Tatort Folge 004: Auf offener Straße



Erscheinungsjahr: 1971
Kommissar: Lutz
Ort: Tatort Stuttgart


  7 Meinungen
Tatort Folge 004: Auf offener Straße 4 7

Tatort Mannheim. Auf offener Straße entfacht ein Streit. Ein Matrose, offensichtlich blind vor Wut, provoziert einen friedfertigen Passanten. Der aufgebrachte Seemann zieht ein Messer – und sticht zu. Immer und immer wieder. Das Opfer erliegt im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, ohne noch einmal das Bewusstsein zurückerlangt zu haben.

„Gegen 22.30 Uhr wurde der 32-jährige Kaufmann Joachim Fehrlein von einem noch unbekannten Mann niedergestochen. Aufgrund von Zeugenaussagen handelt es sich bei dem Täter um einen etwa 24-jährigen Mann in einer Lederhose mit kurz geschnittenem Haar. Der Täter ist flüchtig.“ So lautet die Suchmeldung der Polizei. Kommissar Lutz (Werner Schumacher) hat sofort den Polizeiapparat in Bewegung gesetzt: Streifenwagen fahren das Gebiet rund um den Tatort ab, die Spurensicherung sucht nach Indizien am Tatort, die auf die Identität des Täters hinweisen. Zeugen werden befragt. Lutz macht sich noch in der Tatnacht auf den Weg, in den umliegenden Bars Informationen über den Mann einzuholen, der anscheinend ohne Grund zustach.

Ein Rückblick: 36 Stunden vor der Tat. Der Matrose Walter Hubert geht im Hafen von Mannheim an Land, nachdem er sich seinen Lohn und einen Vorschuss für seinen Landurlaub hat auszahlen lassen. Er ist verliebt in Milly, ein Mädchen aus der Chacha-Bar. Mit ihr möchte er sich ein neues bürgerliches Leben aufbauen. Er ist davon überzeugt, dass er Milly überzeugen kann, ihren Job als Barmädchen aufzugeben.

Milly ist geschmeichelt, als ihr Walter den Heiratsantrag macht. Dennoch hat der Matrose bei ihr keine Chance; er hat ihre berufsbedingte Freundlichkeit mit echter Liebe verwechselt. Nachdem Milly und ihre Kolleginnen ausgiebig auf Walter Huberts Rechnung gefeiert haben, lassen sie ihn einfach stehen und fahren davon. Der Seemann fühlt sich gedemütigt, er ist enttäuscht und verzweifelt. Mit großer Wut im Bauch geht er hinaus auf die Straße, schlägt ein Schaufenster ein, hinter dem einige Messer liegen. Er nimmt sich eines und flüchtet. Ziellos streift er durch das nächtliche Mannheim, legt sich schließlich im Bahnhofswartesaal auf eine Bank und schläft ein.

Am nächsten Morgen sucht er wiederum die Chacha-Bar auf, um mit Milly ein zweites Mal zu sprechen. Die Situation eskaliert, als ihn Millys Chefin rauswerfen will. Auf offener Straße trifft er auf sein ahnungsloses Opfer Joachim Fehrlein, an dem er seine angestauten Aggressionen auslässt.
Bei der Auseinandersetzung verliert der Täter einen Knopf und die Rechnung der Chacha-Bar, auf der das Bier und die Summe von 210,50 DM vom Vorabend ausgewiesen sind. Kommissar Lutz und sein Assistent Schroth (Wolfgang Hepp) haben damit eine heiße Spur, um den Mord auf offener Straße aufzuklären…

 
Unter der Regie von Theo Mezger löste Werner Schumacher als Kommissar Lutz seinen ersten Tatort-Fall „Auf offener Straße“; Lutz war 1971 bereits der vierte Ermittler der Krimireihe. Mit gerade einmal knapp 70 Minuten gehört diese Episode zu den kürzeren Filmen der Tatort-Reihe, doch mit einer Sehbeteiligung von 59 Prozent hatte „Auf offener Straße“ einen beachtlichen Erfolg. Bereits am 7. März 1971 folgte daher ein Gastauftritt von Kommissar Lutz in der fünften Tatort-Folge „Kressin und der Laster nach Lüttich“.

