Tatort Folge 1178: Die Kalten und die Toten



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Tatort Folge 1178: Die Kalten und die Toten 3 38

Im neuen Berliner Tatort mit dem Titel „Die Kalten und die Toten“ müssen die Hauptkommissare Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) den brutalen Mord an einer Studentin aufklären und geraten dabei an eine Familie, in der Betrug, Lügen, Vertuschung und Empathielosigkeit zum Alltag gehören.
Gedreht wurde der 14. gemeinsame Fall von Rubin und Karow vom 1. Februar bis zum 2. März 2021 in Berlin, u. a. in den Stadtteilen Charlottenburg, Kreuzberg, Tempelhof, Müggelsee, Reinickendorf und Köpenick. Die 1178. Tatort-Folge „Die Kalten und die Toten“ wurde von der Schiwago-Film GmbH im Auftrag der ARD Degeto und des Rundfunks Berlin-Brandenburg für die ARD produziert und ist am Sonntag, den 14. 11. 2021 erstmals im TV zu sehen, und zwar um 20:15 Uhr im Ersten.

Inhalt der Tatort-Folge „Die Kalten und die Toten“

Eine kalte Winternacht in Berlin: Partygänger sind unterwegs, stehen Schlange vor den angesagtesten Clubs und lassen sich durch die Nacht treiben. Zu ihnen gehört auch die 25-jährige Medizinstudentin Sophia Bader. Jedoch ist Feiern nicht das Einzige, das sie an diesem Abend im Sinn hat …
Am nächsten Morgen wird eine übel zugerichtete Leiche gefunden: nackt, das Gesicht komplett entstellt. Eine Identifizierung ist zunächst unmöglich. Allerdings meldet sich der Freund von Sophia Bader später bei den Kommissaren Nina Rubin und Robert Karow: Er vermisst seine Freundin und berichtet, dass sie am Abend zuvor ein Date gehabt habe, was aber wohl geplatzt sei. Seitdem habe er nichts mehr von ihr gehört. Der ruppige Karow nimmt seine Aussage zunächst nicht ernst und unterstellt ihm Eifersucht, allerdings ist es so einfach nicht, denn Sophia ist bisexuell und lebt in offenen sexuellen Beziehungen.

Ein DNA-Abgleich führt im Tatort „Die Kalten und die Toten“ schließlich zur traurigen Gewissheit, dass es sich bei der Leiche tatsächlich um Sophia Bader handelt. Malik Aslan, der neue Kollege von Rubin und Karow, der durch einen Stellentausch mit Anna Feil zur Berliner Kripo gewechselt ist und aus Bielefeld kommt, findet heraus, dass Sophia Bader auf einem Dating-Portal angemeldet war, wo sie sich regelmäßig zum Sex mit Männern und Frauen verabredet hat. So auch in der Tatnacht, als sie Dennis Ziegler und seine Freundin Julia Hoff treffen wollte. Die Wohnung der beiden liegt in der Nähe des Fundorts der Leiche und wurde vorsichtshalber schonmal von Dennis’ Mutter Doris, einer Streifenpolizistin, gereinigt. Dort waren nämlich aus der letzten Nacht noch Blutreste vorhanden, die angeblich von einem Drogensüchtigen stammten, der es wohl etwas übertrieben habe, wie Dennis gegenüber seiner Mutter behauptet. Die ist allerdings misstrauisch und denkt, dass Dennis ihr etwas verschweigt. Kein Wunder, schließlich ist der Junge kein unbeschriebenes Blatt bei der Polizei und hat bereits ein ansehnliches Anzeigenregister: Brandstiftung, Körperverletzung, Vergewaltigung. Bislang konnte Doris durch ihre Stellung bei der Polizei aber immer noch ihre schützende Hand über ihren Sohn halten, weshalb er bis jetzt nie verurteilt worden ist. Für Dennis würde sie alles tun, was dieser reichlich auszunutzen weiß.

