Tatort Folge 1136: Pumpen



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Tatort Folge 1136: Pumpen 3 11

Die Tatort-Saison 2020 begeht die zweite Jahreshälfte. Die Tatort-Sommerpause der ARD, in der in diesem Jahr erstmalig die Zuschauer entscheiden konnten, welche der fünfzig zur Wahl stehenden Tatort-Wiederholungen an den elf Sonntagabenden in Das Erste gezeigt werden sollten, endet offiziell am 6. September 2020.

Die Wiener Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) stehen bereits in den Startlöchern: in ihrem neuen, 23. gemeinsamen Fall „Pumpen“ zieht es sie in die Welt des schweren Krafttrainings. Der Tatort-Beitrag des ORF, die insgesamt 1136. Episode der Krimireihe, ist wie üblich für den Primetime-Sendeplatz um 20.15 Uhr im Ersten geplant.

Inhalt der Tatort-Folge „Pumpen“

Plötzlich schreckt Bibi hoch. Sie hat schlecht geträumt, und braucht einen Moment, um sich in der fremden Umgebung zurechtzufinden. Es ist das Bett von Franz, in dem sie nackt liegt. Neben ihr schlummert selig der noch frische Beziehungspartner der Majorin – Fellner lächelt milde. Eine Langschläferin war sie noch nie, und so schleicht sie sich auf Zehenspitzen aus dem Schlafzimmer und peilt die Dusche an. Gut gelaunt und fröhlich trällernd shampooniert sie sich kurz darauf die Haare. Dass in der Zwischenzeit die Türschelle geläutet hat, bekommt die Kriminalbeamtin nicht mit. Stattdessen öffnet Franz Heiss den zwei Polizisten die Wohnungstür.

Ein zweiter Schlag trifft Bibi Fellner im Tatort „Pumpen“: Splitterfasernackt steht sie mit aufgerissenen Augen vor den beiden Kollegen, als sie nichtsahnend das Bad verlässt. Fix reißt sie das Handtuch vor ihre Brüste. Dabei soll nicht dieser kurze peinliche Moment ihr größtes Problem werden. Die Frau, die unter der Adresse von Heiss gemeldet sein soll, bringt die Beziehung zu Franz kräftig ins Wanken. Christina Howarth, eine wichtige Zeugin bei einem Verkehrsunfall, hat sich vor ihrer Aussage vom Ort des Geschehens entfernt. Bibi, die glaubte, sich endlich auf einen Mann einlassen zu können, ist bitter enttäuscht. Ihre Recherchen in den sozialen Netzwerken ergeben zudem, dass Howarth äußerst attraktiv ist; die Ausreden von Franz will sie gar nicht erst hören. Der will von einer Christina angeblich nichts wissen. Seine Anrufe auf dem Mobiltelefon werden von Bibi fortan konsequent abgeschmettert.

Fellners Arbeitskollege und bester Freund, Chefinspektor Moritz Eisner, bekommt Wind von der missglückten Affäre und versucht zu vermitteln. Den bezaubernden Rosenstrauß, den der verzweifelte Franz – der noch immer beteuert, jene Frau nicht zu kennen – in der Mordkommission für seine geliebte Bibi abgibt, deutet die jedoch als Schuldeingeständnis. Dass sie es am Ende ist, die sich im ORF-Tatort „Pumpen“ bei ihrem Lover entschuldigen muss, daran hätte sie zu Beginn des neuen Kriminalfalls niemals geglaubt …


Doch der Reihe nach.
Ein furchtbares Bild erwartet die Kommissare, die zu den Bahngleisen in der Nähe des Wiener Bahnhofs gerufen werden. Der 23-jährige Iovan Savic, gebürtig aus dem Kosovo, liegt gestückelt auf den Schienen. Die herannahende Lok hat den gut gebauten jungen Mann in zwei Hälften geteilt, und obwohl Eisner auf Anhieb einen Suizid vermutet, weiß der Lokführer aus Erfahrung: Nein, das hier war kein Selbstmord. Das Opfer habe sich seltsam bewegt, wie betäubt, und wollte offenbar noch von den Gleisen kriechen um sein Leben zu retten. Bei dem Toten findet die Spurensicherung weder Papiere, noch ein Handy oder persönliche Gegenstände. Mit grummeliger Mine nimmt der Inspektor einen weiteren großen Bissen von seinem Laugencroissant und kippt einen Schluck Kaffee hinterher. Hm. Überzeugt ist der Kriminalist von dieser Zeugenaussage nicht, die Obduktion soll mehr zeigen.