Die Erstausstrahlung der vom Süddeutschen Rundfunk produzierten Tatort-Folge 004 „Auf offener Straße“ lief am Sonntag, den 7. Februar 1971, im Ersten.

Besetzung
Hauptkommissar Lutz – Werner Schumacher
Hubert – Peter Weis
Milly – Irmgard Rießen
Erna – Ursula Köllner
Frau Subireit – Renèe Hepp
Monika – Ingeborg Solbrig
Anni – Dorothea Carrera
Schroth – Wolfgang Hepp
Menges – Karl-Heinz von Hassel
u.a.

Stab
Drehbuch – Leonie Ossowski, Gunther Solowjew
Regie – Theo Mezger
Kamera – Willy Pankau


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10 Meinungen zum Tatort Folge 004: Auf offener Straße

  • David Lombardo • am 17.6.12 um 11:17 Uhr

    Ein kurzer Film, läuft nur knapp 69 minuten, dafür allerdings gut gemacht.
    Spiegelt die damalige Zeit ein wenig wieder, dass waren noch Zeiten……


  • Jo • am 16.9.12 um 22:11 Uhr

    @ Alle ist hier auf den fotos der schauspieler Robert seibert zu sehen?


  • Dirk • am 2.2.15 um 15:12 Uhr

    Den mir gänzlich unbekannten Tatort Nummer 004, sicherlich hatte ich damals am nächsten Morgen Mathe in der Schule, habe ich mir in der Nacht am 01.02.2015 auf SWR angeschaut, wahrscheinlich aus Interesse an der erstaunlich schlechten Wiedergabequalität des sicherlich über „Jahrzehnte“ verschollenen Films. Dieses im Zeitalter der „Nick-Tech“ ist schon bemerkenswert. Man hat Schauspieler in ihren jungen Jahren gesehen, andere hat man gar nicht mehr gesehen und das authentische Milieu der anfänglichen 1970iger Jahre ist, auch als Spielfilm, dokumentationswürdig. Ansonsten gab es die Handlung dieses Films schon in etlichen Jahrzehnten davor und in etlichen Jahrzehnten danach zu sehen. Nur! Durften Hunde damals tatsächlich getreten werden?


  • Klaus • am 2.2.15 um 21:10 Uhr

    Boah, was ein Mist. Untertitel Tafel 150 konnte man sich dort sparen ;-)

    Sah mehr wie eine Doku über eine Stadt in Deutschland aus. Richtig schlecht. Den hätte man 2015 nicht wieder ausgraben müssen, und wenn, dann schnell wieder vergraben für IMMER!!!!


  • Christa Krieger • am 4.2.15 um 23:12 Uhr

    Auch 44 Jahre nach dem ersten Angucken finde ich den Film ein wenig wortlastig und – sagen wir mal-nicht ganz so spannend. Wir sind halt verwöhnt inzwischen. ABER: meine Mutter spielte mit und weitere Kolleginnen und Kollegen der Freilichtbühne Mannheim, viele inzwischen verstorben. Von daher: Es war ein wundervoller aufregender Film für mich!


  • ERwin Henkel • am 9.2.15 um 0:22 Uhr

    Auch mir war dieser Tatort gänzlich unbekannt, obwohl ich damals gern TO angesehen hatte (lieber als heute). Ich glaube, ich war damals Sekundaner, auch so eine Bezeichnung, die längst in Vergessenheit geraten ist.

