Tatort Folge 1117: Kein Mitleid, keine Gnade



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Tatort Folge 1117: Kein Mitleid, keine Gnade 4 29

Der WDR-Tatort „Kein Mitleid, keine Gnade“ behandelt das Thema Cybermobbing, welches in diesem Fall von Schülern des fiktiven Robert-Görlinger-Gymnasiums in Köln-Bocklemünd ausgeht – und sich ausgerechnet gegen Hauptkommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär) richtet. Sein Freund und Kollege Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) sowie Assistent Jütte (Roland Riebeling) unterstützten und verteidigen das Mobbingopfer so gut es geht. Parallel gilt es, den brutalen Mord an einem 17-jährigen homosexuellen Teenager aufzuklären.

Die Erstausstrahlung der Tatort-Folge Nummer 1117 „Kein Mitleid, keine Gnade“ ist für Sonntag, den 12. Januar 2020 um 20.15 Uhr im Ersten Programm vorgesehen. Die Protagonisten Max und Freddy erleben damit ihren 77. gemeinsamen Einsatz.

Inhalt der Tatort-Folge „Kein Mitleid, keine Gnade“

Jan Sattler, 17 Jahre alt, Oberstufenschüler eines Kölner Gymnasiums, fehlt im Biologie-Unterricht. Bereits zum zweiten Mal, dabei steht die Abgabe einer wichtigen Projektarbeit bevor, ebenso findet heute eine entscheidende Klausur kurz vor dem Abitur statt. Das sieht Jan nicht ähnlich, denn er ist eigentlich ein guter, zuverlässiger Schüler. Auf die Frage der verwunderten Lehrerin, ob der schweigsame Paul etwas über den Verbleib seines Freundes Jans wisse, schüttelt der nur den gesenkten Kopf. Auch der Rest der Klasse verneint.

Der Vermisste wird im Tatort am Fuße einer Waldböschung, nahe eines zerfallenen Herrenhauses am Rande Kölns gefunden. Jan Sattler ist vollkommen nackt; sein lebloser bleicher Körper ist übersäht von blauen Flecken und Abschürfungen. Am Hinterkopf klafft eine offene Wunde. Jans leerer Blick richtet sich starr in Richtung Himmel. Die Kriminalpolizei sichert die Spuren, während Krähen ihr schrillen Laute in den nasskalten Herbstmorgen krächzen.

Dr. Joseph Roth hat sich ebenfalls an der alten, leerstehenden Villa eingefunden, um den Toten einer ersten Untersuchung zu unterziehen. Der eingetroffene Kriminalhauptkommissar Freddy Schenk erkundigt sich bei dem Mediziner nach den Ergebnissen: Das Opfer liegt noch nicht lange auf dem feuchten Laubbett. Sattler ist keine 48 Stunden tot. Ein Sexualdelikt ist möglich, ein sicherer Beweis hierfür fehlt allerdings noch, dafür ist die anberaumte Obduktion notwendig. Die wird später zeigen, dass der Jugendliche mit harten Tritten in den Bauch getötet wurde; den Schlag auf den Schädel hätte der junge Mann vermutlich überlebt. Es gibt darüber hinaus keine Hinweise auf eine Vergewaltigung.

Das knallrote Fahrrad, das von den Polizeitauchern aus dem angelegten See am Tatort gefischt wird, gehörte anscheinend dem Mordopfer. Max Ballauf mutmaßt, dass Jan Sattler hier eine Verabredung mit dem Rad wahrgenommen hat, die andere Person demnach der Täter sein könnte. Der Beamte Schenk wirft ein, dass sich der Schüler vielleicht bloß Haschisch besorgen wollte, das Anwesen gelte schließlich als beliebter Kiffer-Treffpunkt. Nachdem der Assistent Norbert Jütte die Identität des Jungen über das codierte Rad erfolgreich recherchiert hat, suchen die Kommissare das betreffende Gymnasium in Köln auf, das Jan besuchte. Sie weihen Frau Wessel, Sattlers Biologielehrerin, in die schreckliche Tat ein.

