Tatort Folge 1120: Die goldene Zeit



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Tatort Folge 1120: Die goldene Zeit 4 30

Die goldene Zeit auf St. Pauli – gab es die überhaupt? Oder sind die Erinnerungen verklärt, die der Tatort-Hauptkommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) von seinem früheren Dasein als Türsteher im Hamburger Vergnügungsviertel hat? Sein alter Mentor und väterlicher Freund Lübke, den der Ermittler im Zuge seiner Mordermittlungen auf dem Kiez wiedertrifft, leidet deutlich unter dem Wandel, dem St. Pauli seit Jahrzehnten schon unterworfen ist …

Tatort-Episode 1120 „Die goldene Zeit“, eine Produktion aus dem Haus des Norddeutschen Rundfunks, feiert seine TV-Premiere am Sonntag, den 9. Februar 2020 um 20.15 Uhr in Das Erste. Es handelt sich um Falkes 13. Einsatz für die Krimireihe, die Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz) wird zum siebten Mal für die Bundespolizei in Hamburg tätig.

Inhalt der Tatort-Folge „Die goldene Zeit“

Oberkommissarin Julia Grosz düst an einem grauen Vormittag im Dienstwagen zur Hamburger Altbauwohnung ihres Ermittlungspartners Falke. Der ist gerade erst aufgestanden, und auch nur, weil sein heranwachsender Sohn Torben den Wecker gespielt hat: „Ja, Vattern, so wird das aber nix hier, pennen bis in ne Puppen …“ Thorsten Falke schaut den berufstätigen Teenager aus noch halb zugekniffenen, verschlafenen Augen an – und staunt nicht schlecht. Sein Junge wird erwachsen. Allerhöchste Eisenbahn, in den Polizeialltag zu starten! Die Kollegin Grosz wartet unten bereits ungeduldig auf den Spätaufsteher.

Ein Auftragsmord ruft die Kriminalpolizei im NDR-Tatort „Die goldene Zeit“ auf den Plan; ein Fall, den das LKA an die Bundespolizei abgibt. Ausgerechnet Johannes Pohl, der Sohn des bekannten „Kiez-Barons“ Egon Pohl, wurde vor wenigen Stunden vor seiner Wohnungstür mit mehreren Messerstichen in den Bauchraum getötet. Eine dünne Jacke, vermutlich die des Täters, hält das vor Ort verblutete Opfer noch immer in seiner verkrampften Hand.

Am Tatort angekommen und vom leitenden LKA-Ermittler Thomas Okonjo kurz begrüßt, untersucht Grosz gleich die Taschen der zurückgelassenen Jacke. Sie findet darin einen zerknüllten Kassenzettel. Der Mörder hat demnach vor gut 36 Stunden in Bukarest eingekauft, muss also erst vor kurzem nach Deutschland eingereist sein. Die Fahndung wird eingeleitet. Dank der Überwachungskameras im Gebäude, in dem Pohl wohnte, kann der flüchtige Killer sehr genau beschrieben werden; die Videoaufnahmen zeigen den Tatablauf im Detail. Das Überraschende: Ein schmächtiger Junge, vielleicht dreizehn, vierzehn Jahre alt, hat den untersetzten Kiez-Prinzen im Tatort „Die goldene Zeit“ niedergestreckt.

Auf den Aufzeichnungen ist eine weitere Person zu sehen, die nach der Tat beim Opfer eintraf und den Notruf verständigte: Michael Lübke, ein „alter Kiez-Köter“ und seit Jahrzehnten treuer Mitarbeiter der Pohls. Doch warum entfernte sich Lübke vom Tatort, anstatt auf die Polizei zu warten und seine Aussage zu machen? Die Kriminalbeamten suchen Egon Pohl, der unter fortschreitender Demenz leidende Vater des Toten, und dessen Tochter Carolin Sehling auf, um Lübke zu finden. Als sich der und Hauptkommissar Thorsten Falke schließlich im Tatort „Die goldene Zeit“ gegenüberstehen, ist auf Anhieb die alte Vertrautheit zu spüren, die die beiden Männer einst verband.

