Tatort Folge 243: Tödliche Vergangenheit



Di 17.12. 22:30 Uhr RBB

Erscheinungsjahr: 1991
Kommissar: Markowitz
Ort: Tatort Berlin


  2 Meinungen
Tatort Folge 243: Tödliche Vergangenheit 4 2

In dem Berliner Tatort „Tödliche Vergangenheit“ versucht der neue Kommissar Markowitz (Günter Lamprecht) in seinem allerersten Einsatz als Berliner Ermittler verzweifelt, den Mord an seiner eigenen Tochter aufzuklären und muss dafür tief in seiner eigenen Vergangenheit wühlen. 30 Jahre lang hat der Fahnder seine Ex-Frau Eva-Maria und seine Tochter mittlerweile nicht mehr gesehen, als er in dem Krimi ganz unerwartet wieder auf das verlorene Kind stößt. Das Wiedersehen erfolgt jedoch unter denkbar ungünstigen Umständen, denn die junge Frau wurde gewaltsam umgebracht und so zum Fall für die Berliner Kriminalpolizei – sicherlich ein Alptraum für jeden Vater.

Der Fahnder lässt sich im Tatort „Tödliche Vergangenheit“ aufgrund seiner persönlichen Betroffenheit direkt von den polizeilichen Ermittlungen freistellen, doch kann sich Markowitz auch nicht einfach so von dem Fall fernhalten – dafür ist er einfach zu schockiert und zu emotional beteiligt. Unerbittlich versucht der Kommissar daher, den Mörder seiner Tochter zu finden – eine Suche, die ihn zwangsläufig zurück in seine Vergangenheit führt, die nicht immer angenehm war. Nach drei Jahrzehnten ohne Kontakt trifft er seine Ex-Frau zum ersten Mal wieder. Im Leben von Eva Maria scheint sich nicht so viel verändert zu haben, da sie immer noch dasselbe Lokal in Ostberlin besitzt, wo sie vor Ewigkeiten schon Markowitz kennengelernt hatte.

Der Kommissar muss sich bei seinen Ermittlungen jedoch nicht nur mit seiner Ex-Frau auseinandersetzen, sondern natürlich auch mit alten Freunden, zu denen der Kontakt nach der Scheidung abgebrochen war. Das Wiedersehen mit seinem alten Leben wird für Markowitz in dem Tatort „Tödliche Vergangenheit“ jedoch zu einer schmerzhaften Angelegenheit – schließlich könnte einer seiner alten Bekannten im schlimmsten Fall sogar der Mörder seiner Tochter sein. Dann macht sich auch noch Eva-Maria ganz allein auf die Suche nach dem Täter und begibt sich so selbst in Gefahr…


Der Tatort „Tödliche Vergangenheit“ war der erste Einsatz von Günter Lamprecht als Berliner Kommissar Markowitz, der im Anschluss noch bis 1995 in der Landeshauptstadt ermittelte. Der neue Kommissar bekommt es bei diesem ersten Einsatz bereits mit einem sehr emotionalen Fall zu tun, der viel über die Vergangenheit des Fahnders offenbart. Regisseurin bei diesem Einstand war Marianne Lüdcke, die zuvor bereits zum Beispiel mit „Die große Flatter“ einen TV-Mehrteiler gedreht hatte. Auch für das Drehbuch war Lüdcke verantwortlich.

Seine Erstausstrahlung hatte die Tatort-Folge 243 am 20. Mai 1991. In der Rolle des Harry ist der Schauspieler Richy Müller zu sehen, welcher seit 2008 zusammen mit Felix Klare als Kommissarenduo Thorsten Lannert und Sebastian Bootz in Stuttgart die Ermittlungen leitet.

Besetzung
Kriminalhauptkommissar Franz Markowitz – Günter Lamprecht
Gerber Max – Volkert Martens
Eva Maria – Karin Baal
Lilo – Katja Junge
Harrys Mutter – Renate Grosser
Brialzik – Hans Teuscher
Klaus – Jürgen Rothert
Karla – Dagmar Manzel
Pohl – Hans Nischke
Harry – Richy Müller
u.a.

