Tatort Folge 373: Nahkampf



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Tatort Folge 373: Nahkampf 5 3

In der Tatort-Folge 373 „Nahkampf“ muss die Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) gemeinsam mit ihrem Assistenten Mario Kopper (Andres Hoppe) einen Unfall in einer Kaserne aufklären, bei dem ein junger Leutnant ums Leben gekommen ist.

Es ist mitten in der Nacht in einer Kaserne in Ludwigshafen. Außer der diensthabenden Wache schlafen alle Bewohner des Militärquartiers ruhig – so scheint es zumindest im Tatort „Nahkampf“ auf den ersten Blick. Doch dann regt sich auf dem Hof plötzlich eine dunkle Gestalt, die sich langsam und unauffällig auf den Weg zum Rand des Kasernenhofes macht, über den Zaun klettert und sich schließlich unerkannt davon stehlen will. Zum Unglück des Unbekannten wurde er jedoch von der Wache gesehen. Der Soldat ruft der Gestalt in Zivilkleidung zunächst eine Warnung zu, auf die der Mann jedoch nicht reagiert. Daraufhin greift der Wachhabende zu einer weniger friedlichen Taktik: Er schießt auf den Unbekannten und trifft sein Ziel sogar auch.

Wie sich bald herausstellt, war der Schuss so gut, dass der Mann sogar an seinen Verletzungen stirbt. Der Wachmann muss jedoch kurz darauf erkennen, dass er nicht nur jemanden getötet hat – bei dem Eindringling handelte es sich auch nicht wie vermutet um einen Zivilsten, sondern um einen jungen Leutnant aus der eigenen Kaserne. Dieser hatte sich in Zivilkleidung leise und unauffällig vom Gelände schleichen wollen – aus welchem Grund und wohin ist den anderen Soldaten unbekannt.

Nachdem bei diesem tragischen Unfall ein Soldat gestorben ist, werden im Tatort „Nahkampf“ die Ludwigshafener Ermittlerin Odenthal und ihr Assistent Kopper eingeschaltet. Die beiden sehen und hören sich in der Kaserne um und Kommissarin Odenthal bekommt bald das Gefühl, dass das da etwas nicht stimmt und der Wachhabende damals etwas zu schnell geschossen hat. Genauso kommt ihr die Reaktion der Soldaten und besonders der Kasernenleitung auf das Unglück etwas sehr glatt vor.

Odenthal muss dann im Tatort „Nahkampf“ feststellen, dass sie mit ihrem Instinkt leider richtig gelegen hat und der vermeintlich unglückliche Zufall eigentlich Teil eines ausgeklügelten Planes war. Und so kommt die Ermittlerin einer atemberaubenden Inszenierung mit tödlichen Folgen auf die Schliche. In diesen Plan war anscheinend selbst die Frau verwickelt, die der getötete Leutnant geliebt hatte. Diese war eigentlich mit dem Bataillonskommandeur Oberst Kampmann zusammen, einem eiskalten Mann mit einem Hang zu lautlosen Manövern. Und zu Odenthals Schrecken waren selbst die anderen Soldaten im Tatort „Nahkampf“ an der Inszenierung beteiligt, wenn auch unwissend…
Für Thomas Bohn, den Regisseur und Drehbuchautor des Fernseh-Krimis, war es nicht sein erster Dreh um die Ludwigshafener Ermittlerin Odenthal. Sein Werk „Nahkampf“ wurde am 19. Oktober 1997 zum ersten Mal im Fernsehen gezeigt.

Besetzung
Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Mario Kopper – Andreas Hoppe
Oberst Rüdiger Kampmann – Jürgen Schornagel
Kriminalrat Friedrichs – Hans-Günter Martens
Oberleutnant Georg Tremer – Bernhard Bettermann
Manon Kampmann – Dana Vávrová
Major Rolf Rohloff – Frank Röth
Leutnant Arnold von Brentano – Götz Otto
Peter Becker – Fritz Müller-Scherz
Gefreiter Wolfgang Spirefka – Roman Knizka
u.a.

Stab
Kamera – Hans-Jörg Allgeier
Buch – Thomas Bohn
Szenenbild – Börries Hahn-Hoffmann
Regie – Thomas Bohn

Bilder – WDR/SWR


3 Meinungen zum Tatort Folge 373: Nahkampf

  • Dirk • am 24.7.16 um 21:12 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 373, heute in Wiederholung, 20:15 h, bei mir im home video. Den auf ARD gezeigten „Münsteraner“ habe ich einfach zugunsten der Hauptkommissare Odenthal (w) und Kopper (m) ausfallen lassen. Aus Ludwigshafen sind die und ermitteln, diesmal mit einem erstaunlich agilen Kriminalrat Friedrichs, im mittleren Bundeswehrmanagment, mit seinem, zumindest hinter den Kasernenmauern, verkrusteten System von anno 1904. Ein wahrlich interessanter Fall, mit einer genial grandiosen Lösung. Ein junger Oberleutnant baggert schon über Monate die Frau des Kommandeurs an, ein penibel durchstrukturierter Fünfziger, mehrmals durch die Generalsverwendung gerauscht und als Oberst dennoch fehl am Platze. Der Nebenbuhler wird militärisch genial aus dem Weg geräumt, durch die Unruh im Getriebe dieser baren Denkfabrik, nicht wissend, ein Werkzeug im Augenblick des Geschehens gewesen zu sein. Odenthal und Kopper decken und lösen den Fall auf, auch mit Hilfe eines jungen Leutnants, dem getöteten Oberleutnant als Freund verbunden. Und trotzdem schaffen sie es nicht, diesen eiskalten uniformierten Autokraten zu überführen. Dieses erledigt dann die Ehefrau, mit drei Schüssen, nicht ganz so genial, aber man wünscht ihr heute noch alles Gute. Unbedingt sehenswert ist dieser Tatort-Spielfilm aus dem Jahr 1997.


  • Dirk • am 3.9.16 um 14:45 Uhr

    Nachtrag: Sollte es eine Liste mit den 150 besten Tatort-Filmen geben, dieser mit der Nummer 373, gehört meiner Meinung nach dazu. Ehrlich.


  • M.K. • am 5.9.16 um 21:46 Uhr

    Interessanter, in der Logik des Geschehens und der Zusammenhänge weitgehend stimmiger und von den Akteuren insgesamt gut und glaubwürdig gespielter Tatort mit den noch relativ „jungen“ Kommissaren Odenthal und Kopper und etlichen anderen aus heutiger Sicht noch relativ jungen Schauspielern.

    5 Sterne … schon alleine für die Szene, in der Lenas und Marios Chef, Kriminalrat Friedrichs – kurz zuvor noch zaudernd in der Unterstützung für Lenas Mord-Theorie – ob des arroganten Auftretens der ‚Herrschaften‘ von der BW und ihres Anwaltes über sich hinaus wächst, sich vor seine ‚Untergebenen‘ stellt und jenen in bester militärischer Vorgesetzten-Manier ‚den Marsch bläst‘, sie ‚in den Senkel stellt‘ und ihnen klarmacht: „wir sind hier nicht bei der Wehrmacht“. Köstlich.

    Stimme Dirk zu: gehört zu den besonders guten Tatorten.


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