Tatort Folge 1064: Die robuste Roswita



So 26.08. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2018
Kommissar: Dorn und Lessing
Ort: Tatort Weimar


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„Die robuste Roswita“ – ein Tatort-Titel, wie er nur aus Weimar stammen kann. Das Autorenteam Murmel Clausen und Andreas Pflüger hat sich erneut, mittlerweile für den siebten Einsatz der Kriminalhauptkommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen), zusammengesetzt und ein skurriles Skript verfasst. Richard Huber (Tatort-Folge 929 „Der irre Iwan“) inszenierte den Tatort im Auftrag des MDR.

Die Kriminalgeschichte dreht sich um die titelgebende Roswita, die vor sieben Jahren verschwundene Frau des Oberhaupts einer traditionsreichen Kloßmanufaktur. Warum sie ausgerechnet nach dem Mord an ihrem Mann wieder auftaucht, ist den Ermittlern Dorn und Lessing von der Kripo Weimar keineswegs „klar wie Kloßbrühe“ – um nur einen von den vielen sich anbietenden Wortwitzen aus diesem humororientiertem Tatort zum Besten zu geben.

Die TV-Erstsendung von Tatort Nummer 1064 „Die robuste Roswita“ ist für Sonntag, den 26. August 2018 um 20.15 Uhr im Ersten Programm der ARD angesetzt.

Inhalt der Tatort-Folge „Die robuste Roswita“

Typisch Weimar. Der neue 90-Minüter „Die robuste Roswita“, der in der Thüringer Kloß-Welt spielt, bietet zahlreichen aberwitzigen Dialogen und seltsamen Figuren – wie in den sechs Folgen zuvor – eine ideale Bühne. Schon der Zustand, in welchem die Leiche vom Boss der bekannten Kloßfabrik, Christoph Hassenzahl, auftaucht, sorgt sicher für einen Schmunzler bei all denjenigen Zuschauern, die morbiden Humor schätzen: Der König der Thüringer Klöße liegt in Form von dreißig Kilo vermeintlichem Katzenstreu vor den Füßen der Kriminalbeamten. Doch das wissen die Ermittler zu diesem Zeitpunkt noch nicht.


Nur durch Zufall entdeckt die Kripo überhaupt die granulierten Überreste von Hassenzahl – in einem Karton im Laderaum eines Unfallwagens. Der Bulli mit dem Werbeaufdruck der Kloßfabrik hat offenbar bei voller Fahrt einen Kleinwagen in einem Waldstück gerammt; die Fahrerin des zweiten Wagens liegt nun verletzt in der Notaufnahme. Von dem Führer des Lieferwagens fehlt jede Spur: Ein klarer Fall von Unfallflucht!

Am Tatort eingetroffen, untersuchen die Kommissare Dorn und Lessing im Krimi „Die robuste Roswita“ die am Unfall beteiligten Autos und besprechen sich noch vor Ort mit ihrem Chef Kurt Stich, den eine böse Grippe plagt. Der schniefende Kommisssariatsleiter erklärt seinen Mitarbeitern, dass das Opfer einige Zeit lang bewusstlos war und sich an keine Unfalldetails erinnern könne. Lessing mutmaßt, dass auch der flüchtige Unfallverursacher aufgrund der Härte des Zusammenstoßes Verletzungen aufweisen müsse.

Der Firmenwagen führt die Kriminalpolizei in die Weimarer Kloßmanufaktur „Hassenzahler“, wo sie gleich von der strengen Vorarbeiterin Cordula Remda-Teichel in ihre Schranken gewiesen wird. Hauptkommissarin Kira Dorn und ihr Kollege, Schrägstrich Lebensgefährte, Lessing, verlangen ein Gespräch mit dem Chef der Fabrik. Humpelnd führt Remda-Teichel die zwei Weimarer Fahnder zum Büro – doch Christoph Hassenzahl ist nicht anwesend. Stattdessen findet die Kripo Blutspuren am Schreibtisch. Die Blutstropfen führen hinunter in die Produktionshalle, zum „Kryo Cool Master“. Die gigantische Maschine schockfrostet bei minus 196 Grad normalerweise nur Kartoffelpüreemasse. Im Ausnahmefall auch menschliche Überreste, wie es scheint. Lessing kann nämlich die Brille von Hassenzahl im Inneren der Frostermaschine sicherstellen – ein furchtbarer Verdacht kommt auf.

Die DNA-Untersuchung des Granulats aus dem verunfallten Firmenbulli durch Rechtsmedizinerin Dr. Seelenbinder gibt die letzte Gewissheit: „Hassenzahl wird womöglich als erstes menschliches Hydro-Kultursubstrat in die Geschichtsbücher eingehen. Ihr könnt sagen, wir waren dabei.“ Na, darauf erst mal eine Thüringer Wurst!

