Tatort Folge 029: Jagdrevier



Erscheinungsjahr: 1973
Kommissar: Finke
Ort: Tatort Kiel


  9 Meinungen
Tatort Folge 029: Jagdrevier 5 9

Der Schauspieler Klaus Schwarzkopf übernahm 1973 in der Rolle des Kommissars Finke seinen dritten Fall „Jagdrevier“, der ihn in das schleswig-holsteinische Dorf Niederau führte:

Dieter Brodschella (Jürgen Prochnow) hat seine lange Haftstrafe bald verbüßt. Als er eines Tages im Rahmen der Gefängnisarbeit für das Torfstechen eingeteilt wird, nutzt er seine Chance und flieht. Rachegedanken lassen Brodschella seit Jahren nicht mehr ruhig schlafen; nun hat der Straftäter hat einen festen Plan gefasst, der nicht länger warten kann. Werner Kresch, ein mächtiger Immobilieneigentümer, genannt „König von Niederau“, muss sterben! Es war Kreschs Garten, in dem man damals Brodschellas Freundin tot auffand.

Kommissar Finke bekommt im Tatort „Jagdrevier“ den Auftrag, den entflohenen Häftling aufzuspüren und wieder hinter Gittern zu bringen. Doch leichter gesagt, als getan. Dem Flüchtigen gelingt es, sich in den stillgelegten Kiesgruben, den Höfen und alten Scheunen in der Umgebung vor der Polizei immer wieder zu verstecken. Die Tatsache, dass „irgendwie alle Einwohner miteinander verwandt sind“, wie der örtliche Polizist Heise dem Ermittler erzählt, erklärt, warum niemand im Dorf den Häftling gesehen haben will. Wie sich herausstellt, ist Heise sogar tatsächlich mit dem Gesuchten verwandt: er ist Brodschellas Stiefschwager.

Schwierigkeiten hat der Kripo-Beamte Finke außerdem mit seinem Vorgesetzten Mertens in Kiel. Ihre Meinungen gehen in einem Fall auseinander, in dem sich eine alte Frau das Leben genommen hat, weil Werner Kresch die Miete stark erhöht und die Dame damit in finanzielle Not brachte. Und vor kurzem hatte die 15-jährige Heike Borchert, die Tochter der Haushälterin von Kresch, deren Vergewaltigung durch einen Landstreicher angezeigt. Anders als Oberrat Mertens sieht Finke in beiden Ereignissen Zusammenhänge mit dem aktuellen Fall des entflohenen Häftlings Brodschella.

Als Kresch nur knapp einem Anschlag durch Brodschella entkommt, beschließt der Gejagte, selbst zu handeln und sich nicht länger auf den Polizeischutz zu verlassen. Damit steht Hauptkommisar Finke gleich vor zwei Problemen: der Täter will nicht gefasst und das Opfer nicht beschützt werden…

Die Dreharbeiten für den NDR-Tatort „Jagdrevier“ fanden zu großen Teilen im Dorf und in der Umgebung der Gemeinde Wohlde in Schleswig-Holstein statt. Der später Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen setzte den Krimi in Szene. Der smarte Zollfahnder Kressin hat einen kurzen Gastauftritt, als sich Kommissar Finke und die Bewohner des Dorfes den Tatort „Kressin und die Frau des Malers“ (Folge 18) in der Gastwirtschaft anschauen.

Die Erstausstrahlung der Tatort-Folge 029 „Jagdrevier“ lief am 13. Mai 1973 im Abendprogramm des Ersten.

Besetzung
Kommissar Finke – Klaus Schwarzkopf
Jessner – Wolf Roth
Kresch – Walter Buschhoff
Dieter Brodschella – Jürgen Prochnow
Ina Lenz – Vera Gruber
Heise – Uwe Dallmeier
Heinz – Karl-Heinz von Hassel
Mertens – Werner Nippen

Stab
Drehbuch – Herbert Lichtenfeld
Regie – Wolfgang Petersen
Kamera – Nils-Peter Mahlau
Musik – Nils Sustrate

Bilder: NDR/Sachse


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17 Meinungen zum Tatort Folge 029: Jagdrevier

  • Reiner • am 25.1.10 um 15:03 Uhr

    Für mich der beste Tatort aller Zeiten!

    Heute will jeder Power und Action … diese Folge ist an Langsamheit und Trägheit nicht zu überbieten. Und genau dies macht sie prickelnd – klingt verrückt, aber wer die Folge kennt, wird es gern bestätigen wollen …


  • Hendrik • am 10.11.10 um 16:41 Uhr

    Weiß zufällig jemand, wo die schöne, weiße Villa von Kresch steht? Würde mich interessieren, wenn ich mal in der gegend bin.


