Tatort Folge 1206: In seinen Augen



Erscheinungsjahr: 2022
Kommissar: Berlinger
Ort: Tatort Mainz


  46 Meinungen
Tatort Folge 1206: In seinen Augen 3 46

„In seinen Augen“ sieht sie es, das Gewalttätige, das Mörderische. Davon ist die Mainzer Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) überzeugt. Ihr Gefühl sagt ihr, dass der vorbestrafte Hannes Petzold die wohlhabende Witwe Bibiana Dubinski ermordet hat, die an einer Überdosis Insulin gestorben ist. Nur beweisen kann sie es nicht – noch nicht. Die Zeit rennt Berlinger und ihrem Kollegen Martin Rascher (Sebastian Blomberg) davon, denn Staatsanwältin Winterstein hat den beiden Ermittlern eine Frist gesetzt: Bis sechs Uhr morgens sollen sie handfeste Beweise für Petzolds Schuld liefern – ansonsten wird der in Untersuchungshaft befindliche Verdächtige freigelassen. Berlinger und Rascher rekapitulieren gedanklich nochmals den gesamten Fall; durch Rückblenden wird die ungewöhnliche Geschichte einer Dreiecksbeziehung zwischen zwei Best-Agerinnen und einem vorbestraften Betrüger, der für seine Taten im Gefängnis gebüßt hat, nacherzählt.

Permanent steht dabei die Frage im Raum, ob der Tod von Bibiana Dubinski tatsächlich ein Mord war – oder ein Unfall oder Selbstmord. Kann Kommissarin Berlinger ihrer Intuition noch trauen?
Berlingers vierter Fall wurde vom Südwestrundfunk im Sommer 2021 in Mainz abgedreht. Seine Premiere feierte er bereits am 22. Mai 2022 im Rahmen einer Open-Air-Vorstellung des SWR beim Rheinland-Pfalz-Tag in Mainz. Im TV ist der Film am Sonntag, dem 26. Juni 2022 erstmals zu sehen, wie immer um 20:15 Uhr im Ersten.

Als 1206. Beitrag der Krimireihe ist „In seinen Augen“ zugleich der letzte vor der diesjährigen Tatort-Sommerpause. Aber keine Sorge: Wer danach weiterhin Lust auf Neues hat, darf sich am Sonntag darauf noch auf einen frischen Polizeiruf 110 aus Magdeburg freuen: „Black Box“ mit Claudia Michelsen als Doreen Brasch beschließt am 3. Juli 2022 den Reigen der ARD-Sonntagskrimis, bevor es für etwa acht Wochen in die Sommerpause geht.

Inhalt der Tatort-Folge „In seinen Augen“

Seit zwei Wochen steht sie bereits leer, die herrschaftliche Villa Dubinski. So lange ist die Hausherrin, die wohlhabende und lebensfrohe Bibiana Dubinski, schon tot, gestorben an einem Insulinschock. War es ein Unfall, ein Suizid – oder ein Mord? Das ist auch vierzehn Tage später noch nicht eindeutig geklärt, weshalb die beiden Mainzer Kriminalkommissare Ellen Berlinger und Martin Rascher nochmal an diesen Ort zurückkehren. Sie inspizieren das gesamte Gebäude, auf der Suche nach etwas, das sie bisher übersehen haben. Oder läuft ihnen der Schlüssel zur Lösung des Falls gerade leibhaftig über den Weg? Die beiden Ermittler sind nämlich nicht allein in der Villa, auch Hannes Petzold ist anwesend – seines Zeichens Ex-Knacki und jetziger Liebhaber von Charlotte Mühlen, der besten Freundin und Alleinerbin Dubinskis. Nie hat Berlinger einen Zweifel daran gelassen, dass sie Petzold für den Täter hält, sie hat es „in seinen Augen“ gesehen. Und jetzt stehen sie und Rascher dem vermeintlichen Mörder Auge in Auge gegenüber, im Haus des Opfers – wie auf dem Silbertablett serviert. Doch so leicht lässt der juvenile Hannes sich nicht festnehmen: Er ergreift die Flucht, entwischt den Kommissaren, stellt ihnen ein paar geschickte Fallen – und landet schließlich doch in Handschellen im Streifenwagen. Während der spektakulären Verfolgungsjagd bricht sich Martin Rascher allerdings noch den Arm; der Gips erinnert ihn stets daran, mit Petzold handfeste Bekanntschaft gemacht zu haben.