Die Meldung vom Mord an Hassenzahl geht schnell durch die Medien. Im Radio hört Roswita Hassenzahl gerade die Nachricht – erschrocken muss sich die Toilettenfrau setzen. Hat es etwa „Klick“ gemacht? Roswita, die ehemalige Kloßkönigin und Ehefrau von Christoph, verschwand vor sieben Jahren spurlos bei Nacht und Nebel. Sie hatte keinen Koffer gepackt oder einen Abschiedsbrief hinterlassen; der Kommissariatsleiter Stich ermittelte damals gegen den Eheman Christoph und seine Geliebte, die Vorarbeiterin Remda-Teichel, die unter Mordverdacht standen. Nachweisen konnt er ihnen jedoch nichts, auch, weil die Leiche von Roswita nie auftauchte.

Roswita Hassenzahl wurde schließlich für tot erklärt. Jetzt zieht es die quicklebendige Frau, die damals ihr komplettes Gedächtnis und damit ihre Identität verlor, von Roland Schnecke im Wald gefunden und aufgenommen wurde, in die Kloßfabrik. Kehren die Erinnerungen an ihr ehemaliges Leben zurück?

Verwirrt trifft Roswita in der Fabrik „Hassenzahler“ auf die Hauptkommissare, die soeben Remda-Teichel verhören. Sie, die eigentliche Eigentümerin der Kloßfabrik, berichtet der Polizei von den letzten sieben Jahren und beteuert, sich nur bruchstückhaft an die Vergangenheit erinnern zu können. Erst mit dem Radiobericht sei das Gedächtnis ansatzweise zurückgekehrt – entspricht das der Wahrheit? Oder hat sich Roswita an ihrem jahrelang fremdgehenden Mann gerächt?

Neben der hinkenden Vorarbeiterin und der naiv wirkenden „Mogli“, wie Roland Schnecke sein über alles geliebtes Findelkind Roswita nennt, gibt es bald einen weiteren Verdächtigen: Der Kartoffelbauer Thomas Halupczok war in ein dubioses Geschäft mit der Firma „Hassenzahler“ verwickelt. Ein geplatzter Vertrag ruinierte seine Existenz. Ob er weiß, wie seine Geliebte Marion, die ehrgeizige Managerin einer großen Supermarktkette, zu der Kloßmanufaktur steht?

Während die Ermittlungen andauern, kehrt die Ex-Kloßkönigin Roswita zurück und nimmt wieder die Geschäfte bei „Hassenzahler“ auf. Doch auf die Geschäftsführerin des Kloßimperiums warten einige Überraschungen …


Die Dreharbeiten zum siebten Weimarer Tatort um Kira Dorn und Lessing starteten am 7. November 2017. Knapp ein Monat später, am 5. Dezember, fiel die letzte Klappe. Gefilmt wurde „Die robuste Roswita“ in Weimar und Umgebung; Kulisse für die gezeigte Tankstelle, in der „Mogli“ als Klofrau arbeitet, war die Gulf-Tankstelle in Quirla. Die Kloßfabrik „Hassenzahler“ ist eigentlich die „Thüringer Kloß-Welt“ in Heichelheim.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

Der Tatort Weimar bleibt sich treu. Auch das verflixte 7. Krimiabenteuer bietet seinem Publikum jede Menge doppeldeutige Dialoge, schwarzen Humor und irre Figuren. Die kloßbezogenen Wortwitzeleien der zwei Protagonisten könnten aufgesetzt wirken und nerven – tun sie aber nicht. Es ist stattdessen eine wahre Wonne, Ulmen und Tschirner beim Spielen zuzuschauen. Mit Milenda Dreißig, Nicki von Tempelhoff und Christina Große sind die Nebenrollen fantastisch besetzt. Angucken, Spaß haben!

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

Einigen Zuschauer wird dieser Tatort wieder sauer aufstoßen, weil es eben kein typischer Krimi ist. Schon die Weise, wie die Leiche entsorgt wird, ist haarsträubend. Wenn man ein paar Augen zudrückt und sich auf diese Art von Tatort einlässt, sind die 1,5 Stunden aber gut unterhaltend. Man wird nicht enttäuscht, wenn man das Team Weimar eh mag. Am besten ist übrigens der Gag mit dem veganen Hund …

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Kira Dorn – Nora Tschirner
Hauptkommissar Lessing – Christian Ulmen
Kommissariatsleiter Kurt Stich – Thorsten Merten
Polizist Lupo – Arndt Schwering-Sohnrey
Rechtsmedizinerin Dr. Seelenbinder – Ute Wieckhorst
Christoph Hassenzahl, Chef der Kloßfabrik – Matthias Paul
seine Frau Roswita Hassenzahl alias Mogli – Milena Dreißig
Roland Schnecke, Roswitas/Moglis neuer Lebensgefährte – Nicki von Tempelhoff
Vorarbeiterin Cordula Remda-Teichel – Christina Große
Kartoffelbauer Thomas Halupczok – Jörn Hentschel
seine Geliebte Marion Kretschmar – Anne Schäfer
Sekretärin Fräulein Müllerschön – Marie Anne Fliegel
Nachbarin Irma – Christine Zart
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Murmel Clausen, Andreas Pflüger
Regie – Richard Huber
Kamera – Robert Berghoff
Schnitt – Knut Hake
Szenenbild – Jürgen Schäfer
Musik – Dürbeck & Dohmen

Bilder-Galerie zum Krimi aus Weimar


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