Wessel berichtet von der Projektgruppe zur Erforschung von Krähenhybriden, zu der Jan gehörte. Auch die Schüler Nadine und ihr Freund Lennart, Sohn aus reichem Hause, das Fußball-As Robin und der stille Paul sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft. Die Kölner Hauptkommissare trommeln die vier Jugendlichen im Fall „Kein Mitleid, keine Gnade“ zusammen, um sie zu vernehmen. Paul ist zunächst nicht aufzuspüren, und bald schon wird deutlich, dass dieser von den anderen Projektmitgliedern gemobbt wird. Die hübsche Nadine hingegen ist sich ihrer Wirkung auf Jungs durchaus bewusst, gibt sich flirtend und trotzig. Der erfolgsverwöhnte Sportler Robin steht dem mit seinem Übermaß an Arroganz in nichts nach. Lennart ist weitaus ruhiger und zurückhaltender, deckt aber seine Freunde und scheint ein Ja-Sager und Mitläufer zu sein. Wie passte der homosexuelle Jan in diese Zwangsgemeinschaft? Es stellt sich schließlich heraus, dass Jan und Paul die unfreiwillige Projektarbeit verließen, ohne ihre Lehrerin hiervon zu unterrichten.

Dann passiert etwas, mit dem Freddy Schenk niemals gerechnet hätte. Es geschieht ganz schnell, als Nadine Wilcke auf dem Schulhof plötzlich laut aufschreit: „Er hat mich angepackt! Er hat mir an die Brüste gefasst!“ Der Ermittler schaut das Mädchen ungläubig an. Die sucht Schutz bei ihrem Freund Lennart, hält sich dabei die geöffnete Felljacke zu. Smartphones werden gezückt, Kameras aktiviert. Entsetzt versucht Schenk zu erklären, dass – abseits der Blicke von Zeugen, hinter einem Mauerstück auf dem Hof – nichts geschehen sei. Sein Freund Max Ballauf bewegt ihn zum Gehen. Doch die gefilmten Videos der umstehenden Schüler verbreiten sich viral in unaufhaltsamer Windeseile.

Anstatt seinen Geburtstag zu feiern und die heimlich organisierte Party im Büro zu genießen, steckt Kommissar Schenk nun mitten in einem internen Disziplinarverfahren aufgrund einer mutmaßlichen sexuellen Belästigung. In der Mordkommission fühlt sich der Geschädigte zunehmend unsicher, er kann keinem mehr trauen: Auf dem Flur wird über ihn getuschelt, kritische Blicke werden in seiner Anwesenheit ausgetauscht. Hinter den Scheibenwischern seines Oldtimers findet Freddy ein altes Foto mit einem provozierenden Spruch, von einem unbekannten Kollegen dort eingeklemmt. Der Kriminalbeamte fühlt sich machtlos, zumal er sich zusätzlich den unbequemen Fragen seiner Ehefrau stellen muss.

Auch gegenüber der Schülerclique sind er und Max Ballauf nahezu handlungsunfähig. Die Teenager arbeiten gegen den Polizeiapparat und verhalten sich alles andere als kooperativ. Respekt ist hier Fehlanzeige. Erst über eine Dating-App für Homosexuelle, die auch der Tote nutzte, wird die Kriminalpolizei Köln auf eine Person aufmerksam, die bislang noch nicht im Fokus der Ermittlungen stand, aber möglicherweise Entscheidendes zur Lösung des Falles „Kein Mitleid, keine Gnade“ beitragen könnte …


Die Filmarbeiten zum TV-Krimi „Kein Mitleid, keine Gnade“ dauerten vom 14. November bis 14. Dezember 2018 und fanden in Köln sowie Umgebung statt.

Im Mittelpunkt der Kriminalgeschichte steht zu Beginn nicht das Cybermobbing, sondern – wie so oft im Tatort – ein ungeklärter Mord. Johannes Rotter, der für das Drehbuch verantwortlich ist, streut das gesellschaftskritische Thema im Kölner Tatort eher beiläufig ein, verdichtet die Folgen der Attacke gegen Freddy Schenk im Laufe der Story aber mehr und mehr. Die Regie im Tatort 1117 führte Felix Herzogenrath, der in der Vergangenheit vorwiegend für Fernsehserien wie „SOKO Wismar“, „Großstadtrevier“ oder „Die Bergretter“ engagiert wurde; „Kein Mitleid, keine Gnade“ ist die erste Arbeit Herzogenraths für die Tatort-Reihe.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (39 J. | Kinoliebhaberin)

