Tatort Folge 022: Rattennest



Erscheinungsjahr: 1972
Kommissar: Kasulke
Ort: Tatort Berlin


  3 Meinungen
Tatort Folge 022: Rattennest 4 3

In Kommissar Kasulkes (Paul Esser) zweitem Tatort-Fall „Rattennest“ ist der Ermittler einem Kleinkriminellen auf der Spur: Bernd Laschke wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen, doch anstatt das Leben in Freiheit fortan mit seiner Frau und seinem Sohn zu genießen, taucht er unter. Der verängstigte Ex-Häftling versteckt sich vor den Mitgliedern der Ganovenbande, der er früher einmal angehörte. Jerry, der Bandenboss, die Bandenmitglieder „Frankenstein“ und Stocker sind ihm dicht auf den Fersen.

Erwin Kasulke erfährt bei seinen Ermittlungen im „Rattennest“, dass sich die Bande aus Berlin auf Schutzgeld-Erpressungen von Kneipen- und Barbesitzer und Überfälle auf Betrunkene spezialisiert hat. Der flüchtige Laschke wird schließlich von der Bande im Hinterzimmer einer Bar gestellt – doch der will nicht so einfach aufgeben. Bernd Laschke hat sich in der Zwischenzeit eine Waffe besorgt und nimmt den Boss kurzerhand als Geisel – die Situation spitzt sich zu. Nach ihrer gemeinsamen Flucht aus der Bar schlägt Laschke Jerry zusammen und lässt ihn auf einer Müllkippe zurück. Anschließend raubt er dessen Tresor aus, erklärt sich selbst zum neuen Boss der Bande und wird akzeptiert.

Der Berliner Hauptkommissar Kasulke ist der Bande mittlerweile auf die Schliche gekommen und verhaftet „Frankenstein“, Stocker und das Mitglied Rudi. Jerry, gedemütigt und vom Thron gestoßen, nimmt Laschkes Familie in sein Visier. Er entführt dessen halbwüchsigen Sohn und verlangt das gestohlene Geld aus dem Tresor als Lösegeld zurück. Bei der Geldübergabe rechnet Bernd Laschke endgültig mit Jerry ab – und erschießt seinen Rivalen. Als Laschke selbst von Felix, dem Boss einer konkurrierenden Bande, erschossen wird, ist die Verwirrung perfekt. Kommissar Kasulke muss tief in das „Rattennest“ eintauchen, um die Zusammenhänge in den zwei Mordfällen zu verstehen.


Paul Esser, selbst ein Berliner Original und früher Star am Schillertheater, gab im Dezember 1971 in der Episode „Der Boss“ (Tatort-Folge 13) sein Tatort-Debüt. Während die Reaktion des Publikums im Hinblick auf seinen ersten Einsatz eher verhalten war, konnte er bei seinem zweiten Fall „Rattennest“ mit 63 Prozent Sehbeteiligung bei der Erstausstrahlung einen wesentlich größeren Erfolg verbuchen – dennoch ging Kasulke nach nur zwei Fällen in den Ruhestand, einen dritten Einsatz gab es für den Berliner Ermittler nicht.

Die Tatort-Folge 022 „Rattennest“ wurde am 8. Oktober 1972 das erste Mal in der ARD gezeigt.

Trivia: Im Tatort „Rattennest“ hat der spätere Schimanski-Star Götz George einen Gastauftritt.

Besetzung
Kommissar Kasulke – Paul Esser
Roland – Gerhrad Dressel
Herta – Carla Hagen
Thomas – Angelo Kanseas
Bernd Latschke – Jan Groth
Jerry – Götz George

Stab
Regie: Günter Gräwert
Kamera: Horst Schier
Buch: Johannes Hendrich
Szenenbild: Oskar Pietsch


6 Meinungen zum Tatort Folge 022: Rattennest

  • Frasch • am 24.5.07 um 11:18 Uhr

    Dieter Hallervorden als Prickwitz! Seine dritte ernste Rolle neben DAS MILLIONENSPIEL und DER SPRINGTEUFEL! Und Herbert Fux als Frankenstein!


  • Frasch • am 12.11.07 um 9:25 Uhr

    Diese Folge ist eine absolute Sleaze-Granate. Götz George als hantelstemmender Proll-Macho Jerry, Herbert Fux als Frankenstein und Dieter Hallervorden in einer seiner drei ernsten Rollen als Prickwitz, ein besseres Sleaze-Staraufgebot hätte es gar nicht geben können. 5/5


  • Lombardo • am 29.4.12 um 20:00 Uhr

    Undurchsichtig, schwer zu verstehen, trotzdem recht gut gemacht, halt frühe 70er Jahre.


  • Paul • am 22.1.15 um 0:17 Uhr

    Super Folge! Ein richtiger Krimi aus den 70er so wie sie sein sollten.


  • Dirk • am 20.3.15 um 22:51 Uhr

    Der Tatort Nr. 022, heute um 20:15 geguckt. In grauer Vorzeit schon einmal gesehen, wie die Jungschauspieler auch, die ins völlige Nichts verschwunden sind, plötzlich und erwartet. Man sah Milieu, Berliner, wie es war, damals, wahrscheinlich, eher doch. Ich lernte einige Zeit später norddeutschen Underground kennen, sicherlich ähnlich. Aber nett, ohne Exzesse. Mit Ausnahme der ständigen düsteren Stimmung, ein durchweg sehenswerter Film, nette uniformierte Deutsch-Demokraten, ein Oberamtsrat als Kommissar, Klein-Kriminelle die mehr Kohle machten als möglich, Schmutz, Dreck und so weiter. Ein Brilli kam doch noch vor. Damals schon ein ungeliebter Film, mit Möchtegern-Schauspieler, die auf ihre Kleinbildbühne hätten bleiben sollen. Was wollte dieser Film aufzeigen. Ganoven unterster Stufe steigen noch eine runter. Spannung verhedderte sich in Lächerlichkeit. Eine vernünftige Thematik suche ich vergebens. Deutscher Filmpreis. Dieser Tatort – Spielfilm hätte mehr Meinungen verdient.


  • Werner • am 13.11.16 um 22:03 Uhr

    Man kann mich durchaus als Tatort-Fan bezeichnen – wenn möglich, habe ich keine Folge ausgelassen. Aber was uns jetzt als 1000. Tatort und als angeblich „besonderer Leckerbissen“ serviert wurde, war nach meinem Empfinden „voll daneben“ und in zahlreichen (!) Details derart unglaubwürdig, dass man dieses „Werk“ eher dem Fantasie- bzw. sogar Märchen-Genre zuordnen sollte. Schade um jede der 90 Minuten! Aber ich werde dem Tatort treu bleiben, denn es kann ja jetzt nur noch wieder besser werden…


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