Früher, vor seiner Karriere bei der Polizei, arbeitete der jugendliche Falke zusammen mit seinem türkischstämmigen Kumpel Mehmet als Türsteher auf St. Pauli. Dass Johannes Paul Opfer eines Auftragsmords wurde, erschüttert das Kiez-Urgestein Lübke sichtlich. Der in die Jahre gekommene Mann putzt heute für die Familie Pohl; in den 80er und 90er Jahren war er ihr Sicherheitschef. Der Kiez hat sich verändert, und die „goldene Zeit“ ist schon lange verjährt. Das wird Falke umso bewusster, als er seinem alten Freund Lübke in die traurigen, desillusionierten Augen schaut.

Was weder Falke noch Grosz im Hamburger Krimi ahnen: Der loyale Michael Lübke hat seinem Chef Pohl geschworen, Johannes‘ Tod zu rächen. Und tatsächlich gelingt es dem alten Spürhund, der die Reeperbahn wie sonst kaum ein anderer kennt, den Jungen noch vor der Polizei ausfindig zu machen und in seiner Wohnung an die Heizung zu fesseln. Der mit dem Bus aus Bulgarien eingereiste Matei verlor sein Rückfahrticket samt Handy und irrte seit dem Mord in der ihm fremden Stadt herum. Er fürchtet nun um sein Leben, denn Lübke hätte nicht minder Lust, einfach die Pistole zu zücken und … Doch ihm kommt eine haarsträubende Idee. Er dreht den Spieß um und schickt den Attentäter zurück zu seinem vermeintlichen Auftraggeber: dem gefährlichen Albaner Krenar Zekaj, Boss eines konkurrierenden Clans auf der Reeperbahn.

Allmählich beginnt Oberkommissarin Julia Grosz zu begreifen, dass Falke Lübke und den Pohls gegenüber voreingenommen ist. Macht ihn das Schwelgen in Nostalgie blind? Grosz ist angesichts des rücksichtslosen Menschenhandels und dem brutalen Umgang mit den Prostituierten in Pohls Puff „LoveDome“ im höchsten Maße entsetzt und sieht die Faktenlage im Fall aus einem anderen Blickwinkel als ihr Partner. Während die zwei noch immer auf der Suche nach dem mittlerweile namentlich bekannten Matei Dimescu sind, nähern sich Lübke und der festgehaltene Junge zunehmend an, verbünden sich und hecken einen lebensgefährlichen Plan aus …


Der verantwortliche Drehbuchautor der Tatort-Folge 1120 „Die goldene Zeit“, Georg Lippert (Tatort-Folge 1037 „Böser Boden“) hat sich bei der Geschichte um den jungen Auftragskiller von einem Interview mit Eddy Kante inspirieren lassen. Kante ist der ehemalige Bodyguard von Udo Lindenberg, der einmal einem Zeitungsreporter gegenüber erzählte, dass man auf dem Kiez heute eher 14-jährige Kinder aus Osteuropa mit einem Messer losschicken würde, als Konflikte vor der Tür auszutragen. Lippert dazu: „‚Die goldene Zeit′ ist eine Kiezballade, ein emotionaler Gesang auf die alten Zeiten und ihre Mythen, ein getragenes Lied über eine ehemalige Legende und deren tragisches Ende.“
Die Regie für den Hamburger Tatort übernahm die junge Mia Spengler, 1986 in München geboren.

Die Filmarbeiten dauerten – wie für einen Tatort üblich – etwa vier Wochen im Zeitraum vom 25. April bis 28. Mai 2019. Seine Premiere vor Publikum erlebt der Fernsehkrimi „Die goldene Zeit“ beim Filmfest Hamburg am 29. September 2019.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

Spenglers Darstellung von Prostitution, Menschen- und Drogenhandel auf dem Hamburger Kiez ist solide, auch wenn so manche Figurenzeichnung arg stereotyp geraten ist. Die sich entwickelnde Beziehung zwischen dem harten „Eisen-Lübke“ (mit butterweichem Herz) und dem hilflosen Matei ist mitreißend inszeniert, erinnert sie doch an den Filmklassiker „Léon – Der Profi“; hier liegt m. E. auch die Stärke dieses Tatorts. Die Logikfehler in der Story stören: In der Summe aufgerundete drei Sterne.

