Polizeiruf 110: Crash



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Polizeiruf 110: Crash 3 6

Das Magdeburger Team mit Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und Dirk Köhler (Matthias Matschke) geht in die vierte Runde: Der Polizeiruf 110 „Crash“ dreht sich – der Titel lässt dies bereits vermuten – um illegale Autorennen mit Todesfolge. Eine junge Frau gerät unter die Räder eines Rasers, die Ermittler vermuten den flüchtigen Todesfahrer unter den Mitgliedern der rennverrückten Gruppe „Le Magdeburg“.

Der Polizeiruf-Krimi „Crash“ feiert seine TV-Premiere am Sonntag, den 23. September 2018 um 20.15 Uhr im Ersten Programm.

Aus der Rubrik „Gut zu wissen“: Wie am 26. August 2018 offiziell durch die Programmdirektion des MDR bestätigt wurde, verlässt der Schauspieler Matthias Matschke den Magdeburger Polizeiruf 110 überraschend nach nur zwei Jahren Tätigkeit. Nach „Crash“ sind noch zwei weitere Neuproduktionen mit Brasch und Köhler für die Erstausstrahlung 2019 geplant, danach bleibt Claudia Michelsen erneut alleine zurück (Kollege Sylvester Groth verließ das Team ebenfalls nach zweijähriger Zusammenarbeit im Jahr 2015).

Inhalt der Polizeiruf 110-Folge „Crash“

Die 21-jährige Sara Wagner hat noch schnell eine Flasche alkoholfreien Sekt an der Tankstelle besorgt. Es ist mittlerweile drei Uhr morgens. Die junge, hübsche Frau ist in Schwarz gekleidet und trägt Kopfhörer, über die sie gut gelaunt Musik hört. Sie überquert eine der unbelebten Straßen in Magdeburg, als sie plötzlich von zwei Autoscheinwerfern erfasst wird. Dann geht alles ganz schnell:

Das Opfer wird im Polizeiruf „Crash“ bei extrem überhöhter Geschwindigkeit des Wagens auf die Motorhaube desselbigen geschleudert, Kopfhörer und Sektflasche fliegen im hohen Bogen davon. Wie eine leblose Puppe wirbelt auch Sara durch die Luft und schlägt hart auf dem Kopfsteinpflaster auf. Das Opfer ist sofort tot. Der Fahrer steigt nur kurz aus, gibt wieder Gas und flüchtet vom Tatort hinaus in die Nacht.

Die Hauptkommissare Doreen Brasch und Dirk Köhler werden im Polizeiruf 110 „Crash“ zum Tatort gerufen, wo die Kollegen die Unfallstelle bereits abgesichert haben. Viele Spuren gibt es nicht mehr, ist doch ausgerechnet in dieser Nacht die Straßenreinigung am Tatort entlanggefahren; nur die Scherben der Flasche liegen noch immer am Straßenrand. Der Fahrer der Kehrmaschine hat die Polizei schließlich über den Leichenfund informiert. Beobachtet hat die Tat allerdings niemand.

Die Geschwindigkeit des Autos wird ersten Ermittlungen zufolge auf satte 150 Kilometer pro Stunde geschätzt – mitten in Magdeburgs Innenstadt. Die Ermittler vermuten auf Anhieb ein illegales Autorennen hinter der Tat. Mitglieder der Gruppe „Le Magdeburg“ – analog nach dem 24-Stunden-Autorennen in der französischen Stadt Le Mans benannt – kämen als Täter in Frage; die Männer sind bekannt für ihre illegalen waghalsigen Rennfahrten auch durch Innenstädte.

Köhler recherchiert die familiäre Situation der jungen Frau: Sie hatte nur noch ihren Vater, die 21-Jährige wohnte bloß eine Straße vom Unfallort entfernt. Da sich die Streithähne Brasch und Köhler infolge der Supervision durch den Polizeipsychologen Niklas Wilke nun stärker zusammenzuraufen, entscheiden sie, gemeinsam Klaus Wagner aufzusuchen und ihm die schreckliche Nachricht vom Tod seiner Tochter zu überbringen.

