Tatort Folge 102: Zweierlei Knoten



Erscheinungsjahr: 1979
Kommissar: Lutz
Ort: Tatort Stuttgart


  6 Meinungen
Tatort Folge 102: Zweierlei Knoten 4 6

„Zweierlei Knoten“ ist kein leichter Fall für Kommissar Eugen Lutz (Werner Schuhmacher), der für die Kriminalpolizei in Baden-Württemberg tätig ist:

Wenzel Hirmer ist ein verurteilter Triebverbrecher. Auf bestialische Weise hat er zwei Mädchen ermordet. Die damaligen Ermittlungen ergaben, dass Hirmer seine Opfer offensichtlich aus sexuellen Motiven umgebracht hat. Das Urteil: lebenslänglich. Der Psychotherapeut Professor Pabst behandelte den Insassen 15 Jahre lang, bis er durch ein positives Gutachten Hirmers Entlassung erwirken konnte.

Nun ist der zweifache Mörder zu Beginn des Tatorts „Zweierlei Knoten“ also wieder auf freiem Fuß. Die 15 Jahre im Gefängnis sind an dem Mann nicht spurlos vorbeigegangen: Aus dem ehemals lauten triebgesteuerten Mann ist ein ruhiger und nachdenklicher Mensch geworden. Hirmer hat gelernt, sich seiner Umgebung anzupassen. Allerdings gibt der behandelnde Arzt zu bedenken, dass der ehemalige Triebtäter durchaus rückfällig werden könnte.

Zurück in der Freiheit ist Wenzel Hirmer unsicher – wie wird sein Leben nun weitergehen? Er muss sich eine neue Arbeit suchen. Mit dem bisschen Geld, das er angespart hat, kommt er nicht weit. Auch ein soziales Umfeld muss sich der Ex-Häftling neu erschließen. Alle früheren Freunde und Bekannte haben sich von ihm distanziert oder sind nicht mehr aufzufinden. Es ist eine große Herausforderung, die auf den Mann wartet.

Als eines Nachts eine Mädchenleiche in Wenzels Wohnung auftaucht, ruft der seinen Vertrauten Prof. Papst an. Verzweifelt erklärt er dem Gefängnispsychologen, das ermordete Mädchen niemals zuvor gesehen oder gar angerührt zu haben. Er habe es nicht getötet! Papst verspricht dem Mann am Telefon, ihm zu helfen – dennoch muss er die Polizei verständigen und den Leichenfund melden. Kommissar Lutz und sein Assistent Wagner (Frank Strecker) suchen sofort den Tatort im Fall „Zweierlei Knoten“ auf. Und tatsächlich ist das Opfer so gefesselt, wie Wenzel Hirmer in der Vergangenheit bei seinen Taten vorging. Die Beweislage ist erdrückend. Ist Hirmer in alte Verhaltensmuster zurückgefallen, wie es der Arzt prognostiziert hat?

Im Verhör behauptet der mutmaßliche Mörder auch der Kripo gegenüber vehement, die Tat nicht begangen zu haben. Tatort-Hauptkommissar Lutz entdeckt nach weiteren Recherchen im Fall „zweierlei Knoten“ Ungereimtheiten, die Hirmers Aussage stützen. Der wahre Täter scheint dem vorbelasteten Wenzel Hirmer den Mord anhängen zu wollen – wer steckt hinter dem Mord?


Die Dreharbeiten zur Tatort-Folge 102 „Zweierlei Knoten“ mit Ermittler Lutz in der Hauptrolle fanden im August und September 1978 statt; gedreht wurde in Stuttgart, Ludwigsburg, Mannheim und im Studio 4 des SDR. Am 29. Juli 1979 ging die Folge erstmals in der ARD auf Sendung.

Besetzung
Gabriela Badura · Karin Frey · Hansjürgen Gerth · Peter Glombik · Klaus Götte · Karl-Heinz von Hassel · Franz Günter Heider · Anfried Krämer · Annetraut Lutz · Carolin Ohrner · Ulrich Popp · Gabriele Rolle · Dieter Rössler · Hans Schulze · Martin Schwab · Dietz Werner Steck · Herbert Steinmetz · Frank Strecker · Heinz Weiss · Rainer Will

Stab
Regie – Theo Mezger
Buch – Karl Heinz Willschrei
Kamera – Justus Pankau
Schnitt – Hans Trollst
Musik – Jonas C. Haefeli
Produktion – SDR


6 Meinungen zum Tatort Folge 102: Zweierlei Knoten

  • Dirk • am 15.7.15 um 21:14 Uhr

    Der Tatort Nummer 102 aus Stuttgart. Hauptkommissar Lutz und sein Wagner ermitteln im Fall eines vermeintlichen Sexualmordes, den ein aus der Haft entlassender zweifacher Mädchenmörder begangen haben soll. Um das Ganze abzukürzen: Der Triebmörder war es nicht, sein Therapeut versuchte ihm, bestens mit seinen Taten vertraut, den Mord an einer jungen Frau anzuhängen, welche sein Sohn im Affekt und aus Eifersucht begangen hat. Der einzige Det diesem Tatort-Thrillerchen war meines Erachtens der Gefängnisdirektor, einen der längeren Kälte ausgesetzten Schön-Denkers. Fehlte nur noch der Hinweis: Personen und Orte dieses Spielfilms sind frei erfunden. Den habe ich aber überlesen. Ehrlich.


  • Al.Ter • am 6.6.21 um 18:15 Uhr

    „Ick wund’re mir und staune“: Erst ein Kommentar! Wurde der so selten gesendet?

    Wenn man fernsehserien.de Glauben schenken darf, lief er vor fast 20 Jahren am 31. August 2001 zum letzten Mal – umso erfreulicher, ihn im korrekten 4:3-Format wieder mal sehen zu dürfen!