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

An diesem Tatort finde ich gut, dass Falke und Grosz nun eine gute Freundschaft entwickelt haben, die auch nicht nervt. Das Privatleben der Kommissare wird im guten Maß behandelt und steht nicht zu sehr im Vordergrund. Auch das alte Verhältnis zwischen Falke und Lübke ist glaubwürdig und der junge Mörder wird toll gespielt. Die nostalgische Stimmung von den „guten, alten Zeiten“ ist spürbar, aber die Story gibt eigentlich nicht viel her. Ich fühlte mich aber gut unterhalten und gebe für diesen Hamburger Krimi 3 Sterne!

Musik im Tatort

Rolling Stones – „Sympathy for the Devil”
Daddy Yankee – „Gasolina”
J. Balvin – „Mi Gente”
Luis Fonsi – „Despacito”
J. Balvin, Nicky Jam – „X”
Kim Carnes – „Bette Davis Eyes”
Erasure – „Always”
RAF Camora, Bonez MC – „An ihnen vorbei“
Kalim – „Sig Sauer“
Kalim – „Kopfkrieg“
Morten Harket „Can’t Take My Eyes Off You”
Bruce Springsteen – „Atlantic City“
ASAP Rocky – „Praise the Lord“
Juliane Werding – „Am Tag, als Conny Kramer starb“
Jamie Cullum – Gran Torino Soundtrack

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Thorsten Falke – Wotan Wilke Möhring
Oberkommissarin Julia Grosz – Franziska Weisz
Ermittler Thomas Okonjo – Jonathan Kwesi Aikins
„Kiez-Baron“ Egon Pohl – Christian Redl
sein Sohn Johannes Pohl – Till Butterbach
seine Tochter Carolin Sehling – Deborah Kaufmann
Michael Lübke – Michael Thomas
der Junge Matei Dimescu – Bogdan Iancu
Ex-Prostituierte und Kneipenbesitzerin Katharina Vanas – Jessica Kosmalla
Roman Kainz, Leiter im „LoveDome“ – Roland Bonjour
Voica Barbu, Neuling im „LoveDome” – Emma Drogunova
Prostituierte – Nadine Isabelle Albers
Krenar Zekaj, Boss der Albaner – Slavko Popadic
Torben Falke, Sohn des Kommissars – Levin Liam
Hostelangestellte Carla Klier – Gisa Flake
Psychologin – Odine Johne
Kiez-Bewohner – Tom Wald
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Georg Lippert
Regie – Mia Spengler
Kamera – Moritz Schultheiß
Szenenbild – Dorle Bahlburg
Schnitt – Linda Bosch
Ton – Matthias Wolf
Kostümbild – Tina Eckhoff
Musik – Marc Fragstein

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Hamburg


47 Meinungen zum Tatort Folge 1120: Die goldene Zeit

  • Alex • am 9.2.20 um 9:47 Uhr

    Stimmen die Daten der Dreharbeiten ? Der Lübke-Darsteller ist am 20.04.2019 verstorben 🤔


  • JayDee • am 9.2.20 um 10:47 Uhr

    Eisen-Lübke-Darsteller Michael Thomas ist ganz sicher nicht verstorben. Er sitzt gerade quietschfidel neben mir… Er wünscht viel Vergnügen für heute Abend!