Täter gefasst, Ende gut, alles gut? Dann würde der SWR-Tatort „In seinen Augen“ wohl als der kürzeste aller Zeiten in die Geschichte eingehen, und so einfach ist es natürlich nicht. Die resolute Staatsanwältin Jasmin Winterstein macht den beiden Ermittlern einen Strich durch die Rechnung. Sie stand Berlingers Theorie, dass die reiche Witwe Bibi Dubinski einem Mord zum Opfer gefallen sein soll, von Anfang an skeptisch gegenüber, und auch jetzt ist sie nicht überzeugt, dass Petzold der Täter ist. Zu dünn sei die Beweislage, damit könne sie vor Gericht nicht bestehen. Kurzum: Winterstein will alle Ermittlungen einstellen, was sofort eine empörte Reaktion der engagierten Berlinger hervorruft, die sich so sehr auf Petzold als Täter fokussiert hatte. Martin Rascher kennt Winterstein schon länger und pflegt ein vertrautes Verhältnis zu ihr, und so erreicht er schließlich, dass sie ihnen eine kurze Schonfrist gewährt, während der Petzold zunächst inhaftiert bleibt. Berlinger ist immer noch aufgewühlt, lässt sich aber auf den Deal ein. Und so gehen sie gedanklich nochmal Schritt für Schritt diesen seltsamen Fall durch, auf der Suche nach etwas, das sie womöglich übersehen haben. Mithilfe von Rückblenden wird die ganze Geschichte des TV-Krimis „In seinen Augen“ auch für die Zuschauenden ersichtlich.

Zunächst sieht es so aus, als sei Bibiana Dubinski ein ganz gewöhnlicher Todesfall: Der Hausarzt hat einen Insulinschock infolge einer Überdosierung als Todesursache bei der Diabetikerin festgestellt. Doch die Pathologin wird stutzig: Sie stellt Abschürfungen an den Knien und Händen der Leiche fest, was ihrer Ansicht nach auf Fremdeinwirkung hindeutet – oder auf einen Suizid. Aber Selbstmord? Bibi hat das Leben in vollen Zügen ausgekostet, „Carpe Diem“ war ihr Motto. Ein freiwilliges Ableben scheint da nur schwer vorstellbar. Also erkundet Ellen Berlinger das Umfeld der Toten – zunächst allein, denn Kollege Rascher befindet sich zu dem Zeitpunkt noch auf einer Fortbildung. Charlotte Mühlen ist Bibis beste Freundin, die Lebenswelten der beiden Frauen könnten jedoch nicht unterschiedlicher sein: hier die steinreiche Fabrikantenwitwe, dort die kleinbürgerliche graue Maus. Aber die beiden Frauen finden einen Draht zueinander, und weil Bibi keine Angehörigen mehr hat, vermacht sie Charlotte kurzerhand ihr gesamtes Vermögen. Die macht sich jedoch überhaupt nichts aus Geld, denn ihr Ein und Alles ist Oskar, ihr kleiner Hund. Als der stirbt, bricht für Charlotte eine Welt zusammen. Und ausgerechnet Hannes Petzold, rechtskräftig verurteilter Betrüger und nun Mitarbeiter im Mainzer Tierkrematorium, eröffnet ihr eine neue. Hannes könnte Charlottes Sohn sein, doch der Altersunterschied stört sie nicht, auch nicht seine kriminelle Vergangenheit. Vielmehr scheint sich Charlotte von seiner proletarisch-rauen Art angezogen zu fühlen. Ellen Berlinger hingegen erscheint Hannes schon bei ihrer ersten Begegnung in der Villa Dubinski verdächtig, zumindest ungewöhnlich aggressiv, vielleicht auch gewaltbereit – wie sie es „in seinen Augen“ sieht.

