Tatort Folge 575: Herzversagen



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Tatort Folge 575: Herzversagen 5 4

In dem preisgekrönten Frankfurter Tatort „Herzversagen“ werden die Kommissare Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) nach mehreren Morden an alten Frauen mit der Einsamkeit im Alter und der gesellschaftlichen Ignoranz dieses Themas konfrontiert.

Tatort Herzversagen – Trailer



 
Eines Tages wird im Tatort „Herzversagen“ eine Seniorin namens Elisabeth Anuschek tot in ihrer eigenen Wohnung gefunden, nachdem die Frau noch am Abend zuvor mit dem gleichaltrigen Alexander Nilgens, einem Freund, für ein Konzert die Frankfurter Oper besucht hatte. Der herbeigerufene Notarzt attestiert einen natürlichen Tod und stellt als Todesursache Herzversagen fest. Die junge, übereifrige Polizistin Ina Springstub glaubt jedoch nicht an diese Einschätzung und ordert weitere teure Tests.

Bald stellt sich heraus, dass Springstub trotz ihrer mangelnden Erfahrung mit ihrer Vermutung Recht gehabt hatte: Elisabeth Anuschek wurde tatsächlich ermordet. Die Kommissare Sänger und Dellwo, die den Fall übernehmen, stellen in einem Gespräch mit der Reinigungskraft der Toten fest, dass anscheinend auch Anuscheks Ersparnisse, welche die alte Frau in ihrer Wohnung aufbewahrt hatte, verschwunden sind. Hatte also der Täter im Tatort „Herzversagen“ das Geld mitgenommen oder vielleicht sogar nur deswegen gemordet?

Zufälligerweise stößt Kommissar Dellwo bald darauf noch auf eine weitere tote Seniorin, als er einen Taschendieb verfolgt. Zum Entsetzen der Fahnder aus Frankfurt ist die Frau jedoch bereits fast ein Jahr tot und ihre Leiche mittlerweile mumifiziert. In den elf Monaten, die sie tot bei sich in der Wohnung gelegen hatte, wurde das Verschwinden der Frau von niemandem bemerkt. Wieder wird im Tatort „Herzversagen“ ein Notarzt gefunden und wieder lautet die Diagnose natürlicher Tod durch Herzversagen. Dass jedoch auch bei der zweiten Toten sämtliches Bargeld aus der Wohnung entwendet wurde, macht Sänger und Dellwo stutzig, die daraufhin einen zweiten Mord vermuten, der mit dem Tod von Anuschek zusammenhängt.

Zunächst verdächtigen die beiden Ermittler den Sohn des ersten Opfers, der in der Vergangenheit versucht hatte, die Vormundschaft für seine Mutter zu erhalten. Anscheinend hatte es dieser vor allem auf Elisabeths Geld abgesehen oder zumindest hatte diese im Tatort „Herzversagen“ ihre Ersparnisse vor dem eigenen Sohn in Sicherheit gebracht. Zweiter Verdächtiger ist der Pelzhändler Alexander Nilgens, der Freund von Anuschek, weil neben der zweiten Toten eine Mütze aus dessen Geschäft entdeckt wurde. Auch Jerry, einen drogensüchtigen Taschendieb, ziehen Sänger und Dellwo kurzzeitig als Mörder in Betracht.

Bald darauf stoßen die Kommissare aus Frankfurt auf weitere ähnliche Todesfälle. Insgesamt waren anscheinend in letzter Zeit etwa 30 ältere Frauen im Tatort „Herzversagen“ an einem Herzversagen gestoben. Die Seniorinnen haben zudem gemeinsam, dass bei allen die Ersparnisse kurz vorher von der Bank geholt wurden und nach dem Tod verschwunden sind. Kurze Zeit später kommt es im Bahnhofsviertel dann zu einem weiteren Mord, der vor allem Sänger im Tatort „Herzversagen“ schockiert, da sie noch kurz vorher mit der älteren Dame gesprochen hatte. Daraufhin wird die Ermittlerin, die noch um ihre gerade verstorbenen Eltern trauert, von dem Fall abgezogen. Dellwo ermittelt jedoch weiter, zunächst aber ohne Erfolg. Erst als sich herausstellt, dass alle Opfer demselben Lesezirkel angehört haben, kommt der Fahnder dem Täter langsam auf die Spur…

 
Die Tatort-Folge 575 „Herzversagen“, der sich mit dem Thema des Alterns in der Gesellschaft und der häufig daraus resultierenden Einsamkeit für Senioren beschäftigt, wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Die beiden Hauptdarsteller Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf erhielten beide den Grimme-Preis, genauso wie Regisseur Thomas Freunder und Drehbuchautor Stefan Falk. Dazu erhielt der Krimi den Deutschen Fernsehpreis. Am 17. Oktober 2004 wurde der Tatort erstausgestrahlt und mit einem Marktanteil von 26,5 Prozent auch zum erfolgreichsten fiktionalen Programmbeitrag der ARD im Jahr 2004.