  • joe • am 9.2.20 um 17:55 Uhr

    @ alex: auf wikipedia lebt er noch.
    wikipedia.org/wiki/Michael_Thomas_(Schauspieler)


  • Alex • am 9.2.20 um 20:24 Uhr

    Sorry , bei On Air steht als Darsteller Martin Böttcher alias Michael Thomas , und der ist schon ein knappes Jahr tot , eindeutiger Fehler der Fernsehprogramm-App …


  • nobo • am 9.2.20 um 20:55 Uhr

    …endlich mal wieder ein tatort VOLL NACH meinem geschmack….
    herzlichen dank…super schauspieler auswahl …. und thema….

    weiter so !!!!!!!!!!!!!!!!


  • vvb • am 9.2.20 um 21:04 Uhr

    viel zu schnell gesprochen, völlig unverständlich


  • Rainer • am 9.2.20 um 21:13 Uhr

    Der Film mag ja sehr gut sein, aber die Lautstärke ist falsch eingestellt, nur genuschelt und laute Musik. Man versteht nur die Hälfte, oder muss ich mit Untertitel schauen.


  • Kontrollwue • am 9.2.20 um 21:14 Uhr

    Liebe Redaktion,

    warum lasst ihr denn die 3 ersten Bewertungen überhaupt durchgehen? Ich meine, da unterhalten sich 2 Personen und vergeben Sterne, die für die Folge den Durchschnitt darstellen. Aber, es kann doch nicht im Sinne eures Systems sein, dass sich so die Bewertungsergebnisse bilden.

    Nun ja, nichtsdestotrotz mache ich mir jetzt mein eigenes Bild von der Folge und hoffe, dass mein Beitrag es nicht in die Bewertungen dieser Folge schafft.


  • Volker • am 9.2.20 um 21:16 Uhr

    Fast wie in der letzten Zeit, die Hälfte ist wegen nuschelns oder flüstert kaum zu verstehen, habt ihr keine kompetenten Toningenieure?


  • Hanz W. • am 9.2.20 um 22:05 Uhr

    War in Ordnung, aber ein wenig mehr hätte ich mir, offen gestanden, von dem Plot schon erwartet. Wie von Gerald angedeutet, lag ein Stück „Nostalgie“ über der Szene, aber letztlich war das tatsächlich wenig ergiebig, wirkte sogar leicht aufgesetzt, wie die Geschichte um diese seltsame Stiftung der Tochter (die natürlich ein Verhältnis mit dem Puff-Verwalter haben musste). Alles ein wenig angespielt, ohne richtig verfolgt zu werden, so richtig Interesse hatten die Autoren wohl nicht daran. Dazwischen durchaus berührende Szenen, mit dem Alten und dem Jungen etwa, oder auch das alte Kiez-Paar Lübke und Katharina, aber dazwischen hat sich das schon auch arg spannungslos gedehnt. Ok, aber auch nicht mehr, insgesamt eher grauer Durchschnitt, knappe 3 Sterne.


  • Schaf • am 9.2.20 um 22:06 Uhr

    Spannend und emotional, wenn auch nicht ganz realistisch/logisch.
    Aber was war mit Mehmet am Ende?? Hab’s nicht geblickt…


  • Henning • am 9.2.20 um 22:17 Uhr

    Schon 1995 gab es einen Stoever/Brocki-Tatort („Der König kehrt zurück“), der einen Kiez zeigte, den es bereits damals so gar nicht mehr gab. Auch Dieter Wedel schuf seinen bekannten Mehrteiler, der die veränderten Realitäten nicht so richtig beleuchten wollte. Allenfalls ein paar Wiener Luden durften in Filmen über Hamburgs bekannteste Szene bis vor kurzem als einziger ausländischer Einfluss herhalten. Da ist dies heute deutlich realistischer gewesen. Den Lübcke fand ich sehr überzeugend, doch zu Möhring passt sein nachträglich verpasstes Image mit Kiez-Vergangenheit nicht so recht, seine Kollegin Frau Grosz finde ich sehr viel besser. Ein Christian Redl, der als frühere Größe noch nicht ganz so dement ist, wäre interessanter gewesen. Der Junge war gut gespielt. Alles in allem kann ich mich zu einem 4. Stern aber nicht so recht durchringen, dafür hat mich die Story nicht genug gepackt.


