Tatort Folge 1118: Unklare Lage



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Tatort Folge 1118: Unklare Lage 4 27

Es ist ihr 83. Fall – und der hat es in sich. An den am 22. Juli 2016 verübten Anschlag auf das Olympia-Einkaufszentrum in München erinnernd, geraten die Hauptkommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) im Tatort „Unklare Lage“ in eine Hetzjagd auf einen – oder doch mehrere? – flüchtige Attentäter. Steht das städtische Ernst-Liebig-Gymnasium im Fokus?

Der Tatort-Beitrag des Bayerischen Rundfunks wird am Sonntagabend, den 26. Januar 2020 um 20.15 Uhr erstmals im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt.

Inhalt der Tatort-Folge „Unklare Lage“

Dunkelheit. Wimmern und Weinen. Dann eine zittrige Stimme, es ist die eines Mannes: „Hallo, hören Sie mich? Hier wurde grad jemand erschossen …“ Der Notruf-Mitarbeiter am anderen Ende der Telefonleitung handelt.

Der mutmaßliche Täter, vollständig in Schwarz gekleidet, mit Schirmmütze, zusätzlicher Kapuze und Rucksack ausgestattet, flüchtet quer durch die bayerische Metropole München – zu Fuß. Schweißgebadet stößt er auf ein abgesperrtes Gebäude, überwindet den Zaun und versteckt sich in einem der vielen leerstehenden Räume. Die Buspassagiere kauern indessen noch immer auf dem Boden des Fahrgastraums, zwischen ihnen liegt der soeben getötete Kontrolleur. Eine Blutlache bildet sich auf dem Fußboden. Viele der Insassen sind wie erstarrt und bangen um ihr Leben. Andere tippen verzweifelt eine Nachricht in ihr Handy, verabschieden sich über einen Messenger-Dienst von ihren Liebsten. Keiner der Gäste traut sich durch die Fenster des Linienbusses zu luken, der wie aus heiterem Himmel zum Tatort eines schrecklichen Verbrechens wurde.

Das alarmierte Sondereinsatzkommando braucht nur wenige Minuten, um den Ort des Geschehens zu erreichen. Maskierte, schwer bewaffnete Polizisten stürmen den Bus, treiben die Fahrgäste wirsch hinaus auf die Straße. Alles geht ganz schnell. Da die Lage noch völlig unklar ist, werden die Menschen überprüft, das Fahrzeug nach einem möglichen Sprengsatz durchsucht. Tatsächlich: In einer Tasche auf einem der Sitze liegt ein verdächtiger Gegenstand. Das Umfeld wird evakuiert, in der Zwischenzeit sind die erfahrenen Kriminalkommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr sowie ihr Zögling „Kalli“ Hammermann eingetroffen. Als sich der Gegenstand als harmlos erweist, können die Ermittler mit der Vernehmung der Zeugen beginnen, die sich aber als schwierig erweist: Jeder der Befragten will etwas anderes gesehen haben.

Ein Mann sei es gewesen, zwischen 20 und 25 oder 35 und 40 Jahre alt – oder doch erst 19? Der Kontrolleur habe ihn nach dem Fahrschein gefragt, da habe der Täter die Waffe gezückt und sofort geschossen. Mit der Drohung, alle umbringen zu wollen, verließ er daraufhin den Bus und ergriff die Flucht. Indizien zur Identität des Schützen hat die Polizei bislang keine, was die Fahndung entsprechend erschwert.

Ein heißer Hinweis zum Aufenthalt des mutmaßlichen Täters veranlasst das SEK schließlich, den Tatort am Bus zu verlassen und eine Baustelle an der Ungererstraße zu überprüfen. Hammermann wird instruiert, sich dem Führungsstab des Sondereinsatzkommandos anzuschließen. Der junge Kommissar weiß kaum, wie ihm geschieht: Er wollte mehr Verantwortung im Job, ja. – Aber gleich in einer solchen Krisensituation? Auf den Monitoren in der Polizeizentrale kann er den Zugriff auf das abbruchreife Gebäude, in dem der Mörder vermutet wird, live mitverfolgen. Auch Kallis Chefs Batic und Leitmayr sind unter den Einsatzkräften, deren Positionen als kleine rote Figuren auf den Luftaufnahmen des Polizeihubschraubers erscheinen.