Die Untersuchung der Leichenteile durch den Rechtsmediziner Werner Kreindl ergibt im Fall „Pumpen“, dass Savic keinen Alkohol im Blut hatte, wohl aber ein hochdosiertes Muskelrelaxans, das dem Opfer in den Hals gespritzt wurde. Eine illegale Substanz, die der Mann für die Muskelbildung zu sich nahm, wirkte dem Betäubungsmittel allerdings entgegen und ermöglichte es, dass das Opfer kurz vor seinem Tod das Bewusstsein wiedererlangte.

Dank der neuesten Erkenntnisse im Kriminalfall „Pumpen“ beginnt nun also die Suche nach Iovan Savic‘ Mörder. Eisner und Fellner finden in dessen Wohnung nichts, was sie im Fall weiterbringen könnte. Klar ist nur, dass der Mann aus dem Kosovo ein ausgesprochen ehrgeiziger Bodybuilder und großer James Bond-Fan war. Die Nachbarin weiß der Wiener Kripo zu berichten, dass der alleinstehende Savic hilfsbereit war und sich sogar bereitwillig um die Behördengänge der älteren Frau kümmerte. Interessantes findet der überaus engagierte Revierinspektor Manfred „Fredo“ Schimpf heraus, gleichwohl er für seine riskanten Ermittlungsmethoden auf schmerzhafte Weise bezahlen muss:

Im Alleingang ermittelt Schimpf undercover im Studio „Arnis Fitness“, in dem der arbeitslose Savic täglich intensiv trainierte. Weder Fellner noch Eisner erfahren von dem Einsatz ihres Mitarbeiters. Bei seinen Untersuchungen stößt der Beamte auf einen Bodybuilder, der offenbar mit Anabolika dealt. Der und seine muskelbepackten Freunde kommen dem Schnüffler jedoch auf die Schliche und vermöbeln ihn in der Dusche krankenhausreif. Oberst Ernst Rauter ist entsetzt über das, was geschehen ist. Und doch macht der verletzte Schimpf im Spital das Beste aus seiner Situation: Er flirtet kräftig mit den Krankenschwestern. Moritz und Bibi glauben ihren Augen nicht zu trauen.

Eine in Iovan Savic‘ Spind sichergestellte Liste mit unzähligen Automarkennamen und die im Laptop gespeicherte Kontaktliste mit E-Mail-Adressen führen zu weiteren ungeklärten Fragen im Wiener Tatort „Pumpen“. Was haben diese Daten zu bedeuten? Da der Revierinspektor erst einmal ans Bett gefesselt ist, kommt Moritz Eisner auf die Idee, seinen alten Freund Rainer Kovacs zu aktivieren, sich im besagten Fitnessstudio genauer umzuschauen. Der Ex-Polizist arbeitet mittlerweile als Kaufhausdetektiv und treibt selbst im Studio regelmäßig Sport; Kovacs erklärt sich bereit, dem ehemaligen Kollegen zu helfen.

Als das bis dato verschwundene Luxusauto des Toten bei einer Polizeikontrolle auftaucht, gibt es unerwartet einen Tatverdächtigen. Ein Obdachloser war mit dem schicken Aston Martin von Savic die letzten Tage in der österreichischen Hauptstadt unterwegs. Kann er der gesuchte Mörder sein? Der Aufwand bloß für eine Spritztour mit dem Wagen von James Bond? – „Es sind Leute schon wegen weniger umgebracht worden“, wirft Chef Rauter ein.


„Pumpen“ ist das Tatort-Debüt des Regisseurs Andreas Kopriva, der sich durch die österreichische Serie „Walking on Sunshine“ einen Namen machte. Die Serie, die im Januar 2019 mit einer ersten Staffel startete, spielt in der Wetterredaktion des ORF.

Die Dreharbeiten zum Wiener Tatort „Pumpen“ fanden im Zeitraum vom 4. März bis 1. April 2019 statt.

Im Juli 2020, unter Einhaltung der Corona bedingten Hygienemaßnahmen, begannen die Dreharbeiten zum 50. Fall der Figur Moritz Eisner. Die Episode „Verschwörung“ (Arbeitstitel) soll voraussichtlich 2021 gezeigt werden. Auch für den langjährigen Tatort-Darsteller Harald Krassnitzer selbst ist dieses Jahr ein besonderes: Am 10. September 2020 feiert der Österreicher seinen 60. Geburtstag.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

„Joschis Imbiss“ als Parallele zur rheinischen Würstchenbude von Ballauf und Schenk. Ein wenig erinnert mich der neue Wiener Tatort tatsächlich an die Kollegen aus Kölle, denn beide Teams erfahren eine für das Genre Krimi ungesunde Entschleunigung. Um nicht zu fragen: Zeit für die Rente? Ich liebe Bibi aufrichtig, aber diese Story war klischeebeladen und dröge.