„Eigentlich kann ich mir ne neue Scheibe gar nicht leisten,“
erklärt Wagner, als er und die beiden Kommissare im Wohnzimmer des Mannes stehen. Fragende Blicke von Brasch und Köhler folgen – dann durchbricht Wagner mit bloßer Faust das Fenster. Blutend und rasend vor Wut schreit er Hauptkommissar Dirk Köhler an. Dann sackt er weinend auf dem Sofa zusammen. Klaus Wagner hat alles verloren: Seine drogenabhängige Frau ging, als Sara ein Jahr alt war. Nun ist auch noch sein Mädchen tot.

Die Hintergründe von Saras Tod im Krimi „Crash“ bleiben vorerst rätselhaft: War es ein tragischer Unfall oder steckt eine Tötungsabsicht hinter der Tat? Klaus Wagner kann (oder will?) keine hilfreichen Auskünfte über seine Tochter geben. Also machen sich die zwei Kriminalbeamten Brasch und Köhler daran, die verdächtige Rasertruppe „Le Magdeburg“ – offiziell den gemeinnützigen Verein „Motorsportfreunde Magdeburg e.V.“ – näher zu durchleuchten. „Sie online, ich offline?“ schlägt Doreen Brasch ihrem Kollegen vor. Kurzerhand nimmt sich die selbstbewusste Ermittlerin die Autowerkstätten der Umgebung vor, während Köhler das Internet nach Informationen zum Verein und deren Mitgliedern durchforstet.

Das Polizeiruf-Team aus Magdeburg observiert die Mitglieder in einer Nacht-und-Nebel-Aktion und kann fünf Tatverdächtige ausmachen. Zwei der Fahrer standen in einer persönlichen Verbindung zur toten Sara: Tommy Otto, ein verschuldeter Paketauslieferer, und Henry Müller, ein verwöhnter Bengel aus reichem Hause, waren beiden in die hübsche Frau verliebt. Mit Tommy führte Sara eine Beziehung, bis sie sich auf eine Affäre mit Henry einließ. Eifersucht als Mordmotiv? Das wäre nicht das erste Mal. Als in der Rechtsmedizin festgestellt wird, dass das Opfer im zweiten Monat schwanger war, verdichtet sich der Verdacht um die beiden Männer.

Doch die Ermittlungen führen auch in eine andere Richtung, die die Kommissare bis an die tschechische Grenze bringen. Der zwielichtige Autohändler Reinhardt, der spielsüchtige René „Renate“ Helms und der Messebauer Axel Zerbe stehen außerdem auf der Liste der möglichen Todesraser. Jetzt ist auch vonseiten der Kriminalpolizei Schnelligkeit gefragt, um den Mörder zu überführen …


Die Dreharbeiten zum Polizeiruf 110 „Crash“ fanden vom 14. November bis 14. Dezember 2017 in Magdeburg und Umgebung statt. Es handelt sich dabei um den drittletzten Fall der beiden Hauptkommissare Doreen Brasch und Dirk Köhler.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

Endlich liegt der Fokus nicht mehr auf den Gegensätzlichkeiten der beiden Ermittler. Beinahe könnte man meinen, die kühle Brasch und der empathische Köhler verstehen sich allmählich. Der Fall „Crash“ bietet eine interessante Erählstruktur, bei der man als Zuschauer im Dunkeln tappt. Um allerdings bis zur Auflösung durchzuhalten, bedarf es einer intravenös verabreichten Koffeindröhnung: Dieser Polizeiruf nimmt für meinen Geschmack einfach zu wenig Beschleunigung auf.