Dennis’ Vater Claus, Inhaber einer Security-Firma, rät ihm und Julia derweil, zur Polizei zu gehen und eine Aussage zu machen. So erklären Dennis und Julia gegenüber Rubin und Karow, dass sie in der fraglichen Nacht einvernehmlichen Sex mit Sophia hatten, sie danach aber gegangen sei und sie sich nicht mehr wiedergesehen hätten. Relativ überrascht von diesen bereitwilligen Aussagen, nehmen die beiden Kriminalisten Rubin und Karow im TV-Krimi „Die Kalten und die Toten“ nun die Familie Ziegler genauer unter die Lupe. Hier pflegt jeder seine eigene Lebenslüge: Sohn Dennis denkt, dass er ein Anrecht auf Gesetzesbruch hat, solange seine Eltern sich schützend vor ihn stellen und seine krummen Touren nur geschickt genug vertuschen, während seine Freundin Julia erkennbar mit der Erziehung ihres Kindes überfordert ist, um das sich stattdessen ihre Mutter kümmern muss; Claus Ziegler meint, der Polizei ein Schnippchen schlagen zu können, indem er Dennis im Präsidium vorsprechen lässt, um sogleich jeden Verdacht von ihm wegzulenken, was seinen Sprössling jedoch nicht vor der Untersuchungshaft bewahrt; und Doris Ziegler, die größte Träumerin von allen, glaubt ernsthaft, den schönen Schein einer glücklichen Familie aufrechterhalten zu können, obwohl jeder weiß, dass ihr Sohn ein notorischer Straftäter ist und ihr Göttergatte sie, ohne mit der Wimper zu zucken, ständig mit anderen Frauen betrügt. Aber solange nur die Einweihungsfeier für das neue Bistro im Taucherclub – großes Hobby von Doris und Claus – stattfinden kann, ist alles gut.

Einer mindestens ebenso großen Illusion geben sich im Tatort „Die Kalten und die Toten“ allerdings Marianne und Helmut Bader, die Eltern der ermordeten Sophia, hin. Diese – Inhaber einer Gärtnerei und Spießbürger in Person – können und wollen einfach nicht glauben, dass ihre Tochter Opfer eines Kapitalverbrechens geworden ist. Offenbar wollen sie aber noch weiniger wahrhaben, dass ihr braves „Finchen“, die doch angeblich nur für ihr Studium gelebt hat, ein solch ausschweifendes Sexualleben geführt hat und bisexuell war. Nicht einmal der eindeutige DNA-Abgleich kann sie von der traurigen Wahrheit überzeugen: „Diese DNA-Tests sind doch auch nicht zuverlässig, ist doch so ähnlich wie bei den Corona-Tests“, meint Helmut Bader. Da kann der entnervte Karow, der es mit Empathie für Angehörige von Mordopfern ohnehin nicht so hat, sich nur noch kopfschüttelnd abwenden.

Überhaupt Empathie: Niemand in der Familie Ziegler scheint Mitleid mit dem Mordopfer, geschweige denn mit den Angehörigen zu haben. Da kann die couragierte Nina Rubin noch so sehr der Kollegin Doris Ziegler ins Gewissen reden – es nützt nichts. Die Kommissare stoßen im RBB-Kriminalfilm „Die Kalten und die Toten“ auf eine Mauer aus (Ver-)Schweigen, Empathielosigkeit und Gleichgültigkeit. Aber wie lange können die Zieglers ihre Scheinwelt, in der sie leben, noch aufrechterhalten? Und wer ist tatsächlich verantwortlich für den Tod von Sophia Bader? Rubin und Karow müssen unkonventionelle Ermittlungsmethoden anwenden, um den Fall zu lösen.

Making of Tatort „Die Kalten und die Toten“



Tatort Trailer One



ORF2 Vorschau



Tatort-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
Empathie bzw. die fatalen Folgen ihres Fehlens sollen das große Thema dieses Tatorts sein. Schön und gut, aber geht es nicht in jedem Krimi um fehlende Empathie? Dass Mörder in der Regel kein Mitleid mit ihren Opfern haben, ist nun wahrlich keine neue Erkenntnis. Ja, die emotionalen und menschlichen Verwerfungen in der Familie Ziegler haben beinahe tragödienhafte Ausmaße, und Jule Böwe verkörpert die tragische Mutterfigur überzeugend. Das alles ist für den Zuschauer aber relativ schnell zu durchschauen, sodass keine echte Spannung aufkommen kann. Die Handlung zieht sich zäh hin, und dank der einfallslosen Dramaturgie überträgt sich die durchgängig depressive Stimmung Nina Rubins sofort auf die Zuschauenden. Da kann auch Tan Caglar in seiner Rolle als neuer Assistent der Kommissare nicht mehr viel retten, auch wenn er in seinen wenigen Szenen erfrischend spielt und das Handicap der Figur erfreulich offensiv und leicht thematisiert wird. Dennoch bleibt diese Folge weit hinter dem Anspruch an einen Hauptstadt-Tatort zurück, deshalb nur zwei Sterne.

Tatort-Besetzung

Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin – Meret Becker
Kriminalhauptkommissar Robert Karow – Mark Waschke
Malik Aslan – Tan Caglar
Doris Ziegler – Jule Böwe
Claus Ziegler – Andreas Döhler
Dennis Ziegler – Vito Sack
Julia Hoff – Milena Kaltenbach
Katrin Hoff – Florentine Schara
Hanne Schenkler – Elisabeth Baulitz
Nam-Chung Hee „Jack“ – Heinrich Berger
Marianne Bader – Andreja Schneider
Helmut Bader – Rainer Reiners
u. a.