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Also ich würde sagen Bibi und Moritz gehen immer. Auch wenn dieser Fall im Fitnessstudio sicher nicht der stärkste ist, regt doch einiges im Krimi aus Wien zum Schmunzeln an. Wer mal in so einem Studio war, ahnt, dass es hinter den Kulissen ähnlich zugehen muss. Das Bild mit James Bond und dem Toten ist ein netter Gag. Ich empfehle diesen Tatort!

Tatort-Besetzung

Oberstleutnant Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
Majorin Bibi Fellner – Adele Neuhauser
Oberst Ernst Rauter – Hubert Kramar
Revierinspektor Manfred „Fredo“ Schimpf – Thomas Stipsits
Gerichtsmediziner Werner Kreindl – Günter Franzmeier
Franz Heiss, Geliebter von Bibi – Christoph Kail
Pumper Iovan Savic – Kevin Stütz
Hedwig Sokol, Nachbarin von Savic – Margit Holzhaider
Ex-Polizist und Detektiv Rainer Kovacs – Anton Noori
seine Ehefrau Ina Kovacs – Kristina Bangert
Arni, Chef des gleichnamigen Fitnessstudios – Viktor Krüger
Markus Hangl, Angestellter im Studio – Laurence Rupp
Susi, Empfangsdame im Fitnessstudio – Michaela Schausperger
Pumper in der Umkleide – Klaus Drescher
Pumper und Drogendealer Yasin Gashi – Bozidar Kocevski
Pumper Enver Basha – Tamer Yigit
Obdachloser – Helmut Häusler
Taxifahrer – Werner Brix
Lokführer – Edi Jäger
Magistratsbeamter – Robert Reinagl
Sachbearbeiterin AMS – Vanessa Payer
Polizist – Christoph Bittenauer
erster Uniformierter – Peter Pertusini
zweiter Uniformierter – Andreas Hajdusic
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Karin Lomot, Robert Buchschwenter
Regie – Andreas Kopriva
Kamera – Josef Mittendorfer
Szenenbild – Hubert Klausner
Schnitt – Bernhard Schmid
Ton – Joe Knauer, Bernhard Bamberger, Michael Plöderl
Musik – Matthias Weber

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Wien


17 Meinungen zum Tatort Folge 1136: Pumpen

  • Colorwriter • am 6.9.20 um 21:45 Uhr

    Ja, In Österreich ist eben vieles anders.
    Da hat Sportstudios ohne Mitgliedskarten, Ragen nach Bankverbindung oder gar vorhandene Alarmanlagen. Dafür gibt es dort kostenlose Handtücher, dubiosen Sozialhilfe und Krankenkassenmissbrauch. Und am Ende ist es stets die Liebe, die tötet….


  • Michelle • am 6.9.20 um 21:50 Uhr

    Mich hat der Tatort 90 min. gut unterhalten.
    Das kann man von weit nicht allen Tatorten der letzten Zeit behaupten.


  • Sino • am 6.9.20 um 21:51 Uhr

    Joa…
    Freue mich jedesmal auf die Wiener. Dieser Fall war allerdings eher langweilig.
    Offenbar schauen alle Fußball, oder wo sind die anderen Kommentare?
    Fall war lahm, aber Fußball für mich ist (spätestens) seit den „Corona-Sonderregelen“ für die werten Rasenball-Sachsen gestorben.

    Moritz und Bibi vor!!!


  • Attila • am 6.9.20 um 22:07 Uhr

    Ein Durchschnitt-Tatort. Das ist nicht unbedingt schlecht…
    Klar, die üblichen Probleme, man versteht nicht immer unbedingt, was gesagt wird, und sie könnten berücksichtigt haben, dass Zuschauern in Deutschland nicht selbstverständlich ist, was eine E-Card ist.
    Sonst unterhaltsam, so was, was ich gerne regelmäßig hätte. Schön dass es wieder neue Folgen gibt!