Zunächst muss nun jedoch der endlich von seiner Fortbildung zurückgekehrte Rascher seine alten Beziehungen zu Staatsanwältin Winterstein spielen lassen und sie davon überzeugen, einen Durchsuchungsbeschluss für die Villa Dubinski zu beantragen, denn auf dem offiziellen Dienstweg gelten die Intuitionen einer Kommissarin natürlich nichts. Zudem muss Berlinger sich anhören lassen, dass sie wohl einen etwas zu offensiven Befragungs- und Vernehmungsstil pflegt und manche so gewonnene Aussage vor Gericht nicht verwertbar ist. Aber warum soll sie sich zurückhalten, wenn ihr Gefühl ihr sagt, dass sie richtig liegt? Im Gegensatz zur Staatsanwältin ist Berlinger schließlich schon nach der ersten Befragung von Charlotte Mühlen und Hannes Petzold überzeugt davon, dass es hier um Mord geht – und dass Hannes Petzold der Mörder ist. „Ich kann hinter den Moment der Erkenntnis nicht zurück. Ich weiß es. Und jetzt muss ich es beweisen.“ So klar ist für sie die Lage.

Doch anstatt sich in kriminalistisches Wohlgefallen aufzulösen, werden die Verhältnisse im TV-Krimi „In seinen Augen“ immer komplizierter. Tatsächlich finden sich die Fingerabdrücke von Hannes Petzold überall in der Villa. Aber das war es dann auch schon mit der Eindeutigkeit. Das Dreiecksverhältnis, in dem Bibiana, Charlotte und Hannes lebten, war in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich – und sehr anfällig für Streit, Eifersucht, Misstrauen. Natürlich ist Hannes der Reichtum von Charlottes bester Freundin nicht entgangen. Hat er Bibi vielleicht als die bessere Partie angesehen? Wenn es ihm nur um den schnöden Mammon gegangen wäre, bestimmt. Aber war das so? Was, wenn Charlotte die beiden in flagranti erwischt hätte? Und ob Charlottes Verhältnis zu Bibi tatsächlich immer so harmonisch war? Schließlich vermutet Charlotte, dass ihr Hund Oskar vergiftet worden sei – ob Bibi da „nachgeholfen“ hat, um Charlotte enger an sich zu binden? Wo Bibi ihr Insulin aufbewahrte, wusste Charlotte ebenfalls. Doch sie und Hannes geben sich gegenseitig ein Alibi.

Schließlich jedoch findet Rascher heraus, dass es noch einen anderen Menschen im Leben von Hannes Petzold gibt, der ihm sehr wichtig ist: sein Sohn Enrico. Schon lange kämpft Petzold um das Sorgerecht für Enrico, bisher jedoch ohne Erfolg. Sein Sprössling ist psychisch labil, drogenabhängig und mehrfach vorbestraft. Immer wieder versucht Hannes Petzold, an ihn heranzukommen, ihm in die Spur zu helfen, ihn auf die „richtige Seite“ zu ziehen – doch das ist nicht so einfach, denn auch Enrico gefällt nicht alles, was sein Vater so treibt. Vor allem Hannes’ Beziehung zu Charlotte ist ihm ein Dorn im Auge. Kommissar Rascher heftet sich an die Spuren von Vater und Sohn, belauscht die beiden mithilfe modernster Technik, die sogar exotische Papageien in – Achtung, Running Gag – Wiesbaden orten kann, doch so richtig weiter bringt ihn das auch nicht.