  • Lombardo • am 29.4.12 um 20:03 Uhr

    Einer der besten Tatort Filme überhaupt, für heutige Zeiten allerdings
    nicht mehr vorstellbar, diese Ruhe und Langatmigkeit, trotzdem jederzeit
    Spannung und Realitätsnahe Handlung.


  • Gudrun Eussner • am 30.4.12 um 18:27 Uhr

    Ist ja alles schön&gut, aber wo seht Ihr denn diese tollen TO? Auf DVD?

    Ich habe kein DVD,ich werde hier in Frankreich mit immer denselben Wiederholungen der Wiederholungen genervt. Ich kann diese Kommissare nicht mehr ertragen, am peinlichsten ist’s, wenn sie selbst Verdächtige, Zeugen oder Opfer werden. Und der Gag ist das Sparprogramm mit vier Kommissaren in einem TO.

    Für jeden alten TO bin ich dankbar, wenn’s nicht gerade „Reifezeugnis“ ist, oder hieß er „Reifeprüfung“? Ich verwechsle die Titel immer, da gibt’s doch einen US-Film, den die ARD uns auch in der Dauerschleife vorführt.

    Gleich, um 20:15 Uhr, läuft auf ZDFneo „Inspector Barnaby“, die Reihe ist so gut, daß ich die einzelnen Ausgaben dreimal sehen kann, wenn auch nicht unbedingt von Samstag auf Montag.


  • Lombardo • am 3.5.12 um 12:49 Uhr

    Ich habe fast alle Tatort Filme aus den 70er und 80er Jahren, dass allerdings durch viel Glück und leider auch viel Arbeit.

    Mein ehemaliger Nachbar hat sich damals den ersten brauchbaren Videorecorder gekauft und eigentlich fast jede Folge aufgenommen und archiviert. In den letzten Jahren haben wir die meisten Filme aufwendig digitalisiert und jetzt auf Festplatte archiviert.

    Die Qualität ist allerdings fast immer nur durchgehend befriedigend, aber immerhin nach der langen Zeit.


  • Matthes • am 5.10.12 um 20:35 Uhr

    Der Tatort „Jadgrevier“ spielt in dem Dorf Wohlde, irgendwo dort muss auch die „Kresch-Villa“ liegen. Ich halte gerade diese Folge für eine der besten, sie überträgt die Mentalität der Menschen dieser Region sehr feinsinnig; dazu lange, ruhige Einstellungen, die Musik von Nils Sustrate mit der melancholischen Mundharmonika. Sehr wirkungsvoll auch der plötzliche Abriss der Musik, als Kommissar Finke den gesuchten Brodschella (Jürgen Proochnow in jungen Jahren) in der Kiesgrube antrifft.
    Als Intermezzo dann der „Tatort-Auftritt“ von Zollfahnder Kressin im Röhren- Fernseher der Dorfkneipe, den Kommissar Finke gelangweilt verfolgt. Und Uwe Dallmeier als Dorfpolizist. Eine klasse Besetzung und ein Drehbuch von Herbert Lichtenfels, die wieder zeigt, dass es nicht wilder Effekte und psychologischer Verwirrspiele bedarf, um einen sehr guten Tatort zu machen. Leider kriegt das die ARD heute mit ihren (teuren und „was-kann-man-dem-Zuschauer-noch-an-Kopien-aus-der-Privatfernsehwelt-zumuten“) überfrachteten Tatorten hin.
    Leider zählt nur noch Effekthascherei, die nicht die fehlende handwerkliche Qualität der Substanz kompensieren kann!


  • Matthes • am 5.10.12 um 20:40 Uhr

    oops da fehlte das „nicht“…die ARD kriegt es leider NICHT mehr hin! teilweise sind die neuen Tatorte unerträglich schlecht.
    den Jagdrevier -Tatort, wie sämtliche Kommissar Finke Tatorte (=Klaus Schwarzkopf), gibt es in der Wolfgang Petersen DVD-Edition zu kaufen!


  • Ute • am 13.4.14 um 12:50 Uhr

    Die Serie „Jagdrevier“ gehört meiner Meinung nach zu einem der besten Tatort-Filme überhaupt!
    Da ich selbst in Schleswig Holstein lebe und hier auch aufgewachsen bin, fühle ich mich mit der hiesigen Mentalität der Menschen sehr verbunden. Gerade in diesem Tatort wird der spezielle Eigensinn und die nicht seltene Sturheit der Norddeutschen sehr gut dargestellt und wiedergegeben.
    Schade ist, dass „Jagdrevier“ nur äußerst selten gezeigt wird, wie alle weiteren Klassiker von Wolfgang Petersen auch.
    „Kommissar Finke, ich vermisse dich sehr!“


  • Veigl-Fan • am 16.9.14 um 22:12 Uhr

    Wolfgang Petersen legte hier alle Qualitäten, die Jahre später auch „Das Boot“ auszeichneten, an den Tag. Vor allem Spannung, die sich weniger aus dem Warten auf den nächsten Gewaltakt, als aus der durchgehend beklemmenden, klaustrophoben Atmosphäre ergibt.


