Tatort Folge 018: Kressin und die Frau des Malers



Erscheinungsjahr: 1972
Kommissar: Kressin
Ort: Tatort Köln


  9 Meinungen
Tatort Folge 018: Kressin und die Frau des Malers 4 9

Zolloberinspektor Kressin (Sieghardt Rupp) amüsiert sich. Der charmante Lebemann vergnügt sich auf einer Party, als ihm die attraktive Anna auffällt, die Frau des Malers Fred Markwitz. Kressins Flirtversuche ihr gegenüber sind jedoch erfolglos, die hübsche Blondine bleibt kühl und unnahbar. Kurzerhand wendet er sich Rita, einer Bewunderin des Kunstmalers, zu – und lädt sich selbst zu einer spontanen Übernachtung bei ihr ein.

Am nächsten Morgen wird Kressin von seinem Vorgesetzten zum Flughafen geschickt. Dort macht der junge Zollfahnder in der Frachtabteilung eine seltsame Entdeckung: Eine Lieferung mit Schaufensterpuppen, unterwegs nach Amsterdam, hat offensichtlich zu lange in der prallen Sonne gestanden und ist – geschmolzen! Die Figuren wurden aus Wachs hergestellt; unter der Oberfläche der Puppen kommen nun antike, wertvolle Madonnen aus dem 16. Jahrhundert zum Vorschein.
Anstatt auf das Eintreffen der Kriminalpolizei zu warten, macht sich Kressin sofort auf den Weg zu der Firma, die die Sendung in Auftrag gegeben hat. Als der Chef der Firma, Jan Morton, von dem Zollbeamten mit den gefundenen Antikschätzen konfrontiert wird, flüchtet der Verdächtige.

Der smarte Kressin liegt noch mit seiner neuesten Eroberung im Bett, als Kommissar Wagner anruft. Er teilt ihm mit, dass zwei Kunsträuber tot aufgefunden wurden. Als dringend tatverdächtig gilt Morton, ihm kann der zweifache Mord jedoch nicht unwiderleglich nachgewiesen werden. Bei seinen darauf folgenden Recherchen findet Kressin in Jan Mortons Geschäftsunterlagen Hinweise, dass – unter anderem – auch Bilder des Malers Markwitz durch die Firma verschickt wurden. Sodann sucht er den Künstler auf. Kressin wird dabei zufällig Zeuge eines Streits zwischen Markwitz und Max, für den der Maler gestohlene Bilder übermalt hatte, um sie getarnt schmuggeln zu können. Max, der Künstler und seine Frau Anna werden durch die Polizei verhaftet.

Da der Polizei insgesamt 28 Meldungen über gestohlene Bilder in der letzten Zeit vorliegen, aber nur ein Gemälde bislang sichergestellt werden konnte, macht sich Kressin auf den Weg nach Amsterdam, um dort die restlichen Kunstschätze aufzuspüren und Mortons Hintermänner dingfest zu machen. Er nimmt Eva, Mortons Sekretärin, mit, da er sich von ihr Informationen über Mortons Kontakte in Holland erhofft – doch Eva verfolgt ganz eigene Ziele…

In Kressins viertem Tatort-Einsatz „Kressin und die Frau des Malers“ ist der immer noch flüchtige Ganove Sievers kurz zu sehen; auch der Tatort-Kommissar Konrad aus Frankfurt hat einen Gastauftritt. Die Filmmusik, mit der die Tatort-Folge 018 untermalt ist, komponierte Klaus Doldinger – der Mann, der auch die berühmte, eingängige Titelmelodie der Krimireihe schrieb.

Die Erstausstrahlung des WDR-Krimis „Kressin und die Frau des Malers“ lief am 28. Mai 1972 im Ersten Programm der ARD.

Besetzung
Zollfahnder Kressin – Sieghardt Rupp
Anna – Heidi Stroh
Eva – Brigitte Skay
Max – Alexander Allerson
Fräulein Becker – Rosemarie Kühn
Georg – Günther Wissemann
Kommissar Konrad – Klaus Höhne
Kordes – Imo Heite
Kramp – Hartmut Hinrichs
Rita – Maria Brockerhoff
Stelldom – Guus Oster
Wagner – Herbert Steinmetz
Morton – Hans Quest
Markwitz – Wolfgang Hinze
Henk – Jeroen Krabbé
Kornman – Kees Brusse
Sievers – Ivan Desny
u.a.