Max und Freddy können’s noch immer. Ihr neuer Fall ist sehenswert und vor allem von den Jungdarsteller überzeugend gespielt. Die Bildsprache ist hervorragend inszeniert: Vom anfänglichen Horrorhaus hin zur grauen, nassen und wenig einladenden Natur, immer wieder taucht das Motiv der Krähe auf – im Gegensatz dazu werden ein knalliges, lebensfrohes Rot und Gelb in Verbindung mit den halbstarken Abiturienten eingesetzt. Als Schulnote? Eine 2-.

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Mal wieder ohne Würstchenbude, dafür mit Geburtstagstorte. Dass es Freddy so hart erwischt macht einen als Zuschauer richtig wütend, da man ja weiß, dass er unschuldig ist. Der Tatort zeigt hier sehr gut, was aus Cybermobbing entstehen kann. Gut ist, dass der moralische Zeigefinger nicht so offensichtlich hoch gehalten wird. Die Verdächtigen werden gut gespielt und man weiß lange nicht, wer denn nun der Täter war bzw. was in dem Haus geschehen ist. Kann man sehr gut einschalten!

Musik im Tatort

Rihanna – „Desperado“
Moderat – „A New Error“
Schauspieler im Bild – „For He’s a Jolly Good Fellow”

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Hauptkommissar Freddy Schenk – Dietmar Bär
Assistent Norbert Jütte – Roland Riebeling
Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth – Joe Bausch
Schüler Lennart Billstein – Moritz Jahn
seine Mutter Prof. Billstein – Eva Krautwig
Lennarts Freundin Nadine Wilcke – Emma Drogunova
Schüler und Fußballspieler Robin – Justus Johanssen
Schüler Paul Hünecke – Thomas Prenn
THW-Helfer Farid Slimani – Karim Günes
sein Vater Salah Slimani – Husam Chadat
Slimanis Freundin, die THW-Helferin Meike – Anke Retzlaff
Rosi Wilcke – Nicole Johannhanwah
Biologie-Lehrerin Frau Wessel – Ines Marie Westernströer
Barkeeper Daniel – Seán McDonagh
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Johannes Rotter
Regie – Felix Herzogenrath
Kamera – Gunnar Fuß
Szenenbild – Gabriele Wolff
Schnitt – Vincent Assmann
Ton – Matthias Haeb, Jonas Pauquet
Kostümbild – Elisabeth Kraus
Musik – Sven Rossenbach, Florian van Volxem

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Köln


41 Meinungen zum Tatort Folge 1117: Kein Mitleid, keine Gnade

  • Silke Dietrich • am 12.1.20 um 21:33 Uhr

    Boah, der tatort war Mal fortschrittlich und kontrovers. Ganz ehrlich, das was uns in den letzten Jahren gezeigt wird reproduziert regelmäßig altbackene Klischees und eine rückschrittliche Sicht auf die Menschen und gesellschaftliche Bedingungen. Und in 2020 immer noch rassistische und sexistische Klischees. Das ist langweilig, unerfreulich und echt überhaupt nicht hilfreich. Meine Güte, es gibt Bücher, Workshops und das Internet ist auch voll mit Informationen. Seid ihr nicht verpflichtet Euch fortzubilden???
    Nix für ungut, aber ihr müsst euch wirklich Mal weiterentwickeln. Gruß, silke.


  • Moritz • am 12.1.20 um 21:44 Uhr

    Der Tatort „Kein Mitleid , Keine Gnade“ aus Köln war ein guter und ansehbarer Krimi.Er war spannend und griff aktuelle Themen wie Cybermobbing auf.Allerdings war er zwischendurch ein bisschen langzehrend.Aber 4 Sterne gehen voll in Ordnung,nur weiter so Freddy und Max!