    War das denn überhaupt ein Tatort?? Eben erst habe ich ihn mir angesehen (aufgezeichnet auf Festplatte), die erste halbe Stunde wunderte ich mich bloß: hatte ich einen falschen Film aufgenommen? Schließlich griff ich zur Fernbedienung, es straffte die Handlung etwas, so könnte man sagen.

    Ein Mann, der nicht weiß, dass er ein Mörder ist. Ein Mörder, der eigentlich ein unbescholtener Mann ist. Ein Fall, der sich am Ende von selber löst. Ein Film, der unendlich viel Ruhe ausstrahlt, abgesehen von einer kurzen Szene, wo man im Polizeiwagen mit Blaulicht und Tatü-tata durch Mannheim rast, Polizei in uralten Uniformen, bevor diese bundesgrün wurden, was ja nun auch schon wieder Geschichte ist. Zitterten wir damals wirklich vor der Bildröhre, angesichts von so viel Spannung??

    Ich bin froh, dass der Sender diesen Film ausgegraben hat, auch wenn ich nicht gern an diese Zeit erinnert werde. Sie war längst nicht so toll, wie altgediente Hippies es uns glauben machen wollen. Spießig irgendwie. Und man musste Latein lernen…

    Ich würde mir wünschen, dass dieser Film noch einmal über den Sender kommt… falls es dann überhaupt noch ‚Sender‘ gibt, so in 30 – 40 Jahren… Den TO wird es dann sicherlich immer noch geben, es gibt ja noch so viele Provinzkäffer in Deutschland, die immer noch kein eigenes Ermittlerteam haben…. :D

    3 Sterne, die Altersmilde hat schon eingesetzt…


  • tanzmaus • am 13.2.15 um 0:55 Uhr

    Die TO früher waren alle besser? Dieser jedenfalls ist aus heutiger Sicht äußerst laaaaaangatmig, obwohl er eigentlich total kurz ausfällt. Trotzdem: als historisches Dokument sehr interessant.


  • Norbert • am 16.2.15 um 1:10 Uhr

    Ich war damals „Sextaner“ – so nannte man die Anfänger auf dem Gymnasium, als diese Folge zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Als 11-jähriger erlaubten mir meine Eltern den „Tatort“ noch nicht. Fast 45 Jahre später kam ich endlich mal zum Genuß dieser Folge :-) Die Zeiten waren wirklich so, wie im Film dargestellt. Für heutige Verhältnisse spießig und überholt wirkend, aber für mich ein echter Flashback.


  • Uwe • am 4.6.18 um 9:21 Uhr

    In der Filmbeschreibung steht, der Matrose trifft auf offener Straße auf sein ahnungsloses Opfer Joachim Fehrlein, an dem er seine angestauten Aggressionen auslässt. Blind vor Wut, provoziert er den friedfertigen Passanten, zieht ein Messer – und sticht zu. Immer und immer wieder.
    Das stimmt doch überhaupt nicht. Der junge Matrose war völlig entäuscht, die große Liebe war ein großer Reinfall, die ihm noch sein Geld aus der Tasche gezogen hat. Er lief nun ohne Geld und ohne Bleibe durch die Gegend, da kläffte in ein Hund an. In seinem Schreck hat er dem Hund dann einen Tritt gegeben. Dann machte das ältere Besitzer-Paar des Hundes einen Aufstand. Der Matrose haute ab, aber die Alte zeterte auf offener Straße und schrie nach der Polizei. Daraufhin nahm ein Mann die Verfolgung auf. Der Matrose wollte weglaufen, doch der Mann holte ihn ein und wollte ihn niederringen. Der Matrose wollte sich aus dem Griff befreien, als das nicht gelang zog er sein Messer um den Angreifer loszuwerden. Es bestand keine Tötungsabsicht. Er stellte sich etwas später freiwillig, war geschockt, als er vom Kommissar erfuhr, das der Mann tot war.


  • Dirk • am 20.10.18 um 20:41 Uhr

    @ Uwe
    Drei Rosen für den Staatsanwalt. Prima.


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