Tatort Folge 1041: Mord Ex Machina



Mo 01.01. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2017
Kommissar: Stellbrink und Marx
Ort: Tatort Saarbrücken


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Der vorletzte Tatort aus Saarbrücken mit Hauptkommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) und dem mittlerweile „schmückenden Beiwerk“ Lisa Marx (Elisabeth Brück) kommt am Neujahrstag 2018: „Mord Ex Machina“, ein Mord, herbeigeführt durch eine Maschine. Jenes technische Gerät ist ein Hightech-Auto der neuesten Generation, ausgestattet mit zwölf Kameras, etlichen Sensoren und jedem erdenklichen modernen Schnickschnack, der die Fahrt so komfortabel wie möglich gestalten soll. Doch der nicht mehr kontrollierbare Autopilot befördert seinen Insassen, einen Anwalt, mit Höchstgeschwindigkeit in den sicheren Tod – Striesow, Brück und Kommissaranwärterin Emmrich nehmen die Entwicklungsfirma unter die Lupe.

Am Sonntag, den 1.1.2018 wird der SR-Tatort „Mord Ex Machina“ mit der offiziellen Nummer 1041 wie gewohnt um 20:15 Uhr im Ersten erstausgestrahlt.

Inhalt der Tatort-Folge „Mord Ex Machina“

Im Juli 2017 gab der Schauspieler Devid Striesow öffentlich bekannt, dass er der Tatort-Reihe den Rücken zukehren werde. Noch zwei Fälle wird es für den Saarbrücker Hauptkommissar Jens Stellbrink geben, dann ist Schluss; der erste ist „Mord Ex Machina“, der zweite und definitiv letzte Auftritt Stellbrinks „Der Pakt“ (AT), der 2019 seine Fernsehpremiere erleben soll. Der allererste Einsatz „Melinda“ (Tatort-Folge 860) liegt nun gut fünf Jahre zurück: Am 27. Januar 2013 ging das Tatort-Duo Stellbrink und Marx erstmals auf Sendung.

Striesow erklärte seinen Ausstieg mit der Standard-Floskel, er wolle sich zukünftig vermehrt auf neue Projekte und Herausforderungen konzentrieren. Das mag tatsächlich so sein, vielleicht spielt jedoch auch die scharfe Kritik an der Qualität der Tatort-Drehbücher eine Rolle für seine Entscheidung – schließlich löste Stellbrink gerade einmal sechs Kapitalverbrechen auf. Die eingefahrenen Quoten mit den bisherigen Saarbrücken-Krimis rund um Marx und Stellbrink glichen einer Achterbahnfahrt: Während die Episode „Weihnachtsgeld“ (Tatort-Folge 927) im Jahr 2014 magere 6,48 Millionen Zuschauer vor die Displays lockte, waren es satte 9,59 Millionen beim darauffolgenden Fall „Totenstille“ (Tatort-Folge 972).

Was oder wer nach „Der Pakt“ kommt, darüber schweigt sich der Saarländische Rundfunk aus. Ein neues Konzept ist noch unsicher, und Lutz Semmelrogge, der Programmdirektor des SR, sagte, dass man sich bis 2020 Zeit lassen werde, ein neues inhaltliches sowie personelles Tatort-Konzept für das Saarland zu erarbeiten. Tatort-Fans dürfen also gespannt sein.
 

Der „Mord Ex Machina“

Mit Vollgas rast der Prototyp der Firma Conpact Data Solutions von deren Parkdeck. Die Limousine mit dem auffälligen Design hat die innovativste Software an Bord, kann selbstständig fahren, die Biowerte ihrer Insassen analysieren und ein Maximum an Komfort bieten.

Doch in dieser Nacht läuft die Fahrt mit dem schicken Wagen gründlich schief: Der Justiziar Sebastian Feuerbach, Mitinhaber des Unternehmens Conpact Data Solutions und dort angestellter Jurist, versucht noch krampfhaft, die automatisch verschlossene Tür zu öffnen; ein Fingernagel bricht ihm dabei ab und soll der Kriminalpolizei später ein wichtiges Indiz sein. Die Kameras im Innenraum der Hightech-Maschine nehmen Feuerbachs verzweifelten Schreie, sein von Panik verzerrtes Gesicht auf. Er kann den Sturz des Autos vom Parkdeck bei voller Fahrt nicht aufhalten. Als der schrottreife Wagen auf dem Asphalt zum Stehen kommt, liegt Feuerbach schwer verwundet in der Fahrerkabine. Er stirbt in den frühen Morgenstunden am Ort des Geschehens.

Hauptkommissar Jens Stelllbrink trifft am nächsten Tag beim Autowrack ein, seine Kollegin Marx ist bereits anwesend und hat die ersten Spuren im Tatort „Mord Ex Machina“ aufgenommen. Dem ersten Anschein nach kommt ein Selbstmord in Frage, zumal sich keine Bremsspuren auf dem Parkdeck befinden. Aber dem aufmerksamen Ermittler Stellbrink fällt bei näherer Untersuchung des Fahrzeugs jener blutige Fingernagel am Türgriff im Innenraum auf: Wer sterben will, der versucht nicht zu entkommen.

