Tatort Folge 167: Doppelspiel



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Tatort Folge 167: Doppelspiel 4 7

In der Tatort-Folge 167 „Doppelspiel“ ermitteln die Duisburger Kriminalhauptkommissare Horst Schimanski (Götz George) und Christian Thanner (Eberhard Feik) im Umkreis einer dubiosen Sekte. Hat sich eines der Mitglieder freiwillig das Leben genommen – oder wurde hier eine Aussteigerin heimtückisch ermordet?

Schimanski und Thanner werden zu einem Tatort gerufen: Vor einem Wohnblock liegt die zerschmetterte Leiche einer jungen Frau, Jutta Stark. In ihrer Wohnung finden die Duisburger Ermittler einen Abschiedsbrief. Alles deutet auf Selbstmord hin. Und auch die ersten Ermittlungen im Tatort „Doppelspiel“ scheinen dies zu bestätigen. Die Tatort-Kommissare erfahren, dass das Opfer unter starken Depressionen litt und in ständiger Angst lebte. Sogar in eine psychiatrische Klinik sollte sie eingewiesen werden.

Doch dann kommt es zu Ungereimtheiten: Warum hat der Ehemann der Toten sich erst der Einweisung widersetzt und sie dann allein gelassen? Was soll dieses Doppelspiel? Der Verdacht gegen den Mann erhärtet sich, als sein Alibi für die Tatzeit platzt. Seiner eigenen Aussage nach war er zur betreffenden Zeit nicht am Tatort, sondern mit Paul Gassmann verabredet, einem bekannten Sektenführer, von dem er sich Hilfe für seine Frau erhoffte. Gassmann aber bestätigt diesen Termin gegenüber der Polizei nicht. Wer spielt hier ein Doppelspiel?

Währenddessen finden Schimanski und Thanner heraus, dass die Starks selbst Mitglieder in Gassmanns Sekte „Kirche der Gemeinschaft“ waren – eine strenge Organisation, in der Gehorsam zu den obersten Prinzipien gehört.

Die Duisburger Ermittler hegen nun den verdacht, dass Jutta Stark aussteigen wollte und deshalb umgebracht wurde. Ihren ersten verdächtigen Stark treffen die beiden Tatort-Kommissare dann rein zufällig wieder: bei Ann Silenksi, einer Psychotherapeutin. Sie war es, die Stark geholfen hatte sich der Einweisung seiner Frau zu widersetzen – gegen den Willen des behandelnden Arztes wohlgemerkt. Welche Rolle spielt die Therapeutin. War sie wirklich eine Freundin des Opfers? Und was hat es mit ihren merkwürdigen Unfällen auf sich – warum lebt diese Frau anscheinend so gefährlich? Dann kommt es zu einem weiteren Todesfall im Umkreis der Sekte …


Der Duisburger Tatort „Doppelspiel“ um die beiden Kult-Kommissare Schimanski und Thanner ist eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks. Zum ersten Mal in der ARD zu sehen war die Folge am 31. März 1985. Joseph Vilsmaier, der hier noch als Kameramann agierte, ist inzwischen ein erfolgreicher Regisseur („Comedian Harmonists“).

Besetzung
Kriminalhauptkommissar Schimanski – Götz George
Kriminalhauptkommissar Thanner – Eberhard Feik
Ann Silenksi – Angelika Bartsch
Kriminaloberrat Königsberg – Ulrich Matschoss
Stark – Wolf Dietrich Sprenger
Gassmann – Franz Buchrieser
Parker – Drew Lucas
Sekretärin von Stark – Karin Kernke
Hänschen – Chiem van Houweninge
u.a.

Stab
Drehbuch – Christoph Fromm
Regie – Hajo Gies
Kostüme – Marianne Wagner
Kamera – Josef Vilsmeier
Musik – David Knopfler
Architekt – Götz Heymann
Schnitt – Hilwa von Boro
Ton – Harry Hamela
Produzent – Hartmut Grund
Produktionsleitung – Ernst von Theumer


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8 Meinungen zum Tatort Folge 167: Doppelspiel

  • Gerd Graf • am 24.6.13 um 11:08 Uhr

    Nicht der Beste, aber allemal ein guter Schimanski-Tatort! Schön zu sehen, wie die Fassade am Ende zusammenfällt. Etwas dick aufgetragen (Waffen, Drogen, Kampfsport etc.), aber heute noch besser als mancher neuer Tatort.


