Der Schauspieler Klaus Schwarzkopf übernahm 1973 in der Rolle des Kommissars Finke seinen dritten Fall „Jagdrevier“, der ihn in das schleswig-holsteinische Dorf Niederau führte:

Dieter Brodschella (Jürgen Prochnow) hat seine lange Haftstrafe bald verbüßt. Als er eines Tages im Rahmen der Gefängnisarbeit für das Torfstechen eingeteilt wird, nutzt er seine Chance und flieht. Rachegedanken lassen Brodschella seit Jahren nicht mehr ruhig schlafen; nun hat der Straftäter hat einen festen Plan gefasst, der nicht länger warten kann. Werner Kresch, ein mächtiger Immobilieneigentümer, genannt „König von Niederau“, muss sterben! Es war Kreschs Garten, in dem man damals Brodschellas Freundin tot auffand.

Kommissar Finke bekommt im Tatort „Jagdrevier“ den Auftrag, den entflohenen Häftling aufzuspüren und wieder hinter Gittern zu bringen. Doch leichter gesagt, als getan. Dem Flüchtigen gelingt es, sich in den stillgelegten Kiesgruben, den Höfen und alten Scheunen in der Umgebung vor der Polizei immer wieder zu verstecken. Die Tatsache, dass „irgendwie alle Einwohner miteinander verwandt sind“, wie der örtliche Polizist Heise dem Ermittler erzählt, erklärt, warum niemand im Dorf den Häftling gesehen haben will. Wie sich herausstellt, ist Heise sogar tatsächlich mit dem Gesuchten verwandt: er ist Brodschellas Stiefschwager.

Schwierigkeiten hat der Kripo-Beamte Finke außerdem mit seinem Vorgesetzten Mertens in Kiel. Ihre Meinungen gehen in einem Fall auseinander, in dem sich eine alte Frau das Leben genommen hat, weil Werner Kresch die Miete stark erhöht und die Dame damit in finanzielle Not brachte. Und vor kurzem hatte die 15-jährige Heike Borchert, die Tochter der Haushälterin von Kresch, deren Vergewaltigung durch einen Landstreicher angezeigt. Anders als Oberrat Mertens sieht Finke in beiden Ereignissen Zusammenhänge mit dem aktuellen Fall des entflohenen Häftlings Brodschella.

Als Kresch nur knapp einem Anschlag durch Brodschella entkommt, beschließt der Gejagte, selbst zu handeln und sich nicht länger auf den Polizeischutz zu verlassen. Damit steht Hauptkommisar Finke gleich vor zwei Problemen: der Täter will nicht gefasst und das Opfer nicht beschützt werden…


Die Dreharbeiten für den NDR-Tatort „Jagdrevier“ fanden zu großen Teilen im Dorf und in der Umgebung der Gemeinde Wohlde in Schleswig-Holstein statt. Der später Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen setzte den Krimi in Szene. Der smarte Zollfahnder Kressin hat einen kurzen Gastauftritt, als sich Kommissar Finke und die Bewohner des Dorfes den Tatort „Kressin und die Frau des Malers“ (Folge 18) in der Gastwirtschaft anschauen.

Die Erstausstrahlung der Tatort-Folge 029 „Jagdrevier“ lief am 13. Mai 1973 im Abendprogramm des Ersten.

Besetzung
Kommissar Finke – Klaus Schwarzkopf
Jessner – Wolf Roth
Kresch – Walter Buschhoff
Dieter Brodschella – Jürgen Prochnow
Ina Lenz – Vera Gruber
Heise – Uwe Dallmeier
Heinz – Karl-Heinz von Hassel
Mertens – Werner Nippen

Stab
Drehbuch – Herbert Lichtenfeld
Regie – Wolfgang Petersen
Kamera – Nils-Peter Mahlau
Musik – Nils Sustrate

Bilder: NDR/Sachse