  • Hanz W. • am 6.9.20 um 22:08 Uhr

    Nun ja, das war, sagen wir: recht amüsant. Die bekannten und bewährten spezifischen Wiener Ingredenzien ziehen halt immer, und Moritz und Bibi sind schon ein Traumpaar unter den Tatort-Kommissaren. Aber ein richtiges Feuerwerk, wie man’s aus Wien auch schon hatte, war das heute nicht, und der Fall selbst eher dröge und zäh. Dass Bibi mal einen Lover haben darf, ist immerhin eine Fortentwicklung, geht dann ja aber erwartungsgemäß eh schief. Wenn dann noch ein Akteur betont nebensächlich-zufällig in die Handlung eingeführt wird wie der ehemalige Polizist, weiß der erfahrene Tatort-Seher ohnehin, was die Stunde geschlagen hat, da bleibt dann nur das Motiv als Überraschungsmoment offen. Die wichtigste Frage ist doch sowieso: Wo ist Inkasso-Heinzi? Durchschnittliche Kost für den Start in die neue Saison, drei Sterne glatt.


  • Smokie • am 6.9.20 um 22:39 Uhr

    Abruptes Ende. Dies war die beste Szene des Tatort-Krimis. Ansonsten eher mittelmäßig, da man in der Regel von einem „Wiener-Tatort“, durchaus besseres gewohnt ist.


  • Kathi • am 6.9.20 um 22:48 Uhr

    Das Ende war nicht meins, aber ansonsten habe ich mich gut unterhalten und es gab sogar mehrere spannende Momente. Somit drei Sterne plus einen extra für Fredo, bist mir sehr sympathisch. :-)


  • alter Fan ( tm ) • am 6.9.20 um 23:18 Uhr

    recht ordentliche TO Kost aus Wien – hat meine Wünsche im Wesentlichen erfüllen können


  • Dorfmann • am 7.9.20 um 0:00 Uhr

    Was ist das immer für ein Mist mit diesen Tatorten aus Österreich. Man versteht vielleicht die Hälfte des Gesagten. Man sollte diese Folgen lieber sein lassen.


  • Thorsten • am 7.9.20 um 9:37 Uhr

    Nicht die allerstärkste Folge, aber die Wiener sind immer eine Freude. Ein schöner Auftakt nach der viel zu langen Sommerpause.


  • Argos • am 7.9.20 um 10:33 Uhr

    Kameraschwenks, Wackelbilder und eine schlechte Ausleuchtung! Diese filmische Umsetzung war einfach nur schlecht, so dass ich nach einer dreivierltel Stunde das Programm gewechselt habe.


  • Dirk Klein/Beswick • am 7.9.20 um 18:41 Uhr

    Unter dem Durchschnitt.

    Einmal wieder eine Mischung aus unintelligentem Drehbuch, Selbstmitleid/Trauer um vergangenen Zeiten, Ausländerfeindlichkeit und die Moral vom „gefallenen Engel/ gescheitertem Kreuzritter“.

    Und mittendrinn die exzellenten Schauspieler, die sich da durch wurtscheln dürfen. Wie war das? „Schnitzel oder Currywurst“?

    Und merke, nach 20:00 Uhr bekommt ein zu Verhörender Pizza, aber nichts zu trinken….

    Und der Zuschauer; Wiener Tatort, aber ohne Geist…


  • Wolle • am 8.9.20 um 15:04 Uhr

    Wann wird bloß dieser Ösitatort abgeschafft. In den Dialogen nuscheln die beiden Ermittler was zusammen, daß ein Untertitel nicht schlecht wäre. Inhalt unterste Schublade sowie die Spannung. Von mir sechs Sterne minus.


  • MoistvonLipwik • am 8.9.20 um 18:56 Uhr

    Ein guter Einstand nach der Sommerpause.
    Ein erfreulicher Abend. Handwerklich gelungener Whodoneit-Krimi, bei dem bis zum Schluss die Spannung erhalten wurde. Der Plot füllte das 90-Minuten Zeitbudget aus, ohne dass auf überflüssige Längen oder erratisches Verhalten der Protagonisten zurückgegriffen werden musste. Stück für Stück kommt man der (interessanten Auflösung) näher, wenn diese auch für den erfahrene Krimi-Schauer nicht ganz so überraschend war.
    Schön die Dialoge in Mundart (liebe Schweizer: hört mit der idiotischen hochdeutschen Nachsynchronisation auf – Untertitel sind besser), verbunden mit einer schönem Prise schwarzer Humors. Niedlich, aber nicht zu zeitfressend die kleinen persönlichen Schwächen der Protagonisten, insbesondere das eigene Aussehen betreffend.
    Einzige (kleine) Schwäche des Krimis: das Puzzle auf den Gleisen und später auf dem Seziertisch muss man nicht so detailliert zeigen, und die Ausführlichkeit, mit der Adele Neuhauser unter der Dusche begleitet wurde, mag Geschmackssache sein (wobei lobend hervorgehoben werden muss, dass dafür – anders als bei amerikanischen Produktionen – keine perfekt geglättete Endzwanzigerin herangezogen wurde, sondern eine Frau im siebten Lebensjahrzehnt).
    Für fünf Sterne reicht es nicht, aber klar im oberen viersternigen Bereich. Kann man wieder ansehen.


