Tatort Folge 1210: Murot und das Gesetz des Karma



So 25.09. 20:15 Uhr ARD

So 25.09. 21:45 Uhr ONE

Mo 26.09. 02:35 Uhr ONE

Di 27.09. 01:10 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2022
Kommissar: Murot
Ort: Tatort Wiesbaden


  2 Meinungen
Tatort Folge 1210: Murot und das Gesetz des Karma 4 2

Gutes Karma, schlechtes Karma – ein indischer Arzt bringt Hauptkommissar Felix Murot (Ulrich Tukur) ins Grübeln über dieses spirituelle Konzept aus dem asiatischen Kulturraum. Es geht um seine Vergangenheit, um einen Urlaubsflirt und dessen mögliche Folgen – also ein sehr persönlicher Fall für den Ermittler des hessischen Landeskriminalamts, der bereits zum elften Mal auf Verbrecherjagd geht. Das kann Murot diesmal jedoch nur eingeschränkt tun, denn das Vergangene – oder „das Gesetz des Karma“? – lässt ihn einfach nicht los. Wie gut, dass er seine emsige und stets um ihn besorgte Assistentin Magda Wächter (Barbara Philipp) an seiner Seite hat, die sich um die Ermittlungen rund um einen ermordeten IT-Spezialisten kümmert.

Vom 4. November bis zum 11. Dezember 2021 wurde „Murot und das Gesetz des Karma“, die 1210. Folge der Tatort-Reihe, in Frankfurt am Main und Umgebung abgedreht. Seine Premiere feierte der Krimi bereits am 9. September 2022 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen, wo er für den Rheingold Publikumspreis nominiert ist. Die Fernsehzuschauer/-innen müssen noch etwas länger warten: Sie können die Produktion des Hessischen Rundfunks erstmals am Sonntag, den 25. September 2022 im TV erleben, und zwar um 20:15 Uhr im Ersten Programm der ARD.

Inhalt der Tatort-Folge „Murot und das Gesetz des Karma“

„Kannst du jetzt endlich mal damit aufhören?!“ Felix Murot ist nervös. Gleich soll er vor einem illustren Publikum aus der Versicherungsbranche einen Vortrag zum Thema Cyberkriminalität halten. In der Lobby des Hotels „Continental“ geht er in Gedanken nochmal sein Manuskript durch, spricht die Sätze vor sich hin – und wird dabei beständig von einem kleinen Mädchen gestört, das mit seiner Spielekonsole vor ihm hin und her läuft. Mit Kindern hat’s der LKA-Beamte halt nicht so – dabei ist dies nur ein kleiner Vorgeschmack dessen, was Murot in den nächsten Stunden noch erleben wird.

Nach dem Vortrag geht’s auf einen Absacker an die Bar, Murot gönnt sich einen Bordeaux. Neben ihm sitzt eine junge Frau, die gerade Scrabble auf dem Smartphone spielt. Man fachsimpelt ein bisschen über Wörter mit exotischen Anfangsbuchstaben, und schon finden sich die beiden zum Dinner im Restaurant des „Continental“ wieder. Murot bestellt Steak Tatar und lässt seinen ganzen Charme spielen. Als Versicherungsvertreter und verhinderter Polizist gibt er sich aus. Leider sei er damals durch die Aufnahmeprüfung gefallen. Seine weibliche Begleitung – Eva heißt die Dame – amüsiert sich prächtig, und auch Murot ist bester Laune. So bemerkt er gar nicht, wie Eva ihm in einem unachtsamen Moment K.O.-Tropfen verabreicht. Murot wird schwindelig, er kann sich kaum noch auf dem Stuhl halten, mit letzter Kraft und Evas Hilfe schleppt er sich auf sein Zimmer – und fällt sofort in einen tiefen Schlaf.