  • Dirk • am 30.11.15 um 16:08 Uhr

    Der Tatort Nummer 167 mit den beiden Hauptkommissaren Thanner und Schimanski. Ja, die aus Duisburg von der Mordkommission. Zusammen mit Hänschen und Königsberg ermitteln die in einem anfänglichen Selbstmordfall, geraten an einer misslungenen Sekte, begegnen einer gut ausgebildeten Kampfsportgruppe und geraten in den internationalen Kriegswaffenhandel. Mehr kann man nicht verlangen und schon gar nicht am 31.03.1985. Da habe ich diesen Tatort-Spielfilm erstmalig gesehen und nun zum Zweiten. Ich fand ihn besser als damals. Liegt wahrscheinlich an der vormittäglichen Sendezeit. Für die Kostüme verantwortlich war Marianne Wagner, sollte es jemanden aufgefallen sein.


  • Kvas • am 15.1.19 um 21:37 Uhr

    Sorry I don’t write this in German. This one (167) is an important one, it has a few firsts in the Tatort series: First real car chase; first real shoot-out; first personal computers (in the office of the sect) and the first joke about the third Reich (thanks to Dutchman Chiem van Houweninge).


  • Paul • am 3.9.19 um 1:26 Uhr

    I have to disagree on all points dear Kvas.
    First notable chase was in 005, „Der Laster nach Lüttich (Truck chase), than „034, „Tote brauchen keine Wohnung“ (Corvette vs police) and a very legendary one in 098, „30 liter Super“ (BMW vs Porsche).
    The first real shootout was in 018, „Kressin und die Frau des Malers“, they even use machine guns.
    Too many early Nazi jokes/references to mention.
    PCs were also shown before this episode.


  • MadMonkey • am 27.2.21 um 8:33 Uhr

    Sehr trashiger Sekten Tatort mit Horst Schimanski. Coole fetzige Musik, geile 80er Jahre Feeling Bilder. Was will man mehr. Klare 5 Sterne


  • Revilo • am 6.1.22 um 15:17 Uhr

    Horst Schimanski (Götz George) und Christian Thanner (Eberhard Feik) in ihrer 10. Folge von insgesamt 29 Folgen der Schimanski-Kultkriminalserie aus der Tatort-Reihe.
    Zum zehnten Mal lösen das Gespann Schimanski/Thanner in dieser Folge mit dem Titel “Doppelspiel“ einen Fall. Diesmal ermitteln Schimanski (Götz George) und Thanner (Eberhard Feik) wegen einer Mordsache im Bereich einer Sekte oder einer kirchlichen Gemeinschaft, wie sich die Mitglieder in dieser Sekte dieser Folge “Doppelspiel“ selbst nennen.

    Story:
    Jutta Stark ist aus ihrem Balkon in den höheren Stockwerken ihres Wohnhauses gefallen. Was auf dem ersten Blick wie ein Selbstmord aussieht, entwickelt sich dann doch durch Indizien und Recherchen zu einem Mord, den das Team um Schimanski (Götz George), Thanner (Eberhard Feik) und Hänschen (Chiem van Houweninge) aufklären müssen. Jutta Stark litt unter Depressionen und war deshalb sogar in einer Klinik. Dort wurde sie dann von ihrem Ehemann (Wolf-Dietrich Sprenger) und einer Freundin Ann Silenski (Angelika Bartsch) vorzeitig, ohne Einverständnis des leitenden Arztes heimgeholt. Nach Befragungen des Ehemanns (Wolf-Dietrich Sprenger) und auch von Ann Silenski (Angelika Bartsch) werden die Ermittler dann mit einer Sekte mit Namen Kirche der Gemeinschaft (ORK) konfrontiert, wo die beiden Befragten, sowie auch die verstorbene Frau Jutta Stark Mitglieder sind und waren. Die Kirche der Gemeinschaft (ORK) wird von dem Paul Gassmann (Franz Buchrieser) geleitet und das Domizil dieser Gemeinschaft (ORK) ist im fiktiven Schloss Wiedenhof in der Nähe von Duisburg. Und diese Kirche der Gemeinschaft (ORK) hat es in sich und führt sogar ein kriminelles Doppelspiel. Das alles finden dann die Ermittler heraus. Sie können dann sogar Schlimmeres verhindern. Und dabei löst sich dann auch der Mordfall mal so schnell und fast unauffällig nebenbei.