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

Ein gelungener Kriminalfilm, der am Ende anders funktioniert als man es gewohnt ist. Jetzt raufen sich die Kommissare Brasch und Köhler vom Polizeiruf zusammen, und dann gibt Matthias Matschke bekannt, dass er geht. Schlechtes Timing! Aber ein empfehlenswerter Polizeiruf der Einblicke in die Raser-Szene gibt. Ben Becker spielt toll den trauernden und wütenden Vater des Opfers. Das Gespräch zwischen Klaus Wagner und Henry auf dem Balkon ist mir im Gedächtnis geblieben.

Polizeiruf-Besetzung

Hauptkommissarin Doreen Brasch – Claudia Michelsen
Hauptkommissar Dirk Köhler – Matthias Matschke
Kriminalrat Uwe Lemp – Felix Vörtler
Polizeipsychologe Niklas Wilke – Steven Scharf
Sara Wagner – Hanna Stange
Klaus Wagner, Vater des Opfers – Ben Becker
Tommy Otto – Dennis Mojen
Henry Müller – Anton von Lucke
René „Renate“ Helms – Jeff Wilbusch
Lars Mittag – Michael Baderschneider
Leif Lebert – Karl Schaper
Axel Zerbe – Gerdy Zint
Autohändler Reinhardt – Dirk Borchardt
Sabine Becker, Ansprechpartnerin Beerdigungen – Marlen Ulonska
Lisa, Bäckereiangestellte – Franziska Ritter
Georg – Christian Wewerka
Claire Köhler, Ehefrau von Dirk Köhler – Bettina Stucky
u.a.

Polizeiruf-Stab

Drehbuch – Wolfgang Stauch
Regie – Torsten C. Fischer
Kamera – Theo Bierkens
Casting – Mai Seck Casting; Agentur Komparsenzirkel
Szenenbild – Florian Langmaack
Kostüm – Manuela Nierzwicki
Schnitt – Heike Parplies
Ton – Petra Gregorzewski
Musik – Wolfgang Glum, Warner Poland

Trailer zur Polizeiruf 110-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Magdeburg


8 Meinungen zum Polizeiruf 110: Crash

  • Elviz • am 23.9.18 um 21:02 Uhr

    Die fade Michelsen als verkappte Rocker-Kommissarin ist schon ein Witz, aber ihre Aussprache, dieses kontinuierliche von Lispeln geitüpfelte Geraune, ist eine Zumutung. Schade, weil ihre schauspielerisch schwache Präsenz ein gutes Team und einen guten Polizeiruf maßgeblich beeinträchtigt.


  • Karin L. • am 23.9.18 um 22:45 Uhr

    Anfang vielversprechend, aber baut ab 21:00 Uhr minütlich ab.
    Hätte man mehr draus machen können. Zweieinhalb Sterne aufgerundet.


  • G.E. Rücht • am 23.9.18 um 23:03 Uhr

    Ein klassischer Whodunit, der ein aktuelles Thema in einen spannenden Kriminalfall verwandelt.
    Und Anne Will muss keine Runde mit Besorgten
    und Bestürzten moderieren.


  • Hanz W. • am 23.9.18 um 23:27 Uhr

    Nun ja. An sich eine recht originelle Szene mit ebenso originellen Figuren, die da mal dargestellt wurde. Aber dann hat doch, um im Bilde zu bleiben, der „Drive“ gefehlt bzw. hat immer stärker nachgelassen. Am Ende war diese Raser-Combo nicht mehr viel als auf Dauer zudem etwas ermüdende Staffage, und hinausgelaufen ist’s auf den klassischen Konflikt um ein Mädel. Der reiche Schnösel hat ein wenig an den grandiosen Frankfurter TO vor ein paar Jahren erinnert („Weil sie böse sind“ o.s.ä), ohne freilich dessen Brillanz auch nur annähernd zu erreichen. Wie gesagt, die eigentlich gut angelegten Figuren hätten wohl deutlich mehr hergegeben, aber so ist das ganze recht blass geblieben. 2,5 Sterne, aufgerundet, weil’s mal was anderes beleuchtet hat, aber mehr ist beim besten Willen nicht drin.
    Ach ja, Ben Becker ist nicht so mein Fall, aber Präsenz hat er schon, kann man nicht abstreiten.