Tatort-Stab

Regie – Torsten C. Fischer
Drehbuch – Markus Busch
Kamera – Theo Bierkens
Szenenbild – Jörg Prinz
Kostümbild – Anne-Gret Oehme
Ton – Siegfried Fischer
Musik – Monobeat, Warner Poland, Wolfgang Glum
Casting – Dayanir & Hellwig Casting, Johanna Hellwig
Produzenten – Martin Lehwald, Marcos Kantis (Schiwago Film)
Producer – Philipp Goeser (Schiwago Film)
Produktionsleitung – Richard Mellert (Schiwago Film), Jörgen Radach (rbb)
Herstellungsleitung – Charles E. Breitkreuz (Schiwago Film), Torsten Klein (rbb), Kirsten Frehse (ARD Degeto)
Redaktion – Josephine Schröder-Zebralla (rbb), Birgit Titze (ARD Degeto)

Bilder


50 Meinungen zum Tatort Folge 1178: Die Kalten und die Toten

  • Till Schneider • am 14.11.21 um 5:01 Uhr

    Oweh. Ein Seufzer vorab darf hoffentlich sein, bei dem Stoff.


  • Axel • am 14.11.21 um 12:46 Uhr

    O je, die Polizistin Rubin ist nach ihrem Verhalten in der „allesdicht-Affäre“ doch völlig unglaubwürdig in ihrer Rolle geworden. Vielleicht würde ich sie mir bei Kalkofes „Schlefaz“ mal ansehen….


  • Uwe • am 14.11.21 um 21:01 Uhr

    Warum ist im öffentlichen Fernsehen jeder gleich tot wenn er Mal Sex hat ? Und auch noch bezahlten Sex. Ganz unmöglich. Vielleicht nimmts ja noch ein überraschendes Ende


  • Thorsten • am 14.11.21 um 21:32 Uhr

    @Till Schneider: Der Seufzer war gerechtfertigt. Kaputte Gestalten, Berlin-Klischees und Langeweile.


  • Der Fremde • am 14.11.21 um 21:36 Uhr

    1.) Zum Persönlichen innerhalb des TO-Teams: Für die Tatsache, dass Rubin/Karow in der letzten Folge mehrmals Sex miteinander hatten, gehen sie diesmal sehr „unkörperlich“ miteinander um. Die sexuelle Ausrichtung von Karow im Laufe der Berliner Folgen lässt Kontinuität vermissen (sh. meine Auflistung zur letzten Folge) bzw. bleibt undurchschaubar.
    2.) Zum Inhalt der heutigen Folge: Die Empathielosigkeit der HauptdarstellerInnen hat man im TO-Universum schon öfters (und schon öfters wesentlich besser) gesehen. Kein TO, an den man sich länger erinnern wird (das ist schon für sich gesehen ein schlechtes Zeichen!). Darüber hinaus können aber auch die beteiligten (im Wesentlichen nichtssagenden) DarstellerInnen und ebenso die paar billigen Sexszenen die Folge nicht retten …
    3.) Fazit: Ich wünsche mir für das Berliner Team in Zukunft wieder Folgen mit mehr Authentizität (Handlung + SchauspielerInnen) sowie mehr Berliner Lokalkolorit! Dieses Mal war das nix …


  • Alex • am 14.11.21 um 21:50 Uhr

    Schlimm , ein RTl-Tatort !
    Wenn in Berlin , dem Sitz unserer Regierung , wirklich alle so bekloppt , primitiv und krank sind wie hier gezeigt , wäre das eine Erklärung für den Zustand unseres Staates


  • Mart • am 14.11.21 um 21:51 Uhr

    5 Sterne von mir. Bei soviel Eiseskälte vonseiten des Jungen wird einem selbst kalt. Mich hat das Thema erreicht, auch die ganze Unmoral und Verlogenheit und falsche Mutterliebe.


  • HerrBert • am 14.11.21 um 21:55 Uhr

    War jetzt kein Leckerbissen, aber auch nicht so schlecht. Schlichte Story, sehr stumpf und vor allem sehr, sehr trist. Mehr als einmal muss man ihn nicht sehen.


  • Wolfgang • am 14.11.21 um 21:57 Uhr

    WIe schafft man es eigentlich, einen Film derart schlecht zu vertonen?
    Fürchterlich. Aber – ich war ja vorgewarnt durch die Einblendung „ARD1DEGETO“. Die können es nicht besser. Man kann ja anscheinend nur noch Lavalier-Mikrofone benutzen, die dann irgendwo befestigt werden.


