Kurz und knapp – darum geht’s
Im Berliner Tiergarten wird im Landwehrkanal die Leiche eines Transvestiten gefunden. Die Kommissare Roiter und Zorowski ermitteln zunächst gegen einen vorbestraften Triebtäter, doch die forensische Psychiaterin Dr. Maria Bubek hat Zweifel an seiner Schuld. Als sich plötzlich der wahre Täter meldet, beginnt ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel mit einem Serienmörder, der seine Opfer wie Trophäen präsentiert. Als die Ermittler seinem perfiden System auf die Spur kommen, gerät ausgerechnet Dr. Bubek selbst ins Visier des Killers…
Inhalt der Tatort-Folge „Blick in den Abgrund“
In der Dunkelheit des Berliner Tiergartens treibt eine Leiche im Landwehrkanal. Es ist Martin „Monique“ Wasdrak, ein Transvestit, der nach seiner Schicht spurlos verschwunden war. In seinem Wohnwagen finden die Ermittler eine Kassette mit Opernmusik – Musik, die das Opfer nie hörte. Schnell gerät der vorbestrafte Triebtäter Richard Höpke ins Visier der Ermittler. Die Spuren scheinen eindeutig, doch die forensische Psychiaterin Dr. Maria Bubek, die Höpke aus früheren Gutachten kennt, zweifelt an seiner Schuld.
Wie ein düsterer Schatten legt sich die Mordserie über die Stadt. Der wahre Täter schickt den Ermittlern makabere Botschaften: Damenschuhe mit Spuren von der Pfaueninsel, wo sie die nächste Leiche finden. Eine junge Stewardess verschwindet spurlos, ihre Wohnung ein Tatort voller Blutspuren. Der Killer wird immer dreister, seine Taten brutaler. In einem perfiden Spiel führt er die Ermittler von Leiche zu Leiche.
Die Zusammenarbeit zwischen den anfangs skeptischen Kommissaren und der Psychiaterin entwickelt sich zu einem schlagkräftigen Trio. Dr. Bubek erkennt in dem Täter einen ihrer früheren Fälle wieder – einen traumatisierten Jungen, der einst Tiere quälte. Als sie seiner Identität auf die Spur kommt, wird sie selbst zur Zielscheibe. Der Killer entpuppt sich als einer der Leichenfahrer, Markus Engel, der die Ermittler die ganze Zeit aus nächster Nähe beobachtet hatte.
Hinter den Kulissen
„Blick in den Abgrund“ wurde vom SFB (Sender Freies Berlin) produziert und am 5. April 1998 als 381. Tatort-Folge erstmals ausgestrahlt. Der Film unter der Regie von Jürgen Bauer und nach einem Drehbuch von Andreas Pflüger erreichte bei seiner Erstausstrahlung 7,75 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 19,05% entsprach.
Technisch bemerkenswert ist der Einsatz von Betacam-Videokameras anstelle von herkömmlichem Filmmaterial – eine Besonderheit der zwölf SFB-Filme mit Winfried Glatzeder. Diese Videoclip-Ästhetik wurde von Kritikern häufig bemängelt, ähnlich wie beim 1995 produzierten Polizeiruf 110 „Sieben Tage Freiheit“.
Besetzung
Hauptkommissar Ernst Roiter – Winfried Glatzeder
Kommissar Michael Zorrowski – Robinson Reichel
Maria Bubek – Claudia Messner
Stefan Beckmann – Frank Siebenschuh
Markus Engel – Frank Giering
Norbert Zittnick – Gunnar Teuber
Richard Höpke – Oliver Stern
Joachim Huber – Hanns Zischler
Monique Wasrack – Burkhard Wildhagen
Susanne Gerbroth – Renate Schroeter
Dr. Fischbrenner – Karl-Ullrich Meves
Babs – Barbara Frey
Anhalterin – Lilly-Marie Tschörtner
u.a.
Stab
Drehbuch – Andreas Pflüger
Regie – Jürgen Brauer
Kamera – Andreas Bergmann
Schnitt – Haike Brauer
Musik – Stefan Warmuth · Hans-Wolfgang Bleich
Produktion – SFB
Der Tatort mit der Nummer 381 und aus dem Jahr 1998. Die Berliner Polizeibeamten, Roiter und Zorowski, Hauptkommissare der Mordkommission, ermitteln im gruseligen Untergrund der sexuellen menschlichen Verirrungen und Verwirrungen und stoßen tief in die Abgründe der Perversionen ein, was ohne der Mithilfe einer engagierten Psychiaterin unmöglich zu bewerkstelligen wäre. Ein äußerst spannender und ergreifender Tatort-Thriller aus dem auslaufenden 1990ziger Jahrzehnts. Die Jagd auf einen intelligenten und höchst brutalen Triebtäters zeigt sich einfach atemberaubend und faszinierend. Ein Tatort mit Gänsehauteffekt und wirklich wiederholungswert.
Serial killers – we all know this – play games with the police. They leave things behind, love classical music or chess. With serial killers there is always something about a strong mother or incest, or both. And the killer is always someone we already know. One of the new characters you get to know within ten minutes is the killer. And then it’s just more deaths, a detective who argues with his boss and in the end the killer wants to kill someone close to the detective (a daughter or a girl friend / wife) but he is always caught. This TO follows these rules exactly, like painting by numbers. For me this is one of the most boring TOs I’ve seen, there is not one scene or dialogue I didn’t expect.
Dieser Tatort aus Berlin der späten 90er Jahre bleibt einem vielleicht nicht wegen seiner Qualität im Gedächtnis, sondern eher wegen teils trashigen Szenen und billiger Handkamera Optik. Ich stehe aber doch sehr auf diese Roiter Fälle auch wenn sie storytechnisch meist etwas konfus daherkommen. „Blick in den Abgrund“ ist ein Roiter Highlight