  • Winfried Vorbeck • am 12.1.20 um 21:53 Uhr

    Für mich der schwächste Köln-Tatort bisher. Alle Schwule sind darauf aus, möglichst viele Sexpartner zu finden oder wie soll man diese komische App verstehen?
    Cybermobbing: wenn da nichts Stichhaltiges zu sehen ist, fällt heutzutage doch niemand mehr auf sowas rein.
    Schließlich: zu Beginn war die Leiche nackt, am Ende komplett angezogen. Und: wurde die Leiche nicht an einem See gefunden? Wer hat sie vom Haus zum See gebracht? Und warum?


  • Petra Klockgether • am 12.1.20 um 21:54 Uhr

    Der Tatort heute war endlich mal wieder spannend und hatte Hand und Fuß … Aktuelle Themen, Schule , Mobbing , Intoleranz, Cybermobbing. Jugendliche in ihrer Findungsphase und keiner bemerkt was……. und wie schnell wird jemand an den Pranger gestellt ohne Beweise…….eine Vielfalt aktueller Themen 👍👍5 Sterne an Freddy und Max


  • K.M. • am 12.1.20 um 21:56 Uhr

    Endlich mal wieder ein Tatort den man sich anschauen könnte.


  • Frank • am 12.1.20 um 21:57 Uhr

    Sehr guter Tatort aus Köln, wie es bei den beiden Ermittlern auch nicht anders zu erwarten ist. Schauspielerisch, gerade auch von den jugendlichen Protagonisten hervorragend gespielt. Allerdings auch für Kölner Verhältnisse fast „schwarz“, so endete lose Fäden schon einmal im kollektiven Selbstmord. Homosexualität im muslimischen Umfeld wird so am Rande gestreift. Auch das Cybermobbing ist eher ein Randthema. Da der Ermittler Schenk betroffen ist, fehlt dessen sonst lockere Herangehensweise an die Kölner Verbrechen. Also durchaus ein unübliches Werk aus Köln, aber sehr spannend und gelungen.


  • Alex • am 12.1.20 um 22:00 Uhr

    Klasse ! Unterhaltsam und spannend , sogar die mittelalterliche Denke unserer neuen Mitbürger wurde mal nicht kaschiert . Von mir 5 Punkte


  • bholger • am 12.1.20 um 22:01 Uhr

    was ist das für ne tolle Villa, wie heisst die und wo steht sie?


  • Alehalo • am 12.1.20 um 22:04 Uhr

    Ich glaube nicht, dass im echten Leben ein langjähriger Mitarbeiter wie Schenk so hart angegangen wäre. Das Verhalten seiner Kollegen war sehr an der Grenze, besonders Jütte.
    Alle Jugendliche fand ich kriminel, gut dass mindestens zwei hinter die Gitter wandern.
    Tragisch der Tod des jungen Türken, dazu durch seinen Vater, die Denkweise verstehe ich nicht und will es nicht verstehen in 21. Jahrhundert.


  • Henning • am 12.1.20 um 22:05 Uhr

    Das Positive vorweg: Dietmar Bär als Freddy Schenk. Im Vergleich zum Beginn vor 20 Jahren darf er ihn seit einiger Zeit nicht nur polternd moralisierend, sondern auch souverän, nachdenklich und analytisch spielen… und zeigt, was für ein guter Schauspieler er eigentlich ist. Seinem Gesicht hat das Alter gut getan. Es wäre interessant, ihn noch in anderen Rollen zu sehen.

    Nun zum Film: in der bekannten Tradition des Kölner Teams wird ein aktuelles Thema behandelt, heute ist es Cybermobbing. Dass Schenk hier selber zur Zielperson wird, stört heute nicht, weil glaubwürdig… was nicht immer der Fall ist bei den sonst etwas angestrengt wirkenden Kölner Drehbüchern, in denen fast immer einer der beiden Ermittler direkt oder indirekt betroffen ist. Das Trio fand ich nicht sehr überzeugend, die Darsteller wirkten eher wie Mitte 20 und irgendwie nicht authentisch. Bei der Auflösung des Falles und des dazugehörigen Rückblickes kam mir ein Hauch entgegen, den ich zuletzt im Schultheater wahrnahm, zu dem ich in Klasse 7/8 gehörte: ganz doll dramatisch, ganz viel naiv und mächtig schwarzweiß – zum Teil beides in einer Person. Das war mir ein wenig einfach gestrickt. Eigentlich wären es 3 Sterne für den Fall, doch ich fand die Situation mit den Kollegen bei dem Verdacht gegen Schenk sehr realistisch gemacht, daher 4.