  • Leni • am 14.11.21 um 22:03 Uhr

    Gute Milieustudie mit gut gespielten Unsympathen. Deprimierend, aber spannend bis zum Schluss.
    Highlight: die Rolle des Malik Aslan. Warum sich Rubin und Karow noch siezen, bleibt mir allerdings ein Rätsel, nachdem praktisch jeder andere geduzt wird. (Aber das nur am Rande).
    Das berlinernde Genuschel fand ich mitunter etwas mühsam, gehört aber wohl zum Lokalkolorit dazu.


  • Stephan • am 14.11.21 um 22:04 Uhr

    Ich fand ihn sehr gut! Überragend gespielt die Mutter des Mörders, dichte bedrückende Atmosphäre.
    Auch die andern Schauspielleistungen sehr gut. Am Anfang die Schnitte der Szenen auf gut Weise die Spannung und Rätselhaftigkeit verstärkend.
    Der Umgang mit den Eltern der Toten war leider nicht logisch oder überzeugend hergeleitet, unnötig.


  • Attila • am 14.11.21 um 22:06 Uhr

    Im Gegensatz zu einigen anderen hier, mir hat die Folge gut gefallen. Spaß gehabt hab‘ ich nicht, klar, dieser Tatort war nicht dafür gemacht. Es war ziemlich depressiv, aber nicht weil es eine schlechte Folge war, sondern völlig gewollt von den Machern, und es hat geklappt.
    Es war eigentlich ganz früh klar, was passiert ist, vielleicht nicht alle Details, aber im wesentlichen schon. In diesem Sinne war es also nicht spannend. Und man muss sagen: die Polizei wusste zwar, was passiert sein kann, hätten es aber nie, nie unter Beweis stellen können. Dementsprechend wäre es vielleicht ein besseres Ende gewesen, wäre der Mörder davongekommen. Irgendwie war es auch nicht logisch, dass er seiner Mutter plötzlich alles erzählt. Dass die Mutter ihre Haltung ändert, ist nachvollziehbar (es hat aber mit den Ermittlungen eigentlich sehr wenig zu tun!), beim Jungen hingegen nicht. Das Ende, hat nicht zu den 85 Minuten vor dem, deswegen habe ich einen Stern abgezogen.


  • Frank • am 14.11.21 um 22:11 Uhr

    Es kam, wie es kommen musste. Das Berliner Team glänzt mit Kontinuität im Abwärtstrend. Erfolgreich hat man hier die schlechteste Folge abgeliefert. Einzig Tan Caglar, der das Duo verstärkt und der realitätsferne Dennis von Vito Sack dargestellt, glänzen mit glaubwürdiger Darstellung. Alle anderen spielen unterirdisch, aber kann man den Zuschauern einen Vorwurf machen? Das Drehbuch verlangt nicht nachvollziehbare Handlungen, wie die Darsteller bleibt so auch der Zuschauer frustriert und genervt zurück. Thorsten muss ich beipflichten, wenn diese Folge Berlin präsentiert, sollte in die Ausbildung von Psychologen investiert werden. Für die zusätzlich benötigten geschlossenen Anstalten bietet sich die Umwandlung der Fernsehgesellschaften an, dann ist auch die Grundbelegung kein Problem, man braucht das „Personal“ nur übernehmen. Starke Aufrundung auf einen Stern.


  • Bruno • am 14.11.21 um 22:19 Uhr

    Nach dem Beschreibungstext hatte ich mir nicht sehr viel von diesem TO versprochen und war angenehm überrascht.
    Vielleicht war die eine oder andere Person ein wenig überzeichnet (Frau Bader), aber dramaturgisch war das nicht verkehrt.
    Vielleicht hat aber auch die eine oder andere Mutter sich teilweise wiedergefunden und ändert vielleicht ihre Affenliebe, dann hätte der Film etwas bewirkt.
    An den neuen Assi muss man sich gewöhnen; Anna war mir sympathischer.


  • Molly • am 14.11.21 um 22:20 Uhr

    Super Tatort!


  • Colorwriter • am 14.11.21 um 22:26 Uhr

    Im Prinzip ein interessanter Plot. Auf der einen Seite Eltern, Schwiegermutter und Freundin, die ihrem Kind/ dem Typen (So eine Art von Engel, dem man immer hilft, und alles verzeiht) alles durchgehen lassen. – Und auf der anderen das Extrem von Eltern die sich in ihrer eigenen Welt eingerichtet haben. Und sich dem Leben ihrer Tochter derart entziehen, das sie rein gar nichts von ihr oder gar ihrem Freund wissen. Oder wollen?

