Kurz und knapp – darum geht’s
Eine nächtliche Verkehrskontrolle endet in einer Tragödie: Ein junger Mann flieht in Panik vor der Polizei und wird von einer Straßenbahn erfasst. Der Streifenpolizist Frank Lorenz ist überzeugt, dass der Tote von der russischen Mafia in den Tod gehetzt wurde, doch seine Theorie stößt bei den ermittelnden Kommissaren auf geteilte Meinungen. Während Freddy Schenk seinem alten Kollegen aus Polizeischultagen glaubt, bleibt Max Ballauf skeptisch – bis Lorenz‘ eigenmächtige Nachforschungen die Kommissare zu einer russischen Familie führen. Als die beiden Ermittler einem möglichen Maulwurf in den eigenen Reihen auf die Spur kommen, geraten sie selbst in eine gefährliche Schusslinie zwischen Wahrheit und Wahn…
Inhalt der Tatort-Folge „Weiter, immer weiter“
Fahles Laternenlicht spiegelt sich in den nassen Straßen Kölns. Streifenpolizist Frank Lorenz steht mit seiner jüngeren Kollegin Vera Kreykamp gelangweilt an einer Unterführung, als plötzlich ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit heranrast. „Halt, Polizei!“, brüllt Lorenz und stellt sich mitten auf die Fahrbahn. Was dann passiert, lässt die Beamten erstarren: Der Fahrer reißt die Tür auf, springt aus dem Wagen und rennt in Panik über die Gleise – direkt vor eine herannahende Straßenbahn.
Für den 25-jährigen Pascal Pohl kommt jede Hilfe zu spät. Doch während Vera noch unter Schock steht, bemerkt Lorenz einen dunklen Geländewagen, der am Unfallort vorbeifährt. „Das war die russische Mafia“, behauptet er später im Präsidium gegenüber den Kriminalhauptkommissaren Max Ballauf und Freddy Schenk, die wegen der im Auto des Opfers gefundenen Drogen hinzugezogen wurden. „Die haben den Jungen in den Tod getrieben!“
Das Kölner Ermittlerduo befindet sich mitten im chaotischen Umzug in neue Büroräume. „Die haben Köln geteilt“, stellt Ballauf entrüstet fest, als er den zerschnittenen Stadtplan an der Wand betrachtet, der jahrelang über seinem Schreibtisch hing. Trotz der Umstände nehmen sie die Ermittlungen auf, die von Anfang an für Konflikte sorgen: Während Schenk seinem alten Kumpel „Schenki“ nennt ihn Lorenz noch aus Polizeischultagen – Glauben schenkt, zweifelt Ballauf an dessen Zurechnungsfähigkeit. „Es gibt keine Beweise für diese Theorie“, knurrt er, als Lorenz von bewaffneten Männern mit Stern-Tätowierungen am Hals spricht, die angeblich im Wagen saßen.
Die Spur führt zur russischen Familie Nikitin, die in Köln ein Feinkostunternehmen betreibt. Die elegante, aber kühle Geschäftsführerin Irina Nikitina und ihr Sohn Nikolaj geben sich ahnungslos, als die Kommissare sie befragen. Auch der wohlhabende Hotelier Roman Beresow, der Geschäftsbeziehungen zu den Nikitins unterhält, streitet jede Verbindung zu Drogengeschäften oder dem Tod des jungen Mannes ab.
Während die offiziellen Ermittlungen im Sand verlaufen, nimmt Lorenz die Sache selbst in die Hand. Wie ein rastloser Schatten streift er durch die nächtliche Stadt, angetrieben von seinem Verdacht und der Überzeugung, dass ein Maulwurf in den Reihen der Polizei die russische Mafia schützt. Seine einzigen Ruhemomente findet er in Gesprächen mit seiner Schwester Mecki, die ihn zur Besonnenheit mahnt – doch der Fall hat ihn längst wie ein Fieber erfasst.
Die Spannung zwischen den Kommissaren wächst wie ein dunkler Riss, als Mirko Pohl, der trauernde Bruder des Opfers, von Lorenz erfährt, wer angeblich für den Tod seines Bruders verantwortlich ist. Als er bewaffnet in das Delikatessengeschäft der Nikitins stürmt, überschlagen sich die Ereignisse. Die Ermittlungen gleichen nun einer Fahrt durch einen dichten Nebel, in dem Wahrheit und Einbildung verschwimmen, und führen zu einer Enthüllung, die selbst erfahrene Ermittler wie Ballauf und Schenk erschüttert.
