Tatort Folge 345: Parteifreunde



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Tatort Folge 345: Parteifreunde 4 2

Nach einem Mord an einem Zeitschriftenvertreter ermittlen die beiden Hauptkommissare Stoever (Manfred Krug) und Brockmöller (Charles Brauer) im Tatort „Parteifreunde“ in der Hamburger Landespolitik, wo sie auf allerlei halbseidene Geschäfte stoßen.

Die zentrale Figur des Krimis ist der Politiker Dr. Wolf Hancke, der mit seiner kalkulierenden und machtbesessenen Art an die Spitze der Hamburger Landespolitik will. Das nächste Ziel für den ambitionierten Politiker ist der Landesvorsitz seiner Partei und seine Chancen stehen nicht schlecht: Nachdem der vorherige Vorsitzende Senator Priebeck zurückgetreten ist, findet in naher Zukunft eine Neuwahl statt. Bevor sich Hancke aber offiziell als Kandidat zur Wahl stellen kann, sucht er in dem Tatort „Parteifreunde“ die Zustimmung des ehemaligen Landesvorsitzenden Eberhard Sudhoff, der eine wichtige Einflussgröße in der Partei ist.

Während Hancke dem altgedienten Sudhoff auf dessen Landsitz sein Anliegen vorträgt und um Unterstützung bittet, wird vor dem Haus des Nachwuchspolitikers Fred Schirmer, ein zwielichtiger Zeitschriftenvertreter, erschossen. Die beiden Hamburger Kommissare Stoever und Brockmöller werden zum Tatort gerufen, wo sie auch bald den Hausbesitzer kennenlernen, der von seinem Besuch auf dem Landsitz zurückgekehrt. Bei einer ersten Befragung erzählt Hancke im Tatort „Parteifreunde“ den beiden Beamten, dass Schirmer ab und zu Aufgaben für ihn erledigt habe.

Eigentlich hat der Nachwuchspolitiker, auch wenn sein Grundstück ein Tatort war, von der Polizei nichts zu befürchten – er war ja den ganzen Abend nicht zu Hause. Umso erstaunter ist Hancke, als Sudhoff am Tag darauf aussagt, dass Hancke den Abend keinesfalls bei ihm verbracht habe und damit sein Alibi nicht bestätigt. Stoever und Brockmöller bringt diese Aussage im Tatort „Parteifreunde“ in eine schwierige Situation: Wem von beiden sollen sie glauben? Und vor allem: Wer hätte einen Grund zu lügen? Für Hancke und seine politischen Ambitionen sieht es in der Folge nicht gut aus, da die Zeitungen seinen Namen im Zusammenhang mit einem Mord nennen und er so ungewollte Präsenz auf den Titelseiten erhält.

Für die beiden Kommissare beginnt in Hamburg eine schwierige Ermittlung inmitten von verstrickten Beziehungen und besonders politischen Intrigen. Sie können im Tatort „Parteifreunde“ jedoch herausfinden, dass das Mordopfer Schirmer ein Doppelleben geführt hatte. Der Zeitschriftenvertreter lebte meistens ganz bürgerlich zusammen mit einer Freundin auf dem Land, unterhielt aber gleichzeitig ein teures Appartment in der Stadt, wo er anscheinend regelmäßig von einer mysteriösen Frau besucht wurde. Doch wer ist die Unbekannte?

In der Folge erlangen die beiden Ermittler im Tatort „Parteifreunde“ noch weitere wichtige Erkenntnisse. So entdeckt Brockmöller, dass Schirmer vor kurzem in die Villa von Priebeck, dem zurückgetretenen Senator, eingebrochen ist. Anscheinend war es dieser Einbruch, der bei dem Politiker zunächst einen Herzinfarkt auslöste und schließlich dazu führte, dass er den Landesvorsitz aufgab. Interessant wird diese Erkenntnis im Tatort „Parteifreunde“ besonders, als Stoever auch noch darauf aufmerksam wird, dass sich das Mordopfer seinen luxuriösen Lebensstil in Hamburg nur durch die finanzielle Unterstützung von Hancke leisten konnte. Doch warum hatte der Politiker dem Vertreter so viel Geld gegeben und vor allem wofür?