    Was Regie und Drehbuch dazu abliefern ist schon mehr als unterirdisch. Oder ist das Volk da in Berlin tatsächlich so kaputt? Das glaube ich einfach nicht. Nicht einmal als Fiktion.
    Kein Wunder, wenn die Kommissarin in sämtlichen Folgen depressiv ist und ihr Kollege ein Zyniker.
    Was mich mittlerweile ziemlich nervt.

    Einen Stern für die Rolle Nam-Chung Hee sowie den neuen Assistenten/ Kollegen. Die Besetzung und erst Recht die Art des neuen Ermittlers dürfte wohl dafür sorgen, dass so einige verbitterte alte Typen wieder wütend werden. Und im Netz ihren Frust, Ängste, Rassismus und Zorn in die Tastatur hämmern.


  • tortart • am 14.11.21 um 22:31 Uhr

    Ein typischer Berlin-Tatort: Durchschnitt


  • Polly Zei • am 14.11.21 um 22:35 Uhr

    Das Lieblingsthema der Berliner Tatorte: Ficken. Da diesmal alle anderen rumgevögelt haben, musste Frau Rubin nicht auch noch ihre Szene bekommen. Wenigstens hat man auf explizite Darstellung der Sexszenen verzichtet, ist ja schon mal was. Ansonsten: Sexuelle Orientierung wurde entsprechend der heutigen Vorgabenoffen behandelt, dafür waren die Frauenrollen alle ganz klassisch dämlich: Die Mütter entsprachen alle dem gängigen Vorurteil, zu dämlich zu sein, um ihre Kinder erziehen zu können, mit Ausnahme der Mutter der Toten, die allerdings auch einen an der Waffel hatte.
    Was genau die Kommissare damit erreichen wollten, den Eltern der Toten die sexuellen Aktivitäten und Neigungen ihrer Tochter an den Kopf zu werfen, weiß kein Mensch.
    Ein blöder Tatort.


  • Balu • am 14.11.21 um 22:44 Uhr

    Hi
    Im welchem swingerclub wurde da gedreht? Jemand eine Anung?
    Gruss
    Ach so…ich hatte mir auch mehr versprochen… war ne 3….


  • Robert • am 14.11.21 um 22:49 Uhr

    Also ich fand den Tatort zwischen sehr gelungen und nicht nachvollziehbar.
    Was sollte die „Aufmunterungs-Karaoke?-Party?“ fast zum Schluss?
    Hatte der Ton-Verantwortliche Urlaub?
    … nichts zur Bewertung, aber …: Welche PKW-Marke fährt Nina Rubin?


  • Matthias • am 14.11.21 um 23:06 Uhr

    Über die Machart des Films lässt sich ja streiten (Ton, Bildführung usw) aber, ich bin Jahrgang 70 und habe eine andere Erziehung genossen, mit leichter Hand und nicht allzu reizendenden Worten. Der Tatort zeigt doch wohl im Kern, dass unsere heutige Jugend viel zu leichtfertig und unachtsam auf die Welt losgelassen wird, weil das Elternhaus versagt.


  • BerlinFan • am 14.11.21 um 23:12 Uhr

    Ich fand den TO gelungen. Sogar authentisch, wenn man selbst mal mit derartig abartigen Subjekten gearbeitet hat. Schade fand ich nur, dass die „Beziehung“ zwischen Karow und Rubin nicht weitergeführt wurde…das hätte irgendwie dramatische Vorahnungen für den kommenden letzten TO mit Rubin veranlassen können. Aber trotz allem: rau, zynisch, herzlos und kurzweilig. 👍


  • Jutta • am 14.11.21 um 23:17 Uhr

    Top die unterschiedlichen Mütter. Die eine deckt immer ihren Sohn und die andere stellt die Tochter auf ein Söckelchen und kümmert sich lieber um die bucklige Verwandtschaft(Hochzeit).
    Ich habe nur nicht verstanden warum die Eltern nicht zur Identifizierung einbestellt wurden.
    Der neue Assistent ist eine echte Bereicherung. Warum allerdings Papierkram auf dem Boden landet, ist mir etwas fremd.
    Ja und die Vulgärsprache der Nina Rubin ist auch ganz schlimm.


  • BK • am 14.11.21 um 23:48 Uhr

    So einen guten TO habe ich schon seit längerem vermisst. Erst letzte Woche lieferte der Tatort „Dreams“ einige positive Anzeichen, die auf einen Anstieg der Quote der „guten TOs“ hindeuteten, tatsächlich packte auch der heutige Tatort den Zuschauenden ordentlich an der Psyche: an Verwicklungen, Spannung, Humor und nicht letztlich an sämtlichen Psycho-Dramen und völlig in sich verlorenen Personen mangelte es nicht und eine gelungene Musikuntermalung und Kameraführung runden diesen etwas anderen Tatort ab, 5 Sterne hat er allemal verdient.


