Kurz und knapp – darum geht’s
Ein gemeldeter Leichenfund führt Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski und Polizeihauptmeister Horst Krause ins abgelegene Brandenburger Dorf Kaskow. Vor dem alten Schloss liegt allerdings kein Mensch, sondern ein erschossener Wolf. Wolfsbeobachter Stefan Waldner ist überzeugt, dass Schlossherrin Elisabeth von Taupitz hinter der Tat steckt. Die zielt ihrerseits mit dem Gewehr auf ihn. Kaum haben die Ermittler die Streithähne getrennt, fallen Schüsse auf Waldners Bauwagen, und die 17-jährige Jule Sobowski wird verletzt. Ihr Verdacht trifft ausgerechnet den eigenen Vater André und den Tierarzt Hagen Stamm. Bald zeigt sich, dass man Waldner in Kaskow längst kennt und dass unter dem Streit um die Wölfe ein ganz anderer Konflikt schwelt …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Wolfsland“
Auf dem Papier klingt der Einsatz nach einem gewöhnlichen Tötungsdelikt: Über Funk kommt die Meldung von einem Leichenfund im entlegenen Kaskow, genauer gesagt auf dem Gelände des alten Schlosses. Doch was Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski und Polizeihauptmeister Horst Krause dort vorfinden, hat mit einem Mordfall zunächst wenig zu tun. Schlossherrin Elisabeth von Taupitz steht mit dem Jagdgewehr im Anschlag da und hält einen jungen Mann in Schach, der einen erschossenen Wolf auf ihr Grundstück gebracht hat.
Der Eindringling ist Stefan Waldner, Wolfsbeobachter und erklärter Beschützer der Tiere. Für ihn ist klar, dass die Gutsherrin den Abschuss in Auftrag gegeben hat und im Dorf gezielt Stimmung gegen die Wölfe macht. Deshalb hat er ihr den Kadaver kurzerhand vor die Tür gelegt und die Polizei alarmiert, denn das Töten eines Wolfes ist strafbar. Lenski muss den aufgebrachten Naturschützer allerdings enttäuschen: Für tote Tiere ist sie im TV-Krimi „Wolfsland“ nicht zuständig, sie kümmert sich um Verbrechen an Menschen.
Lange bleibt es nicht dabei. Die Kontrahenten sind gerade auseinandergebracht, da hallen vom Waldrand Schüsse herüber. Ihr Ziel ist der Bauwagen, in dem Waldner haust. Drinnen hat seine Freundin, die 17-jährige Jule Sobowski, auf ihn gewartet, und ein Streifschuss verletzt sie leicht. Als Lenski die junge Frau fragt, wem sie den Anschlag zutraut, muss Jule nicht lange überlegen. Sie nennt ihren eigenen Vater André Sobowski und den Tierarzt Hagen Stamm, der für Elisabeth von Taupitz als Jagdverwalter tätig ist.
André Sobowski sitzt im Jagdvorstand des Dorfes, und das neue Rudel ist ihm ebenso ein Dorn im Auge wie der Mann, der es beobachtet. Dass ausgerechnet seine Tochter sich mit Waldner eingelassen hat, passt ihm gar nicht. In seinen Augen ist der Naturschützer ein Schmarotzer, der sich sein Aussteigerleben vom Staat bezahlen lässt. Mit dieser Meinung steht Sobowski in Kaskow keineswegs allein, denn Waldners Engagement ist im Ort wenig gern gesehen.
Dabei geht es um mehr als ein paar Tiere im Forst. Siedelt sich rund um Kaskow tatsächlich eine Wolfsfamilie an, und die Zeichen stehen gut, soll im Ort ein Wolfszentrum entstehen. Für Waldner ist die Arbeit mit den Tieren ein Lebenswerk. Er ist fest entschlossen, „seine“ Wölfe gegen jeden zu verteidigen, der ihnen nachstellt. Die Fronten im Polizeiruf 110 „Wolfsland“ scheinen damit klar abgesteckt, zumindest auf den ersten Blick.
Denn dann stellt sich heraus, dass der Wolfsfreund in Kaskow gar nicht so fremd ist, wie es zunächst wirkte. Den beiden Ermittlern wird klar, dass hinter der Feindschaft zwischen den Dorfbewohnern und Waldner mehr steckt als der Streit um Raubtiere. Und diesmal gilt es, den Mord an einem Menschen zu verhindern …
Hinter den Kulissen
„Wolfsland“ ist die 340. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und der fünfte Fall für Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon). An ihrer Seite ermittelt Polizeihauptmeister Horst Krause, verkörpert vom gleichnamigen Schauspieler Horst Krause, der hier bereits seinen 22. Einsatz bestreitet.