Alle Hinweise deuten im Tatort „Parteifreunde“ darauf hin, dass Hancke der Mörder ist. Nur Brockmöller ist sich da noch nicht so sicher, denn seiner Meinung nach könnte auch Sudhoff die Polizei für ein intrigantes Machtspiel nutzen…
 

Produziert wurde die Tatort-Folge 345 „Parteifreunde“ vom NDR. Die Erstausstrahlung erfolgte am 27. Oktober 1996, wobei 9,01 Millionen Menschen zusahen, was einem Marktanteil von 25 Prozent entsprach. In der Episode können die Zuschauer die beiden Hamburger Kommissare auch als Gesangsduo bewundern, als sie bei einer Observation „Spiel mir eine alte Melodie“ singen. Eine solche Gesangseinlage ist jedoch für das Tatort-Team aus der Hansestadt keine Seltenheit.

Besetzung
Hauptkommissar Stoever – Manfred Krug
Hauptkommissar Brockmöller – Charles Brauer
Stefan Struve – Kurt Hart
Eberhard Sudhoff – Rolf Hoppe
Dr. Hancke – Sven-Eric Bechtolf
Priebek – Christoph Bantzer
Hella Priebek – Angela Stresemann
Ina Klopsch – Marion Breckwoldt
Wöring – Dietmar Mues
Doris Scholte – Charlotte Schwab
Schirmer – Roland Renner
Jan – Nils Kasiske
und andere

Stab
Regie – Ulrich Stark
Buch – Detlef Müller
Produktion – Richard Schöps
Produktion – Kerstin Ramcke
Produktionsleitung – Sibylle Hashagen
Aufnahmeleitung – Helmut Lotz
Aufnahmeleitung – Joerg Pawlik
Aufnahmeleitung – Tim Körbelin
Redaktion – Doris J. Heinze
Regieassistenz – Elke Schliessmann
Kamera – Manfred Ensinger
Kamera – Jürgen R. Schoenemann
Schnitt – Birgit Levin
Musik – Klaus Doldinger
Szenenbild – Götz Heymann
Requisite – Dirk Holzheuer
Requisite – Claudia Schutt
Kostüme – Claudia Koletzko
Maske – Joachim Kullmann
Maske – Christa Wittlich
Bildtechnik – Ralf Patzig
Ton – Siegfried Sellentin
Ton – Matthias Wolf
Mischung – Gerd Nicklaus


3 Meinungen zum Tatort Folge 345: Parteifreunde

  • Dirk • am 21.4.16 um 10:08 Uhr

    Der Tatort Nummer 345 aus Hamburg. Die beiden Hauptkommissare Stoever und Brockmöller ermitteln in einem besonderen Tatort-Fall um intrigante Ränkespiele in der hanseatischen Landespolitik, Erpressungen, Päderastie, Lügen und Betrügen und am Ende auch noch Mord. Die beiden Kriminalisten sind ja nun auch einmal von der Mordkommission. Ein Tatort, so authentisch, wie er heute nicht sein könnte. Fehlt nur noch die „Mode-Droge“ Crystal Met, die ja, wenn man Presse und Medizinern Glauben schenken darf, die Gefährlichste aller illegalen Mittelchen sein soll und seit kurzem durch die aktuellen Medien geistert. Ein intensiver und mutiger Tatort über gesellschaftliche Doppelleben und einer bürgerlichen Anti-Moral. Auch heute noch, 20 Jahre nach der Erstausstrahlung, ein sehenswerter Tatort-Klassiker mit einem hervorragenden Ermittler-Duo und einer, insgesamt gesehen, guten Besetzungsliste.


  • MadMonkey • am 26.4.17 um 16:55 Uhr

    Bei so vielen Fällen mit Manfred Krug empfand ich Parteifreunde eher schleppend schwach


  • Henning • am 14.10.17 um 21:06 Uhr

    Der Mitarbeiter eines Politikers wird ermordet und stellt sich als Gauner heraus. Die Grundidee gab es schon in dem Stoever/Brocki-Film „Lauf eines Todes“, ist aber derart anders umgesetzt, dass es nicht weiter auffällt. Beide Kommissare agieren gewohnt unterhaltsam. Rolf Hoppe schafft es gekonnt, die Rolle dieses großen alten Politikers raumfüllend zu gestalten. Herzhaft gelacht werden darf bei der klasse dargestellten Rolle der „robusten“ Frau Klopsch, wenngleich sie natürlich ziemlich übel mit ihrem Sohn umgeht…. solche Leute gibt es wirklich!


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