  • Bina • am 15.11.21 um 0:24 Uhr

    Versteh einer, warum die beiden Kommissare erst im Bett gelandet sind und sich jetzt wieder siezen… aber das Thema F*cken ist ja omnipräsent in diesem Tatort, als ob es nichts anderes auf der Welt gäbe als rumvögeln auf Teufel komm raus. Ganz modern als Dreier der jungen Leute oder altmodisch für die älteren, sogar der Swingerclub wurde kurz gestreift. Interessantweise war ausgerechnet die Besitzerin des Clubs „normal“ angezogen, so als ob sie da gar nicht hingehören würde, nicht die einzige Ungereimtheit in dieser Tatortfolge aus Berlin.
    Ansonsten wurde die Mutter als Komplettversagerin hingestellt und als F*ckobjekt, klasse.
    Nicht dass wir im Jahr 2021 wären und Frauen durchstarten könnten in KKK: Kinder, Küche, Karriere, man fühlt sich streckenweise in die 50er Jahre zurückversetzt.
    Der Versuch, den Fall über die Psychschiene aufzuklären, scheiterte bei der Kommissarin kläglich. Gefallen hat mir der neue Assistent, war erfrischend. Der Berliner Jütte hat es definitiv drauf.
    Insgesamt kommt bei mir aber dieser Tatort auf maximal drei Sterne.


  • Onkel • am 15.11.21 um 0:27 Uhr

    Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um – heißt es. Das beste an diesem TO ist der Schnee, denn den gibt’s ja kaum noch. Mehr davon, mehr Schnee!


  • Mitti • am 15.11.21 um 7:26 Uhr

    Durchschnitt! Weiß jemand, wie die Bar heißt, in der gedreht wurde?


  • M.S. • am 15.11.21 um 8:51 Uhr

    Mal wieder das Berliner Lieblingsthema aufgearbeitet.
    Da diesmal alle Anderen ran durften, blieb es bei Rubin und Karow beim darüber reden.
    Und als Swingerclub durfte mal wieder das Insomnia herhalten…
    Aber ich hab die sonst üblichen Szenen in der U bzw. S-Bahn vermisst…


  • Jürgen AUT • am 15.11.21 um 11:07 Uhr

    Schade – die TO nach der Sommerpause haben sehr gut angefangen – jetzt leider wieder 3 mal in Folge zum vergessen !!

    Wieder so ein Soziales Drama und kein TO !

    Leider ist dies ein Spiegelbild unserer Gesellschaft !!

    Kranke Leute – kranke Familien … wie im echten Leben !!
    Nur das ich sowas nicht am Sonntag Abend anstatt eines ordentlichen TATORTS sehen will !!!


  • Verena • am 15.11.21 um 12:39 Uhr

    Sehr starker Tatort von einem starken Ermittlerteam aus Berlin. Hat mir sehr gut gefallen!!


  • spiderman916 • am 15.11.21 um 12:55 Uhr

    @Robert: es war ein Fiat Tipo mit einem Fantasieemblem, damit es keine Produktplatzierung ist.


  • spiderman916 • am 15.11.21 um 12:57 Uhr

    Mir hat der Tatort gut gefallen. Wirklich überragend die schauspielerischen Qualitäten aller Beteiligten, wobei Jule Böwe ganz großes Kino gezeigt hat. Mit der Karaoke-Szene kam ich nicht so klar, irgendwie passte der Ton nicht zur Handlung.


  • M.S. • am 15.11.21 um 15:24 Uhr

    @Balu: Swingerclub ist das Insomnia in Tempelhof. Wird i.d.R. bei allen Hauptstadtdrehs als Swingerclub Lokation genutzt.
    .
    Ja, war ein Fiat Tipo mit nem Fantasie Logo was irgendwie nach Seat aussah …. ???
    .
    Die Bar weiß ich leider auch nicht?


  • vero • am 15.11.21 um 18:36 Uhr

    In der Tat krank wie unsere Welt und dazu leider kaum hörbar, Tontechnik!


  • Anita RRC • am 15.11.21 um 19:30 Uhr

    Das erste Mal dass ich wirklich einen Tatort SO schlecht finde.

    Weder die Ermittler, noch die anderen Polizisten zeigen Empathie noch nachvollziehbare Emotionen. Die gesammelten Charaktere fand ich überzogen, sehr unglaubwürdig (besonders die Mutter) und deprimierend. Das Sexualverhalten der ganzen Herde war ebenfalls bedrückend.
    Die einzigen Ausnahmen waren der asiatische Club Angestellte und der Kommissar im Rollstuhl.