Stab
Drehbuch – Klaus Recht, Pim de la Parra jr.
Regie – Pim de la Parra jr.
Kamera – Franz Bromet
Musik – Klaus Doldinger


12 Meinungen zum Tatort Folge 018: Kressin und die Frau des Malers

  • Chris Tidden • am 26.7.12 um 14:13 Uhr

    Absolut starke Folge, sollte öfter wiederholt werden.


  • Paul • am 3.1.15 um 2:25 Uhr

    Super Folge und eine geile Zeitreise. Die Treffen zwischen Wagner und Kressin sind super Lustig, ähnlich wie bei Trimmel und Kressin (und der tote Mann im Fleet).
    Ist auf Youtube zu sehen.


  • Walter Ulbricht • am 27.9.15 um 2:33 Uhr

    Grobgestrickte Handlung, hanebüchene Verhaltensweisen, trotzdem sehenswert.


  • Walter Ulbricht • am 28.10.15 um 8:08 Uhr

    Wann werden wir eine Kressin-Box II erhalten?
    Weiß das jemand?
    Diese Frage sei auch an die Programmgewaltigen gestellt.


  • Dirk • am 28.10.15 um 17:40 Uhr

    Der Tatort Nummer 018 aus Köln. Zolloberinspektor Kressin bekommt einen Ermittlungsauftrag von seinem vorgesetzten Zolloberamtsrat, der war damals was, und machte was draus. Ansonsten habe ich selten einen so peinlichen westdeutschen Tatort-Spielfilm gesehen. Was der Kurzauftritt von Hauptkommissar Konrad auf sich hatte, wird wohl nach mehr als vierzig Jahren auch nicht mehr aufzuklären sein. Vielleicht machte er anschließend einfach Werbung für Rheumamittel? Vielleicht brauchte er einfach nur ein bisschen Urlaub und Knete? Vielleicht kannte er auch einfach nur den Regisseur? Fragen über Fragen. Und Herr Sievers legte am Ende des Krimis nach seinem Minimal-Einsatzes, lächelnd, einfach nur den Rückwärtsgang rein. Eine unheimliche Aufwertung dieses Streifens. Aber Kressin verteilte noch den guten alten Handkantenschlag an seine Gegner und den in Amsterdam gezeigten Simca 1000 der niederländischen Polizei, als Zivilfahrzeug fungierend, hatte ich mir als Anfängerauto 1976 gekauft. Allerdings das A-Model. Baujahr 1968. Farbe: Minna-Grün. GLS-Ausstattung.


  • Smokie • am 1.11.15 um 10:31 Uhr

    Über die gesamte Handlung des Films kann man ja unterschiedlicher Meinung sein; gut, es gab bessere Tatort-Folgen mit Kressin. Aber einzelene kurze Sequenzen in diesem Tatort sind doch sehr schön hervorgebracht. So zum Beispiel der Gesichtsausdruck des einen Ganoven (mit Sonnenbrille) als seine beiden Komplizen in der Galerie die Bilder mit einem Teppichmesser aus dem Rahmen herausschnitten oder auch die beiden weiblichen Partiegäste die synchron ihre Gläser erhoben, während ihre Blicke wortlos auf den Handlungsverlauf einzelner Personen fixiert war.
    Zudem waren die die etwas freizügigen Dialoge zwischen Kressin und seiner neuesten Eroberung Rita, für die damalige Fernsehfilmzeit (eben frühe siebziger Jahre), nicht selbstverständlich, sondern eher schon an der Grenze des überhaupt damals Erlaubten.


  • Walter Ulbricht • am 1.11.15 um 15:25 Uhr

    Obwohl streckenweise im Leerlauf fahrend, zieht dieser Film durch einzelne markante Haltepunkte den Blick auf sich.


