Tatort Folge 229: Howalds Fall



Erscheinungsjahr: 1990
Kommissar: Howald
Ort: Tatort Bern


  1 Meinung
Tatort Folge 229: Howalds Fall 5 1

Bei der Tatort-Folge 229 „Howalds Fall“ handelt es sich um den ersten Tatort, der vom Schweizer Fernsehen produziert wurde und bei dem der Berner Wachtmeister Walter Howald (Mathias Gnädinger) ermittelt.

In „Howalds Fall“ bekommt es der Ermittler mit einem mysteriösen Waffenhandel zu tun und muss gleichzeitig mit familiären Problemen kämpfen. Der Fahnder ist in seinem ersten und einzigen Tatort „Howalds Fall“ 50 Jahre alt und leitet bei der Berner Stadtpolizei die Gruppe „Leib und Leben“, welche für die Aufklärung von Kapitalverbrechen verantwortlich ist. Nach annähernd 20 Jahren im Dienst wird Howald von seinen Kollegen respektiert, was unter anderem an seiner teils kompromisslosen und manchmal etwas eigenwilligen Art liegt. Im ersten schweizer Tatort hat Howald bei seinen Ermittlungen den 31-jährigen “Detektivwachtmeister mit besonderen Aufgaben” Reto Carlucci (Andrea Zogg) an seiner Seite, dem der Kommissar wegen seiner Gutmütigkeit jedoch an einigen Stellen noch die Realität des Polizeialltags vor Augen führen muss.

Der Fall beginnt mit einem Brief, den der Schweizer Detektivwachtmeister eines Morgens in seinem Briefkasten entdeckt. Der Brief enthält in dem Tatort „Howalds Fall“ eine Kassette mit einem geheimnisvollen anonymen Hinweis, der mit einer verzerrten Stimme auf das Tonband gesprochen wurde. So soll laut der Kassette „in der Nacht vom 4. auf den 5.“ in einem Industriequartier irgendetwas geschehen. Dieses kommende Ereignis hängt laut dem Hinweis mit der Verhaftung des Iraners Selim Arida zusammen, der zuvor ein Flugzeug entführt hatte. Diese Verhaftung ist auch Walter Howald nicht unbekannt, weil bei dem Einsatz ein Kollege des Berner Kommissars und seines Unterstützers Carlucci getötet wurde.

Beide Polizisten nehmen den Tipp ernst und suchen daraufhin ein mögliches Industriequartier auf. Im Tatort „Howalds Fall“ ist es dann Carlucci, der eine erste wichtige Entdeckung macht, als er nachts in einer Fabrikhalle eine leuchtende Taschenlampe bemerkt. Der Ermittler hält das Licht zunächst für eine Einbildung seines Kollegen, doch bei einer näheren Untersuchung stellt sich raus, dass der Detektivwachtmeister sich nicht geirrt hatte. Tatsächlich befindet sich vor der Halle ein Lastwagen mit einer ungewöhnlichen Ladung: Flugzeugcontainer, die modernstes Kriegsgerät enthalten und laut der Aufschrift nach Beirut geschickt werden sollen.

Viel Zeit, um aus dieser Entdeckung schlau zu werden, haben die beiden Fahnder jedoch nicht. Denn Howald und Carlucci geraten kurz darauf in eine heikle Situation, als zwei Männer die Fabrikhalle verlassen. Es kommt zum Schusswechsel. Für den Detektivwachtmeister ist es die erste Schießerei seiner Polizeilaufbahn und trotzdem gelingt es ihm, den Mann, dessen Taschenlampe er in der Halle bemerkt hatte, durch einen Bauchschuss auf seiner Flucht zu stoppen. Auch wenn die erste Gefahr gebannt zu sein scheint, wird die Lage für die Ermittler in dem Tatort „Howalds Fall“ zunehmend brenzliger und mysteriöser. Denn auch die schweizer Bundespolizei ermittelt bereits wegen dieses illegalen Waffentransports. Dazu kommt, dass ihr Chef Kommissar Heinz Rapolt mehr zu dem Waffentransport zu wissen scheint, aber schweigt. Die beiden neugierigen Fahnder versuchen trotz aller Schwierigkeiten und Widerstände herauszufinden, was es mit den Waffengeschäften auf sich hat. Auch privat steht Howald vor einer großen Herausforderung: Seine Frau hat ihn für einen hochrangigen Diplomaten verlassen, was der Kommissar noch nicht überwunden hat. Doch es kommt für ihn noch härter, als plötzlich auch Katrin, seine sechszehnjährige Tochter, verschwindet. Howald ist an dem Verschwinden jedoch nicht unschuldig, wie sich am überraschenden Ende herausstellt…