Ein Schuss fällt. Die SEK-Leiterin Karola Saalmüller verfolgt die Kamerabilder mit und wartet auf den klärenden Funkkontakt. „Täter am Boden“, rauscht es durch die Lautsprecher. Eine Identifizierung des Mannes, dem soeben mitten in das Gesicht geschossen wurde, ist augenblicklich unmöglich. Die Aufnahmen der Überwachungskameras im Gebäude, die die Flucht des Mörders dokumentiert haben, führen endlich zur Münchner Familie Scheuer.

Maria und Stefan Scheuer, seit Jahrzehnten verheiratet, haben zwei Söhne, Maik und Tom, beides Schulabbrecher. Tom ist der Tote. Das Funkgerät, das neben der Leiche von den Kriminalbeamten Batic und Leitmayr sichergestellt wird, spricht für die These, dass der Täter nicht alleine gehandelt hat. In der Tasche, die neben ihm liegt, werden 500 Schuss Munition gefunden. Er hatte Großes, Furchtbares vor, soviel ist sicher. Nun gilt es im TV-Krimi „Unklare Lage“, den Mittäter zu schnappen und einen wahrscheinlichen Anschlag zu verhindern. Die Zeit rennt.

Längst hat die Presse im BR-Tatort „Unklare Lage“ Wind von der Tötung des Buskontrolleurs und dem SEK-Einsatz in der Ungererstraße bekommen. Reporter berichten von den Straßen Münchens, die sozialen Netzwerke sprudeln vor Mutmaßungen und (Falsch-)Meldungen förmlich über. Panik macht sich in der Bevölkerung breit, denn noch immer ist ein Attentat durch eine zweite Person denkbar. Wo und wann das stattfinden soll, ist der Polizei unbekannt.

Ivo Batic und Franz Leitmayr erhoffen sich weiterführende Informationen durch die Angehörigen von Tom. Die geschockten Eltern sind allerdings kaum vernehmungsfähig, eine Polizeiseelsorgerin kümmert sich bereits um sie, als die Kommissare an der Wohnung der Scheuers eintreffen. Es gibt kein Bekennerschreiben, und das Handy des Zweitgeborenen ist verschwunden. Da werden die Beamten hellhörig: Der ältere Sohn Maik ist verschwunden!

Die Ermittlungen ergeben, dass die Buslinie, in die Tom Scheuer stieg, dasjenige Gymnasium anfährt, das der Schulabbrecher vor einem guten Monat noch besuchte – bevor der junge Mann frustriert schmiss. War die Schule also das eigentliche Ziel seines Anschlags und ist vielleicht sein Bruder Maik nun auf dem Weg dorthin, um den gemeinsam ausgeheckten Plan zu Ende zu bringen? Die Rektorin wird informiert, das SEK losgeschickt. Derweil kauern die Schüler, in den Ecken ihrer Klassenzimmer zusammengepfercht, auf dem Boden, stecken die Köpfe schützend zwischen ihr Knie und warten auf das, was womöglich kommt …


Im Tatort „Unklare Lage“, geschrieben von Holger Joos und in Szene gesetzt von Regisseurin Pia Strietmann, steht nicht das Motiv des Täters im Mittelpunkt der Geschichte. Die Arbeit der Polizei, der Umgang mit den Medien und den Ängsten der Bevölkerung sind die Themen, mit denen sich der Krimi des BR vielmehr beschäftigt. Schnell kommen Gedanken an den Amoklauf in München 2016 beim Publikum hoch, als zu Beginn niemand wusste, ob der Attentäter einen Komplizen hatte oder allein handelte.

Die Filmarbeiten dauerten – wie für eine Tatort-Folge gewöhnlich – etwa vier Wochen im März und April 2019. „Unklare Lage“ wird mit seiner Erstausstrahlung am 26. Januar 2020 damit Tatort-Nummer 1118.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

Die „unklare Lage“ gehört wohl zu den spannendsten, adrenalinankurbelndsten Tatorten seit Geburt der Reihe. Produziert vom BR, gemacht für das Kino (zumindest wäre der Film hierfür angemessen). Das Erzähltempo wird von Anfang an enorm hoch gehalten: so hoch, dass dem Zuschauer beinahe schwindelig wird. Die Ausstattung, die Kamerafahrten, die Fotografie, das alles ist stimmig und in exzellenter Qualität. Ja, diese Folge schaue ich sehr gerne ein zweites Mal, empfehle allerdings dringend einen vorherigen Toilettengang. Zwischendurch bleibt einfach keine Zeit.