  • Irene • am 12.1.20 um 22:05 Uhr

    Ich fand ihn sehr gut bis fast zum Schluss.
    Ich erwartete da eigentlich die Auflösung darüber, wer die Leiche an den See/Fluß gebracht hatte.
    Die kam aber leider nicht.
    Dadurch fand ich das Ende dann doch sehr verwirrend und überdeckte den guten Eindruck, den ich bis dahin hatte.


  • alter Fan • am 12.1.20 um 22:10 Uhr

    die Sterne lass´ich diesmal unverändert – hab´schon fast nicht mehr daran geglaubt , daß es nochmal einen so spannenden TO neuester Produktion gibt – dieser Kölner hat meine Erwartungen schon beinahe übererfüllt – rundum absolut gelungener Krimi – dazu noch auf der Höhe der Zeit – Cyber-Mobbing inclusive – kann sich überhaupt noch jemand vorstellen , daß es mal ganze Generationen von Menschen gab, die ohne Internet und Smartfone aufgewachsen sind ? Fluch oder Segen ?


  • spiderman916 • am 12.1.20 um 22:12 Uhr

    Der erste Kölner überhaupt, der mich nicht so überzeugte. Das Thema Schwulenhass stand eher im Focus als das Cybermobbing. Sehr überzeugende schauspielerische Leistungen aller Beteiligten, aber eine langweilige Auflösung.


  • Hanz W. • am 12.1.20 um 22:19 Uhr

    Ein Tatort wie die meisten aus Köln: sehr solide, seriös, dazu sehr, sagen wir: bedächtig erzählt und – wie fast immer, wenn der Fall im Schülermilieu spielt – nicht frei von Stereotypen (die raffinierte Zicke, leicht angeschlampt, mit eigenen Verletzungen, der Sohn aus reichem Hause, der Außenseiter etc.), diesmal aber eher wohltuend zurückhaltend dargeboten. Die groß annoncierten Themen „Cybermobbing“, „Homosexualität“ etc. schienen mir da eher so mitzulaufen. Was freilich den angenehmen Nebeneffekt hatte, dass der ganz große moralische Zeigefinger unterblieb. Insgesamt aber handwerklich gut gemacht und ganz unterhaltsam anzusehen, 3,5 Sterne, zum Aufrunden kann ich mich nicht recht entschließen.


  • Georg Büschken • am 12.1.20 um 22:26 Uhr

    Hat mir gut gefallen.Nicht realitätsfremd.


  • Der Fremde • am 12.1.20 um 22:39 Uhr

    Sehr konstruierte Story, bei der die wesentlichen Beteiligten unglaubwürdig agieren. 17-jährige Abitur-Anwärter verhalten sich nicht wie in dieser Folge; deren Dialoge wirken hölzern bis weltfremd.
    Komm. Schenk müsste wissen, wie man auf ungerechtfertigte Vorwürfe im Netz reagiert –> nämlich mit sofortiger Anzeige wg. Vortäuschung einer strafbaren Handlung gg. das Mädchen, dann ist sie beweispflichtig …
    Fazit: wenn man schon das heikle Thema Cybermobbing aufgreift, dann bitte nicht so flapsig!
    @Winfried Vorbeck: Ja, diese Frage stellte ich mir auch: Wer hat die Leiche vom Haus zum See gebracht? Und warum?


  • spiderman916 • am 12.1.20 um 22:43 Uhr

    @der Fremde: meines Erachtens ist die Leiche aus den Fenster geworfen worden und ist dann die Böschung hinunter gekullert.


  • Sinus • am 12.1.20 um 22:43 Uhr

    Insgesamt ganz unterhaltsam und phasenweise sehr beklemmend (Mobbing, Respektlosigkeit, Schwulenhass…). Aber das Ende gab ich einfach nicht verstanden. Anfangs war die Leiche nackt, lag erst unter dem Fenster, dann am See. Beim Grande Finale wurde das Opfer bekleidet zu Tode getreten… und das auch noch von einem sehr Duo mit nicht nachvollziehbarer Motivation. Das passte alles überhaupt nicht und hinterlässt ein großes Fragezeichen.