Erst als sein Handy zum wiederholten Mal klingelt, kann der Kommissar und verhinderte Versicherungsvertreter sich aufraffen. Völlig verkatert ist Murot aufgewacht, immer noch ist er total erschöpft. Und dann gleich ein wichtiger Anruf: „Wo bleiben Sie denn? Warum gehen Sie nicht ans Telefon? Wir haben hier eine Leiche!“ Seine Assistentin Magda Wächter klingt ziemlich aufgekratzt, offenbar kann sie gar nicht recht glauben, dass ihr sonst stets korrekter Chef immer noch nicht am Tatort erschienen ist. Wo der Tote gefunden wurde? „Hotel Continental, das kennen Sie doch?!“ Murot stutzt, schaut aus dem Fenster. Tatsächlich: Ein ganzes Aufgebot von Polizeifahrzeugen hat sich vor der Hoteleinfahrt versammelt. Genau dort, wo er übernachtet hat, nur eine Etage über ihm, hat sich in der letzten Nacht ein Mord ereignet. Martin Landrot hat’s erwischt. Der IT-Spezialist wurde grausam erstickt. Gepäck hatte er nicht dabei, tatsächlich ist er auch in Frankfurt gemeldet – an der Adresse seiner Mutter. Was also wollte Landrot überhaupt im Hotel?

Zur Ermittlungsarbeit im Tatort „Murot und das Gesetz des Karma“ kann der LKA-Beamte in seinem jetzigen Zustand nicht viel beitragen, und dann auch noch das: Murots Geldbörse wurde gestohlen. Nun kann er sich nicht mal als Polizist ausweisen, als er gemeinsam mit Wächter bei der Delphi Invest vorstellig wird, der Firma, für die Landrot gearbeitet hat. Trickreich schafft er es dennoch, sich bis zu den Fahrstühlen direkt in die Chefetage durchzuschlagen. Schöller, dem CEO von Delphi Invest, sprüht die Arroganz aus allen Poren. Landrot sei ein ziemlicher Einzelgänger gewesen, aber sonst könne er nicht viel über ihn sagen, bei 3.000 Mitarbeitern könne er ja nicht jeden persönlich kennen. Auch von den wenigen Mitarbeitern, die die beiden Kriminalbeamten in dem Glaspalast treffen, weiß keiner Genaueres über den Toten.

Auf dem Rückweg ist Murot immer noch so erschöpft, dass Wächter ihn am liebsten direkt zum Krankenhaus fahren würde, aber das lehnt der eigensinnige Ermittler strikt ab. Bloß nicht ins Hospital. Dann eben zu Wächters Hausarzt, auf den könne man sich verlassen, der wende „ganzheitliche Therapien“ an. Der aus Indien stammende Mediziner checkt Murot gründlich durch und fragt ihn als erstes, warum er denn nicht regelmäßig zur Nachsorge wegen seines Gehirntumors gehe. Dann verordnet er ihm täglich eine halbe Stunde Sport. Murot ist nicht begeistert, und seine Laune bessert sich nicht, als Wächter ihn mit den Erkenntnissen konfrontiert, die sie aus der Auswertung der Videokameras im Hotel gewonnen hat. Offensichtlich wollte sich Landrot dort mit jemandem treffen. Auf den Videos ist er zusammen mit einem Mann mit schwarzer Schirmmütze zu sehen. Zu dem Zeitpunkt hatte das Mordopfer einen Laptop dabei. Doch in seinem Zimmer wurde kein PC gefunden. Der Laptop ist weg, vom Erdboden verschluckt. Aber Wächter hat noch mehr gefunden. Auf einer Aufnahme ist nämlich ihr Chef zu sehen, wie er in Begleitung einer jungen Dame spätabends den Hotelflur entlangtorkelt, bis zu seinem Zimmer. Wächter wechselt in den strengen Tonfall einer Beinahe-Vernehmung, konfrontiert Murot mit diesen Aufnahmen. Bis dato hat er ihr nämlich nicht gesagt, dass er sich in der Tatnacht auch im Hotel aufgehalten hat. Was weiß er über diese Frau? Was hat er mit ihr zu tun? Und überhaupt: Was wollte er gerade in dieser Nacht im „Continental“? Murot reagiert entrüstet: Den Vortrag für die Versicherung hat er natürlich nicht ordnungsgemäß als Nebentätigkeit angemeldet – deshalb seine Zurückhaltung –, aber diese Frau: Das ist in seinen Augen eine harmlose Trickbetrügerin, die alten Männern gern die Portemonnaies klaut – weiter nichts. Dass sie mit dem Mord an Landrot etwas zu tun hat – nein, das kann er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Wächter, immer noch fassungslos darüber, dass ihr Chef ihr solche wichtigen Details verschwiegen hat, ist sich da nicht so sicher.