    Liegt das womöglich daran, daß diese Folge den Zuschauer nicht so wirklich mitreißt? Sie kommt etwas schwäbisch behäbig daher und ist eher als Psycho-Kammerspiel inszeniert, immerhin garniert mit einer Actionszene, in der Lutz durch beherztes Zugreifen den Sprung des Verdächtigen Hirmer vom Kran im Binnenhafen gerade noch verhindern kann.
    Also wieder einmal das Motiv Binnenhafen, diesmal der in Mannheim – und Knoten! Moment mal, hatten wir sowas ähnliches nicht erst kürzlich? Genau, man vgl. die vor kurzem gelaufenen Folge ‚Kneipenbekanntschaft‘, in der eine Mastwurf-Schlinge den Täter überführte.
    Aufgemerkt: Kenntnisse in der Knotenkunde, sei’s christl. Seefahrt oder Marine, sind beim TO immer von Vorteil!

    Der Plot ist durchaus spannend, dazu eine gut sortierte Darstellerriege, handwerklich ohne Fehl und Tadel umgesetzt, dennoch will der Funke nicht so recht überspringen, trotz des renommierten Gespanns Mezger/Willschrei – beide Regie- und Drehbuch-Urgesteine im deutschen TV: Erstgenannter war allein bei 16 TOen als Regisseur tätig (auch b.d. vierteiligen ‚Raumpatrouille‘-Serie von 1966 und der Neuverfilmung von 2003), Willschrei verfaßte um die 150 Drehbücher, unter den neun TOen finden sich z.B. die Preziosen ‚Zweikampf‘ und ‚Rot-rot-tot‘.

    Schreibmaschine mit Kohlepapier für doppelte Durchschläge, Baugerüste aus Holz statt Stahl & Alu, Telefonzellen sind gelb und Tennisschläger aus Holz; Tastentelefone (FeTap 751) setzen sich allmählich durch – wir befinden uns ausgangs der 70er Jahre.
    Da darf natürlich die ‚Ballade pour Adeline‘ nicht fehlen, musikal. Background so vieler deutscher zeitgenössischer Krimis (‚Der Alte‘ etc. pp. – wer zählt die Folgen, nennt die Namen?) und begegnete uns zuletzt in Haferkamps ‚Rechnung mit einer Unbekannten‘.

    Es deutet sich an, daß es hier mehr um eine Beziehungstat denn einen Mord aus sexuellen Motiven geht, als der Sohn mitten in die Therapiesitzung platzt, euphorisiert von seiner Variante der Sizilianischen Eröffnung berichtet und wenig später eine junge blonde Schönheit das Haus des Professors verläßt: Nämlich Carolin Ohrner, die Halbschwester von Thomas, mit dem sie 1976 zusammen im Kinder-Krimi ‚Haus der Krokodile‘ spielte, ist seit den 90er Jahren jedoch nicht mehr im TV zu sehen, sondern mit Nachnamen Frydman heute als Schmuckdesignerin tätig.

    Mit an Bord ist ‚Käpt’n‘ Heinz Weiss bei seinem dritten und letzten TO-Auftritt, ebenso der allgegenwärtige Karl-Heinz von Hassel; Herbert Steinmetz als Kriminalrat a.D. zeigt uns die Knotentechniken Palstek und Webeleinstek (=Mastwurf); während ‚Noch-nicht-Bienzle‘-Staeck als JVA-Volllzugsbeamter in einer winzigen Nebenrolle zu sehen ist.
    Die Hauptprotagonisten Krämer und Will sind eher im Theater beheimatet als bei TV & Film, genau wie Martin Schwab: Der ist Burgschauspieler, seine Filmografie weist genau drei TV-Produktionen aus – alles Tatorte!

    Früher als der Chef ist Wagner auf der richtigen Spur, sein eigenmächtiges Vorgehen mit der Demonstration der Knotentechnik an der Sekretärin war clever – die heißt in der Rolle Elke Porzer/Potzer (schwer verständlich), im wahren Leben Annetraut Lutz – gut, das muß man nicht wissen, find ich aber drollig!

    „Die Haftanstalt, das war mein Zuhause“, sagt Hirmer. Zum Schluß qualmt der Schlot der ‚Erika‘ – so als ob der ausgediente Kahn eine schöne Bleibe für den Ex-Seemann wäre…


  • Paul • am 12.6.21 um 0:59 Uhr

    Kann man sich bei Gelegenheit mal antun.


  • KlausiStuttgart • am 13.6.21 um 13:25 Uhr

    Diesen Tatort fand ich gar nicht schlecht. Gemütlich spannend gemacht, obwohl man immer mehr ahnt, worauf es hinausläuft. Schönes Eintauchen in die 70er Jahre. Die Stimmung dieser Zeit kommt sehr gut rüber. Der Mannheimer Hafen war ja schon ein Thema in „Auf offener Straße“.
    Ich mag diese Art von Filmen, leicht unscharf und mit Farbstich. Über das Format kann man natürlich streiten: Einerseits ist das Originalformat 4:3 gut, andererseits sorgt es für Eierköpfe, wenn man den Film auf einem Gerät anschaut, das sich nicht umstellen lässt.
    Vielen Dank an Al.Ter für die vielen Hintergrundinfos!


  • Tim • am 14.6.21 um 17:33 Uhr

    Habe diesen Tatort leider verpasst, weil mein Rekorder versagt hat (schade, dass solche alten Perlen immer so spät laufen und daher aufgezeichnet werden müssen)
    Wer kann helfen?


  • KlausiStuttgart • am 17.6.21 um 20:53 Uhr

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