Tatort Folge 1040: Der wüste Gobi



Di 26.12. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2017
Kommissar: Dorn und Lessing
Ort: Tatort Weimar


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Mit „Der wüste Gobi“ wühlt die verantwortliche Produktionsfirma nicht nur sehr tief in der Wortspielkiste, sie setzt auch ein Drehbuch in Szene, das erneut mit vielen heiteren Momenten für frischen Wind in der mittlerweile 47-jährigen Tatort-Tradition sorgt. Hauptkommissarin Kira Dorn (Nora Tschirner) und Kollege sowie Ehemann Lessing (Christian Ulmen) – auch in Weimar-Fall Nummer fünf noch immer ohne Vornamen – machen Jagd auf einen schizophrenen Frauenwürger namens Gotthilf Bigamiluschvatokovtschvili, kurz Gobi, gespielt von Jürgen Vogel.

Der schräge Tatort des MDR erlebt am zweiten Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember 2017, seine TV-Premiere um 20.15 Uhr im Ersten.

Inhalt der Tatort-Folge „Der wüste Gobi“

„Gotthilf ist ein Justizirrtum!“ verteidigt Mimi Kalkbrenner im Tatort-Krimi die Taten ihres Verlobten Gotthilf Bigamiluschvatokovtschvili, von allen nur „Gobi“ genannt. Mit den Augen der Verliebten, geblendeten Beinahe-Gattin erscheinen ihr die drei erwürgten Frauen, die Gobi vor fünf Jahren in die forensische Psychiatrie brachten, kaum erwähnenswert. „Da gehören immer zwei zu“, haucht sie dem geliebten Serienkiller leise ins Ohr. Am liebsten würde sie mit dem psychisch kranken Mann gleich eine Familie gründen: ihre gemeinsame Zukunft sieht die Harfenspielerin mit der rosaroten Brille und dank der Behandlung mit starken Psychopharmaka kann sich Gobi noch nicht einmal an seine Taten erinnern.

Der wüste Gobi ist allerdings nicht nur ein in Weimar und Umland gefürchteter Frauenwürger, er ist vor allen Dingen auch ein äußerst erfolgreicher Frauenheld. Wenn der an einer dissozialen Persönlichkeitsstörung (nach F60.2 ICD) leidende Mann mit Glatze und Dreitagebart seinen Charme spielen lässt, bekommt er sie alle ins Bett. Sämtliche 21 Schwestern der Forensik – und ihnen allen strickt er maßgeschneiderte Dessous in den wildesten Mustern. Seine Verlobte Mimi ahnt hiervon nichts.

Als der als untherapierbar geltende Gobi die Flucht aus der Klinik gelingt, pflastert ein weiteres Würgeopfer seinen Weg: Schwester Goebels hat es im MDR-Tatort erwischt. Nur in Strickwäsche bekleidet liegt sie mit Würgemalen am Hals auf dem kalten Betonboden von Gobis Zelle. Ihre Kleidung zog sich der Flüchtige augenscheinlich an, um nicht erkannt zu werden.
Die verheirateten Kommissare Dorn und Lessing werden zum Tatort gerufen; begleitet werden die zwei Ermittler von dem nervigen Schutzpolizisten Lupo (siehe Tatort-Folge „Der scheidende Schupo“), der sich bei jeder Gelegenheit an seinen Schwarm Kira herantigert. Die hat allerdings vielmehr ein Auge auf ihren Ehemann geworfen; trotz der ausgefallenen Heizung in der Wohnung der Ermittler bei derzeit eisigen Temperaturen versucht das Paar vergeblich sich körperlich mal wieder nahe zu kommen.

Gemeinsam mit dem LKA bildet die Kripo Weimar im Fall „Der wüste Gobi“ eine Sonderkommission, um den gefährlichen Mörder möglichst schnell aufzuspüren und neue Taten zu verhindern. Die Wohnung der Verlobten wird observiert. Seltsamerweise besteht die alte Akte zu den drei Frauenmorden und zur Person Bigamiluschvatokovtschvili aus einem einzigen Dokument, das lediglich Daten zu Gobis Abstammung enthält. Der behandelnde Arzt Professor Eisler gibt den Kriminalbeanten zu Protokoll, dass er die Flucht Gobis nach Georgien vermutet. Tatsächlich ist Gobi Sohn eines georgischen Atomphysikers und einer renommierten deutschen Biochemikerin – er selbst wurde Abwasserexperte.