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Puh, was für ein Krimi. Dass der Anschlag auf das Olympiazentrum in München irgendwann im Tatort eine Rolle spielt war nur eine Frage der Zeit. Auch nach 3,5 Jahren sind die Bilder noch deutlich im Kopf und diese Jagd mit Batic und Leitmayr ist wirklich gut gemacht. Gut finde ich auch, dass die Kommissare langsam echt aus der Puste kommen und alt werden, was einfach realistisch ist. Ich persönlich hätte aber noch gerne mehr über die Beweggründe des Täters gewusst, aber vielleicht wäre das auch zuviel gewesen für 90 Minuten. Unbedingt angucken und Popcorn bereit halten!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Franz Leitmayr – Udo Wachtveitl
Hauptkommissar Ivo Batic – Miroslav Nemec
Kommissar Karl-Heinz „Kalli“ Hammermann – Ferdinand Hofer
SEK-Leiterin Karola Saalmüller – Corinna Kirchhoff
Stefan Scheuer – Martin Lindow
seine Ehefrau Maria Scheuer – Isabella Bartdorff
der Sohn Maik Scheuer – Max Krause
der Sohn Tom Scheuer – Manuel Steitz
Toms Freund Dennis Köster – Leonard Proxauf
Toms Freundin Janja Rembeck – Pauline Werner
Janjas Vater Ludwig Rembeck – Peter Sikorski
Polizeiseelsorgerin – Katja Lechthaler
Polizist Lechner – Max Wagner
Polizist Martin – Raphael Rubino
Polizeibeamter Walter Ohnsorg – Axel Pape
Spurensicherer Pfeifer – Christian Heiner Wolf
Busgast mit Handy – Daniel Holzberg
Mutter mit Säugling – Vanessa Jeker
Rektorin des Gymnasiums – Angelika Fink
Lehrer Unger – Nikolaus Frei
Schüler – Jonas Holdenrieder
junger Journalist – Lion Leuker
Journalisten des BR – Ursula Heller, Till Nassif, Martin Breitkopf, Oliver Bendixen, Eva Frisch, Vera Cornette, Anna Tillack, Julian von Löwis
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Holger Joos
Regie – Pia Strietmann
Kamera – Florian Emmerich
Szenenbild – Michael Köning
Schnitt – Dirk Göhler
Ton – Harti Küffner
Kostümbild – Andrea Spanier
Musik – Sebastian Pille

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus München


42 Meinungen zum Tatort Folge 1118: Unklare Lage

  • ??????? • am 26.1.20 um 20:43 Uhr

    Furchtbar, sollen sich ein Beispiel nehmen an den letzten Polizeiruf 110 mit Bukow und König. (Die Söhne Rostocks )Das war Spannung und das, was ich erwarte, wenn ich einen Krimi sehen möchte.


  • Thorsten • am 26.1.20 um 21:47 Uhr

    Wow, da haben die Münchner aber Gas gegeben! Ich kann mich nicht erinnern, schon mal so einen temporeichen und spannenden Tatort gesehen zu haben. Hervorragend gemacht!


  • Gregor • am 26.1.20 um 21:47 Uhr

    Voll der Mist. Sonntag Abend versaut!


  • Subi • am 26.1.20 um 21:49 Uhr

    Der beste und spannendste Tatort der jeh gedreht wurde.
    Bravo, sehr gut!


  • Molly • am 26.1.20 um 21:50 Uhr

    Ganz neue Perspektive der Ermittlung. Sehr spannend. Am Schluß fehlt das Motiv zur Tat, aber da kann man ja selbst nachdenken.


  • Peter • am 26.1.20 um 21:51 Uhr

    Hatte sie nun die Bombe oder nicht. Wir werden es nie erfahren


  • Frank • am 26.1.20 um 21:53 Uhr

    Ein Tatort wie man ihn sich nur wünschen kann. Schnelle Bildwechsel, aber viel Ruhe und eindrückliche Bilder in der Sequenz. Eine eindrückliche Ermittlung und Suche nach einem zweiten Täter. Die unklare Lage bleibt und lässt jeden Entscheid falsch oder gefährlich erscheinen. Müde Kommissare, die von einem Ort zum nächsten hasten und von einer Version und Erklärung zur nächsten wechseln. Schauspielerisch das Beste was ich je von diesen beiden Ermittlern gesehen habe. Bin begeistert, gerne fünf Sterne.