  • FlightX • am 9.9.20 um 23:27 Uhr

    Wie ist es möglich, dass ein Kommissar, kaum am Tatort angekommen, wo eine von einem Zug zerstückelte Leiche liegt, in aller Ruhe seinen Kaffee und sein Croissant geniesst und dabei noch den Kollegen von der Spurensicherung fragt, ob er auch etwas davon wolle ?!
    Ich habe kaum jemals ein Szene gesehen, die weniger Menschenwürde zeigt als diese. Was ist im Regisseur vorgegangen, solch ein grausames Verbrechen in einen so dermassen banalisierenden Rahmen zu setzen? 
Dass dieses Verhalten dann auch noch von einem Kommissar in Szene gesetzt wird, der eigentlich eine Vorbildfunktion hat, verschlimmert das Gesagte nur noch.
    Und wir wundern uns, warum die Gesellschaft immer mehr verroht, Tag für Tag? Das, was in den Medien gezeigt wird, wird nachgelebt, und wenn es um den Wert menschlichen Lebens und seine Würde geht, muss ein Auge darauf geworfen werden.
    Die ARD ist zu gut, um Filme mit solchen Szenen zu zeigen, viel zu gut.


  • Bina • am 11.9.20 um 21:49 Uhr

    Ich schließe mich dem Kommentar von @Thorsten an.
    Da muss man erst die Sommerpause mit Wiederholungen überbrücken, wartet mit Spannung auf den ersten Tatort nach der Sommerpause, freut sich auf die Wiener und dann kommt nur Mittelmaß.
    Schade, etwas enttäuscht bin ich schon, auch wenn ich Bibi großartig in ihrer Rolle fand und den Liebhaber hab ich ihr von Herzen gegönnt :-)
    Die Story an sich war so lala… nix aufregendes, der Anfang versprach mehr, als die nachfolgenden Szenen hielten, das Ende war merkwürdig und passte irgendwie nicht. Kann man sich anschauen, 90 Minuten Tatort am Sonntag sind Pflicht, aber ich hab mehr erwartet.


  • stephan_muenchen • am 29.9.20 um 10:42 Uhr

    Pumpen – es klingt auf wienerisch schon gleich ganz anders, übler, verruchter, als auf deutsch. „Pumpen“ – mit diesem Tatort durften Bibi Fellner und Moritz Eisner die Sommerpause beenden. Die Tatort-Gemeinde hat gegiert auf den Re-Start, gehofft ein furioses Opening, und wurde mit einem eher mittelmäßigen Fall enttäuscht.

    Dabei kann ich noch nicht einmal behaupten, dass „Pumpen“ langweilig war… an der Spannung hat es nicht gelegen, dass ich nur 3 Punkte vergebe. Vielmehr war es das doch der sehr konstruierte Kontext, in dem Fellner und Eisner – unterstützt mit dem durchaus stark aufspielenden Sidekick Manfred „Fredo“ Schimpf – vermeintlich im Bereich des Bodybuilding-Dopings ermittelten. Da wurde dann doch mit den Klischees nur so gewuchert – die Ostmafia hat gepumpt und gedealt, die Tatverdächtigen sind schmierig und offensichtlich mit Dreck am Stecken. Die Servicekraft im Fitness-Studio (wirklich netter Gag: „Arnis – Fitness“) ist weiblich, blond und total naiv – über solche Dinge sollten wir nun in Zeiten von „me too“ schon drüber hinweg sein – und der trottelige Kriminalassistent ermittelt heimlich selbst und landet im Krankenhaus, wo er das weibliche Pflege- und Krankenpersonal reihenweise um den Finger wickelt. Ach ja – und Bibi Fellner hat eine Affäre, die – natürlich Klischee – nicht einfach ist und, oh Zufall, auch noch in den Fall verwickelt ist. Soifz! Das alles war denn doch zu viel des Guten für mich.

    Da hat es dann auch nicht gerettet, dass der Tatort mit durchaus viel Witz und an und für sich unterhaltsam inszeniert war und auch mit dem Twist hin zum Sozialbetrug ein spannendes Thema aufgegriffen hat. Denn die Auflösung war dann wieder so banal und oberflächlich, dass meine Enttäuschung den Unterhaltungswert wieder egalisiert hat.

    Bleiben unterm Strich „nur“ 3 Sterne. Schade!


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