Hinter den Kulissen
Der WDR-Tatort „Weiter, immer weiter“ wurde vom 4. April bis zum 7. Mai 2018 in Köln und Umgebung gedreht. Die Produktion der Bavaria Fiction GmbH unter der Regie von Sebastian Ko stellt den 74. gemeinsamen Fall für die Ermittler Ballauf und Schenk dar, die seit 1997 – also bereits seit mehr als 21 Jahren – als Team in Köln ermitteln.
In den Hauptrollen sind wie gewohnt Klaus J. Behrendt als Max Ballauf und Dietmar Bär als Freddy Schenk zu sehen. Als Gastkünstler brilliert der Schweizer Schauspieler Roeland Wiesnekker in der komplexen Rolle des Streifenpolizisten Frank Lorenz, der zuvor schon als Kommissariatsleiter Henning Riefenstahl im Tatort Frankfurt zu sehen war. In weiteren Rollen überzeugen Roland Riebeling als schlafmütziger Assistent Norbert Jütte, Laina Schwarz als Polizistin Vera Kreykamp und Vladimir Burlakov als Nikolaj Nikitin.
Die Erstausstrahlung am 6. Januar 2019 erreichte beachtliche 10,57 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 29,1% für Das Erste. Der Tatort war damit der erfolgreichste Fernsehfilm des Tages und übertraf damit sogar die Erwartungen des Senders.
Als interessantes Detail am Rande: Der Titel „Weiter, immer weiter“ bezieht sich auf eine Philosophie des Polizisten Lorenz, der nach traumatischen Erlebnissen lieber weitermacht, statt innezuhalten – ähnlich einem abgeworfenen Reiter, der sofort wieder aufs Pferd steigen muss, um keine Angst zu entwickeln. Die Drehbuchautoren Arne Nolting und Jan Martin Scharf, die für ihre Arbeit an der Serie „Club der roten Bänder“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurden, wollten mit diesem Fall den harten Arbeitsalltag einfacher Streifenpolizisten thematisieren und die Frage stellen: Was passiert, wenn diese Belastung auf eine instabile Persönlichkeit trifft?
Regisseur Sebastian Ko, der zuvor bereits die Tatort-Einsätze „Kartenhaus“, „Wacht am Rhein“ und „Mitgehangen“ mit Ballauf und Schenk inszeniert hatte, schuf mit „Weiter, immer weiter“ einen atmosphärisch dichten Krimi, der die Grenzen zwischen Realität und Wahnvorstellungen kunstvoll verschwimmen lässt und damit zum Nachdenken über Wahrheit, Wahrnehmung und Loyalität anregt.
„Zwischen den Freunden Ballauf und Schenk kracht es.“ Das ist ja mal was ganz Neues. Und wenn nun auch noch der Polizist Frank Lorenz der Maulwurf bei der Polizei wäre, bei dessen Anblick Pascal Pohl panisch in den Tod rennt, dann wäre des Staunens kein Ende.
Mit dem Verdacht gegen die Russenmafia ist es vermutlich nicht weit her. Zum einen lenkt ja Lorenz selbst den Verdacht darauf und verbeißt sich anscheinend in seine These, zum anderen wäre es ausländerfeindlich, Ausländer als Haupttäter einzusetzen. Erfahrungsgemäß ist ein Verdacht gegen Mafien häufig ein blindes Motiv. So wird der wackere Lorenz wohl doch einen anderen Auftraggeber haben, sofern er nicht sein eigenens Ding dreht. – Andererseits: Die Russen unter Putin sind weithin zum Abschuß freigegeben. Genug der Spekulationen.
Sehr richtig, @Gottlieb, die Russen sind weithin zum Abschuss freigegeben (aber nicht erst unter Putin). Das heißt, es wäre eben nicht ausländerfeindlich, wenn’s die Russen gewesen wären. Ausländerfeindlich wäre es, so weit ich sehe, vor allem dann, wenn es Araber oder Afrikaner gewesen wären. Also werden die es auch im neuen Köln-Tatort nicht gewesen sein, wage ich zu prophezeien. (Außer, es gäbe darin noch einen einheimischen Bösewicht, der den ausländischen mindestens ebenbürtig ist in puncto Bosheit. Das würde für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen, d.h. dann dürften auch Araber oder Afrikaner unter den Tätern sein. Aber nur dann. Und nur „auch“.)