In den Episodenrollen sind unter anderem Wolfsbeobachter Stefan Waldner (Fabian Hinrichs), Schlossherrin Elisabeth von Taupitz (Monika Lennartz), André Sobowski (Alexander Beyer), Marion Sobowski (Ulrike C. Tscharre), Jule Sobowski (Isabel Bongard), Tierarzt Hagen Stamm (Götz Schubert) und Ruben Stamm (Vincent Redetzki) zu sehen.
Regie führte Ed Herzog, der gemeinsam mit Rainer Butt auch das Drehbuch schrieb. Hinter der Kamera stand Sebastian Edschmid, die Musik stammt von Martin Probst. Produziert wurde der Krimi von Mario Krebs bei der EIKON Media GmbH im Auftrag des Rundfunk Berlin-Brandenburg für Das Erste.











Habe mir als Lausitzerin und direkte Nachbarin der Wölfe diese Film angeschaut zugebenermaßen mit der leisen Hoffung, dass er für ein wenig Verständnis zwischen den Wolfgegenern und Befürwortern vermittelt. Leider war das ganze Gegenteil der Fall. Der Film vermittelte: Schaut ihr könnt auf die Wolfbefürworter schießen, ihn erschlagen, das macht nichts, auf die Wölfe sowieso, das macht maximal die Androhung von Waffenscheinentzug.
Auch kriminaltechnisch war dieser Film eine absolute Niete oder wie könnte Mann oder Frau sich sonst erklären, dass die Tatsache, des sich prügelns für einen nachweislichen Mord ausreicht.
Bleibt zu hoffen, dass einer darüber dreht, der sich auch wirklich mit dem Thema befasst hat und nicht nur auf Effekthascherei aus ist.
Dieser ‚Polizeiruf‘ zeigt, wie man eine gute Geschichte – Denunzieren ist wohl eine lang gepflegte Tradition – forografisch und dramaturgisch gut umsetzt. Die Hauptakteure – einschliesslich der Wölfe – spielen ihre Rollen überzeugend…
Fazit: guter Sonntagabendkrimi !
Gregor
Eher eine durchschnittlîche Folge vom Team
Lenski & Krause.
Das war ja ne ganz seichte Nummer! Das Ende war vorhersehbar, und Spannung war leider gar keine da. Aber die Aufnahmen der Wolfshunde waren super anzusehen!
da frag ich mich ob der Drehbuchautor vom Wolf gebissen wurde und der Wolf Tollwut hatte. Der Film war mehr als langweilig und oede. Bitte nie wieder solchen Mist. Danke
das sollte nur ein Stern werden , geht aber irgendwie nicht
Tollwut gibt es seit Jahren nicht mehr…immer noch weit verbreiteter Irrglaube.
Ebenso, dass es den Jägern um das Wohl der Natur geh. Die kommen nicht mehr „auf ihre Quote“, weil der Wolf das Wild reguliert. Keiner, der sich Geweihe aufhängt und über Felle von toten Tieren läuft ist Tierfreund.
Man sollte akzeptieren, dass der Wolf zurückgekommen ist und statt der Jagdlobby auch nur ein minimales Forum zu geben, für mehr Aufklärung sorgen („Wolf geht an Kinder etc“) und für hohe Zäune um Schafherden sorgen und die Schäfer hier gefälligst zum Wohl der Tiere finanziell unterstützen.
Dass der Staat keine Zäune finanziert und der Jäger dann ja aber wenige wehrlose Tier abballern kann, kann jedoch kein Grund sein, was dagegen zu haben, dass der Wolf wieder da ist (nachdem er damals durch eben dieses Geballere ausgerottet wurde).
wollte nicht nur einen stern geben, sorry
Ja, die Geschichte ist mal demonstrativ anders erzählt. Beginnt nicht mit einer menschlichen Leiche, die kommt erst „unterwegs“ im Laufe der Geschichte hinzu. Es wird uns auch keine unendliche Zahl von Verdächtigen angeboten. Und der Täter ist am Ende – Obacht, Spoiler ! – …
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niemand, der noch schnell aus dem Hut gezogen wird, sondern der Vorhersehbare.
Mag sein, dass das viele langweilig fanden. Ich zu Beginn auch. Aber wie Alexander Beyer hier den weinerlichen Familientyrannen und Denunzianten Sobowski gibt, das ist schon aller Ehren wert. Man beginnt ihn zu hassen, nicht für das, was er noch als halbes Kind getan hat, sondern dafür, wie er als trotzig-dummer Erwachsener vor einem steht. Und plötzlich hat die Geschichte nicht nur ein zweites mögliches Motiv, sondern einen doppelten Boden, eine weitere Dimension, mit der vorher nicht zu rechnen war. Es geht um Wölfe – ja, das auch. Aber in der Sache geht es um Loyalität und Verrat.
3 Sterne sind das für mich allemal. Eine höhere Bewertung verhindert die – was zurecht angemerkt wurde – doch sehr holterdiepolter gestaltete Auflösung ohne echte Beweisführung am Ende.