Tatort Folge 1076: Der Turm



Mi 26.12. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2018
Kommissar: Brix und Janneke
Ort: Tatort Frankfurt


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Tatort Folge 1076: Der Turm 0 0

Der Prostituierten-Mord in einem Wolkenkratzer mit dunkelgrauer, kalter Fassade, in dem zwielichtige Geschäftsleute wilde High-Class-Sexpartys nach Feierabend genießen. Welche Tatort-Stadt wäre für eine derartige Kriminalgeschichte wohl besser geeignet als Frankfurt am Main?

Die Hauptkommissare Brix (Wolfram Koch) und die im Dienst verletzte Janneke (Margarita Broich) haben in ihrem achten Einsatz „Der Turm“ alle Hände voll zu tun, das Puzzle rund um die im besagten Hochhaus befindlichen Firmen und Scheinfirmen zusammenzusetzen. Einer der Angestellten ist nämlich mit großer Wahrscheinlichkeit der Mörder – nur wer?

Tatort-Folge 1076 „Der Turm“ bildet den mittlerweile traditionellen Weihnachts-Tatort im Jahr 2018: Am zweiten Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember 2018, wird der TV-Krimi seine Erstausstrahlung in Das Erste erleben. Los geht’s wie immer um 20.15 Uhr, wenn sich der gröbste Feiertagsstress langsam gen Ende neigt, das letzte Geschenk ausgepackt und der Gänsebraten verdaut ist.

Inhalt der Tatort-Folge „Der Turm“

Wo bleibt denn bloß Brix? Hauptkommissarin Anna Janneke packt die Ungeduld. Auch die KTU lässt auf sich warten. Es ist spät in der Nacht, doch für die pflichtbewusste und ehrgeizige Ermittlerin ist das sicher kein Grund, um einfach im Bett zu bleiben. Nein, Janneke hat sich schnell Mantel und Hose über den Schlafanzug gestreift und ist sofort zum Tatort im Bankenviertel Frankfurts gedüst. Hier, am Fuße eines Wolkenkratzers, liegt eine junge Frau mit zertrümmertem Gesicht, gebrochenem Handgelenk und etlichen Blessuren auf den Vorplatz. Die Tote ist nur mit einem Slip bekleidet und liegt mit der Brust auf dem Asphalt, ihren schmalen Rücken zieren Tattoos. Ihr blutender Kopf ist in eine transparente Plastiktüte gehüllt. Selbstmord? Die Theorie eines etwas übereifrigen, jungen Polizisten überzeugt die erfahrene Kriminalhauptkommissarin keineswegs. Die Umstände des Todes schreien förmlich nach Mord.

Anna Janneke nimmt die ersten, oberflächlichen Untersuchungen selbstständig am Leichnam vor, ohne Unterstützung. Sie zückt die große Digitalkamera und hält ihre Beobachtungen im Bild fest. Insbesondere der mächtige Turm, der sich vor ihr in der Nacht aufbäumt, zieht die Aufmerksamkeit der Fahnderin auf sich. – Was war denn das da vorne? Während Janneke kurz mit Brix via Handy Rückspräche hält – der Kollege sitzt hinter einem Straßenreinigungswagen der Stadt im Verkehr fest -, macht die Kommissarin beim Blick durch das Kameraobjektiv eine spannende Entdeckung: Eine Person hat dort oben, in einem beleuchteten Büroteil, gerade eben aus dem Fenster geschaut. Sollte sich der Mörder noch im Gebäude befinden, ist das die Chance, den Verantwortlichen jetzt dingfest zu machen!

Ihren Ermittlungspartner Paul Brix teilt sie am Apparat fix mit, dass sie jetzt in den Turm gehen wird, um der Spur nachzugehen. Trotz dessen Einwände betritt die Frankfurter Kriminalbeamtin mit der Kamera in der Hand das Hochhaus, eine Putzfrau öffnet ihr bereitwillig die Eingangstür. Janneke fährt mit dem Fahrstuhl nach oben, dorthin, wo sie das Licht sah. Sie schießt weitere Fotos – bis es plötzlich Nacht um sie herum wird. Mit blutig geschlagenem Schädel findet sich eine Weile später Hauptkommissar Brix bewusstlos im Lift des Turms liegend.

Im Krankenhaus erwacht Janneke Stunden später. Die Diagnose: Ein Schädel-Hirn-Traum, welches der Beamtin nicht nur ein paar deftige Kopfschmerzen bereitet, sondern zudem Gedächtnislücken beschert. Der besorgte Brix befragt sie noch am Krankenbett zu den Ereignissen in der vergangenen Nacht, aber die benommene Partnerin kann sich partout nicht daran erinnern, was im Turm geschehen ist. Starke Medikamente erschweren ihr das Fassen eines klaren Gedankens zusätzlich zum Trauma. Nur die Aufnahmen aus der Kamera sind ihr geblieben – doch die Fotos zeigen lediglich unscharfe Schemen und verschwommene Innenaufnahmen aus dem Gebäude, fotografisch festgehaltene Fragmente aus Licht und Schatten. Ein brauchbares Bild vom Täter? Fehlanzeige.