Die Theorie von einem Suizid wird damit unwahrscheinlich und auch das Umfeld des Toten gibt zu Protokoll, dass Feuerbach keinen Grund hatte, sich umzubringen. Gab es etwa eine fatale Fehlfunktion im Softwaresystem der Maschine? Immerhin haben die Airbags nicht ausgelöst und die Notbremse blieb deaktiviert. Stellbrink wundert sich, dass ausgerechnet die aufgezeichneten Daten aus dem Auto, die kurz vor und nach dem Tod des Anwalts auf einen Server der Firma übertragen wurden, plötzlich verschwunden sein sollen. Das Unternehmen, welches sich auf das Sammeln von digitalen Daten spezialisiert hat, wurde in der Todesnacht außerdem gehackt. Hängt beides zusammen? Bei den ermittelnden Kriminalbeamten keimt der Verdacht auf, dass es sich um einen geschickt inszenierten Mord handeln könnte: Der Prototyp wurde im Fall „Mord Ex Machina“ ferngesteuert als Tatwaffe missbraucht.

Kommissar Stellbrink holt Mia Emmrich, die eigentlich in ihrem Urlaub für die Kommissaranwärterprüfung büffeln wollte, vom Schreibtisch und nimmt mit ihr die Vernehmung der Verdächtigen vor. Dazu gehören Rousseau, die attraktive Hackerin Natascha Tretschok und ihr „Loverboy“ Marco Fichte, der bereits im Gefängnis saß und als jähzornig gilt. Jens Stellbrink dringt immer tiefer in das Beziehungsgeflecht der Firmengründer ein, in deren Verwicklungen und Machenschaften, und erkennt, mit welchen zwielichtigen Methoden das Unternehmen arbeitet. Die Spur führt den Tatort-Fahnder und Kommissaranwärterin Emmrich schließlich bis nach Frankreich …
 

Stellbrink, der neuen Technologien eh skeptisch gegenüber steht, wird in „Mord Ex Machina“ mit einem besonders kniffligen Fall konfrontiert. Die Geschichte wurde von Drehbuchautor Hendrik Hölzemann geschrieben, frei basierend auf einer Vorlage von David Ungureit. Die Regie führte Christian Theede, der mit der Produktion sein Tatort-Debüt zum Besten gibt. Die Dreharbeiten fanden im Frühjahr 2017 statt, das Victor’s Residenz-Hotel am malerischen Deutsch-Französischem Garten in Saarbrücken diente als Kulisse, ebenso wurde in Bergehalde Ensdorf, in Sulzbach und Göttelborn gefilmt.

Das Opfer Sebastian Feuerbach wird übrigens von Nanhoï Nikolai Kinski gespielt, dem 1976 in Paris geborenen Sohn des exzentrischen Schauspielers Klaus Kinski.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (37 J. | Kinoliebhaberin)

Einer der wenigen Tatorte, der sich thematisch um die neuen Technologien dreht und wenigstens halbwegs funktioniert. In diesem Fall wird vor allem der Datenschutz kritisch betrachtet (alte Leier, okay). Mir gefielen insbesondere die Bildästhetik sowie die musikalische Untermalung – das passt wunderbar zusammen. Darüber hinaus: joa.

Gerald (37 J. | IT-Nerd)

Ich kann Kommissar Stellbrinks Einstellung voll und ganz nachvollziehen, siehe letzte Szene im Tatort. Die Frage „Was passiert mit meinen Daten?“ betrifft schließlich jeden, der Smartphones & Co. benutzt, so gesehen ist es gut, das Thema dem Publikum ab und an erneut vor Augen zu führen. Der Krimi an sich ist mittelmäßig.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Jens Stellbrink – Devid Striesow
Hauptkommissarin Lisa Marx – Elisabeth Brück
Kriminaltechniker Horst Jordan, Chef der KTU – Hartmut Volle
Staatsanwältin Nicole Dubois – Sandra Steinbach
Kommissaranwärterin Mia Emmrich – Sandra Maren Schneider
Natascha Tretschok – Julia Koschitz
Sebastian Feuerbach – Nikolai Kinski
Susa Feuerbach – Judith Sehrbrock
Chrissie Feuerbach – Ella Pfäffgen
Victor Rousseau – Steve Windolf
Madame Ruell – Elfie Elsner
Marco Fichte – Anton Spieker
Tanja Weiss – Luisa Wietzorek
Erik – Boyle James Maitland
Jeanne – Brigitte Urhausen
Anwalt – Stephen A. Sikder
Sekretärin – Sophie Köster
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Hendrik Hölzemann, nach einer Vorlage von David Ungureit
Regie – Christian Theede
Kamera – Simon Schmejkal
Schnitt – Martin Rahner, Lucas Seeberger
Szenenbild – Andreas C. Schmid
Musik – Dominik Giesriegl, Thomas Hessler und Friedrich Weiß

Bilder-Galerie zum Krimi aus Saarbrücken


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