  • Janin • am 26.1.20 um 21:55 Uhr

    Endlich mal wieder ein spannender Tatort ! ABER warum löst man am Ende nicht mal ordentlich auf , was das Motiv war und warum ruft das Präsidium an und er geht nicht ran ?

    Der Titel passt ja super ! Unklar ist das Ende auf jeden Fall …


  • Peter gerlach • am 26.1.20 um 22:00 Uhr

    Bin der selben Meinung,
    Wow, da haben die Münchner aber Gas gegeben! Ich kann mich nicht erinnern, schon mal so einen temporeichen und spannenden Tatort gesehen zu haben. Hervorragend gemacht!

    Endlich mal keine Kommissare mit Alkohol Problemen ,allein erziehende die jede Nacht unterwegs sind, oder Frauen mit hohen Schuhen die ihrem Partner überhaupt nicht folgen können
    Am besten sind die Tatorte mit zwei Männern besetzt
    MfG


  • Hanz W. • am 26.1.20 um 22:03 Uhr

    Das Bild für mich: Diese sonderbar irreale, dunkle Kommandozentrale, in der alles blinkt, alle auf Bildschirme starren, das Telefon in der Hand halten…und die doch zur Aufklärung null beiträgt. Technisch mit der ganzen Welt verknüpft und doch wie völlig aus der Welt gefallen. Wohltuend wurde dabei weitgehend auf das nicht unübliche Klischee verzichtet, dass die „oberen Ränge“ eh nur aus ahnungslosen Trotteln bestehen. Sehr temporeicher, dabei sozusagen „schlanker“, linearer Tatort. Freilich schien mir das Tempo zwischendrin auch mal fast zum Selbstzweck zu werden, und das war dann ein wenig ermüdend. Für die übermüdeten Kommisssare dann ein fast tragischer Schluss. Zu kurz kommt in einer solchen Erzählweise natürlich die Charakterisierung und Motivation der handelnden Personen, aber das ist unvermeidlich. Insgesamt gelungener Tatort, der sich ganz eigenständig von anderen abhebt. Vier Sterne glatt.


  • G. E. Rücht • am 26.1.20 um 22:06 Uhr

    Wow! Großes Kino und spannend war´s!
    Meiner Meinung nach ein sehr guter Tatort.


  • Suri • am 26.1.20 um 22:07 Uhr

    Guter Krimi, der für mich ein paar Fragen hinterlässt..Motiv? was war im Rucksack von Jenja? war der Schuss notwendig??? Fragen, die mal wieder nicht beantwortet werden..SCHADE!


  • Henning • am 26.1.20 um 22:08 Uhr

    Einfach nur gut und spannend… den sehe ich mir gerne wieder an.


  • Nette • am 26.1.20 um 22:11 Uhr

    Sehr spannend. Unklar bleibt mir, ob es mit der Freundin wirklich einen zweiten Täter gab?? Was war im Rucksack?


  • Bruno • am 26.1.20 um 22:12 Uhr

    Gut gemacht (vom filmischen), aber dennoch Schwächen.
    Mir kam es eher so vor, als sollte von der Regie und vom Buch her mehr die Polizei vorgeführt werden, als dass wirklich Hintergründe zur Tat ermittelt werden sollten.
    Oder warum wurde zum Ende nicht gezeigt, was Janja im Rucksack hatte?
    So ist für eine gewisse Klientel im Netz wieder klar, dass die bösen Bullenschweine grundlos ein nettes unschuldiges Mädchen erschossen.
    Kleine Absurdität am Rande.
    Kann sich jemand, der Großstädte kennt, vorstellen, dass ein Parkhaus (ein Parkdeck) bis auf ein Fahrzeug absolut leer ist?
    Dass nur das gesuchte Täterfahrzeug einsam und verlassen auf den Abschleppdienst wartet?


  • Jürgen Ulmann • am 26.1.20 um 22:19 Uhr

    Ein super Tatort mit Spannung bis zum Schluss.
    Tatmotiv war auch drin, nämlich Echokammer und Filterblase.