  • Maria Muse • am 12.1.20 um 22:56 Uhr

    Wer hat warum die Leiche durch das Haus geschleift? Wer hat sie warum ausgezogen und aus dem Fenster geworfen?
    Leider sehr unlogisch


  • Bruno • am 12.1.20 um 23:03 Uhr

    Halleluja, endlich einmal wieder ein Tatort ohne 98 % psychologische Spielereien von Drehbuch und Regisseur.
    @Winfried Vorbeck
    Wie soll man das verstehen, wenn heterosexuelle Personen tinder oder ähnliche Apps auf dem Smartphone haben.
    Schließt du daraus, dass alle Heteros wild durch die Gegend vögeln, wenn sie eine solche App haben?
    Wer die Apps benutzt (Ob schwul oder hetero) mag es vielleicht tun.
    Aber doch nicht alle.

    Cybermobbing.
    Ich wünsche dir nicht, dass du einmal Ziel eines solchen Angriffs wirst.
    So ein Angriff muss nicht stichhaltig sein, er muss sich stichhaltig anhören.
    Und wenn dann ein paar Leute in der Nähe sind, die etwas glauben WOLLEN, dann rollt die Lawine.

    Du fragst nach dem See?
    Das Gewässer war direkt vor der alten Villa, vom Fenster aus sahst du das Wasser.


  • Anke • am 12.1.20 um 23:18 Uhr

    Ein wirklich seit langem spannender Tatort.
    Volle Punktzahl!!!


  • Karin L. • am 12.1.20 um 23:28 Uhr

    Sehr unterhaltsam und authentisch. Habe schon geglaubt, es gäbe keinen TATORT mehr, bei dem ich nicht mit dem Gedanken spiele, umzuschalten. Hoffentlich geht es in 2020 so weiter.


  • Onkel • am 12.1.20 um 23:39 Uhr

    Albern & unrealistisch: Kripo gegen Schüler auf Augenhöhe. Das gibt’s eben nur im Krimi.


  • oli • am 13.1.20 um 0:22 Uhr

    Sehr guter Tatort!


  • Momi • am 13.1.20 um 11:54 Uhr

    Hat mir sehr gut gefallen. Pubertierende Jugendliche, die einerseits noch nicht wissen ob sie Fisch oder Vogel sind…… andererseit ein Mädchen, das seine Abenteuer sucht, dazu noch Cybermobbing eines Kriminalers – nackter Schwuler (warum hat man ihn ausgezogen? Wer hat ihn zum See geschleift?) Anfangs toll gemacht und schwach im Finale. Alles in allem wieder mal ein guter Tatort.


  • CarstenH • am 13.1.20 um 12:04 Uhr

    Wieder mittelmäßige Kost aus Köln. Es ist und bleibt eine Tatortreihe, die längst zu Ende erzählt ist und sich seit Jahren nur seiner selbst wegen am Leben erhält. Man ist bemüht einen klassischen Krimi zu erzählen, schafft es auch hin und wieder mal gute Element einzubauen (diesmal: bis zum Ende bleibt offen wer der/die Täter sind). Mehr nicht.


  • Reinhold • am 13.1.20 um 12:23 Uhr

    Im Prinzip ok. Was ich nicht verstanden habe: was hat Ballauf gesehen, als er den Jungen zunächst mit dem Fernglas verfolgt hat, dann direkt den Waldweg hoch ist und von dort auf das Haus geblickt hat? Letztendlich lag darin ja der Schlüssel für die Überprüfung der Foto’s…. Nur: was hat er dort wahrgenommen??
    Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen…


  • Fritz • am 13.1.20 um 14:40 Uhr

    Ich wäre jedem dankbar, der mir die Auflösung des Falles erklären kann: was hat Paul im Wald gesehen? Was Ballauf? Warum wusste er, dass Bilder ausgetauscht wurden? Und vor allem: was hat das mit der Mordermittlung zu tun???


  • Hannes Schneller • am 13.1.20 um 14:41 Uhr

    hervorragende DarstellerInnen der Gymnasiasten-Clique, allen voran Emma Drogunova – eine Entdeckung!