  • Willi • am 9.2.20 um 22:31 Uhr

    wie heisst das lied bei 1:27h ?


  • alter Fan • am 9.2.20 um 22:52 Uhr

    konkret 3,5 Sterne – hätte es doch tatsächlich nicht für möglich gehalten , daß mir ein WWM Hamburg Tatort gefällt , das war bei dieser Produktion echt der Fall – bodenständiger Krimi mit dazu passender Story -nix überaufgeblasen oder überdramatisiert – irgendwie was für den realo TO Liebhaber – bitte weiter so – auch der der sonst stets nervende “ Nuschelfaktor “ im absolut erträglichen Bereich . Schöner TO Sonntagabend .


  • m.l. heuser • am 10.2.20 um 0:08 Uhr

    Der Tatort „Die goldene Zeit“ war konfus und langweilig, irgendwie bloß gewollt gut. Auch das eingepflegte Gutmenschentum geht nur auf die Nerven. Ich habe ihn nicht mal zu Ende gesehen, was mir selten passiert..


  • Christopher • am 10.2.20 um 0:32 Uhr

    Guter Tatort! Kann mir jemand den Song verraten, der direkt vor dem Abspann in der sentimentalen Szene gespielt wird? In der Liste ist er nicht angegeben. Trotzdem kommt mir das Lied sehr bekannt vor.


  • Till Schneider • am 10.2.20 um 0:59 Uhr

    Hauptkommissarin Julia Grosz ist freundlich zu Männern, sie nervt nicht und zickt nicht. Dafür 5 Sterne, obwohl ich diesen TO gar nicht gesehen habe – aber ich weisz es aus den vorherigen Folgen des Duos, und so schnell ändert niemand seine Charaktere. Nicht mal die TO-Oberaufsicht. :-))


  • Alehalo • am 10.2.20 um 1:10 Uhr

    Eine sentimentale Geschichte. Großer und kleiner Profi sehr rührend. Die Auftraggeber des Mordes naiv und fast unwichtig.


  • Till Schneider • am 10.2.20 um 1:12 Uhr

    … ups, noch besser! Eben sehe ich: Julia Grosz ist sogar „nur“ Oberkommissarin, d.h. sie steht in der Hierarchie unter Hauptkommissar Thorsten Falke. Mit anderen Worten: Sie ist nicht gleichgestellt! Und trotz dieses skandalösen Umstands ist sie freundlich zu Männern, ja sogar zu dem ihr übergeordneten männlichen Kollegen, und nervt und zickt überhaupt nicht. Hammer! Dafür gleich nochmal 5 Sterne. Wie ist denn sowas überhaupt möglich heutzutage … *grübel* … verstehe ich echt nicht … ein Wunder … *Dankbarkeit* …


