Szenenbild – Uwe Berthold
Ton – Marcus Vetter
Musik – Matthias Weber

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Magdeburg


16 Meinungen zum Polizeiruf 110: Tod einer Toten

  • Sino • am 20.9.20 um 20:49 Uhr

    20.46: MÖÖÖP! Er hat „Darknet“ gesagt…

    Und, ach ja: #mitPartner!


  • Karin L. • am 20.9.20 um 21:53 Uhr

    Ganz schwach. Wie kann man eine an und für sich gute Geschichte so in den Sand setzen? Was für eine Räuberpistole! Wenn die reale Polizei wirklich so dämlich ermitteln würde, und die Protagonisten so unvernünftig handeln, müsste einem in Wirklichkeit angst und bange werden. Besonders sauer stösst mir immer wieder Felix Vörtler auf. Wer hat den eigentlich als Polizeikommissar gecastet? Auf jeden Fall ist die Verkörperung des Polizisten eine 1 zu 1 Kopie seiner dilettantischen Darstellung in den ZDF-Ostfriesland Krimis. Über die Logiklöcher im Drehbuch möchte ich gar nicht weiter nachdenken. Nur soviel: Was ist mit dem Drogenring, den die Frau des einsitzenden Drogenbaron mit ihrem Helfershelfer betreibt? Interessiert zum Ende niemand mehr. Der Polizeiruf nähert sich den Tatort-Verschnitten auch immer mehr!


  • Nicky • am 20.9.20 um 21:55 Uhr

    Ich mag sie allein. So traurig, dass Lisa gestorben ist.


  • Winfried Vorbeck • am 20.9.20 um 22:13 Uhr

    @Karin L.: das mit dem Drogenring kam nicht mehr vor, weil sich herausstellte, dass er mit den Mordfällen nicht direkt zu tun hatte.

    Ich fand die Folge ganz ordentlich, bin mir aber nicht sicher, ob mir die Motorrad fahrende Kratzbürste nicht besser gefiel, auch wenn diese Rolle damals zu stark überzogen war. Allerdings kamen mir zu viele Sachen zu bekannt vor. Zu wenig Überraschungen.


  • Frank Caris Fischer • am 20.9.20 um 22:15 Uhr

    Danke Karin L.
    Besser hätte man es nicht schreiben können.Schließe mich Ihrer Meinung voll und ganz an. Genau das ging mir auch durch den Kopf. Auch von mir nur einen Stern. Schwacher Polizeiruf.


  • Paul • am 20.9.20 um 22:19 Uhr

    Moin!
    Großarttig! Überraschend starke Brasch. Super Geschichte, toll umgsetzt. Super Bild. Der hat geliefert. Nach meinem Dafürhalten ist Brasch ohne Partner devinitiv besser.


  • Herta Koegel • am 20.9.20 um 22:25 Uhr

    Die Frau vom Drogenboss hätte mal noch ein Ende verdient. Ansonsten spannend und gut gespielt. In der Mitte einen kleinen Durchhänger.


  • Der Fremde • am 20.9.20 um 22:30 Uhr

    Ich fand die Geschichte auch ziemlich verworren; Felix Vörtler gefällt mir weder hier im Polizeiruf, noch in den Friesland-Folgen. Er spielt eigentlich in beiden Serien (bzw. Wilsberg-Specials) immer denselben ungustiösen Typ eines Polizei-Chefs (die dabei gezeigten menschlichen Schwächen machen ihn m.E. auch nicht sympathischer).

    #Partner: eindeutig PARTNERLOS!!! Die Folgen, in denen Claudia Michelsen alleine agiert und nicht mit männlichen Polizei-Kollegen herumzickt, überzeugen mich um einiges mehr (so wie etwa die letzte Folge zum Thema „Spielsucht“, die m.E. bisher ihre stärkste war; vielleicht auch, weil sie darin „Schwächen“ zeigen durfte).

    Eigentlich dachte ich, dass die Zeit von Claudia Michelsen im Polizeiruf schon dem Ende zuginge und dass dies schon feststünde. Habe ich mich offenbar geirrt …


  • alter Fan(tm) • am 20.9.20 um 23:49 Uhr

    die Story war im Nachhinein bedrachtet vom Kern her gar nicht so schlecht – aber die Umsetzung war alles andere als gelungen – die Figuren bzw. deren Darstellern kommen nicht wirklich rüber – da gab´s selbst in MD schon weitaus bessere Produktionen – irgendwie alles etwas unlebendig und hölzern – selbst die spannungsgeladenen Szenen erzeugen eher einen äääh – Effekt – hatte mich eigentlich auf eine schöne neue MD – PR110 Folge gefreut – gute PR Folgen kommen allem Anschein nach wirklich nur aus Rostok – wirklich schade


  • Till Schneider • am 21.9.20 um 1:10 Uhr

    Ich erhöhe auf extrem schwach. Eine holprige, überladene Geschichte, unerträglich hölzern ausgewalzt, und das Furchtbarste: gefühlsduselig bis buchstäblich zur letzten Szene. Man müsste einmal die Minuten zusammenzählen, in denen nichts passierte, sondern nur gefühlig aus der Wäsche geguckt wurde – und das bierernst. Mich schaudert’s.