  • Gottlieb • am 13.1.20 um 15:18 Uhr

    @ Silke Dietrich
    Sie schreiben: „… altbackene Klischees und eine rückschrittliche Sicht auf die Menschen und gesellschaftliche Bedingungen. Und in 2020 immer noch rassistische und sexistische Klischees. Das ist langweilig, unerfreulich und echt überhaupt nicht hilfreich.“
    Sie scheinen ja bannig fortschrittlich zu sein und das auch noch für ein Gütesiegel zu halten. Es wäre schön, wenn Sie mal das „Rückschritlliche“ mit Beispielen belegen würden. So klingt Ihr Beitrag schon sehr nach Klischee. Daß die meisten Männer immer noch scharf auf Frauen sind und umgekehrt, ist das nicht sehr rückschrittlich? Das stammt immerhin schon aus grauer Vorzeit.


  • Colorwriter • am 13.1.20 um 17:08 Uhr

    Recht solider Tatort mit Irrungen und Wirrungen in der Handlung.
    Recht gut getroffen, die Schüler in der Schule. Von wegen hohe Bildung gleich hohe moralische Haltung. Wenn´s um Liebe und Eifersucht geht, werden selbst Hochbegabte zu Bestien….


  • Anna • am 13.1.20 um 18:11 Uhr

    ich fand den Taort aus köln sehr gut
    und ich finde es ist auch spanned
    und den Überraschung von Freddy Schenk
    das sein Kollegen Max Ballauf einen Geburtstag
    party organsiert hat aber am sonnsten fand ich
    die besten Kollegen Ballauf und Schenk er hat ihm
    geholfen das dieses Mädchen ihm angetahn hat
    aber kein grund zu beschweren er konnte einfach nicht
    dafür
    am das schönsten Taort den ich gesehen habe


  • Der Fremde • am 13.1.20 um 18:58 Uhr

    @Hannes Schneller: Emma Drogunova spielte in den letzten Jahren schon in diversen Krimi-Formaten die Parade-(aufmüpfige)-Jugendliche, z.B. in den jeweils ersten Folgen der „Wolfsland“-Reihe bzw. „Nord nach Nordwest“. Nach meiner Beurteilung war die Darstellung dort wesentlich glaubwürdiger als in dieser TO-Folge, wo sie als gelangweilte „Tussi“ m.E. nicht zu überzeugen weiß.


  • Thorsten • am 13.1.20 um 21:43 Uhr

    Ein klassischer Tatort, hat mir gut gefallen. Gut auch die Nebenhandlungen, Freddys Cybermobbing und die Geschichte mit Vater und Sohn Slimani.


  • Reinhold • am 13.1.20 um 21:57 Uhr

    Hallo Fritz,
    danke auch für deine Frage. Dir geht es so wie mir.
    Die Auflösung des Falles war schon sehr konstruiert. Jedenfalls habe ich bisher keinen gefunden, der mir meine – wie auch deine – Fragen beantworten kann.
    Eigentlich schade.
    Es zeigt aber, dass wie so oft „das Problem“ – in diesem Fall die Homophobie – im Mittelpunkt steht und die kriminaltechnische Aufarbeitung zweitrangig ist.


  • internetuser • am 14.1.20 um 7:33 Uhr

    Aufklärung ist bei wikipedia veröffentlicht:
    wikipedia.org/wiki/Tatort:_Kein_Mitleid,_keine_Gnade


  • jokus • am 14.1.20 um 14:17 Uhr

    @Reinhold@Fitz
    Der Paul hat bemerkt, dass man vom Krähen-Forschungsplatz aus wunderbar in die Villa reingucken kann, vor allem, wenn man im Rahmen der Projektarbeit auch ein Teleobjektiv hat.
    Er hat aber die falschen Schlüsse daraus gezogen und den Fußballer [als Ex-besten Freund] der Tat verdächtigt.
    Ballauf hat an der Forschungsstelle gesehen, dass das dortige Szenario in Teilen nicht [mehr] mit den ursprünglich von ihm in der Schule wahrgenommenen Bildern übereinstimmt.
    Dann herauszubekommen, wer da manipuliert hat [und der Eigentümer der teuren Kameraausrüstung ist], ist vermutlich nicht mehr so schwer…