  • Hollyjohnson • am 10.2.20 um 3:58 Uhr

    Insgesamt ein sehenswerter TO. Die Geschichte hängt ab und zu mal ein wenig durch oder ist zu arg gedehnt. Das Thema ist das Thema Hamburgs..der Autor hat gut aufgenommen was er so von Eddy Kante und anderen vernommen hat. Ein guter Versuch, wenn es auch manche Stereotypen zu sehr mit der groben Kelle darstellt.. Das passt letztlich nur oberflächlich betrachtet. Der jugendliche Mörder ist großartig gespielt. Ich fand gut den leitenden LKA Ermittler Thomas Okonjo reinzubringen…da dachte ich das erste Mal…ok..jetzt seit ihr langsam in der Realität Hamburgs angekommen, was ich persönlich begrüße. Dafür ein großes Plus. Auch wenn es nur ne Nebenrolle ist..das Gespann Falke/Grosz finde ich gut. Wotan W. Möhring macht spielt -wie immer- gut…und bringt auch die Nostalgie der alten Zeiten zeitweise ganz gut rüber (manchmal sind wenig Worte besser, lieber eine Geste–mit der Milch zB). Franziska Weisz kommt gut rüber und wirkt ziemlich authentisch. Gefällt mir, ist ohne Allüren. Klar und nordisch ;-) Zu mehr als 4 Sternen kann ich mich allerdings doch nicht hin reißen. Die Regisseurin Mia Spengler hat insgesamt ein gutes Werk abgeliefert, es fehlen aber noch ein paar Nuancen..Dass alle Albaner auf der Terrasse ne Waffe tragen ist dann doch ziemlich unrealistisch und eher aus 4 Blocks abgeschaut…hatte ich manchmal den Eindruck. Hier hätte ich mir mehr Authentizität gewünscht. Daher kam das Schauspiel des Einzelnen manchmal etwas zu kurz. Lübke ist ein wichtiger Charakter für die Story…sie ist fast an ihm aufgehängt und so stirbt er denn auch symbolisch für die goldene Zeit….mit der falschen Gewissheit den „Richtigen“ bestraft zu haben…es war sinn- und hilflos und der Charakter reißt sich am Ende seine Maske runter… Auch hier hätte ich mir als Autor vielleicht etwas mehr Realsismus gewünscht….Die alten Luden die man so auf dem Hamburger Kiez mitbekam, sind ja letztlich alle auf den Boden realen Tatsachen gelandet, nur wenige haben alleine schon dies überlebt.. letztlich gut umgesetzt…paar Hamburger Kulissen und etwas Hamburger Flair…hätte ich mir auch noch mehr von gewünscht. Es hat mich gut unterhalten!


  • Frank • am 10.2.20 um 8:13 Uhr

    Gute Hausmannskost aus Hamburg.


  • arte-Versteher • am 10.2.20 um 9:01 Uhr

    Für einen Falke hat mich dieser TO recht positiv überrascht. Kein Fremdschämen und keine unfreiwiligen Lacher. Dem verklärten Blick, dass der Kiez früher hart aber herzlich war, mag man folgen oder nicht, aber ich fand das Buch ganz gut aufgebaut. Als Zuschauer war man den Kommissaren oft ein paar Minuten voraus und fieberte mit, ob sie’s nun auch kapieren. Dass sie anfangs den Beteuerungen der Schwester, mit ihrem Charity-Projekt nicht am Tropf der Puffgelder zu hängen, blauäugig glaubten und sie erst durch eine Trauerschleife ins Grübeln kamen, war allerdings ein wenig schlicht konstruiert. Dreieinhalb Sterne, wegen der positiven Überraschung aufgerundet auf vier.


  • Sabrina • am 10.2.20 um 9:17 Uhr

    @Redaktion: Pauli macht auch Pohl schon mal ‚Johannes Paul ‚ ;)


  • Der Fremde • am 10.2.20 um 9:37 Uhr

    Wie schon von Vor-Kommentatoren geschrieben: diese Folge war zu stark klischeebehaftet und daher unglaubwürdig (ein Geschäftszweig, in dem diese Art an „Dienstleistung“ geboten wird und so viel Geld im Spiel ist, war nie kuschelig und wird es nie sein).
    Zur Figur Falke: In der 1. Folge (Nr. 872: Feuerteufel) war Falke noch als Jugendlicher/junger Erwachsener ein Punk mit entspr. Verbindungen in die Punk-Szene, nun war er in dieser Zeit Türsteher im Kiez mit ebenfalls entspr. Verbindungen in die Kiez-Szene. Welche „Sünden“ aus der Vergangenheit Falkes werden wohl in Zukunft noch auftauchen?


  • Günner • am 10.2.20 um 9:52 Uhr

    Was hat die Bundespolizei mit einem solchen Fall zu tun? Nichts! Auf Seiten des LKA wird ein Beamter als Handlanger der Bundespolizei präsentiert. Außerdem sollten sich die Hauptdarsteller bemühen eine klare Aussprache zu Pflegen. Das ständige Genuschel ist unerträglich.