Wenn Lorenz der Polizei-Bösewicht ist, können es die Russen eigentlich nicht gewesen sein, da er ja den Verdacht auf die Russen-Mafia lenkt. Andererseits wäre es wohl doch zu plump, wenn plötzlich noch ein „rechter“ oder „Nazi-„Drahtzieher auftauchte. Diese Geschichte wäre selbst für Agitprop-Zwecke zu primitiv. Aber vielleicht gibt es da noch einen urdeutschen, fiesen Kapitalisten und Immobilienbesitzer oder Umweltzerstörer? Verehrter Till Schneider, es wird Zeit, daß ein halbwegs aufgeklärter Geist das Drehbuch zum ultimativen politisch korrekten Krimi verfaßt. Ich habe das mal bei einem Münsteraner Tatort versucht, wo es um polnisch-rumänische Spargelstecher geht. Leider hat der WDR mein Angebot, das in entscheidenden Punkten verbesserte und zur Klarheit gebrachte Drehbuch nochmals zu verfilmen. nicht angenommen.
Ich habe mir die Sache noch einmal besetzungstechnisch überlegt, werter Gottlieb: Wenn Roeland Wiesnekker im Frankfurter Tatort bei den Guten ist, was er ja tatsächlich ist, dann wäre es schon seltsam, wenn er hier plötzlich als Polizei-Bösewicht hingehängt würde. Die Tatort-Oberaufsicht weiß doch bestimmt genau, dass die Tatort-Gemeinde über ein Gut-Böse-Gedächtnis verfügt, und würde den Casting-Patzer „Wiesnekker als Bösewicht“ kaum durchgehen lassen. Deshalb vermute ich: Es waren eben doch die Russen, und Wiesnekker ist einfach ein besonders engagierter Polizist, der trotz Ermittlungsverbot dranbleibt, um selbige endlich zur Strecke zu bringen. Lesen Sie daraufhin nochmal den letzten Absatz der Beschreibung, vielleicht kommen Sie zum selben Schluss.
Übrigens, a propos Casting: Wenn z.B. der Schauspieler Werner Woelbern im Tatort aufkreuzt, dann weiß der Zuschauer aufgrund seines Gut-Böse-Gedächtnisses genau, dass der ins Kröpfchen gehört. Und zwar erst recht, wenn er einen Polizisten markiert, denn Woelbern ist geradezu abonniert auf miese, fiese, steuerbordlastige Polizei-Maulwürfe im Tatort.
Endlich mal wieder ein guter Tatort! Die Kölner sind super!,
Seit langem mal wieder ein richtig guter und spannender Tatort, der trotzdem etwas anders war als die typischen.
Hoffentlich geht das Jahr auf diesem Niveau weiter…..
Etwas beim Film „Beautiful Mind“ geklaut, aber immerhin gut. Leider war schon recht früh klar, dass er sich da was zusammen spinnert. Und schade, dasses mit seinem Tod enden musste. Ansonsten hab ich mich gut unterhalten gefühlt.
Guten Abend, ich habe eine Frage zum letzten Schauplatz in diesem Tatort: Ist der nun in Düsseldorf oder Köln und wo hier oder dort genau, wisst ihr das?
Dieser Tatort macht nachdenklich.
Überlastung, persönliches Schicksal, Tragödie.
Lassen wir mal das gerne zu Recht oder zu Unrecht verwendete Klischee der Russen-Bosse mal aussen vor – die Tragik des Polizisten und seine vermeintlichen Wahrnehmungen waren aus meiner Sicht überzeugend dargestellt, wenn mir auch oftmals die Zusammenhänge ein wenig verloren gingen.
Kein Tatort voller Spannungsbögen – dennoch ansehnlich und unterhaltsam. Es gab aber sicher auch schon besseres Kölner Material. Durchschnittskost.
Daumen hoch für den Tatort, mit Schwächen in der 1. Hälfte.
Wie heißt das Musikstück mit dem Chor in der Schlussphase?