    Schimanski und sein Team sind eigentlich irgendwie meine Lieblingsermittler in der Tatortreihe. Aber gegen Ende hatten sie für meinen Geschmack schlechtere Folgen. Sogar solche, wo man froh sein konnte, dass diese nicht am Anfang ihrer Ermittlungskarriere waren. Schon immer fragte ich mich, in welcher Folge dieses Platte und Negative zum ersten Mal durchschlug. Nun weiß ich, dass es diese Folge “Doppelspiel“ war. Die hatte ich damals mit Sicherheit bei ihrer Erstsendung gesehen. Vielleicht später auch noch. Aber große Erinnerung ist da nicht mehr vorhanden. Keine Szene blieb hängen. Gerade jetzt denke ich sogar, keine Szene in dieser Folge “Doppelspiel“ war es wert, im Langzeitgedächtnis hängen zu bleiben. Schimanski hatte nach seiner ersten Tatort-Folge schon große Kritik, weil er anders war. Und die konnte er nur überstehen, weil seine Rolle doch mit sehr viel Tiefe angelegt wurde. Mit der Folge “Doppelspiel“ als Premierenfolge und der sehr flachen Anlegung des Charakters Schimanski, hätte Götz George den Start seines Schimanski‘s wohl nicht so lange überlebt. Dann hätten wir Zuschauer wohl keine zehn Folgen gesehen. Doch solche Folgen wie “Doppelspiel“ leben von der Anfangszeit der Ausstrahlung von dem Schimanski-Charakter. Fans wissen halt, wie er anfangs tickte.
    Zurück zur Folge:
    Was hat Schimanski hier in der Folge “Doppelspiel“ gemacht? Am Anfang ermittelt er noch auf seine bekannte Art. Es werden Spuren aufgenommen. Einem Zeugen, den man wohl als den kennt, der immer etwas gesehen hat, stopft er mit einem Hotdog im wahrsten Sinne des Wortes den Mund. Das ist schon mal grenzwertig, obwohl diese Szene noch ganz gut vorbereitet wird. Dann befragen die Ermittler während einer Operation den Arzt. Dann macht Schimanski einige informationsreiche, aber nicht gerade erfolgreiche Alleingänge. Bei einer Beobachtung sieht er vor einer Videothek sich selbst in TV. Wenn all diese Zwischenszenen eine andere Art von Witz sein soll, wie auch die Hotdog-Szene, die narzisstische Begegnung und auch Schimanskis Apfelsineklauen, dann haben diese Witzszenen bei mir wohl nicht die richtige Wirkung genossen. Auch wird Schimanski zu einem Überhelden dargestellt, indem er eine Tür zuschießt, großspurig auf einen Verdächtigen zugeht, der dann aus der Ferne mal gerade erschossen wird. Eine spektakuläre Verfolgung mit einem Ford Granada folgt, wobei dieser Wagen in der Folge “Doppelspiel“ bestimmt sehr viel Spaß hatte bei so vielen Drehern und Speedeinsätze. Das alles mündet dann irgendwann in ein Grand Final mit Schusswechselszenen wie im wilden Westen. Dabei kommen Schimanski die Worte “Du hast einen Fehler gemacht. Du hättest MICH umlegen müssen“ leider nicht nur einmal über die Lippen. Und der I-Punkt, wo man den Täter verhaften will, ist dann, weil der Täter es verlangt, die Hinzubringung eines in der U-Haft Verdächtigen. Da war bei mir alles gesagt. Gut als alles dann vorbei ist, weist Schimanski uns Zuschauer noch auf die nächste Folge hin mit den Worten “Ich glaub ich steh im Wald.“
    Und dort war er ja auch dann in der elften Folge “Das Haus im Wald“. Und an die kann ich mich noch inhaltlich ganz gut erinnern. Vielleicht ein positives Zeichen.
    Die Rolle von Schimanski war sehr flach hier. Doch nicht im Actionbereich. Turnen und Bewegung war hier in dieser Folge “Doppelspiel“ bei ihm großgeschrieben. Das wirkte auf jeden Fall oftmals sehr übertrieben. Und Thanner (Eberhard Feik), sowie auch Hänschen (Chiem van Houweninge) ließen sich dabei mitziehen. Ihre Rollenperformance war hier auch nichts Besonderes. Sie bewegten sich im Schatten von Götz George, alias Schimanski. Und das war hier leider kein guter Windschatten. Von den Einmal-Rollen hat hier keiner überzeugt und für seine Bekanntheit etwas getan. Bei manchen Ganzkurz-Rollen war sogar schon Unterbegabung zu erkennen. Auch Angelika Bartsch, die hier die weibliche Hauptrolle Ann Silenski zelebriert, gelingt es nicht, ihre Rolle als etwas ganz besonderes darzustellen. Vielleicht hatten hier alle Schauspieler auch keine Chance, bei dieser Folge “Doppelspiel“ zu glänzen. Regisseur Hajo Gies wollte etwas riskieren und plante deshalb wohl etwas Besonderes zu zeigen. Für meinen Geschmack ließ er sich wohl von Götz George zu viel hereinreden und dann passte das alles nicht mehr richtig. Zum Beispiel für den Inhalt, für die gezeigte Lebensart der Sekte, für die Schauspieler und für die Zuschauer, die diesen Film als nicht so gut empfanden. Ganz leicht positiv ist, dass die Folge “Doppelspiel“, so wie sie läuft, etwas an einen Trash-Film erinnert.
    Zu ersten Mal spürte ich bei einer Schimanski-Folge nicht die 1980er Jahre. Das finde ich auch schade. Vielleicht ist das so, weil viele Außenaufnahmen in der modernen Stadt München gedreht wurden. Und als alles gedreht war, ist wohl dieses für mich besondere Flair dann nicht vorhanden gewesen. Oder man wollte es nicht mehr. Dann war diese Folge in diesem Bereich zumindest erfolgreich.