  • Rainer • am 20.12.14 um 18:05 Uhr

    Die Finke Tatorte aus Kiel , sind meine Lieblings Tatorte.
    Coole verlassene Locations , wortkarge Leute, cooler Sount ,
    Spannung ohne zig Tote, und übertriebene Gewalt.
    AuflöSung der Fälle ohne Handy und Computer.


  • FORN • am 5.1.15 um 1:09 Uhr

    Ist ja eher ein Western als ein Krimi. Hat mir sehr gefallen.


  • Piet • am 14.1.15 um 19:50 Uhr

    top


  • Walter Ulbricht • am 14.9.15 um 19:39 Uhr

    Die Handlung um das Hauptthema: jemand will mit einem anderen abrechnen, erinnert mich stark an Western à la „Zwölf Uhr mittags“, ins norddeutsche Flachland versetzt.
    Wirkt ein bißchen abgekupfert.


  • Dirk • am 1.10.15 um 7:47 Uhr

    Der Tatort 029 mit Hauptkommissar Finke aus Kiel als Hauptfahnder in einem Einöd – Dorf in Schleswig Holstein. Er jagt einen Sohn des Dorfes, ein ausgebrochener Zuchthäusler und Rächer seiner toten Freundin. Aber nicht genug, KHK Finke, dieser Sausebraus, bearbeitet telefonisch noch einen zweiten Fall, zankt sich deshalb auch noch mit seinem Oberrat – der ist mehr – am Telefon rum. Ein ungewöhnlich agiler KHK F. in diesem Land-Thriller, er rennt, er kämpft, er schießt! Letztlich siegt die Gerechtigkeit, gottlob. Alles wirkt etwas alt-backend, aber der Nostalgie wegen sicherlich sehenswert und für die Schublade auch zu schade.


  • Brigitte Brendel • am 17.10.15 um 21:37 Uhr

    Ein Genuss wieder mal einen alten Tatort zu sehen,leider werden diese selten gezeigt
    Tolle Schauspieler, sogar Walter Buschhoff, der nette Vincenz Bieler aus Forsthaus Falkenau ist dabei und noch Wolf Roth mit schwarzen Haaren. Lange ist’s her.


  • MadMonkey • am 24.4.17 um 18:52 Uhr

    Ich mag Veigl, Marek, Konrad, Kressin, Gerber aber mit Finke, Trimmel und Haferkamp kann ich nicht viel anfangen. Empfinde dieses Tatort höchstens als mittelmäßig


  • Henning • am 25.7.18 um 22:46 Uhr

    Ich weiß nicht, ob ein Vorgesetzter in der Wirklichkeit tatsächlich nur einen Mann alleine zur Suche eines geflüchteten Strafgefangenen in die Weiten des flachen Landes geschickt hätte, grade dann, wenn man vermutet, dass dieser einen Racheakt begehen wird.. Ich vermute eher, da wären eher gleich die Hundertschaften zum Einsatz gekommen, die zum Schluss ja auch vorkamen, kurz bevor Brodschella sich stellte. Macht aber nichts, der Film ist trotzdem einer der besten der Tatort-Reihe, vor allem wegen der liebevollen Zeichnung der Einzelfiguren. Es hätte ja auch etwas gefehlt, wenn Finke gleich die dicke Unterstützung bekommen hätte. Der Kommissar muss sich dann ja auch nicht nur mit der Größe des Suchgebietes auseinandersetzen, sondern auch damit, dass das halbe Dorf inklusive Zimmerwirtin und Dorfpolizist mit Brodschella verwandt ist… oder sowieso auf seiner Seite, weil man den Kresch eh für einen unangenehmen Zeitgenossen hält. Dieser macht sich zu allem Überfluss sogar noch über Finke lustig, als eine Festnahme scheitert und der Polizist sich vom Gesuchten auch noch das Leben retten lassen muss.

    Mit seinen Bildern und seiner Musik schafft dieser Film, dass ich etwas fühle, wenn ich ihn sehe. Das hat zum einen damit zu tun, dass ich selber in einem norddeutschen Dorf der 80er aufgewachsen bin, wo ich noch vieles wieder erkenne, auch mit den Leuten untereinander und so. Doch vor allem liegt es daran, dass er einfach gut gemacht ist.


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