Tatort Folge 1135: Lass den Mond am Himmel stehn



So 07.06. 20:15 Uhr ARD

So 07.06. 21:45 Uhr ONE

So 07.06. 23:45 Uhr ONE

Di 09.06. 00:20 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2020
Kommissar: Batic und Leitmayr
Ort: Tatort München


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Tatort Folge 1135: Lass den Mond am Himmel stehn 0 0

Mit dem Tatort 1135 „Lass den Mond am Himmel stehen“, eine Produktion des Bayerischen Rundfunks, verabschiedet sich die Krimireihe nach der geplanten Erstausstrahlung (Sonntag, 7. Juni 2020, 20.15 Uhr im Ersten) in die Tatort-Sommerpause 2020.

Wer den Polizeiruf 110 als „kleine Schwester“ aus dem ostdeutschen Raum ebenso gerne schaut, der darf sich in der darauffolgenden Woche über eine weitere neue Folge freuen: Die Kommissare Alexander Bukow und Katrin König von der Kripo Rostock ermitteln im Fall „Der Tag wird kommen“ am 14.06.2020. Dann ist aber – vorerst – endgültig Schluss. Und zwar für längere Zeit, denn je.

Inhalt der Tatort-Folge „Lass den Mond am Himmel stehn“

David Kovacic schreckt auf, reißt die Bettdecke von sich und weckt seine Frau. Die morgendlichen Sonnenstrahlen tauchen das Schlafzimmer des Münchner Ehepaars bereits in ein warmes, weiches Licht. „Wir haben verschlafen“, sagt er zu ihr, dreht sich von der Matratze und wiederholt nachdrücklicher: „Wir haben verschlafen!“ Nun ist auch Judith wach und orientiert sich. Der Chirurg, auf den ein dringender OP-Termin wartet, steuert flugs das Bad an, um sich kurz zu waschen und ein Shirt überzuziehen, sie schlüpft währenddessen in einen zarten Morgenmantel.

Lächelnd betritt Judith Kovacic im Tatort „Lass den Mond am Himmel stehen“ kurz darauf das Zimmer ihres 13-jährigen Sohnes Emil, reißt die Vorhänge auf und erklärt das Dilemma. Sie bekommt keine Antwort. Der Blick der Familienmutter fällt auf das Bett: es ist leer. Judith stutzt und greift instinktiv zu ihrem Mobiltelefon. Emils Anschluss ist nicht erreichbar. David, der sich gerade eine Tasse Kaffee einschenkt, beruhigt seine Frau. Die macht sich sichtlich Sorgen. Eigentlich sollte Emil seit gestern Abend um halb zehn zuhause sein, gleich nach der Schule war er zu seinem besten Freund Bastian geradelt und hatte dort den Abend verbracht; die Eltern waren indessen bei gemeinsamen Freunden, kamen alkoholisiert erst gegen zwei Uhr morgens zurück und gingen ohne Umwege ins Bett.

Der Vermisste erscheint an diesem Tag weder in der Schule, noch können die Schellenbergs, die Eltern von Basti, Angaben über den Verbleib des Jungen machen. Emil Ritter – er ist der Sohn aus erster Ehe – bleibt im Krimi „Lass den Mond am Himmel stehen“ spurlos verschwunden. Erst als zwei Kanufahrer durch Zufall eine Entdeckung machen, wird aus der wachsenden Ahnung der Kovacics schreckliche Gewissheit: Die in eine glänzende Rettungsdecke gewickelte Leiche des Schülers wird aus der Isar geborgen. In Emils Hosentasche steckt sein Schülerausweis.

Die zwei Hauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) haben einen schweren Gang vor sich. Sie stehen vor der Haustür der Familie Kovacic und haben die Aufgabe, den Eheleuten die Nachricht vom Tod Emils zu überbringen und die Befragungen zu leiten. Judith Kovacic trägt dunkle Augenringe, ist blass und fahrig. Die verzweifelte Mutter scheint seit Tagen nicht geschlafen zu haben. David trifft endlich zuhause ein; er ergreift die Hand seiner Frau und knetet sie, während Batic das Paar zu den Ereignissen vernimmt. Wann haben sie Emil zuletzt gesehen? War er anders als sonst? Sein Kollege Leitmayr untersucht in der Zwischenzeit das Zimmer des Toten nach Hinweisen zur Tat.

Alles schien normal am Abend des Mordes. Noch gegen acht Uhr hatten Judith und Emil miteinander telefoniert, um halb zehn fragte die Mutter per SMS nach, ob ihr Sohn nun wie vereinbart zuhause sei. Es folgte die Antwort, dass dem so sei.

Im Präsidium laufen die Ermittlungen zum Mordfall an Emil Ritter auf Hochtouren. „Kalli“ Hammermann kümmert sich um die Ergebnisse der Obduktion und leitet diese an seine Chefs Batic und Leitmayr weiter: Mit einem stumpfen Gegenstand wurde der 13-Jährige von hinten erschlagen. Es gibt keine Anzeichen für ein Sexualdelikt oder Abwehrspuren. Die weiterführenden Verhöre im Fall „Lass den Mond am Himmel stehen“ ergeben, dass Emil als unauffälliger mittelmäßiger Schüler galt, der allerdings von wenigen Mitschülerin gemocht wurde. Er galt als seltsam. Einzig mit Bastian, einem der „Coolen“ aus seiner Klasse, verbrachte Emil gerne seine Freizeit; die zwei Jungs zockten Videospiele.