Meine lieblings Kommissare. Dieses tollen Restaurant ist das in Köln??
Wer kann mir was zum letzten Lied vor dem Abspann sagen?
(Hintergrundmusik zum Showdown)
Danke im Vorraus
Chris
@Till und Gottlieb :
wenn ich Eure Kommentare so lese, drängt sich mir der Verdacht auf dass Ihr ein ähnliches Problem habt wie der Beamte Lorenz.
Also ich habe eben einen klasse Krimi gesehen!
Spannender und unterhaltsamer Tatort, der zum Ende betroffen macht.
Zehnmal besser wie der thematisch vergleichbare „Damian“.
Inzwischen freue ich mich schon, wenn zwischendrin bei einem Tatort nicht der Griff zur Fernbedienung reizt….
Die Parallelen zum Schwarzwald-Tatort waren wirklich deutlich. Kommt beim Tatort leider immer wieder vor, dass sich Themen in kurzen Abständen wiederholen, da scheint keine Koordination zwischen den Sendern stattzufinden. Das Thema war schon interessant, die Umsetzung aber zäh und wesentlich simpler als bei der Folge aus Freiburg.
ohne große Umschweife zu machen – einfach guter TO aus Köln – spannend von der ersten bis zur letzten Sekunde – als Tatortfan ist man bei dieser Produktion absolut auf seine Kosten gekommen – was man wie üblich auch von Ballauf und Schenk erwarten kann – blos nicht aufhören !!!
war´s jetzt eigentlich die Russenmafia oder doch nur Einbildung von Lornez?
Komisch, wie viele hier einige schon im Thema „Russen“ geschrieben haben, ohne den Tatort gesehen zu haben. Und klar, alle waren falsch. Ein junger Russe hat Kaviar geschmuggelt, es war ihr größtes Verbrechen in der heutigen Folge…
Na, zurück zum Tatort. Ich habe drei Sterne gegeben. Dabei war der heutige Tatort alles aber nicht mittelmäßig. Ich muss aber noch überlegen, ob er sehr gut oder sehr schlecht war. Eigentlich eine tolle, interessante und spannende Geschichte, ich mag aber nicht, wenn einiges uns gezeigt wird, was gar nicht geschehen ist. Komisch, wenn „Fjodor“ in der Waschanlage zuerst in den Wagen einstieg, dachte ich, hey, wieso war das Innere des Autos nicht naß geworden? Doch ich dachte, es war ein Fehler des Buches oder der Regie – es sollte eher ein Zeichen sein, dass es so nicht wahr ist, dass Lorenz es nur träumt. Hätte man mehr Vertrauen im Buch/Regie, wäre der Fall schon früher klar geworden.
OK, die Idee kann bestritten werden, aber Regie und Schauspielern waren sicher sehr gut.
Oh, eine Anmerkung: das kölsche Polizeipräsidium liegt in Kalk, und nicht in der Altstadt zwischen dem Dom und der Gereonkirche ;-)
(P.S.: den letzten Schwarzwald-Tatort habe ich verpasst, so für mich gab’s im heutigen Tatort keine Wiederholung eines Thema).
Nach „Damian“ schon wieder ein Irrer mit eigener Parallel-Realität…
Aber doch recht originell und sehr überraschend. Der russische Onkel und sein Anwalt agierten dermaßen überheblich und siegessicher, dass man als Zuschauer nicht anders konnte, als den falschen Fährten der Drehbuchautoren auf den Leim zu gehen. In diesem Zusammenhang war auch die Sache mit dem Oldtimer, der sich als Modell rausstellt recht amüsant.
Alles in allem ein gelungener kurzweiliger Tatort, der sich seine fünf Sterne redlich verdient hat.
Klasse Krimi aus Köln. Wie immer, möchte ich meinen! Schon lange vor den Düsseldorfer Kontakten von Ballauf wird die Problematik augenfällig. Sehr gut gespielt von R. Wiesnekker, wurde die Figur Lorenz aber nie langweilig oder unglaubwürdig. Attila @ Der „falsche“ Standort sei verziehn, wenn der Zuschauer dafür einige schöne Dom Kulissen gezeigt bekommen kann.
5 Sterne
Guter Tatort und mal ein wunderbar geistreiches Geplänkel zwischen Till und Gottlieb.