Ein Mitarbeiter einer großen Investmentfirma, der in einem Hotelzimmer einen gewaltsamen Tod stirbt und dessen Laptop danach unauffindbar ist – das ist schon sehr seltsam. Und tatsächlich interessieren sich im TV-Krimi „Murot und das Gesetz des Karma“ noch andere LKA-Mitarbeiter für die Delphi Invest, so auch Murots Kollege, Hauptkommissar Manfred Riedel von der Abteilung für Finanzkriminalität. Diese hat den Konzern und seinen undurchsichtigen CEO Schöller schon seit zwei Jahren im Visier. Offenbar betreibt Delphi Invest auf der ganzen Welt Scheinfirmen, um Gewinne zu verschleiern und Steuerpflichten zu umgehen. Aber Riedel plant schon den großen Coup: Demnächst will er den ganzen Laden „hochgehen lassen“. Deshalb bittet er Murot, die Mordermittlungen möglichst unauffällig zu führen, damit sich die öffentliche Aufmerksamkeit nicht zu sehr auf Delphi Invest richtet.

Nichts leichter als das, schließlich kann sich Murot ohnehin nicht voll auf seine Arbeit konzentrieren und steht immer noch ziemlich neben sich. Wächters indischer Hausarzt scheint mächtig Eindruck auf ihn gemacht zu haben, denn jetzt erscheint der Mediziner ihm schon im Traum: Er meint, Murot habe ein schlechtes Karma, die verhängnisvolle Begegnung mit Eva im Hotel sei nicht zufällig geschehen. Schlechtes Karma? Was soll das nun wieder heißen? Soll Murot sich jetzt auf spirituellen Schnickschnack aus Asien einlassen? Normalerweise hätte er so etwas sofort in die Untiefen seines Unterbewusstseins verbannt. Doch nun ist für den Ermittler nichts mehr normal. Er glaubt, in seine Wohnung sei eingebrochen worden. Die Bilder an der Wand würden falsch herum hängen. Wächter hält dies für Humbug und meint, ihr Chef sollte sich lieber auf den aktuellen Fall konzentrieren.

Doch eines Abends glaubt Murot, seinen Augen nicht zu trauen: Beim Fernsehen war er eingeschlafen, und als er wieder aufwacht, sitzt plötzlich die geheimnisvolle Frau aus dem Hotel an seinem Küchentisch. Sie behauptet, die Tochter von Marianne zu sein, einer großen Liebe Murots aus früheren Tagen. Ein halbes Jahr war er mit ihr zusammen, gemeinsam haben die beiden einen traumhaften Urlaub auf einer griechischen Insel verbracht, doch dann war sie plötzlich weg. Verschwunden, von einem Tag auf den anderen. Angeblich ist sie mit einem anderen Mann, einem Künstler und Musiker, auf die Nachbarinsel geflüchtet. Eva, Mariannes Tochter, hat nun die Tagebücher ihrer Mutter aufgestöbert. Und aus ihrer Sicht hat er, Murot, ihre Mutter vor vielen Jahren einfach sitzen gelassen – ein Verlust, über den sie nie hinweggekommen sei. Nun kommt Murot noch mehr ins Grübeln. Schuldgefühle plagen ihn. Offenbar hat Marianne also eine Tochter. Was ist damals mit ihr passiert, nach ihrer Trennung? Von Holger Hobel, dem „Musiker“ von damals, erfährt er, dass Marianne wohl versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen – danach saß sie dauerhaft im Rollstuhl.

Der sonst so souveräne LKA-Beamte steht im hr-Tatort „Murot und das Gesetz des Karma“ völlig neben sich und ist kaum noch zu seriöser Ermittlungsarbeit fähig – dabei hat Wächter gerade jetzt große Fortschritte bei den Ermittlungen gemacht. Aus den Kameraaufnahmen geht hervor, dass die Frau, die Murot mit K.O.-Tropfen außer Gefecht gesetzt hat, auch das Mordopfer Martin Landrot im Hotel getroffen und möglicherweise seinen Laptop gestohlen hat. Tatsächlich setzt Eva mit den brisanten Dokumenten, die sie auf dem PC gefunden hat, Schöller und seine Delphi Invest ordentlich unter Druck – und dort will man um jeden Preis verhindern, dass der Laptop und seine Inhalte in die falschen Hände geraten. Doch würden sie dafür auch über Leichen gehen? Und für Murot stellt sich schließlich noch eine sehr persönliche, sehr grundsätzliche Frage, deren Antwort sein ganzes Leben verändern könnte: Ist Eva gar seine Tochter?