Besetzung
Oberkommissarin Charlotte Sänger – Andrea Sawatzki
Hauptkommissar Fritz Dellwo – Jörg Schüttauf
Kruschke – Oliver Bootz
Dr. Scheer – Thomas Balou Martin
Herr Nilgens – Friedrich Schoenfelder
Michael Rost – Jan Henrik Stahlberg
Fromm – Peter Lerchbaumer
Frau Anuscheck – Elisabeth Wiedemann

Stab
Regie – Thomas Freundner
Kamera – Armin Alker
Buch – Stefan Falk und Thomas Freundner
Musik – J. J. Gerndt

Bilder: HR/Bettina Müller


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10 Meinungen zum Tatort Folge 575: Herzversagen

  • Stefan S. • am 21.1.10 um 16:47 Uhr

    dellwo steth am anfang der Folge im Stau und kommt nicht weiter,er hört ein Musik. Kann mir einer sagen welcher Interpet das ist und wie der titel heist?


  • zardoz • am 23.1.10 um 20:06 Uhr

    Weiß es jetzt nicht, aber es ist bekannt, dass Dellwo ein Led Zeppelin Fan ist. Wie ich auch…


  • gjb • am 4.6.10 um 16:25 Uhr

    gut gemacht, erschreckende realität. spannung gut

    aufgebaut, und dann…..ein lapidares ende…..!

    grüsse

    gjb


  • Thorsten • am 13.5.11 um 23:33 Uhr

    Moin moin allerseits,

    als Dellwo im Stau stand, hatte er das Album „Houses Of The Holy“ von Led Zeppelin im CD-Player und hörte den Song „The ocean“.

    Thorsten


  • gjb • am 14.6.11 um 12:47 Uhr

    wiesoso verlässt man beim wdr den pfad der tugend und

    belässt es nicht dabei, die “ alten “ ermittler schimmi,

    markowitz, flemming, haferkamp etc. über den bildschirm zu

    geistern…………. ?

    hat sicher vielen spass gemacht…! ausserdem lief dieser

    auch schon vor nicht zu langer zeit….!

    grüsse


  • Joachim Pense • am 23.10.12 um 20:48 Uhr

    Nettes Betriebswirte-Bashing.


  • Udo Thörner • am 15.3.14 um 21:50 Uhr

    Ein spannendes Thema und interessante Einblicke in die Welt der Alten. Gut gemacht und gut gespielt.
    Leider werde ich das Gefühl nicht los, dass hier die Zigarrettenindustrie für „Schleichwerbung“gezahlt hat. Das ist doch nicht normal, dass im Jahre 2014 der leitende Kommisar bei jeder Gelegenheit eine Zigarrette im Mund hat bzw. dass das wieder ein Thema sein sollte.


  • Jaimee • am 15.3.14 um 23:39 Uhr

    Toller Frankfurt Tatort mit ernstem Thema das unter die Haut geht.


  • Dirk • am 17.9.16 um 12:58 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 575 aus der hessischen Main-Metropole Frankfurt. Ein außergewöhnlicher Tod einer alten Dame, durch einen hartnäckig arbeitenden Newcomer (w) der Tatort-Polizei, als ein durch Mord begangenes Verbrechen aufgedeckt, bringt die beiden Profis der Frankfurter Mordkommission, die Hauptkommissare Charlotte Sänger und den Hauptkommissar Fritz Dellwo, auf den Plan und beide kommen einer ungeheuren Mordserie auf die Spur. Ein spannender und interessanter Tatort-Fernsehfilm aus dem Jahr 2004, im Bereich der Alten und des Gebrechlichen angesiedelt. Geldgier und Mordsucht gehen hier einher. Außerordentlich sehenswürdig ist der Streifen, wie ich meine, wiederholungswürdig alle Male. Mit einer der besten Tatort-Spielfilme und deutlich über der Zahl 150 der besten in dieser Krimi-Reihe angesiedelt. Die Regie führte übrigens der Thomas Freundner.


  • Oheim Petri • am 14.1.18 um 8:41 Uhr

    Unterhaltsamer Tatort, ohne Längen. Sogar ein paar witzige Szenen/ Dialogo sind dabei.
    Sympathisches Team, auch wenn man Fr. Sawatzki die Rolle einer Kommissarin nicht abnimmt.


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