    Die Handlung war von Anfang an klar.

    Also Tatort Berlin ist für mich abgehakt. Und jetzt freue ich mich auf die Münsteraner, Leipzig oder München.
    Oder Bodensee. Meine Güte alles ist mir lieber als die


  • spiderman916 • am 15.11.21 um 20:56 Uhr

    @Anita RRC: aus Leipzig und vom Bodensee sind keine neuen TO mehr zu erwarten.


  • Karin L. • am 15.11.21 um 21:22 Uhr

    Was soll man dazu noch sagen?
    Wer das gesehen hat, kann gut nachvollziehen, warum Meret Becker aus dem Berlin-Tatort ausgestiegen ist!


  • Joe • am 15.11.21 um 22:59 Uhr

    Der Regisseur hat wohl gerade seine vulgäre Sprachphase….
    Völlig unglaubwürdig „abgefucked“.


  • alter Fan ( tm ) • am 15.11.21 um 23:21 Uhr

    na ja – so mittelgut ; unterhaltsam durchaus ansehenswert – auf jeden Fall nicht schlecht – aber auch nicht gerade ein Highlight in der Berliner TO Schmiede


  • Smokie • am 16.11.21 um 0:05 Uhr

    Pass mich mal dem dortigen Sprachniveau an: „etwas abgewichst das Ganze“. Da es leider gewisse derartige Verhaltensmuster in der realen Welt durchaus gibt, 3 neutrale Sterne.


  • stephan_muenchen • am 16.11.21 um 8:58 Uhr

    „Kaputt“ – das wäre eigentlich der treffende Titel für die aktuelle Berlin-Tatort-Folge gewesen. Denn hier waren alle Protagonisten auf ihre jeweilige Art kaputt.

    Da wäre an vorderster Stelle die dysfunktionale Familie Ziegler: der Sohn, der eine von sexualisierter Gewalt geprägte Akte hat, ohne je dafür verurteilt zu werden. Der Vater, der seine Frau betrügt, seinen Sohn idealisiert und für diesen alle Probleme aus dem Weg räumt… im Zweifel mit Bleiche. Die Mutter, die sich von Sohn und Ehemann ausnutzen lässt, sich aber wie eine Glucke vor ihren Sohn stellt und als Polizistin mit dafür sorgt, dass alle Anklagen bisher ins Leere laufen.

    Dann ist da die Familie Hoff: die Tochter, die Dennis Ziegler hörig und mit dem eigenen Kind überfordert ist und sich von Dennis Vater dazu bringen lässt, die Straftat zu vertuschen.

    Im Laufe der Handlung kann man miterleben, wie die Familie des Opfers, die Eltern Bader nach und nach kaputt gehen bzw. auch durch Nina Rubin und ihre verbissenen Versuche, den Mord aufzuklären, kaputt gemacht werden.

    Apropos Nina Rubin – Meret Becker hat in meinen Augen stark wie nie diese an der Grenze zum Selbstzerstörerischen agierende Kommissarin verkörpert, die sich in das Dilemma von Ermittlungsarbeit versus Manipulation ohne Skrupel verstrickt und erst zu spät erkennt, welcher Preis für das Überführen des Täters gezahlt wurde.

    Auch Karow ist auf seine Art kaputt, ihr Kollege ist auf seine Art ein kaputter Typ – nicht in der Lage, Sensibilität und Empathie an den Tag zu legen und ebenfalls zur Zerstörung der Familie Ziegler beiträgt.

    Der Einzige, der in dieser Tatortfolge nicht kaputt zu sein scheint, obwohl am offensichtlichsten gehandicapt, ist der Neue im Team: Marik Aslan. Tan Caglar spielt eine wirklich interessante und das Team bereichernde Figur.

    Klar sind die Berliner Tatortfolgen eher dunkel und düster. Und natürlich spiegelt das nicht alle Facetten des wahren Berlins wieder. Aber wenn man Pater Fox „Schwarz zu Blau“, einer ganz eigenen Liebeserklärung an Berlin, glauben darf, dann gehört die Dunkelheit zu Berlin:
    „Guten Morgen Berlin
    Du kannst so hässlich sein
    So dreckig und grau
    Du kannst so schön schrecklich sein
    Deine Nächte fressen mich auf…“

    Mich hat „Die Kalten und die Toten“ durch und durch überzeugt und gut „unterhalten“. Es war für mich schreckend und faszinierend zugleich, dem Verfall der Beteiligten während der Ermittlungen zuzusehen. Bei wurden permanent Emotionen geweckt – angefangen von Wut und Hilflosigkeit bei Familie Ziegler… über Trauer und Hilflosigkeit bei Familie Bader und ihrem Behaaren, dass das Opfer nicht ihre Tochter ist, weil nicht sein kann, was nicht sein darf… bis hin zu Verzweiflung und Schockiertheit bei dem Verhalten der Ermittler gegenüber Opfer- und Täterfamilie.

