Tatort Folge 1045: Déjà-vu



So 28.01. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2018
Kommissar: Sieland und Gorniak
Ort: Tatort Dresden


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Ende Dezember 2017 ging die Meldung durch die Presse, dass die Schauspielerin Alwara Höfels den Tatort Dresden verlassen wird. Noch in zwei Fällen, darunter im neuen Tatort „Déjà-vu, ermittelt die blonde Oberkommissarin; die TV-Premiere ihres letzten Tatort-Einsatzes „Wer jetzt allein ist“ (Arbeitstitel) ist für den Pfingstsonntag 2018 geplant. Höfels offizielles Statement zu ihrer Entscheidung: „Unterschiedliche Auffassungen zum Arbeitsprozess und ein fehlender künstlerischer Konsens haben nach vielen Gesprächen diesbezüglich dazu geführt, dieses renommierte Format zu verlassen, da ich meine Verantwortung als Künstlerin ansonsten gefährdet sehe.“ Klare Worte.

Die Erstausstrahlung des Tatorts Nr. 1045 „Déjà-vu“ ist für Sonntag, den 28. Januar 2018 um 20.15 Uhr angesetzt. Die Sendung wird wie stets in Das Erste gezeigt.

Inhalt der Tatort-Folge „Déjà-vu“

Die Atmosphäre im 1045. Tatort „Déjà-vu“ passt kaum zum bisherigen Konzept, das der MDR mit seinem neuen Sachsen-Team im März 2016 einführen wollte: Humororientiert und witzelnd, sich gegenseitig foppend, so kommen die Kommissarinnen Henni Sieland, Karin Gorniak und Kommissariatsleiter Schnabel für gewohnt daher. Der Flair eines Münster-Tatorts schwebte vor allem in der Einführungsphase des Ermittlertrios in der Luft. Die Drehbücher stammten bis dato (mindestens anteilig) aus der Feder von „Stromberg“-Autor Ralf Husmann – der übrigens bereits vor Höfels, nämlich nach dem vierten Fall „Auge um Auge“ (Tatort-Folge 1035) aus dem Tatort Dresden ausgestiegen ist.

Vielleicht liegt es am Ausstieg Husmanns, dass „Déjà-vu“ anders als gewohnt daher kommt. Es ist ein ernster, tragischer Krimi, der die Themen Pädophilie und Kindesmissbrauch thematisiert. Hierbei vergehen sogar Sieland, Gorniak und vor allem Schnabel das Lachen:
 

Ein schrecklicher Fund am Ufer der Elbe zieht den Eltern des 8-jährigen Rico Krüger den Boden unter den Füßen weg. Der tote, kalte Körper des schwimmbegeisterten Jungen liegt zusammengerollt in einer Sporttasche, beinahe nackt, nur mit einer Unterhose bekleidet. Ein paar Jugendliche haben die Tasche aus dem Wasser geborgen. Der herbeigeeilte Stiefvater, seit Tagen verzweifelt auf der Suche nach seinem verschwundenen Sohn, bricht am Fundort zusammen. Die Dresdner Kommissarinnen Henni Sieland und Karin Gorniak sind erschüttert und müssen das Gesehene ebenso verarbeiten wie die Familie des jungen Opfers.

Inbesondere ihr Chef Peter Michael Schnabel reagiert sensibel auf den neuen Fall von Kindesentführung und Mord. Denn 2014, noch bevor Gorniak ihren Dienst für die Kripo Dresden antrat, wurden Schnabel und Sieland mit der Aufklärung eines ähnlichen Falles beauftragt – und scheiterten kläglich. Jakob Nemec, im gleichen Alter wie Rico, verschwand damals spurlos und tauchte nie wieder auf. Seine Eltern Julia und Matej leiden bis heute unter dem mysteriösen Tod des Jungen. Er soll in einen Fluss gefallen und ertrunken sein, und obwohl seine Leiche von den Suchtrupps nie gefunden wurde, hält seine Mutter an dieser Theorie fest. Nur Matej Nemec ist skeptisch: etwas anderes muss seinem Jungen zugestoßen sein. Etwas Furchtbares.

„Der Fall Rico hat höchste Priorität“, ordert Schnabel sein Team an. Dem Beamten lässt sein Versagen im Fall Nemec und das Schicksal von Jakob bis heute keine Ruhe. Gereizt und lauter als nötig scheucht der Leiter der Mordkommission Dresden seine Mitarbeitern durch das Büro. Er und die eingerichtete Sonderkommission dürfen jetzt nicht versagen. Nicht noch einmal.

Als der Rechtsmediziner Falko Lammert den Leichnam Ricos untersucht und Spermien in dessen Mundraum findet, nimmt der Fall an Brisanz zu. Mit einem Schlafmittel, aufgelöst in einem Glas Cola, wurde der Junge anscheinend außer Gefecht gesetzt, missbraucht und anschließend in einer Badewanne ertränkt. Dann „entsorgte“ ihn sein pädophiler Peiniger in der Elbe.