  • Frank • am 24.9.18 um 7:42 Uhr

    Zugegeben, die Brasch lässt ja schon schlimmes erwarten, die ersten zwanzig Minuten war ich dann überrascht, menschliche Züge bei der Brasch… Aber ich wurde dann schnell beruhigt, Sabine von der Redaktion war wohl schon am Kaffeekochen, die Brasch bleibt weiterhin ein psychisches Wrack, die den Zuschauer bestenfalls nervt. Der Ausstieg von M. Matschke verwundert deswegen nicht, seine Rolle bleibt auch bei Crash zu tiefgründig. Aber was nützt es, wenn die Brasch bleibt… Ben Becker spielt gewohnt stark, alleine wegen ihm waren es vergnügliche 90 Minuten. Aber andere Gründe sich diesen langatmigen PR anzusehen, sind sehr rar gestreut. Das Thema ist reizvoll, wird aber eigentlich schnell nicht mehr weiterverfolgt. Die Verdächtigen hätten auch vom Schützenverein oder Fussballclub sein können, sehr sehr austauschbar. Da ich nicht aufrunde, bleibt es bei mageren zwei Sternen.


  • alter Fan • am 24.9.18 um 21:49 Uhr

    eigentlich wollte ich gestern schon loslegen – nun gibt es da so unheimliche Stimmen , die mir geraten haben : wart´s ab , was die anderen so schreiben –
    Mein Hauptkriterium wurde mir eingangs in dieser Form von “ Elviz “ bestätigt ; es geht wieder mal um den “ goldenen Nuschel .“ Hat Frau Michelsen in der Schauspielschule sämtliche Sprachausbildungsmaßnahmen verpennt , einen schlechten Sprechtag gehabt – oder wird es vielleicht Zeit mal einen fähigen Zahnarzt aufzusuchen ?- auf dem Gebiet ist heutzutage wirklich nichts mehr unmöglich – Frau M. ist bestimmt auch Privatpatientin – also Problem lösen .
    Anfangs hatte ich schon Altersanzeichen meinerseits bei der Wahrnehmung der Texte von Frau M. befürchtet . Bei Dialogen war dann aber immer nur ihr Gesprächspartner zu verstehen – der Ton konnte diesmal also auch nicht Schuld an der Misere gewesen sein . Schon gut , wenn man sich Dank Mediathek die eine oder andere Szene nochmal reinziehen kann – halt um den Text zu verstehen . – gibt es denn bei den Produzenten nochmal sowas wie eine “ Endabnahme ? “ – zum Film selbst : hatte mir etwas mehr von der ganzen Geschichte versprochen – gerade die zweite Hälfte war auch meiner Ansicht nach ziemlich flau selbst unter Einsatz von Ben Becker . Gerade eine Story in dieser Szene hätte sicher etwas mehr hergegeben .


  • CarstenH • am 27.9.18 um 14:40 Uhr

    Sehr gelungener Krimi. Die Geschichte ist gut durchdacht, am Anfang steht ein Unfall im Raum, dann ein hinterlistiger Mord, am Ende war es dann doch ein Unfall. Es gab tiefe Einblicke in die mörderische Szene der PS-starken und geistig schwachen Raser, die in vielen Erscheinungsformen auf unseren Straßen rumfahren (dürfen) – komme was wolle. Demnach auch durchaus Gesellschaftskritisch. Das ansonsten eher hohe Nervpotenzial der beiden Kommissare hielt sich diesmal in Grenzen. Es war heiß und etwas blutig: Well done!


  • Kommissar • am 29.9.18 um 17:57 Uhr

    der film ansich war o.k.
    leider manche dialoge akustisch schwer zu verstehen.
    geiles lied bei ca 13.er filmminute.
    wie hieß das lied ?


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