  • G.E.Rücht • am 10.2.20 um 11:38 Uhr

    Schöner oldschool Tatort, gute Figurenzeichnung, trauriges Ende, das bisschen Liebe war auch nicht vergönnt, für Romantik ist in der kalten Welt der organisierten Kriminalität kein Platz.
    Angenehm entschleunigt zu den Dramen der letzten Sonntage. ;-)


  • Momi • am 10.2.20 um 12:25 Uhr

    Sehr guter Tatort mit bester Unterhaltung. Dahingestellt sei, ob der Kiez so (noch oder überhaupt) funktioniert. Alle Darsteller super – konnte alle sehr gut verstehen – also kein Nuscheln in meinen Ohren wie bemängelt. Seit langem wieder ein Krimi bei welchem ich nicht eine Pause gemacht habe, sondern mich bestens unterhalten habe. Michael Lübke (Michael Thomas) und der Junge Matei Dimescu (Bogdan Iancu) haben hervorragend gespielt.
    Was die Rolle des Ermittlers Thomas Okonjo für eine Rolle spielte entzieht sich meiner Meinung, da dieser überhaupt nicht in Erscheinung trat. Bitte abschaffen oder mehr Substanz geben.


  • wolko • am 10.2.20 um 17:45 Uhr

    Ein super Tatort.
    Absolut spannend, ganz grosses Kino.
    Dank meines modernen zeitgemässen Fernsehers hatte ich keinerlei Probleme den Gesprächen zu folgen.
    Bei einigen Zuschauern muss vielleicht auch das Hörgerät mal angepasst werden.


  • Horst • am 10.2.20 um 18:52 Uhr

    @Willi
    Das Lied, geschrieben von Jamie Cullum, ist der Titelsong des Films „Gran Torino“ (mit Clint Eastwood).

    Gestern stand der Titel noch nicht in der offiziellen Playlist vom Tatort, heute aber schon. Wahrscheinlich haben Sie deinen Eintrag gelesen und schnell nachgebessert :-D

    Gruß, Horst


  • Oheim Petri • am 10.2.20 um 20:31 Uhr

    spannend ist was anderes… leider wurde aus der Story nicht mehr gemacht, weil Potential war da.


  • Oheim Petri • am 10.2.20 um 20:32 Uhr

    und Untertitel war auch des öfteren nötig…


  • Sparrow • am 10.2.20 um 22:43 Uhr

    Sehr guter Tatort, das Lied im Abspann ist meiner Meinung nach der Titelsong von Gran Torino.


  • Lars • am 11.2.20 um 5:56 Uhr

    Das Lied am Ende, Soundtrack Gran Torino. Jamie Cullum.


  • wolko • am 11.2.20 um 8:25 Uhr

    Aber ich fand ihn spannend


  • wolko • am 11.2.20 um 8:26 Uhr

    Auch ohne Untertitel


  • Mashilja • am 12.2.20 um 2:17 Uhr

    Endlich mal seit langem ein Tatort, wie man ihn sich wünscht mit Spannung und Emotionen in alle Richtungen, und ohne den Wunsch vorzeitig abzuschalten


  • slice me nice • am 13.2.20 um 1:55 Uhr

    @Till Schneider: Warum in aller Welt sollen denn Frauen freundlich zu Männern sein, selbst oder gerade in „untergeordneten“ Positionen ??

    Eine rein rhetorische Frage :-D

    0 Sterne für solche pathologisch frauenfeindlichen Kommentare !!


  • Till Schneider • am 14.2.20 um 1:24 Uhr

    @slice me nice: Ich verstehe Ihre Frage nicht. Ist die ernst gemeint? Finden Sie, dass Frauen zu Männern unfreundlich sein sollten? Ihre Formulierung „Warum in aller Welt …“ scheint mir kaum eine andere Interpretation zuzulassen. Aber gut, Ihre Entscheidung … jedem/r das Seine/Ihre. Ich zum Beispiel bin freundlich zu Frauen, und wenn Frauen freundlich zu Männern sind, freue ich mich. Das sind sie aber nicht immer, und daher meine Freude über Oberkommissarin Julia Grosz. Vielleicht habe ich aber auch bloß den Witz nicht verstanden, den Sie mit „:-D“ gekennzeichnet haben. Oder Sie haben meinen nicht verstanden. Oder beides. Freundlicher Vorschlag: Lassen wir’s dabei bewenden.