    Manche Ermittlerteams sind immer nur lustig wie Boerne und Thiel oder skurril wie Murot oder knallhart wie Tschiller – Karow und Rubin sind düster und beklemmend. Für mich passt die Marke – grundsätzlich, aber besonders hier in „Die Kalten und die Toten“.


  • Der Fremde • am 16.11.21 um 9:17 Uhr

    @stephan_muenchen:
    Das „Behaaren“ der Familie Bader an der Illusion war wirklich beeindruckend … ;-)


  • joe • am 16.11.21 um 22:05 Uhr

    Es war düster
    und kalt.
    Es hat für mich zu der aktuellen Novemberstimmung gepasst.
    Ich habe mal wieder neue Ecken von Berlin gesehen, auch wenn ich auf die KaraokeBar hätte verzichten können…

    Loben möchte ich den Kniff mit dem vietnamesischen Freund der Medizinstudentin, hat mir dramaturgisch gefallen, auch wie er durch die Kommissarin angestiftet wurde.
    Und sie darüber ins Grübeln kommt.


  • Mart • am 17.11.21 um 18:45 Uhr

    @stephan,_muenchen: bin voll und ganz einverstanden. Nicht schlimm, wenn man sich mal verschreibt. Der Inhalt zählt.


  • Momi • am 18.11.21 um 6:57 Uhr

    Doch – der TO hat mir gut gefallen. Obschon seit vielen Sonntagen gewarnt, konnte ich nun nachträglich den Berliner Tatort anschauen. Trotz allen Kritiken hat mir die Story sehr gut gefallen. Meret Becker ist halt immer eine gute Schauspielerin. Die Rolle der Kommissarin stellt sie gut dar. Sie schlägt über die Stränge schlägt, in grüblerischer Weise klagt sie sich selbst an und kommt eigentlich nicht mehr mit sich klar. Das war der rote Faden durch den Film: Niemand kommt mit seinem ich heute noch klar. Leider gibt es viele solcher Situationen wie im Film gezeigt. Das ist Realität pur, die fesselnd im Berliner Tatort dargestellt wurde. Klar, dass das alles sehr dunkel und düster sein muss. Mal schauen, wie sich der TO aus Berlin weiter entwickelt. Heuite = 4 Sterne


  • Freddi • am 21.11.21 um 17:09 Uhr

    Warum enschuldigt sich Karow am Schluss bei Rubin denn?
    und was soll das mit den Matrosen?


  • Der Fremde • am 25.11.21 um 17:01 Uhr

    Habe mir die Folge nochmals (tlw. im Schnellauf) angesehen.

    Die Verfehlungen der Fr. Rubin allein in dieser Folge sind unglaublich, sie:
    .) trieb den Vater des Opfers in den Selbstmord und die Mutter in schwere Depression
    .) gab laufend sensible Daten an Unberechtigte weiter
    .) stachelte den schwulen Freund des Opfers zu einem Brandanschlag an
    .) intrigierte in den Familien Ziegler bzw. Hoff und zerstörte dadurch die letzten (noch) vorhandenen Bindungen.

    Höchst Zeit für die impertinente Fr. Rubin, das TO-Universum zu verlassen!

    PS: Aufgrund des „Lokalkolorits“ des gefrorenen Sees in/bei Berlin doch 2 Sterne.


  • Der Fremde • am 25.11.21 um 17:06 Uhr

    @Freddi:
    Mit seinen „Matrosen am Mast“ bezeichnete Karow eine Geschlechtskrankheit, an der er während der Folge litt. Er entschuldigte sich am Schluss bei Rubin, weil er sie fragte, ob sie mit ihm ins Bett gehen wolle, obwohl ihr Blick besagte, dass sie eher freundschaftlichen Zuspruch bzw. eine bloße Umarmung suchte (und dieses Mal keinen Sex).


  • Brummel-Borowski Fan • am 27.11.21 um 6:44 Uhr

    Sehr gut!
    Polarisierend, düster, dreckig – nix für den zartbesaiteten 08/15-Seher.

    Und es wäre wirklich mal an der Zeit, dass man hier nur EIN MAL eine Wertung vergeben darf – besonders für die Dauernörgler, die jeden Tatort bisweilen sogar bereits VOR der Ausstrahlung mit einem Stern „bewerten“, sprich: zerreißen.


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