Die Medien wittern, dass der Kripo Dresden in „Déjà-vu“ nur spärliche Indizien im Missbrauchsfall vorliegen, und feuern bei der anberaumten Pressekonferenz auf Schnabel ein: Die Tasche, in der das Opfer zusammengekrümmt lag, ist ein billiges und gängiges China-Fabrikat, es gibt keine brauchbaren Zeugenaussagen, die Identität des Täters ist bislang ein völliges Rätsel. Die Fingerabdrücke auf der Tasche stammen allesamt von den Findern. Bloß einige synthetische Fasern und ein einzelnes Haar daraus stehen noch zur kriminaltechnischen Untersuchung aus. Die Presse macht Druck, die Angst in der Bevölkerung nimmt zu. Die hochsommerlichen Temperaturen in der sächsischen Metropole tun ihr übriges, um die Situation anzuheizen. Die Nerven liegen bei allen Beteiligten blank.

Da gibt Jennifer Wolf, tätig im Schulamt als Assistenz, der Kriminalpolizei Dresden einen anonymen Tipp: Der Schwimmtrainer Micha Siebert, der Rico zwei Jahre lang unterrichtete, war einst als Referendar tätig. Die Liebelei mit einem 16-jährigen Schüler zog Sieberts Kündigung nach sich. Tatsächlich ist der heutige Schwimmlehrer mit der Familie Krüger gut befreundet, er hätte zahlreiche Gelegenheiten gehabt, den Sohn des Ehepaars zu entführen. Als Stefan Krüger von den Verdächtigungen erfährt, dreht der durch und macht sich auf den Weg zu Siebert …
 

Der fünfte Dresden-Tatort „Déjà-vu“ wurde von dem jüngsten Regisseur in über 45 Jahren Tatort inszeniert: Dustin Loose, 1986 in Bonn geboren, hat erst 2015 den Studenten-Oscar in Silber gewonnen. Im Frühjahr 2017 erhielt Loose einen Anruf vom MDR: ob er nicht die Regie für eine neue Tatort-Episode übernehmen wolle.

Die Filmarbeiten dauerten vom 13. Juli bis 11. August 2017; gedreht wurde in Dresden und Umgebung.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

Der 5. Tatort mit Tick, Trick & Track hat mich überrascht, denn siehe da: das Trio kann auch ernst sein. Im Fall von Rico wäre sicher auch jedweder Schnabel-Witz fehl am Platz. Die Bilder, die Atmosphäre (30 Grad plus), die durchweg gute schauspielerische Leistung des Ensembles machen diesen Krimi sehr sehenswert. Für mich ein kleines Tatort-Highlight. Schade, dass Höfels gerade jetzt das Handtuch geschmissen hat.

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

Wer Kinder hat, der kann die Unsicherheit und die Angst, die in diesem Tatort Dresden spürbar werden, absolut nachvollziehen. Das tote Kind in der Tasche ist nichts für schwache Gemüter, und auch die Darstellung des Pädophilen ist beängstigend (gut). Ein Tatort, der weniger der Unterhaltung dient, sondern zum Nachdenken anregt. Das Tatort-Jahr 2018 startet nicht schlecht!

Tatort-Besetzung

Oberkommissarin Henni Sieland – Alwara Höfels
Oberkommissarin Karin Gorniak – Karin Hanczewski
Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel – Martin Brambach
Kriminaltechniker Ingo Mommsen – Leon Ullrich
Gerichtsmediziner Falko Lammert – Peter Trabner
Sandra Krüger – Franziska Hartmann
Stefan Krüger – Jörg Malchow
Rico Krüger – Joel Simon
Julia Nemec – Anna Grisebach
Matej Nemec – Jörg Witte
René Zernitz, Techniker der Stadtwerke – Benjamin Lillie
Schulbeamtin Jennifer Wolf– Alice Dwyer
Schwimmtrainer Micha Siebert – Niels Bruno Schmidt
Niki – Felix Küch
Oskar – Finley Berger
Birgit Gregau – Henriette Hölzel
Pressesprecher der Polizei – Matthias Schloo
Einsatzleiter – Thomas Schumacher
Schulamtsleiter Wagner – Bruno F. Apitz
Personalleiter – Jürgen Haug
Nachrichtensprecher – Jens Hänisch
Reporter Wolfgang Rausch – Steffen C. Jürgens
Hausmeister Depner – Roland Florstedt
Arzt Dr. Wintgen – Lukas Steltner
Psychologe – Sebastian Nakajew
Kindergärtnerin – Anni C. Salander
Nick, Karins Nachbar – Sebastian Zimmler
Aaron Gorniak, Karins Sohn – Alessandro Schuster
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Mark Monheim, Stephan Wagner
Regie – Dustin Loose
Kamera – Clemens Baumeister
Schnitt – Anna-K. Nekarda
Szenenbild – Gabriele Wolff
Ton – Roland Winke
Musik – Dürbeck & Dohmen

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