Der Ort, an dem das Signal von Emils Handy abriss, bringt die Kommissare von der Kripo München auf eine heiße Spur. Der Junge hat sich gegen halb zehn in der Nähe eines Parkplatzes aufgehalten, etwa 20 Kilometer vom Fundort seines Leichnams entfernt. Der Platz ist den Ermittler bekannt – hier verabreden sich Fremde, um unverbindlichen, anonymen Sex miteinander zu haben. Möglicherweise hat Emil in seiner Todesnacht dort etwas mit dem Smartphone gefilmt, das einem Beteiligten ganz und gar nicht gefiel. Für diese Theorie spricht, dass das besagte Handy ebenso wie das Fahrrad des ermordeten Jungen noch immer verschollen sind.

Das süddeutsche Tatort-Duo Batic und Leitmayr sucht die Familie Schellenberg auf. Tatsächlich kennt Basti den Treffpunkt für sexuelle Kontakte; vor etwa drei Wochen wurden er und seine Freundin Tina dabei erwischt, wie sie heimlich Paare beim Sex filmten; Bastian versichert den Kommissaren jetzt allerdings, seitdem nicht mehr am Parkplatz gewesen zu sein. Ob sich sein Kumpel Emil in der Tatnacht in dem Waldstück aufgehalten habe, wisse er nicht.

Die Handydaten der Personen, die sich zum ungefähren Tatzeitpunkt auf dem Parkplatz trafen, werden von Assistent Hammermann im BR-Tatort gesammelt und ausgewertet. Anschließend lädt er die Betroffenen in das Kommissariat zum Verhör vor. Befindet sich unter den Fünf Emils Mörder?


„Lass den Mond am Himmel stehn“ ist der 84. Einsatz der Hauptkommissare Batic und Leitmayr aus München. Die Regie übernahm Christopher Schier, 1971 in Österreich geboren, das Drehbuch lieferten die Autoren Stefan Hafner und Thomas Weingartner, beide ebenfalls österreichischer Herkunft und bereits Tatort-erfahren.

Insbesondere die Kameraführung war für diese Krimiinszenierung von Bedeutung. Kameramann Thomas W. Kiennast dazu: „Die starren und konstruierten Bilder habe ich immer wieder mit einer freien und nahen Kamera gebrochen. Manchmal braucht es den Bruch, um der Emotion freien Lauf zu lassen.“ Es entstanden beim Dreh einige Aufnahmen anders als geplant oder zufällig, so dass diese einen sehr natürlichen, ungezwungenen Charakter haben. Die Filmarbeiten dauerten vom 9. September bis 10. Oktober 2019 und fanden in München und Umgebung statt.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

Die Welle der Trauer, die die Handlungsträger dieses Tatorts eiskalt erwischt, ist lähmend. Die Mitglieder beider Familien sind bitterlich betroffen, und jedes geht unterschiedlich mit dem unfassbaren Tod des 13-Jährigen um. Ein erstklassiges Ensemble (einzig „Basti“ wirkt stellenweise hölzern), eingesetzt in einem eindringlichen wie leisen Drama mit gekonnter Kameraführung. Danke dafür, verdiente 5 Sterne.

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Hier passt leider nicht alles zusammen, auch wenn der Tatort gut gedreht wurde. Schön ist wie sich die zwei Hauptkommissare mittlerweile nur über Blicke verständigen können, Batic und Leitmayr brauchen keine Worte mehr. Aber das Ende ist nicht ganz gut gelöst – ich will aber nicht zu viel verraten. Für mich drei Sterne.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Franz Leitmayr – Udo Wachtveitl
Hauptkommissar Ivo Batic – Miroslav Nemec
Kommissar Karl-Heinz „Kalli“ Hammermann – Ferdinand Hofer
David Kovacic – Lenn Kudrjawizki
seine Ehefrau Judith Kovacic – Laura Tonke
der Adoptivsohn Emil Kovacic – Ben Lehmann
Martin Schellenberg – Hans Löw
seine Ehefrau Antonia Schellenberg – Victoria Mayer
der Sohn Bastian Schellenberg – Tim Offerhaus
die Tochter Hannah Schellenberg – Lea Zoe Voss
Klassenlehrerin – Anja Klawun
Tina, Mitschülerin von Emil und Bastian – Elisa Marlene Kopecky
Parkplatzbesucher – Daniel Holzberg
Mann in Lederjacke – Gerhard Georg Jilka
Mann mit Basecap – Meikel Engelmann
Bankdirektor – Herbert Forthuber
Portier – Josef Ludwig Pfitzer
Kanufahrer – Markus Hofmann
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Stefan Hafner, Thomas Weingartner
Regie – Christopher Schier
Kamera – Thomas W. Kiennast
Szenenbild – Marlen von Heydenaber
Schnitt – Nils Landmark
Ton – Jan Piepenstock
Musik – Markus Kienzl

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