  • Winfried Vorbeck • am 26.1.20 um 22:21 Uhr

    Sehr gut, sehr spannend, detailgetreu.

    Ein Punkt Abzug, weil ich eher Fan des klassischen Tatorts bin und da fehlten mir so Dinge wie Täter und Opfer und ihre Beziehung zueinander. Für einen Tatort war mir das zu dicke mit den ganzen SEK-Einsätzen usw.


  • alter Fan • am 26.1.20 um 22:27 Uhr

    als eingefleischter Batic / Leitmayr Fan hat mich dieser TO leider nicht überzeugen können – die Story passte irgendwie nicht ganz zu den beiden bodenständigen Ermittlern – gehören ja auch zu der Generation , die nicht so recht weis , was da gerade im Netz abgeht – dazu noch viel zu viele übereifrige SEK Männer , die selbst vor den eigenen Kollegen nicht zurückschrecken – der Schluß – irgendwie auch nicht so richtig nachzuvollziehen .


  • Karin L. • am 26.1.20 um 22:48 Uhr

    Eins A.

    Kinoqualität.

    Auf sowas hat man lange gehofft, um wieder mal zu ergründen,
    warum bin ich TATORT-Fan.


  • Andi • am 26.1.20 um 22:50 Uhr

    Spannend..ja! Keine Frage. Aber, wie schon ein Kommentator bemerkt hat, wieso wurde der Inhalt des Rucksacks nicht gezeigt?
    Ja, das SEK war etwas überrepräsentiert.
    Was mir auch Mühe macht, sind die mitunter schlechten bzw. schwer verstehbaren „leisen“ und indirekten Tonaufnahmen. Ich musste einige Male zurück spulen und nochmal anhören, um genau zu verstehen. (Laut Akustiker ist mein Gehör noch ausreichend funktionstüchtig…)


  • Garbak • am 26.1.20 um 22:51 Uhr

    Hallo Fans
    Ja, das war echt temporeich, Täterverdachte hin und wieder her… und nach der Verfolgung und der Hatz…“einfach einmal sitzenbleiben.“ Da mußte ich schmunzeln.
    Nerven lagen echt blank, Kompliment an die Schauspieler.
    @Bruno: der maskierte Polizist sah kurz in den Rucksack, und man zeigte sein vielsagendes Gesicht. Außerdem hörte man die Meldung im Fersehen, daß das Mädchen den Sprengstoff mit sich führte.
    Hab mir auch gedacht: Schuß. Scheibenhonig, tot? Und jetzt stellt sich raus, es war, wie so oft, doch nichts? Aber eben nicht.
    Empfehlenswert. 5 Sterne.


  • Alehalo • am 26.1.20 um 23:39 Uhr

    Ein bemerkenswerter Tatort, wie schon gesagt wurde Kinoqualität.
    Trotzdem werde Ich diese Folge nicht nochmals anschauen.


  • tortart • am 26.1.20 um 23:49 Uhr

    Klasse!!!
    Absolut sehenswert. Gerade nachdem die letzten Tatort Muenchen Folgen eher geschwächelt haben.


  • antje lindemann • am 27.1.20 um 0:47 Uhr

    endlich mal ein Tatort der wirklich spannend ist und bei dem ich. ich nicht eine einzige Minute verpassen wollte.
    kleine Sequenzen und Kameraeinstellungen extrem durchdacht und spannungsgeladene. Mega Regie


  • Holger A. Becker • am 27.1.20 um 6:01 Uhr

    Leider war am Ende nicht klar, ob wirklich Sprengstoff im Rucksack war und ein Anschlag bevor stand. Aber sonst ein großartig spannender Film.


  • Kerstin • am 27.1.20 um 7:52 Uhr

    Der Tatort war der Hammer!!!
    Spannend von der ersten bis zur letzten Minute.
    Nachdem die letzten Münchner Tatorte ja eher durchwachsen waren, hat mich dieser 100%-ig überzeugt!


