Tatort Folge 580: Verlorene Töchter



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Nach dem Mord an einer 14-jährigen aus Hamburg geraten in der Tatort-Folge 580 „Verlorene Töchter“ um die Ermittler Jan Casstorff (Robert Atzorn) und Eduard Holicek (Tilo Prückner) die Freundinnen der Toten, die zusammen eine kriminelle Mädchenbande bilden, unter Mordverdacht.

Als Casstorff und sein Kollege Holicek herausfinden, wie jung das Opfer in ihrem neuen Mordfall ist, sind die beiden Fahnder geschockt. Ronja war erst 14, als ihr Leben gewaltsam beendet wurde. Noch schockierender ist für das Hamburger Tatort-Team jedoch, wer schon bald auf der Liste der Verdächtigen steht. Denn Ronja, die aus der unteren sozialen Schicht und prekären Familienverhältnissen stammte, war Mitglied einer Bande von etwa gleichaltrigen Mädchen, die sich in ihren Hobbies sehr deutlich von anderen Teenagern unterscheiden. Denn anstatt sich zum Beispiel für Reiten, Klamotten und Makeup und natürlich auch Jungs zu interessieren, gehen die Mädchen im Tatort „Verlorene Töchter“ lieber illegalen Aktivitäten nach. Allesamt sind sie in sozialen Brennpunkten der Hansestadt aufgewachsen und haben schon früh Gewalt und Brutalität kennengelernt, die für die Mädchen beinahe zum Alltag geworden ist. Jetzt sind sie, die alle noch minderjährig sind, diejeinigen, die ihre Umgebung mit zahlreichen Gewalttaten in Angst und Schrecken versetzen. Wie Kommissar Casstorff und sein Kollegen Holicek bald feststellen, könnte ein Bandenmitglied im Tatort „Verlorene Töchter“ sogar soweit gegangen sein, dass sie Ronja ermordet hat.

Aufgrund dieses traurigen Verdachts sprechen die beiden Fahndern mit allen Mädchen. Diese wissen jedoch genau, dass sie als Minderjährige noch nicht wie ein Erwachsener strafmündig sind und nutzen diese Tatsache in den Verhören auch gnadenlos aus. Für die Polizisten bedeutet das im Tatort „Verlorene Töchter“, dass sie kaum brauchbare Informationen erhalten. Viel mehr noch, einige der Verdächtigen erzeugen große Wut bei den Fahndern, so hat besonders die junge Türkin Fatma wegen ihrer Unverschämtheit und Gleichgültigkeit bei Kommissar Casstorff fast für einen Wutausbruch gesorgt. Die anderen Mädchen, eine Dicke namens Mela, Ronjas Cousine Marie und Jenny, welche sich um ihren demenzkranken Großvater kümmert, bleiben still. Marie ist zur Zeit der Mittelpunkt der Clique, weil die anderen gerade fast bei ihr leben, da die Eltern des Teenagers verreist sind. Immerhin gelingt es der Kollegin Jenny Graf (Julia Schmidt) im Tatort „Verlorene Töchter“ zumindest etwas, an die Mädchen heranzukommen. Fatma öffnet sich etwas gegenüber der Polizistin und bei Jenny kann die sensible Graf feststellen, dass sie mehr als freundschaftliche Gefühle zu Ronja gehegt hatte.

Neben den vier anderen Bandenmitgliedern gerät aber auch Piet in den Verdächtigenkreis der Kommissare Casstorff und Holicek. Der aus einer guten Familie stammende junge Mann war regelmäßig auf dem Schulweg von der Mädchen-Gang überfallen und um sein Geld erleichtert worden. Könnte der Mord im Tatort „Verlorene Töchter“ also aus Rache geschehen sein?

Schließlich ist es Jenny Grafs Einfühlungsvermögen, das die Ermittler im Tatort „Verlorene Töchter“ auf die richtige Spur bringt. Den Fahndern steht aber noch ein spannendes Finale auf dem Boot von Ronjas Mutter bevor…

 

Der am 21.11.2004 erstausgestrahlte NDR-Tatort „Verlorene Töchter“ wurde von Daniel Helfer nach einem Drehbuch von Elke Schuch und Marc Blöbaum inszeniert.

Besetzung
Hauptkommissar Jan Casstorff – Robert Atzorn
Eduard Holicek – Tilo Prückner
Jenny Graf – Julia Schmidt
Patricia Funck – Saskia Fischer
Haustein – Harald Weiler
Iris May – Inga Busch
Marie Liebhard – Marie – Terese Katt
Lucy – Elisa Becker
Mela – Charlotte Buschner
Fatma – Jasmin Aksan

Stab
Regie – Daniel Helfer
Buch – Elke Schuch · Marc Blöbaum
Kamera – Simon Schmejkal
Schnitt – Fritz Busse
Musik – George Kochbeck, Rosenstolz: «Liebe ist alles»
Produktion – NDR


1 Meinung zum Tatort Folge 580: Verlorene Töchter

  • Dirk • am 30.12.15 um 23:46 Uhr

    Der Tatort Nummer 580 mit Hauptkommissar Casstorff aus Hamburg. Der ermittelt den Tod einer Vierzehnjährigen, ehemaliges Mitglied einer gleichaltrigen Mädchengang aus dem sozialen Brennpunktmilieu. Man wundert sich, dass diese Mädchen ein anderes Hobby pflegen und sich nicht für Klamotten, Make up, Pferde und kleine Jungs interessieren. Aber Mord. Das geht C. nun auch zu weit. Ein Tatort-Krimi der aufrüttelt und das Hamburger Zeitgeschehen der anfänglichen 2000ner Jahre realistisch brutal wieder spiegelt. Regie führte Daniel Helfer und das Buch stammte von Marc Blöbaum. Sehenswert.


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