  • arte-Versteher • am 3.11.15 um 20:31 Uhr

    Tja, so kann man einen Fall auch lösen: Man stellt sich in der Villa des Verdächtigen hinter den Busch und belauscht die Ganoven dabei, wie sie sich gegenseitig austricksen wollen. Das waren halt noch Zeiten ohne Vorratsdatenspeicherung und Videoüberwachung an jeder Ecke. Aus heutiger Sicht wirkt das alles ein wenig wie Kinderbuch, besonders herzig ist auch die Darstellung von körperlicher Gewalt, Piffpaff-Schusswechsel und ein Handkantenschlag, von dem Kressin offenbar selbst so begeistert ist, dass er es anschließend verpasst, den Täter zu fesseln.

    Und was soll man zu dem Schwerenöter Kressin noch sagen? Vielleicht das: Wer sich über die zunehmende Ausbreitung des Privatlebens in heutigen Ermittlerporträts beschwert, der kennt den notgeilen Kressi noch nicht! Rätselhaft bleibt indes, ob Klause Höhne für seinen sinnfreien Kürzestauftritt als Kommissar Konrad ein Honorar bekommen hat. Naja, vielleicht eine Probepackung Rheumasalbe. Trotz aller Füllsel kommen nur 1 Stunde und 20 Minuten auf der Uhr zusammen, was allein schon nicht für eine überkomplexe Handlung spricht.

    Dennoch, wenn man in der richtigen Stimmung ist und die besonders peinlichen erste Viertelstunde mit dem Partylöwen Kressi übersteht, ein ganz netter Nostalgie-Abend im anthropologischen Museum, Abteilung Sitten und Bräuche der frühen 70er des 20. Jahrhunderts. 3 Sterne sind geschmeichelt, aber ich vergebe sie trotzdem.


  • Erik • am 4.11.15 um 16:37 Uhr

    Der Diebstahl am Anfang wirkt lächerlich. Und niemand treibt diesen Aufwand, um Leinwände in die Niederlande zu schmuggeln, grüne Grenze und so. Das Frauenbild der Drehbuchschreiber ist eine traurige Angelegenheit. Da wundert man sich am Ende auch nicht mehr, dass der Maler mal eben so im Vorbeigehen noch alle Bilder unbemerkt kopiert hat.
    Wie lange, bis ein frisches Bild nicht mehr frisch riecht und man es auf die ein oder andere Weise weiterverarbeiten kann, ohne Schaden zu nehmen? Wo bekommt mal so eben alte Leinwände und Farben her, die einen Sammler auch nur ansatzweise täuschen könnten, ohne dass alle anderen Mittäter etwas davon merken?
    Die kurze Szene mit Kommissar Konrad ist ein typischer Gastauftritt für die frühen Tatorte, aber als Gebührenzahler ärgert man sich, dass der dafür vermutlich gleich mehrere Tage nach Amsterdam geschickt wurde.


  • Der Jupp • am 9.11.15 um 19:07 Uhr

    Kressin ist einfach immer sehenswert auch heute noch , in den siebzigern
    war er auf dem Schulhof immer im Gespräch alleine schon wegen der Frauen .

    Ich oute mich ………..Ich war verliebt in Heidi Stroh ;-))

    Danke Kressin für die tollen Tatort Folgen


  • Walter Ulbricht • am 15.11.15 um 0:24 Uhr

    Dieser TO hat etwas Surreales an sich.


  • revilo • am 4.1.16 um 14:13 Uhr

    Dieser Tatort von Kressin wirkt wie eine Serienfolge von einem Superhelden. Man merkt, dass er nicht in Anspruch nimmt, hundert Prozent ernst genommen zu werden, und mit dieser Ausgangslage ist er noch ganz gut gelungen. Kressin gefällt mir eigentlich ganz gut, obwohl ich mich frage, wie er damals nur in die Tatortreihe aufgenommen werde konnte. Die Gastrollen in dieser Folge sind hier drehbuchmäßig enttäuschend dargestellt. So ist dieser Film am Ende für mich eine Schulnote: 3-.


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