  • Der Fremde • am 27.1.20 um 9:14 Uhr

    Nicht das, was ich mir im Rahmen des Formats „TO“ vorstelle. Diese Folge wirkte auf mich vom Format her mehr wie eine nachgestellte Doku über Polizei-Arbeit (wie verhält sich der Polizeiapparat bei derartiger „unklarer Lage“ bzw. welche Situationen könnten dabei eintreten?).
    @ Bruno, Garbak: Ich finde auch, man hätte zeigen sollen, was Janja im Rucksack hatte. Ich deutete den von Garbak erwähnten Gesichtsausdruck als durchaus resignierten Blick des Ermittlers (weil eben kein Sprengstoff drinnen war). Dafür spricht, dass weder der Gesichtsausdruck des Ermittlers noch der von Batic in irgendeiner Weise erleichtert wirkte. Die Meldung im Fersehen, daß das Mädchen den Sprengstoff mit sich führte, könnte auch reine Spekulation gewesen sein.


  • arte-Versteher • am 27.1.20 um 9:44 Uhr

    Ein 90-Minuten-Krimi kann nur funktionieren, wenn er sich stark fokussiert. In diesem Fall auf das Dilemma von Polizisten, ständig aufgrund wackeliger Faktenbasis weitreichende Entscheidungen treffen zu müssen. Das ist etwas anderes als das gemächliche Einsammeln von „Wo-waren-Sie-gestern-Abend“-Alibis oder das tiefsinnige Ergründen von Motivlagen bei einem Glas Rotwein mit dem Profiler.

    Dieser TO macht seine Sache großartig. Noch großartiger, wie er ab 1:14 in einem scheinbar beiläufigen Dialog zwischen Vater und Sohn innerhalb weniger Sekunden einen riesigen Spekulationsraum darüber eröffnet, wer hier wohl die Puppen tanzen ließ. Chapeau, 5 Sterne.


  • stephan_muenchen • am 27.1.20 um 9:59 Uhr

    Eindeutig ein Highlight der bisherigen 1118 Tatort-Sendungen. Als Münchner, der die Ungewissheit und die Angst unmittelbar nach dem OEZ-Anschlag in München (hierauf wurde ja mehrmals gestern Bezug genommen) am eigenen Leib miterlebt hat, zeigte dieser Tatort die Facetten eines solchen Horrorszenarios aus Sicht der Polizei auf unglaublich beklemmende und spannende Art und Weise.

    Ich habe mich von der ersten Sekunde in den Film hineingezogen gefühlt – es hat mich gepackt und zu keiner (!) Sekunde wieder losgelassen. Story, Regie, Schauspieler und Statisten sowie der sehr eigene Schnitt waren wie aus einem Guss. Für mich zieht dieser außergewöhnliche Tatort seine besondere Stärke aus der Mischung zwischen fast dokumentarischer Sichtweise auf die Polizeiarbeit und den eher „stillen“ Einstellungen. Gerade bei letzterem ist es die Szene mit der Mutter, die erkennen muss, dass es ihr Sohn ist, der dieses Attentat verübt hat. Und es ist die erste Szene im Einsatzraum, bei der niemand spricht und die Anspannung aus dieser Stille trieft. Und es ist z.B. das Atemgeräusch und die Einsamkeit des Entschärfungskommando, als es die verwaiste Rolltreppe in die U-Bahn runter fährt.

    Ich könnte zahllose weitere Einstellungen und Szenen anführen, die diesen Tatort zu etwas Besonderem haben werden lassen. In manchen Zeitungen wird die Unvollkommenheit von „Unklare Lage“ bemängelt… es würde sich zu wenig um Opfer oder um das Tätermotiv gekümmert zu Gunsten der Unterhaltung der Tatort-Gemeinde und dies als entscheidende Schwäche des Films ausgemacht. Ich kann dies nicht nachvollziehen, denn gerade aus der Unvollkommenheit und den offenen Enden wird der Tatort seinem Titel vollkommen gerecht – es bleibt alles, sogar nach Absch(l)uss eine „UNKLARE LAGE“. Und ist es nicht genau das, was gerade bei dem zitierten OEZ-Anschlag bis heute deutlich geworden ist: vieles wird nie wirklich zu 100% erklärt und aufgeklärt werden.


  • rudi • am 27.1.20 um 10:34 Uhr

    Mal wieder einer zum mehrmals gucken. Spannend, atmospährisch, sehr gut gespielt. Von der Zeitleiste her etwas tight, hätte das wirklich alles innerhalb eines Tages stattfinden können? Aber das ist jammern auf hohem Niveau.

    Bitte mehr von solchen Tatorten!