5 Sterne Tatort – einfach TOP so wie ein Tatortkrimi sein muss. Mit einer nicht zu erwartenden Lösung am Ende. Zwar hat Lorenz einen Geländewagen gesehen, Schenki oder Ballauf geben dann die Fahndung nach einem Lieferwagen in Auftrag. Schon nicht ganz dasselbe liebe TO-Macher, oder.
Sonst überhaupt keine Kritik meinerseits. Grosses Lob für R. Wiesnekker.
Kölner Tatort sind fast immer Spitze.
Dieser Tatort ist im wesentlichen ein gekünstelter Quatsch. Von Anfang an ist für einen geübten Krimi-Konsumenten ziemlich klar, daß der Polizist der Übeltäter ist und die Russen selbstverständlich keinerlei Schuld trifft. Damit aber irgendwie noch Spannung erzeugt werden kann, muß der Zuschauer an der Nase herumgeführt werden, indem eine zweite „Realität“ aus dem Wahn des Polizisten erscheint. Vom Zuschauer ist das kaum zu durchschauen. Hinzu kommen die üblichen hochemotionalen Konflikte, von denen man langsam die Nase voll hat. Schließlich wird dann doch die korrekte Auflösung präsentiert: Der Ausländerfeind ist Psychopath und umgekehrt. Die Russen dagegen sind harmlose Opfer, die sich, wenn auch nicht ganz legal, im Handel betätigen. „Import – Export“ hätte es bei Matula geheißen. Der Schluß ist besonders melodramatisch gestaltet: Zuerst redet Schenk mit suggestiver Mimik minutenlang auf den Psychopathen ein, um dessen Leben zu retten, während der ausreichend Gelegenheit hätte, den Rest der russischen Sippe auch noch zu ermorden. Danach gibt der Psychopath auf, obwohl dafür kein plausibler Grund vorliegt, da Schenks Spiel von seinem Gegenüber, das ja über alles im Bilde ist, leicht durchschaut werden könnte. Als schon alles in trockenen Tüchern zu sein scheint, gibt es noch eine Wendung, die wiederum nicht recht einleuchtet. Jetzt wird der Ausländerfeind doch noch zur Strecke gebracht, und zwar unter den entsetzten Blicken unserer beiden Gutmenschen. Die gesamte lange Schlußphase ist einfach nur schlechtes Theater. Fazit: Ich hätte besser auf Sabine gehört.
Hallo Fans
Ja, der war heute gut. Sehr gute Schauspieler.
So gegen 21 Uhr bekam ich meine ersten Zweifel, was den guten Lorenz anging.
Ich legte mir ein Szenario zurecht, wo er tatsächlich Infos von allerhöchster Brisanz hatte, und dann von den osteuropäischen Gangstern aus dem Weg geräumt wird. Aber es entsstand auch Zweitszenario. Irgendwas stimmt nicht. Das Engagement von Lorenz war irgendwie seltsam intensiv…
Und wer hätte das gedacht, so wie es Schenk sagte, Jütte ist der Maulwurf der Russen. ;)
Musik war spitze. Der Chorus zum Schluß mit dem Schicksal von Oberkomissar Lorenz…hat mich dann doch ergriffen.
Empfehlung.
@Gottlieb: Lorenz war kein Psychopath. Außerdem heißt das jetzt „antisoziale Persönlichkeitsstörung“.
Alles was ich über Psychologie weiß, und das is nicht viel, haben Leute mit dieser Störung, mehr oder minder schwer, Schwierigkeiten mit Empathie.
Das trifft meiner Meinung nach nicht auf Lorenz zu.
der einzige Fehler, den man hier jemandem vorwerfen kann, haben nicht die Drehbuchautoren, sondern die ARD gemacht, indem sie zwei ähnliche Tatorte so kurz hintereinander wegsendet. Denn sowohl „Damian“ als auch „Weiter, immer weiter“ sind auf ihre eigene Weise perfekt gemacht.