Im Jahr 1989 entschied sich das Schweizer Fernsehen (SFDRS) für eine Schweizer Beteiligung an der den Tatort-Krimis. In den ersten Tatort aus dem Alpenland, „Howalds Fall“, wurde besonders viel investiert. So war der Krimi mit Produktionskosten von umgerechnet 1,35 Millionen Mark der bis dahin teuerste Film im Schweizer Fernsehen. Die hohen Produktionskosten waren unter anderem dadurch entstanden, dass der Tatort in zwei Sprachen produziert wurde: Zusätzlich zum Original im Schweizer Dialekt wurde „Howalds Fall“ auf Hochdeutsch synchronisiert, da der Krimi auch im deutschen und österreichischen Fernsehen gezeigt wurde.

Das Schweizer Fernsehen war sich zunächst nicht sicher, ob der erste Tatort als Erfolg erweisen würde – auch wegen des sehr untypischen Ende des Krimis. Diese Sorge war aber unbegründet: Allein in Westdeutschland sahen am 16. April 1990 über 11 Millionen Menschen die Erstausstrahlung von „Howalds Fall“ und auch vom Tatort-Erfinder Witte erhielt die Folge eine positive Kritik. Nur das Schweizer Publikum war mit ihrem ersten eigenen Tatort noch nicht ganz zufrieden.

Aufgrund des überraschende Ende des Tatorts – genaueres sei hier nicht zu sagen, um die Spannung zu erhalten – wird Howalds Assistent Carlucci für den kommenden zweiten Schweizer Tatorte zum Hauptermittler befördert.

Eine weitere Besonderheit beim Tatort „Howalds Fall“ besteht darin, dass diese Folge nach der Erstausstrahlung 1990 nie wieder in der ARD gezeigt wurde.

Besetzung
Walter Howald – Mathias Gnädinger
Reto Carlucci – Andrea Zogg
Heinz Rapold – Peter Arens
Rebecca Howald – Marita Breuer
Eli Marti – Katharina Schütz
Philip Brächbühl – Nicolas Lansky
Rene Wirz – Fritz Lichtenhahn
Eva Wirz – Hannelore Elsner
Katrin Howald – Nadja Nock
Gusti Stettler – Albert Freuler
u.a.

Stab
Regie – Urs Egger
Drehbuch – Johannes Bösinger, Urs Egger
Produktion – SF


1 Meinung zum Tatort Folge 229: Howalds Fall

  • Dirk • am 27.9.15 um 15:18 Uhr

    Der Tatort Nummer 229, der erste des Schweizer Fernsehens mit den Beamten Howald und Carlucci. Die den Diensträngen begleitende Hierarchie muß einmal weggelassen werden, da jeder auf jeden draufhaut. Verwirrende Story zwischen Dienst- und Privatleben, Waffenhandel, Fremdgehen, Inzest, Alkoholexzesse, Mord, Selbstmord. Der internationale Waffenhandel mußte aber, insgesamt gesehen, ein wenig in den Hintergrund gestellt werden, da das inzestöse Verhältnis zwischen Vater und Tochter augenscheinlich interessanter erschien. Den habe ich zum ersten Mal gesehen, sicher. Zum zweiten Mal werde ich den auch nicht gucken, sicher. Aber dieser Carlucci soll ja noch so`n Ding abgedreht haben. Diesen Streifen muß ich aber einfach auch gucken. Der Beginn der Schweizer Ära. Regie und Drehbuch übrigen Urs Egger.


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