  • Michael Kaufmann • am 21.9.20 um 8:38 Uhr

    Michelsen wie immer eine Schlaftablette – und färbt damit auf so gut wie alle Charaktere ab. Wenn man mal den ordentliche Felix Vörtler herausnimmt: Die einzige (!) Person, die einigermaßen normal gesprochen hat und nicht unter Einfluss von schweren Schlaftabletten, war die Luisa-Céline Gaffron gespielte Polizistin Pia Sommer.

    Nur: Als diese Polizistin allein das Haus ihres Mörder-Kollegen betrat, da wusste ich bereits in der Sekunde, dass der sie gleich erschießen würde – L.A. Confidential lässt schon wieder grüßen, wo deutsche Krimi-Schreiber sehr viel abkupfern, in diesem Fall allerdings nur schlecht, denn spätestens ab da wurde es nur noch unglaubwürdig und absurd.

    Ich habe der Geschichte eine Chance gegeben, und die war nicht doll. Am meisten aber ärgert mich immer die Eindimensionalität in Filmen, und dafür sind Drehbuch und Regie verantwortlich, auch die sind hier sehr schwach. Wenn alle Charaktere so herumlaufen und reden, als hätten sie mehrere Schlaftabletten intus, vor allem die Michelsen absolut immer (und genau darum ist sie null glaubhaft in dieser Rolle, und zudem eine wirklich schlechte Schauspielerin), dann kann man noch nicht einmal ein Durchschnittswertung geben. Die grauenhafte, depressiv machende Musik war absolut passend dazu.

    Einen einzigen Stern mehr als die unterste Wertung vergebe ich für Felix Vörtler und das kleine Mädchen. Wobei auch die Rolle von Vörtler nur am Anfang noch glaubhaft war (sehr ehrlicher Polizist), später dann nicht mehr (absurde Alleingänge).

    Michelsen also schlafmützig und daher eine Fehlbesetzung wie immer. Leider passt sich das Drumherum auch immer wieder an sie an. Sie zieht alles mit runter – und das ist ja auch klar, denn würde man jemanden neben ihr normal aufspielen lassen, dann würde nur noch offensichtlicher, wie schlecht sie ist.

    Nein, der Polizeiruf aus Magdeburg ist keine Offenbarung, und das liegt an Michelsen und an all denen, die versuchen, ein Drehbuch passend zu Michelsen zu machen, der man dringend eine sehr lange Auszeit wünscht.


  • Hanz W. • am 21.9.20 um 8:38 Uhr

    Insgesamt doch recht gelungen, wie ich fand. Klassische Krimi-Struktur („wer war’s?“), halbwegs originelle, wenn auch ein wenig verschachtelte Geschichte, in der dann am Ende nicht alle Fäden wieder zusammenkamen, gezügeltes Tempo, ohne dass es allzu zäh wurde. Die mittlerweile gar zu häufigen teaminternen Zickereien haben überhaupt nicht gefehlt (wobei man Figuren ja ohnehin auch ohne ständige Reibereien profilieren können sollte, aber das nur am Rande). Über dem ganzen lag natürlich, dem Thema entsprechend, ein permanenter Grauschleier, Tristesse pur, wie in dem recht heruntergekommenen Bauernhof versinnbildlicht. Das spricht am Sonntagabend sicher nicht immer jeden an, was auch verständlich ist. Vermieden wurde aus meiner Sicht, auch ein Pluspunkt, die üblicherweise gar zu klischeeüberladenen Erzählweisen, sobald Kinder oder Jugendliche im Spiel sind, das ging hier doch eher zurückhaltend, natürlich vonstatten. Beeindruckend-grusliges Bild: wie der Täter auf Rachefeldzug seine Kollegin, die ihm auf die Spur gekommen ist, emotionslos aus dem Weg räumt. Recht spannende Unterhaltung, 3,5 Sterne, aufgerundet.


  • Smokie • am 21.9.20 um 9:01 Uhr

    Sehr guter Sonntagabendkrimi; wenns möglich wäre sechs Sterne. – Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden!


  • arte-Versteher • am 21.9.20 um 9:40 Uhr

    Danke für die Rezensionen, dann muss ich mir das nicht anschauen. Was mir vor allem auffällt, ist die Kritik am hölzernen Agieren, am Gefühlig-aus-der-Wäsche-Schauen, ohne dass die Handlung vorangetrieben wird, und am Reden wie unter Schlaftabletten. Genau das hat mich vor einer Woche schon dazu bewogen, den Frankfurt-TO auszuknippsen. Scheint eine besondere Form der Kunstfertigkeit zu sein, die derzeit um sich greift. 3 Sterne als Enthaltung.


  • Thorsten • am 21.9.20 um 10:12 Uhr

    Die Geschichte an sich war ja eigentlich ganz interessant, aber sehr langweilig erzählt. Zwischendurch habe ich überlegt, abzuschalten. Und mit dieser dauergenervten Frau Michelsen, die exakt einen Gesichtsausdruck und einen Tonfall zur Verfügung hat, werde ich mich nie anfreunden.


  • Colorwriter • am 23.9.20 um 21:56 Uhr

    Wenn man von einigen Lücken in der Handlung und Logik absieht, ein passabler Polizeiruf.


Schreiben Sie Ihre Meinung.

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

1 2 3 4 5
Tatort Sendezeiten

Ihr findet uns unter
Neue Tatortfolgen
Weitere Folgen
Kommissarübersicht
Stadt Archiv