Bei beiden Filmen ist der Clou (Damian’s Freund; Lorenz‘ Schwester/Informant existieren nicht) schon nach ein paar Minuten durchschaut, doch das mindert nicht das Vergnügen daran zu beobchten, was die Macher sich alles haben einfallen lassen, um diese Tatsache zu verschleiern. bzw Hinweise zu geben.
so waren die einzig überraschenden Wendungen die Tatsache, daß Lorenz Beresow schon einmal etwas anhängen wollte und der Zustand der Wohnung. Zum Glück hatte man vorher schon erfahren, daß die Schwester auch ganz „offiziell“ tot war — ich hatte schon ein bißchen angst, daß die da sonst im Sessel sitzt wie weiland Norman Bates‘ Mutti.
man bekam also einen gut gemachten, glaubwürdigen Paranoia-Krimi mit sehr guten Darstellern.
alle Daumen hoch! und weiter so :-)
ich bin wirklich froh, daß die Macher sich heutzutage ein bißchen was originelles trauen, anstatt immer nur weiter Krimis für den DATZ (dümmsten anzunehmenden
Tatort-Zuschauer) abzukurbeln, weil die nichts anderes wollen als immer die gleiche 08/15-Ware.
@ ADbar
die Szene in der Waschstraße (Überwachungsvideo) hatte eher was von Fight Club ;-)
Die Tatorte der letzten Wochen und Monatewurden nach und nach zur Qual. Kaum Ausnahmen. Die Inhalte sind weit entfernt von einem interessanten und spannenden Krimi.
Es werden Sendung für Sendung Psychogramme über Kommissare/-innen und ihr Umfeld aufgebläht. Mal als Ausnahme, okay, aber als Sendeprinzip, nicht mehr erträglich. Oft auch unglaubwürdig und überzogen.
Es ist in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte über innere Sicherheit auch äußerst brisant, wenn einzelne Polizisten als derartig psychisch labil präsentiert werden. Der frische, optimistische, engagierte Polizist/-in wäre momentan erheblich zeitgemäßer. Wir gucken ab sofort keine Tatorte mehr.
Es reicht!
Die letzten Bremer und Frankfurter Tatorte hatte in den letzten 3-4 Jahren noch relevante gesellschaftspolitische Themen als Hintergrund und der Herausforderung damit polizeilich umzugehen.
> Keine missratenen Psycho-Tatorte mehr, wieder mehr spannende Krimi- Handlungen aus polizeilicher Sicht.
@ Garbak
Vielen Dank für die Aufklärung. Da habe ich wirklich etwas gelernt. Unverfänglich wäre es wohl gewesen, von einem psychisch gestörten oder kranken Polizisten zu reden, um es in der Alltagssprache auszudrücken, ohne an einen Fachbegriff zu schrammen. „Psychopath“ heißt wörtlich übersetzt „seelisch Kranker“. So habe ich den Begriff immer gebraucht. Sollen wir diesen häufig benutzten Begriff für den normalen Sprachgebrauch verloren geben, weil sich die Fachleute seiner bemächtigt haben?
„Die Psychopathie ist eine extreme Form der dissozialen Persönlichkeitsstörung“, habe ich gelesen. Aber ich weiß es ja auch nicht.
netdoktor.de/krankheiten/dissoziale-persoenlichkeitsstoerung/
netdoktor.de/krankheiten/dissoziale-persoenlichkeitsstoerung/psychopathie/
@ PrettyHateMachine
Stimmt. ;) War mir gar nicht aufgefallen. Aber besser gut bei zwei Filmen „ausgeliehen“, als schlecht neu erdacht.
Vom Thema her nicht schlecht – aber es war nun mal ein Kölner Tatort…
also leider mal wieder grottenschlecht. Ballauf hat zu Beginn den nicht vorhandenen Fall sehr treffend zusammengefasst: „Ein Drogi ist aus Panik vor den Bullen vor die Bahn gelaufen.“ Habe ich ganz genauso gesehen. Aber Fettbirne Schenk geht seinem abgehalfterten ehemaligen Buddy-Kollegen auf den Psycho-Leim, poltert wie gewohnt blöde herum, und am Ende – holla wie überraschend! – stellt sich heraus, dass das Psychowrack tatsächlich ein Psychowrack ist!
In absolut keinster Weise zu vergleichen mit einem genial gemachten Tatort wie „Damian“.
Natürlich null Sterne, wenn das möglich wäre.
Die Drehbücher für den Kölner Tatort (verglichen mit anderen) werden immer schlechter.
In diesem Fall die dargestellte Handlung unglaubwürdig und man fühlt sich als Zuschauer verarscht.