Gemeinsam mit dem Kriminalassistenten Jonas macht sich Brix also im HR-Tatort „Der Turm“ vorerst ohne die gehandicapte Janneke daran, den Täter ausfindig zu machen. Doch schnell stoßen die beiden Beamten bei den Recherchen an ihre Grenzen. Das Firmengeflecht, das im Wolkenkratzer seinen Sitz hat, ist alles andere als durchschaubar: „Ist ne ziemlich hermetische Angelegenheit, dieser Turm. Keine Ahnung, was die eigentlich schützen wollen“, erklärt Jonas seinem Chef Brix im Kommissariat resigniert.

Als Paul Brix die Bekanntschaft von zwei jungen Mitarbeitern der Software-Firma KTX Data macht, scheint er endlich einen ersten Fuß in der Tür zu haben. Allerdings schreitet gleich Dr. Rothmann ein, die Rechtsanwältin und Geschäftsführerin des im Turm ansässigen Konzerns. Die selbstbewusste Juristin holt den blutjungen IT-Experten Bijan Merzadi höchstpersönlich aus dem Verhörraum der Kripo Frankfurt heraus – zum großen Erstaunen des überrumpelten Kommissar Brix, dem die Hände gebunden sind. Immer wieder haben Bijan und sein Freund Jonathan im Gespräch auf die „Verschwiegenheitsvereinbarungen“ verwiesen, die sie mit ihrem Arbeitsvertrag unterschrieben haben; nun ahnt Brix, wie streng der Einhaltung dieser Klauseln nachgegangen wird.

Die rechtsmedizinische Untersuchung des Opfers im Fall „Der Turm“ ergibt in der Zwischenzeit, dass Jennifer Traubner vor ihrem Tod mit mehreren Männern Geschlechtsverkehr hatte. Ob einvernehmlich oder nicht, das ist nicht eindeutig festzustellen. Sicher ist nur, dass Jenny bereits vor dem Aufprall auf dem Bürgersteig tot war: Die junge Frau ist erstickt. Es stellt sich außerdem heraus, dass im Turm regelmäßig geheime Sexpartys für die Mitarbeiter und das Management geschmissen wurden. Einen konkreten Tatverdacht hat die Kriminalpolizei allerdings noch immer nicht. „Wir haben gar nichts. Scheiße“, flucht der emotionale Brix.

Weil es Anna Janneke ein persönliches und berufliches Anliegen ist, die Aufklärung im laufenden Fall voranzutreiben, entlässt sie sich gegen die Anraten ihres behandelnden Arztes kurzerhand selbst aus der Klinik. Zuhause schlürft sie den von Fanny servierten Tee und macht sich an die Analyse ihrer geknipsten Bilder vom Tatort. Dabei fällt ihr ein entscheidender Hinweis zum Täter auf …


Seine Premiere erlebt der hessische Tatort „Der Turm“ bereits im September 2018 beim Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein. Das im Film gezeigte Gebäude, in dem sich die Kriminalgeschichte vorwiegend abspielt, ist der leerstehende Turm der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Außerdem sind die örtliche Uniklinik, ein Eros-Center sowie ein Café am Bahnhof, der Theatertunnel und die Taunusanlage im Krimi zu sehen.

Die Filmarbeiten dauerten, etwas länger als bei einer Tatort-Episode üblich, rund sechs Wochen. „Der Turm“ wurde dabei im Zeitraum vom 19. September bis 29. Oktober 2017 abgedreht, um anschließend in die Postproduktion zu gehen.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

Ehrlich, mich hat dieser Tatort nicht gepackt. Dabei ist die Idee gut: Selbst der Polizei gelingt es nicht, ein dubioses Firmenlabyrinth, nach außen hermetisch in einem Stahl-Glas-Konstrukt abgeriegelt, zu durchdringen. Leider verliert sich die Spannung und die Suche nach dem Mörder verläuft im Sande. Zwei weihnachtliche Zimsterne gibt’s dafür von mir.

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

In diesem Frankfurt-Tatort werden etliche Klischees bedient. Reiche Manager feiern ständig heimliche Sexpartys, IT-Nerds sind Milchbubis mit extrem hohen IQ aber wenig sozialer Kompetenz. Gut fand ich, wie die Polizeiarbeit hier gezeigt wird. Auch die Beamten stoßen schon mal an ihre Grenzen und werden dann emotional. Dieser Tatort bewegt sich im oberen Mittelfeld und ist okay für den Weihnachtsfeiertag. „Nice“!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissarin Anna Janneke – Margarita Broich
Hauptkommissar Paul Brix – Wolfram Koch
Kriminalassistent Jonas – Isaak Dentler
Rechtsmediziner Dr. Lorenz – Michael Stange
Staatsanwalt Bachmann – Werner Wölbern
Fanny – Zazie de Paris
Bijan Merzadi – Rauand Taleb
Bijans Mutter – Ilknur Boyraz
Bijans Vater – Husam Chadat
Bijans Kollege und Freund Jonathan – Rouven Israel
Jennys Mutter Antje Trauber – Nele Rosetz
Jennys Vater Traubner – Rüdiger Klink
Jennys WG-Mitbewohnerin Nele – Zoe Moore
Dr. Rothmann, Rechtsanwältin und Geschäftsführerin – Katja Flint
Dr. Bendler, Arzt in der Klinik – Michael Benthin
Krankenschwester – Barbara Stollhans
Beamter – Karsten Jaskiewicz
Frey – Eberhard Dudziak
Fanny – Zazie de Paris
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Lars Henning
Regie – Lars Henning
Kamera – Carol Burandt von Kameke
Schnitt – Stefan Blau
Szenenbild – Annete Reuther
Musik – Jan Žert

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