Stab
Drehbuch – Marianne Lüdcke
Regie – Marianne Lüdcke
Kamera – Michael Baldenius

Bilder: rbb


4 Meinungen zum Tatort Folge 243: Tödliche Vergangenheit

  • Peter • am 17.1.10 um 0:54 Uhr

    Einer der ersten und auch besten Fernsehfilme in
    deutsch-deutscher Koproduktion aus der Wendezeit.

    Die Schlapphut-Geschichte um den
    Gastwirt/Führungsoffizier im Friedrichshainer Kiez,
    der seine Stieftochter und ihren Lover
    zu Stasi-Kurierdiensten und Ungarnreisen zwingt . .
    naja, ist halt immer dick aufgetragen worden,
    die Phantasie schoß Honigblüten in jener Zeit,
    also geschenkt . .

    Aber – wie ist das gespielt, gelebt!, gefilmt
    und zelebriert worden.
    Da stimmt jede Figur, ein Ensemble deutscher
    Charakter-Darsteller schenkt sich nichts,
    gibt nicht preis. Großartig Hans Teuscher,
    Karin Baal, Richy Müller und die Manzel,
    als herbe, spröde Ost-Karbolmaus,
    meist wird ihr ja nur die Dame abverlangt.

    Traumhaft schöne und bedeutungsschwere Symbolik,
    ein stolzer Film auf das geeinte Berlin.
    Da wird die Kamera drauf gelassen, Stimmung eingefangen
    oder zwingend u. melancholisch (Musik! etc.) aufgebaut.

    Lamprechts Markowitz ist ein Kommissar eigener Güte,
    mit keiner anderen Auslegung dieser Rolle im „Tatort“
    vergleichbar.
    Leicht ungepflegt wirkend, schwitzig, unpretenziös,
    ein Kumpeltyp ohne Zugaben an Zeitgeist u. Regie.

    Schade, daß es nur so wenig Einsatzfälle für
    diesen Lamprecht-Anti-Typen gab.
    Der SFB hat sicherlich die „originellsten“ Darsteller
    dieser Rolle gehabt und stets sofort verschlissen.
    Schade. Auch um Markowitz.

    Interessant und niemals langweilig, trotz dieser Story.
    Das gelingt nur guten Regisseuren und Schauspielern.

    LG Peter, Berlin


  • gjb • am 9.6.10 um 12:33 Uhr

    dieser typ `markowitz ` war ohne zweifel eine der besten to

    figuren. ja, schade, dass es davon nur wenige episoden gibt.

    günter lamprecht eben….!

    grüsse

    gjb


  • peter achterberg • am 22.1.14 um 19:19 Uhr

    Ein toller Tatort, nur leider der einzig guter in der Reihe von Markowitz.


  • Dirk • am 10.11.15 um 16:50 Uhr

    Der Tatort Nummer 243. Ein Hauptkommissar Markowitz von der Mordkommission aus Berlin ermittelt. Vom Alter und Aussehen ein gestandener und lebenserfahrener Polizist, der in dem vermeintlichen Mordopfer seine Tochter erkennt. Es entwickelt sich aus diesen Anfangsszenen ein packender und spannender Tatort-Krimi aus den anfänglichen Jahren nach der Wiedervereinigung, mit Bezügen zur Staatssicherheit der ehemaligen DDR und menschlichen Schwächen. Mitarbeiter in diesem ehemaligen Spitzelstaat gab es genug, teils aus Überzeugung, teils aus finanziellen Interessen, teils wegen Erpressung. Markowitz selbst ist sozialistischer Stein und aber auch ein überzeugter Polizist. Das Ende gar nicht einmal theatralisch aufgebaut. Der Film ist noch in zwanzig Jahren sehenswert.


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