  • Momi • am 27.1.20 um 11:00 Uhr

    Keine Frage – Nur 5 Sterne – Temporeich, bisschen Zuviel SEK aber alternde Kommissare, wie sie es nun mal sind. Toller Tatort, sehr realitätsbezogen, wenn man die Anschläge in ganz Europa mal zum Vergleich nimmt. Es kann gut vorkommen, dass die Ermittlungen in solchem Rahmen stattfinden können/werden/müssen. Leider ist dies in der heutigen Zeit unvermeidbar. Aber schlussendlich war nicht klar, ob in der Tasche überhaupt eine Bombe war oder ob es sich „nur“ um eine Verarsche der Obrigkeit handelt. Die Jana wurde ja abgeknallt, bevor man sie fragen konnte. Ein Schuss ins Bein hätte genügt. Warum wollten die beiden überhaupt die Obrigkeit bestrafen? Könnte das Motiv mit dem seltsamen Verhalten des Vaters zusammenhängen. Also am Schluss immer noch ein Rätselhaufen.
    Nichtsdestotrotz ein Spitzentatort für einen spannenden Abend – zum Wiedergucken. Mehr solche TO bitte.


  • Carlucci • am 27.1.20 um 11:02 Uhr

    Ein Tatort, der ganz klar zu den Besseren gehört.


  • Garbak • am 27.1.20 um 12:06 Uhr

    hm. Hab mir den Schluß nochmal angeschaut:
    Wortlaut der Nachrichtensprecherin:…überwältigten eine junge Frau, die offenbar einen Sprengsatz bei sich trug…
    Also „offenbar“. Nicht vermutlich. Hinzukommt auch die Flucht vor dem Kommissar. Wenn ich unschuldig bin, und Polizei ruft mir zu: „Stehenbleiben!“, so mach ich das auch.
    Also für mich neigt sich die Waage mehr in Richtung „Schuldig“


  • Bruno • am 27.1.20 um 20:53 Uhr

    @Garbak
    Danke, dass du dir den Schluss noch einmal anschautest.
    Diese Nachrichtensequenz habe ich bewusst nicht wahrgenommen.
    Ein Blick mit der Kamera in den Rucksack wäre einfacher und klarer gewesen.

    Diese Flucht vor der Polizei kann auch „Suicide by Cop“ gewesen sein.
    Eben dem Titel angepasst: Unklare Lage


  • Till Schneider • am 28.1.20 um 1:55 Uhr

    Fabelhaft. Der Titel „Unklare Lage“ wurde auf großartige Weise mit Inhalt gefüllt. So einen besonderen München-Tatort habe ich noch nie gesehen. Ich bin begeistert. Auch Nemec und Wachtveitl haben nie besser gespielt. Und dieser Schnitt! Der war für mich das Größte – neben der Regie natürlich. Dazu die extrem zurückhaltende „Musik“, die eher eine Geräuschcollage war, und die grandiose Kamera. Das war vom Allerfeinsten. Satte 5 Sterne.

    Ich habe ein bisschen grinsen müssen, weil der Ober-Mastermind der ganzen Operation natürlich eine Frau war (SEK-Leiterin Karola Saalmüller alias Corinna Kirchhoff). Muss ja heutzutage so sein … aber war gut gespielt. Und nun wird wieder Normalität einkehren müssen in den „Tatort“, weil solche Stoffe und Konzepte nicht auf der Straße liegen. Die sind einfach selten. Muss man sich leider damit abfinden.


  • arte-Versteher • am 28.1.20 um 9:12 Uhr

    @Till Schneider
    Ja! Ob Männlein oder Weiblein ist mir wurscht, aber wie oft haben wir in plumpen Durchschnittsinszenierungen auf dieser Position schon dümmliche Hardliner, karrieregeile Ellbogenschubser, Nachuntentreter und Nachobenbuckler oder sonstige Knallchargen gesehen. Diese SEK-Leiterin hat am Ende mit ihrer Einzeltäter-Theorie unrecht. Wohltuend, wie Buch und Regisseurin ;) die Figur dennoch nicht wohlfeil in die Pfanne hauen. Und toll gespielt. Viele solcher Feinheiten machen in der Summe den Unterschied.