Ein weiterer Mord lässt Dorn und Lessing im Tatort „Der wüste Gobi“ rästeln: Die an Parkinson, Rheuma, Arthritis und Diabetis erkrankte Ehefrau von Prof. Elmar Eisler liegt tot in ihrem Bett im Haus des Paars. Versehentlich zündete der Arzt den Leichnam an, so dass eine Obduktion erschwert wird. Die Rechtsmedizin stellt schließlich den Tod durch Erwürgen fest – wurde auch Frau Eisler ein Opfer des „Würgers von Weimar“? Befindet sich der Mörder auf einer Art Rachefeldzug? Das Alter und der schlechte gesundheitliche Zustand der Frau enstprechen jedoch nicht Gobis Opferprofil, das macht die Fahnder stutzig. Die Ungereimtheiten lassen schließlich den Schluss zu, dass im MDR-Tatort „Der wüste Gobi“ ein „Trittbrettwürger“ in Weimar umhergeht …
 

Erneut ist die Geschichte im Tatort Weimar verworren und die Inszenierung humorgeschwängert. „Der wüste Gobi“ hat mit Jürgen Vogel einen bereits Tatort-erfahrenen Darsteller („Rendezvous“, „Blutwurstwalzer“, „Flashback“, „Der vierte Mann“, „Wo ist Max Gravert?“, zuletzt „Lu“ mit Lena Odenthal) im Fokus, der bei dieser Krimiproduktion ein weiteres Mal beweist, wie überzeugend er außergewöhnliche Figuren verkörpern kann.

Die Dreharbeiten zum 5. Tatort aus Weimar mit Dorn und Lessing dauerten vom 8 November bis 7. Dezember 2016 an. Als Kulissen dienten wie immer die Tatort-Stadt selbst, vor allem der historische Kern, sowie das umliegende Gebiet.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (37 J. | Kinoliebhaberin)

In meinen Augen einer der besten Weimarer Fälle mit Dorn & Lessing, was nicht zuletzt an der überzeugenden Darstellung von Jürgen Vogel (Gobi) und Jeannette Hain (seine Verlobte) liegt. Seitenhiebe wie die „rote Kaffeekanne“ oder Kiras Gespräch mit dem vermeintlichen Dr. Streifeneder sind zum Schreien. Ein kurzweiliger, witziger Tatort!

Gerald (37 J. | IT-Nerd)

Ernst nehmen darf man die Tatorte aus Weimar nicht. Ein psychopathischer Frauenmörder, der Unterwäsche strickt und zwanghaft würgt, passt wirklich nur zu diesem Ermittlerteam des MDR. Ziemlich skurril, das muss man schon mögen. Von mir eine 3.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Kira Dorn – Nora Tschirner
Hauptkommissar Lessing – Christian Ulmen
Kommissariatsleiter Kurt Stich – Thorsten Merten
Polizist Lupo – Arndt Schwering-Sohnrey
Gotthilf Bigamiluschvatokovtschvili, genannt „Gobi“ – Jürgen Vogel
Gobis Verlobte Mimi Kalkbrenner – Jeannette Hain
Prof. Elmar Eisler – Ernst Stötzner
Dr. Streifeneder (Arzt) – Thomas Bading
Dr. Streifeneder (Patient) – Andreas Schröders
Frau Dr. Seelenbinder – Ute Wieckhorst
Bruno Götze – Ralf Dittrich
Nachbarin Luise – Antonia Bill
Paola Koslowski – Mirjam Heimann
Heike Fischer – Anna Windmüller
Orchesterdirektor – Nils Kretschmer
Vorsitzender Richter – Bernd Lange
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Murmel Clausen, Andreas Pflüger
Regie – Ed Herzog
Kamera – Kristian Leschner
Schnitt – Knut Hake
Szenenbild – Brigitte Schlögel
Ton – Erich Lutz
Musik – Dürbeck & Dohmen

Bilder-Galerie zum Krimi aus Weimar


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