Trailer

Vorschauvideo ORF



Trailer ARD



Tatort-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
„Murot und das Mittelmaß“ wäre wohl der treffendere Titel für diesen bestenfalls durchschnittlichen Tatort gewesen. Eine nicht sehr ergiebige Story mit vorhersehbarem Verlauf, dazu der Nebenstrang um Murots geheimnisvolle Romanze, der aber größtenteils beziehungslos neben dem eigentlichen Mordfall steht – das alles wirkt sehr konstruiert und zu gewollt. Für gediegene Unterhaltung am Sonntagabend mag das ausreichen, ist aber in jeder Hinsicht meilenweit entfernt von filmästhetisch ambitionierten Murot-Klassikern wie „Im Schmerz geboren“ oder „Angriff auf Wache 08“. Bleibt zu hoffen, dass dieser Ausflug in seichte Gefilde, bei dem man sich streckenweise in einen Münster-Tatort versetzt fühlt, ein Ausrutscher bleibt und die Murot-Krimis ihr insgesamt hohes künstlerisches Niveau aufrechterhalten können – und dass das „Gesetz des Karma“ in dieser Hinsicht nicht gilt.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Felix Murot – Ulrich Tukur
Assistentin Magda Wächter – Barbara Philipp
Eva – Anna Unterberger
Xavier – Thomas Schmauser
Schöller – Philipp Hochmair
Martin Landrot – Dirk Martens
Kapielski – Yorck Dippe
Hauptkommissar Manfred Riedel – Stephan Bieker
Bernd – Sascha Nathan
Holger Hobel – Jan Georg Schütte
Halina – Marlina Mitterhofer
Arzt – Mohammad-Ali Behboudi
u. v. a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Lars Hubrich, Matthias X. Oberg
Regie – Matthias X. Oberg
Kamera – Max Preiss
Ton – Ralph Ganswindt, Christian Mathias, Bernd Funtsch, Sascha Mattlehner
Szenenbild – Manfred Döring
Kostümbild – Monika Gebauer
Außenrequisite – Richard Wengerter, Maik Hörnig
Innenrequisite – Henrike Lindenberger
Maske – Karsten Reinert, Stefanie Lange, Irina Roglin
Schnitt – Stefan Blau
Musik – Christof Söhngen
Besetzung – Nathalie Mischel
Produktionsleitung – Uli Dautel
Aufnahmeleitung – Monique Gscheidle-Uhlig
Redaktion – Jörg Himstedt

Bilder-Galerie zum Krimi aus Wiesbaden


2 Meinungen zum Tatort Folge 1210: Murot und das Gesetz des Karma

  • Nico Haupt • am 25.9.22 um 9:02 Uhr

    Aus meinem Artikel „Die skurrilsten, bizarrsten oder verücktesten ‚Karrieresprünge‘ von allen TATORT-KommissarInnen…“ (4. Sept. 2022), hope ypu will enjoy it – it’s very funny to read !! ;-)
    justpasteDOTit/TATORTskurrileKarrieren

    „…*** LKA-Ermittler „Felix Murot“ (Ulrich Tukur) mit seinem Hang zu äusserst skurillen Fällen, wie z.B. einmal mit ca. 50 Toten, hiess 1996 in München noch „Hanno Haak“. 2002 tauchte er in Stuttgart im Ritter/Stark-TATORT als „Dr. Meister“ auf, ein Jahr später im Dellwo/Sänger-Frankfurt-TATORT bevorzugte der weisse Kittelträger jedoch lieber den Namen „Dr. Karl Petzold“ und arbeitete bei der Wirtschafts- und Kreditbank („WKB“), wo er sich mit Prostituierten traf. 2005 wohnte er in Wien und nannte sich „Georg Hochreiter“ !! *** …“ ;-)


  • Der Fremde • am 25.9.22 um 12:54 Uhr

    @Nico Haupt:
    War der Hr. Hochreiter (Ulrich Tukur) nicht als Kunstmaler in Tirol als ‚Der Teufel vom Berg‘ tätig? (inkl. Nacktszene von Nina Hartmann) … ;-)


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