Außerdem gehört (in jeden Tatort) auch eine soziale Komponente, die es früher auch gab; sei es mit einer nervenden Tochter von Freddy oder generell auch etwas private Aspekte beider Kommissare.
Abgesehen davon fehlt mir der fordernde / gleichzeitig verständnisvolle Vorgesetzte, also der Staatsanwalt.
Es gibt abseits der Tatort-Reihe genug erstklassige Crime-Stories und wenn man sich in einer Serie bewegt, müssten neben der eigentlichen Handlung (die in diesem Fall durch die Umsetzung des Drehbuches total verhauen war) auch mehr „Umfeld“ zeigen; außerdem vermisse ich am Schluss des Kölner Tatortes seit langem die Currywurst und das Kölsch dazu.
Starker Tatort, hat uns sehr gefallen. Hab übrigens den Roeland Wiesnekker in Zürich heute gesprochen. Was für ein toller Kerl.
Gerade im Vergleich zu Damian zeigt dieser TO doch einige Schwächen. Die Idee einen ist gut, die Stimmung düster, die tatsächliche Umsetzung im Film ist aber nur dürftig. Schade. Neben den abgekämpften Kölnern Kommissaren spielen die Nebenrollen von Jütte bis Polizist Lorenz ihre Rollen überzeugend, ein paar Spannungsmomente gibt es aber der Aha-Effekt von dem der RO leben müsste geht leider unter. Durchschnitt.
Das sollte kein Zuschauer vermissen müssen.
Seine Currywurst und sein Kölsch von den Öffentlich-Rechtlichen spendiert zu bekommen oder seine GEZ zurück zu erhalten.
Liebe Tatort Fans,
Ich fand den Tatort aus Köln auch sehr gut und ich finde auch das
die beiden Komisaren Max Ballauf und Freddy Schenk sehr gut sind und ich
finde auch das dieser Tatort spannend war das fand ich überachend sehr
gut auch bei mir ich werde den Tatort aus Köln die besten sterne geben für
meinen besten Freunden Max Ballauf und Freddy Schenk aus Köln sag mal
40 Sterne kriege sie von mir weil ich die beiden sehr gerne mag,
Hammer – der beste Tatort, den ich seit Jahren (!) gesehen habe. Und ich bin nicht gerade ein Köln-Fan.
Ich war 90 Min. gefesselt, konnte 90 Min. den Blick nicht vom Bildschirm lösen.
Vorurteile Russen und Russland gegenüber hin oder her ( ich bin, aufgrund meiner Wurzeln, russlandfreundlich): Der Krimi, der Kriminalfall war exzellent.
Ist eigentlich keinem aufgefallen, dass der Wagen von Lorenz mit 2 verschiedenen Kennzeichen im Film auftaucht? Einerseits mit Kölner und andererseits mit Leverkusener Kennzeichen. Ich glaube nicht, dass es sich dabei um einen Fehler handelt, sondern vielmehr um einen versteckten Hinweis auf seine gespaltene Persönlichkeit.
Da gab es wahrlich bessere TO-Folgen aus Köln.
Sehr guter Tatort!
Der Zuschauer wird zusammen mit Ballauf und Schenck(i) in die Traumwelt des Polizisten geschickt, und erst am Ende versteht man es.
Gut gemacht!
Auch die Musik gefällt mir sehr gut.( wie so oft beim TO Köln)
Ich mag die Figuren, die Roeland Wiesenekker darstellt: Introvertierte, nachdenkliche Menschen, die etwas ‚anders‘ sind (sh. auch ehem. Prag-Krimi, ‚Der Kommissar und …‘). Bitte weiter so!
Komisch, dass man beim Tatort nur die Schauspieler und den Stab angibt. Ausser dem Namen des Komponisten bekommen wir gar nichts. Kein Musiktitel, kein MP3 Link…null. Der Komponist Olaf Didolff sollte die Chance haben, etwas Geld (oder zumindest Ruhm) an dem Tatort zu verdienen. Die Musik mit dem fantastischem Chor in der Endphase war ergreifend; schlicht und einfach ein sehr grosser Moment in the TV Musikgeschichte. Schade, dass uns die Produzenten nicht weiterhelfen; sie geben sich nur selbst an. Schade.