  • jokus • am 28.1.20 um 10:13 Uhr

    Jo, Mann! Guter Tatort! Sehr guter sogar! [Also nach meinem Empfinden…]
    Der Titel blieb Programm bis zum bitteren Ende: keine Aufklärung des Motivs, kein konkreter Beweis, ob sich wirklich Sprengstoff im Rucksack befand, etc…
    Der Kommentar der Nachrichtensprecherin kann auch der Beruhigung der ‚öffentlichen Meinung‘ gedient haben. Es lebt sich halt leichter mit dem Gefühl, dass nicht jemand völlig zu Unrecht durch die Exekutive zu Tode gekommen ist.


  • Erklärbär • am 29.1.20 um 5:23 Uhr

    Ende:

    Es wird zwar nicht gezeigt, aber man kann davon ausgehen, dass die Bombe im Rucksack war.
    Janja versucht die Bombe auch offensichtlich zu zünden und hantiert deshalb am Rucksack bis sie von Batic erschossen wird.
    Weswegen sollte sie sonst flüchten und dann noch im Anblick von Leitmayr an ihrem Rucksack spielen? Die Kombination aus Flüchten und das Provozieren vom Polizisten erschossen zu werden, ergibt keinen Sinn. Will sie Sterben läuft sie nicht weg. Und wegen eines „Scherzes“ riskiert man sicher nicht beim Blick in eine Schusswaffe, dass diese auch eingesetzt wird.

    Das Motiv:

    Niemande die Aufmerksamkeit haben wollen bzw. Macht spüren wollen.
    Der einfachste Weg ist Angst und Schrecken zu verbreiten. Dann dreht sich alles nur noch um diese Person(en), eine ganze Stadt steht still, alle Medien berichten.


  • Jürgen • am 30.1.20 um 20:09 Uhr

    Super !!!
    Endlich mal wieder ein Thriller beim Tatort!
    Die Münchner sind ja meistens top !

    Spannung bis zum Schluss und nicht eine Sekunde langweilig !!


  • herbert2 • am 2.2.20 um 9:08 Uhr

    Mir erschließt sich bei dem Tatort keine richtige Handlung.
    Die meiste Zeit nur SEK-Truppen die für mich nicht zum Tatort München passen. Schade um den Tatort München


  • Walter Ulbricht • am 5.2.20 um 21:06 Uhr

    Schuldig oder nicht schuldig?
    Wir schreiten jetzt zur Abstimmung.
    🌵
    Wenn man gezeigt hätte, was Janja im Rucksack hatte, wäre vielleicht ihr Slip zum Vorschein gekommen.🐯
    Und das hätte nur die Phantasien der Zuschauer noch mehr aufgeheizt.
    Also war es besser, dies bleiben zu lassen.


  • Peter Reimer • am 16.2.20 um 23:12 Uhr

    Das war für mich seit Jahren mal wieder ein Tatort vom Allerbesten. Nicht das sonstige Folgen nicht auch 3 oder 4 und auch mal 5 Sterne bekämen. Aber 5 Sterne mit Sternchen sind schon eher selten für mich.

    Bei „Unklare Lage“ wurden so viele Dinge sehr gut gemacht, wie man es selten in einer Serie sieht.

    Das Szenario, die Perspektive wurde fokussiert, was ungewöhnlich ist (nämlich ausschließlich die Ermittlersicht), die Art, wie der Fortgang der Ermittlungen mit der Kamera eingefangen wurde, Hinweise, Bedenken, Hochdruck an allen Stellen, erstmal keine Zeit für „Warum?“ sondern nur „Wer? Wo? Wann?“, große Statistenszenen, die sehr authentisch wirkten (ok, nicht gerade die „Schlacht der Bastarde“ von GOT, aber HBO hat da wohl ein anderes Budget….), tolles Erzähltempo, ein schöner Wechsel zwischen Portraits mit Zeit und schnellen Schnitten zum Antreiben, was den Zuschauer über die ganze Strecke in Atem hält und dann ein großes Ende, was dem Titel Rechnung trägt „Unklare Lage“ – man muss tatsächlich in den Pressemeldungen/Nachrichtenausschnitten am Ende genau hinhören, um die Auflösung zu bekommen. Das war bestimmt kein Zufall, sondern das gewisse Etwas der Regie oder Produktion. Klasse! Ich musste mir die Szene dreimal anschauen, um zu erfahren, was alle wissen wollten :-) Ihr auch?


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