  • Frank • am 14.1.20 um 19:14 Uhr

    Na ja Jokus. Bei Ballauf war es mehr das Wiedererkennen der Szenerie, die er auf den Fotos in der Schule gesehen hat, verbunden mit der Erkenntnis, das man von der Stelle eben auch das Geschehen in der Villa beobachten kann. Der Austausch der Bilder war dann natürlich verdächtig und es hätten erstmal Bilder von der Villabeobachtung auf der Kamera sein können. Das Blut auf dem Objektiv war dann der Gewinn.
    Frage für mich ist eher, liess Lennart die Kamera im Wald zurück, als er dem Wunsch nach einer homosexuellen Erfahrung in die Villa folgte? Oder wie hat Nadine davon erfahren, sie wäre sonst wohl kaum in die Villa gegangen. Das sie die beiden jungen Männer, die gerade Sex hatten, beide angezogen vorgefunden hat, ist in der Tat fragwürdig. Das die beiden wohl falsche Fährten legen wollten, indem sie das Opfer nackt aus dem Fenster geworfen haben, erscheint nachvollziehbar, auch wenn es nicht thematisiert wurde. In der Tat wäre es ja auch fast gelungen dadurch alle Spuren im Regen zu verwischen (wobei wohl keiner im Regen beim Beobachtungsposten gewesen wäre). Aber es muss auch nicht von A bis Z alles erklärt werden.


  • jokus • am 15.1.20 um 14:21 Uhr

    @Frank
    Danke für die zusätzlichen Erläuterungen!
    So klärt sich alles auf. :-)
    Ich muss gestehen, dass ich diese Folge im Nachhinein besser finde als zunächst beurteilt. Von daher gibt es jetzt doch mehr Sterne…


  • logiclöcher • am 15.1.20 um 19:25 Uhr

    @Frank
    Schließe mich der Zusammenfassung an. Ich nehme mal an, dass Lennart beim Fotografieren der Vögel – vielleicht da schon in Begleitung seiner Freundin Nadine – entdeckt hat, dass man in die Villa schauen kann. – Voyeur – Er oder sie haben gesehen, dass Jan sich mit Männern in der Villa trifft. Bei einer seiner nächsten Expeditionen geht er in die Villa und lässt sich auf Jan ein, der offenkundig die homophoben Anteile von Freunden herauskitzeln will. – Habe ich von Schwulen schon selber erelbt, die behaupten jeder hat homophobe Anteile – Also Lennart geht in die Villa und lässt sich ein. Nadine, die aus anderen Gründen dem Lennart hinterher stiefelt, ertappt die Beiden in vollen Zügen, bzw. als sie schon durch sind – Daher sind sie angezogen – Muss ja auch nicht gleich Sex sein, sondern man fängt mit einfacher Küsserei an. – Nadine – wie sie sagt, hat Angst Lennart zu verlieren. Sie liebt es ja Männer um den Finger zu wickeln. Nimmt die Kamera mit dem schweren Objektiv und haut dem Jan sie über den Schädel. Der ist ohnmächtig. – Dann die tödliche Treterei. Usw.

    Es gab diesmal viele Ermittlungsrichtungen, so dass die einzelnen nicht so richtig rausgearbeitet werden konnten. Homophobie im Islam usw. Ist ja eben nur ein Krimi.

    Was ja wirklich lustig ist, wenn man in Köln wohnt und lebt, dass die Kids mit dem Fahrrad so schnell raus in die Berge gefahren sind. Wunderschöne Villa und wunderschöner See, aber die Kölner Rheinebene ist eben eine Ebene.


  • logiclöcher • am 15.1.20 um 19:33 Uhr

    Ergänzung – Fand es eigentlich sehr schön, dass vieles erst einmal vordergründig in der Schwebe blieb. Kann mich an einen Konstanz-Krimi erinnern, der „verwirrend“ war und wo – nachdem alles durch war – Perlmann Frau Blum fragend anschaut und sie ihm – sie als quasi uns – die Zusammenhänge im Schnelldurchlauf erklärt.

    Auf Köln übertragen – dem Jütte – also dem doofen Zuschauer – erklärt dann Ballauf im Büro noch einmal ganz schnell, wie alles zusammen hing. Neee, so hat es mir besser gefallen.


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