  • Gottlieb • am 15.2.20 um 14:53 Uhr

    @ slice me nice • am 13.2.20 um 1:55 Uhr
    „0 Sterne für solche pathologisch frauenfeindlichen Kommentare !!“

    Mit Mutter Kempowski möchte ich ausrufen: „Wie isses nun bloß möglich?“ Aber im Ernst: Angesichts solcher Verbissenheit wird Sie wohl niemand vernaschen.


  • CarstenH • am 15.2.20 um 22:42 Uhr

    Nach längeren Durststrecke ein überragender Möhring-Tatort. Vor allem die Nebendarsteller haben gefallen. Die Story war mitreißend und die Bilder und Stimmung vom Kiez toll rübergebracht. Kann man sich noch mal ansehen.


  • slice me nice • am 16.2.20 um 19:45 Uhr

    @Gottlieb: Oho, ein alter Mann mischt sich ein… :-D
    Was interessiert Sie mein Privatleben und wer mich alles „vernascht“ ??? Neidisch?


  • slice me nice • am 16.2.20 um 20:43 Uhr

    @Till Schneider: Ihr Unverständnis wundert mich nicht die Bohne (Achtung, Witz!! Denn ich amüsiere mich gerade prächtig :-D): verbissen, humorlos, falscher Umkehrschluss…
    Und zudem gehören Ihre seeehr auffälligen wie abfälligen Bemerkungen über starke Frauen meiner Meinung nach in eine Therapiegruppe, aber nicht in ein solches Forum !!

    Aber wenn es Sie tröstet: Sie haben ja immerhin einen Fan – Ist Opa „Gottlieb“ eigentlich mit Ihnen verwandt?? (Diese Vorstellung ist witzig, deshalb :-D))


  • Till Schneider • am 18.2.20 um 2:02 Uhr

    Also, „slice me nice“ heißt doch, wenn ich’s recht verstehe, so etwas wie „Schneid‘ mich hübsch in Scheiben“. Das soll bei ihnen aber eine Frau machen, nehme ich an, oder? *kicher* *pruuust* (<– das heißt dasselbe wie :-D, keine Sorge!)


  • Alehalo • am 18.2.20 um 2:46 Uhr

    @Till Schneider
    Ihre letzte Bemerkung ist absolut geschmacklos!


  • Gottlieb • am 18.2.20 um 15:43 Uhr

    @ slice me nice
    Ganz schön frech, wie Sie anderen Leuten den Mund verbieten wollen. In Ihrer Sozialisation muß etwas schief gelaufen sein. Nehmen Sie doch einfach meinen altersweisen Rat an und seien Sie weniger verbiestert im Umgang mit Mitmenschen. Dann kommen Humor und Toleranz ganz von selbst. Ich bin sicher, Sie fühlen sich besser. – Haben Sie übrigens keinen Opa, der Ihnen ab und an auf die Sptünge helfen kann?


  • Sabine • am 18.2.20 um 16:18 Uhr

    Liebe NutzerInnen der Kommentarfunktion,
    im Speziellen @slice me nice, @Till Schneider und @Gottlieb:

    Freuen wir uns doch einfach wieder gemeinsam auf den kommenden neuen Tatort. Hm, wie wär’s?

    Mit sonnigen Grüßen aus der Redaktion
    Sabine


  • Till Schneider • am 20.2.20 um 22:49 Uhr

    Sehr guter Vorschlag, @Sabine – ich bin dabei. Hatte eh nicht vor weiterzukabbeln, aber Ihre sonnigen Grüße haben mich dann endgültig überzeugt. Schönen Dank dafür und ebenso sonnige Grüße zurück! Ihr TS


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