Tatort Folge 127: Katz und Mäuse



Erscheinungsjahr: 1981
Kommissar: Walther
Ort: Tatort Berlin


  2 Meinungen
Tatort Folge 127: Katz und Mäuse 5 2

Wer verfolgt hier wen? Das kann man sich am Anfang des Berliner Tatorts „Katz und Mäuse“ getrost fragen. Denn bevor Kommissar Walther (Volker Brandt) und sein Assistent Hassert (Ulrich Faulhaber) in die Ermittlungen einsteigen, bleibt unklar, wer hier Katz ist und wer die Mäuse.
 
Sie sind jung, sie sind attraktiv und sie sind frisch verliebt. Alles was Sophie und Arne jetzt noch zu ihrem Glück fehlt, sind Sonne, Meer und Palmen – am liebsten lebenslang. Leider mangelt es ihnen bisher am nötigen Kleingeld, um ihren Lebenstraum zu verwirklichen und Berlin für immer zu verlassen. Also entwickeln die beiden einen Plan.

In dessen Mittelpunkt steht Sophies Chefin, die lesbische Maklerin Heike Witkamp. Sophie arbeitet schon lange für Heike und ist ihre engste Vertraute. Empfindet Heike vielleicht sogar mehr für ihre Angestellte als nur Freundschaft? Sophie jedenfalls ist die Beziehung zu Heike in letzter Zeit viel zu eng geworden, vor allem seit sie mit Arne liiert ist. Doch einen Liebesbeweis soll Heike ihr noch erbringen: Sie soll Lösegeld zahlen, um Sophies Leben zu retten. Die Verliebten werden Sophies Entführung vortäuschen, um dann Heike zur Kasse zu bitten und endlich gemeinsam durchbrennen zu können.

Ihren Coup bereiten Arne und Sophie gewissenhaft vor. Ein Bestandteil: Sie wollen die Polizei in ihren Plan einbinden und für ihre eigenen Zwecke nutzen. Also observieren sie zunächst sorgfältig einen Polizeibeamten aus ihrer Nachbarschaft: Ist er ein hohes Tier bei der Kripo und der richtige Mann für sie? Die beiden Täter verfolgen den Beamten und das Katz- und Maus-Spiel beginnt. Dabei sind die zukünftigen Täter der Polizei erst einmal einige Schritte voraus. Alles scheint perfekt ineinanderzugreifen. Selbst die Lösegeldübergabe funktioniert reibungslos.

Doch dann geschieht etwas Unvorhergesehenes. Sophies und Arnes Plan geht am Ende doch noch schief – mit fürchterlichen Konsequenzen. Das ruft Kommissar Walther auf den Plan, der sogleich am Tatort erscheint und den Fall übernimmt. Und auch, wenn die Sachlage nach außen hin klar erscheint – Kommissar Walther lässt sich weder von der Katz noch von den Mäusen zu voreiligen Schlüssen verführen.

 
Der Tatort „Katz und Mäuse“ ist eine Produktion des SFB und wurde erstmals am 23. August 1981 im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt. Das Drehbuch des Autorenduos Joachim Nottke und Karl Heinz Knuth rief starke Kritik innerhalb der Frauenbewegung hervor, deren Gegenstand vor allem die allzu stereotype Charakterzeichnung der weiblichen Hauptfiguren war. In der Folge erhielten der Tatort-Autoren sogar eine „Saure Gurke“ – den Medienpreis für besonders frauenfeindliche Fernsehinhalte in Produktionen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten.

Besetzung
Kommissar Walther – Volker Brandt
Hassert – Ulrich Faulhaber
Arne Hirsch – Peter Seum
Sophie Schulte – Susanne Uhlen
Heike Witkamp – Astrid Jacob
Tilla Münch – Kerstin de Ahna

Stab
Regie – Eberhard Itzenplitz
Buch – Joachim Nottke und Karl Heinz Knuth
Kamera – Gérard Vandenberg
Produktion – SFB


2 Meinungen zum Tatort Folge 127: Katz und Mäuse

  • Dirk • am 19.4.16 um 9:38 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 127 aus Berlin. Hautkommissar Walther von der Berliner Mordkommission ermittelt zusammen mit seinem Kollegen Kommissar Hassert in einem, anfänglichen fingierten, Entführungsfall in dessen Verlauf eine zusätzliche Mordermittlung hinzu kommt. Genialer Tatort-Kriminalfilm, neun Jahre vor der Wiedervereinigung gedreht. In sehenswerter Weise wird hier gute kriminalistische Polizeiarbeit aufgeführt, spannend und nachvollziehbar aufgezeigt. Selbst die heimliche Beobachtung von Kriminalbeamten im Privatleben ist authentisch dargestellt und zeigt bis in heutiger Zeit Realitätsnähe auf. Nebenbei sieht man interessante Außenaufnahmen aus der früheren Stadt Westberlin mit ihrer Architektur und der damaligen Automobilszene. Die Hauptstadt der Bundesrepublik hieß ja zu der Zeit noch Bonn und war eher gemütlich und aus heutiger Sicht provinziell. Meines Erachtens ein wiederholungs- und empfehlenswerter Tatort-Spielfilm, mit einem bravourösen Tatort-Hauptkommissar, welcher noch vor kurzem in einer ZDF-Talkshow als Gast auftrat.


  • Walter Ulbricht • am 15.8.17 um 10:30 Uhr

    Kompliziert, raffiniert und trickreich. Eine Augenweide.


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