    Grundsätzlich sehe ich diese Folge “Doppelspiel“ in ihrer Bewertung mit zwei ganz dicken Sternen. Wenn man diesen Film als Trash sehen sollte und vielleicht auch kann, dann wären drei Sternen schon in Ordnung. Aber weil Schimanski mein Lieblingskommissar ist, wiederstrebt mir das zweite Szenario.
    Die Musik wurde hier von David Knopfler geschrieben und zelebriert. Er ist der Bruder von Mark Knopfler, mit dem er die Rockband Dire Straits gründete. Nach einem Jahr verließ David Knopfler die Truppe und machte sein eigenes Ding. Und so etwas hören wir von ihm in dieser Folge “Doppelspiel“. Für meinen Geschmack war das leider nichts Besonderes. Die Musik hat meiner Meinung nach die Folge nicht schöner gemacht.

    Meine Schulnote: 4


  • Dirk • am 8.4.22 um 0:17 Uhr

    Der Duisburger Tatort mit der Nummer 167 und aus dem Jahr 1985. Wie doch die Zeit vergeht. Wiederholungswürdige Nostalgie, der Westdeutsche Rundfunk macht es möglich, wobei die Beiden aber bis dato recht zeitlos wirken.
    Die Meinung vom 30.11.2015 halte ich.


  • Thomas Hoffmann • am 14.11.22 um 10:42 Uhr

    Wieder nimmt sich der Tatort eines gesellschaftsrelevanten Themas an: er zeigt die zwielichtigen Seiten von Religion und Sekte. Offensichtlich inspiriert durch Scientology (sogar ein E-Meter wird im Laufe der Handlung gezeigt), ermitteln Schimanski und Thanner im Sekten-Milieu unter Anderem auf Schloss Landsberg in Mülheim an der Ruhr. Kampfsport, Psychoterror und Drogenexzesse prägen hier das „klosterähnliche“ Leben der Ork-Sekte. Besonders die Szenen mit den teilweise schon sehr abgedrehten Sektenmitgliedern wirken zum Teil sehr avantgardistisch.

    David Knopfler steuert den Song „Double Dealing“ bei, der mir ebenfalls sehr gut gefällt. Volle Punktzahl!


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