Rascher vertraut Berlinger und ihrer Intuition voll und ganz, er steht fest hinter ihrer Theorie vom Mord an Bibiana Dubinski – doch allmählich benötigen sie stichhaltige Aussagen oder Beweise, denn ihnen rennt die Zeit davon. Wenn sie bis sechs Uhr morgens nichts gegen ihn in der Hand haben, wird Hannes Petzold aus der Untersuchungshaft entlassen. Und erst kurz vor Ablauf der Frist enthüllt sich vor ihren Augen die ganze, zutiefst tragische Dimension dieses Falles, der weitere Kreise zieht, als die Kommissare zunächst angenommen haben …

ORF Trailer



ARD Vorschauvideo



Tatort-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
Die SWR-Tatorte aus Mainz mit dem bekannten Gesicht Heike Makatsch mausern sich allmählich zu einer festen Größe am Sonntagabend – und das völlig zu Recht. Der vierte Einsatz für Ellen Berlinger überzeugt auf ganzer Linie. Die Story um die vertrackte Dreiecksbeziehung zwischen zwei Best-Agerinnen und einem Ex-Knasti ist klug konstruiert und schauspielerisch überzeugend in Szene gesetzt. Dass die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen spielt, zwischen denen auch noch munter gewechselt wird, hält die Spannung und die Aufmerksamkeit beim Zuschauer hoch. Hier liegt zugleich das einzige größere Manko des Films, denn gerade am Anfang ist es schwierig, die verschiedenen Zeitebenen auseinanderzuhalten und den Kontext der Szenen zu erschließen – dieser wird erst nach und nach ersichtlich. Manch ein ungeduldiger Zuschauer könnte hier schon entnervt aussteigen. Dranbleiben lohnt sich aber, denn man wird mit einem kurzweiligen Krimi und einem launig aufspielenden Ermittlerduo belohnt, das sich allmählich zu finden scheint. Insgesamt starke vier Sterne.

Tatort-Besetzung

Kommissarin Ellen Berlinger – Heike Makatsch
Kommissar Martin Rascher – Sebastian Blomberg
Charlotte Mühlen – Michaela May
Hannes Petzold – Klaus Steinbacher
Bibiana Dubinski – Ulrike Krumbiegel
Staatsanwältin Jasmin Winterstein – Abak Safaei-Rad
Maja Ginori – Jule Böwe
Enrico Thiele – Linus Moog

Tatort-Stab

Regie – Tim Trageser
Drehbuch – Thomas Kirchner
Kamera – Eckard Jansen
Musik – Andreas Weidinger
Schnitt – Andreas Althoff
Casting – Marc Schötteldreier
Produzent – Marc Müller-Kaldenberg
Redaktion – Ulrich Herrmann


53 Meinungen zum Tatort Folge 1206: In seinen Augen

  • Sonja • am 26.6.22 um 20:32 Uhr

    Das ist Tatort Mainz… Nicht Freiburg!


  • Gerald • am 26.6.22 um 21:07 Uhr

    @Sonja
    danke für die Rückmeldung. Direkt angepasst.


  • Judith Kraft-Held • am 26.6.22 um 21:36 Uhr

    Schade, story vertan, störrische kommissarin, störrische staatsanwältin – wie gehabt – guter cooler kollege.


  • S • am 26.6.22 um 21:39 Uhr

    Einfach nur schlecht, Besetzung, Drehbuch, insbesondere die Dialoge.


  • Winfried Vorbeck • am 26.6.22 um 21:44 Uhr

    Nach 45 Minuten war der Stand, dass Ermittlerin Berlinger nichts hatte als Antipathie gegen einen Vorbestraften. Eine Ermittlerin, die keinen Bock auf gesetzliche Vorgaben und Bestimmungen hat und sich den Anweisungen ihrer Vorgesetzten widersetzt. Warum sie mit dieser Einstellung Beamte bei der Kripo ist, muss man nicht verstehen.

    Der Kollege nimmt Schmerztabletten mit Whisky, die Staatsanwältin hat so wenig Vertrauen in „ihre“ Polizei, dass sie die Entführung ihrer Tochter verheimlicht.

    Spannend? Man wusste nicht, wie es ausgeht. Ob das Ende, das ist, was für einen Krimi üblich ist. War es nicht. Das hat mir gefallen und mich für Einiges entschädigt.


  • Supi • am 26.6.22 um 21:46 Uhr

    Sehr stark, sehr fesselnd.
    Besten Dank nach goldisch Meenz!


  • Marlis • am 26.6.22 um 21:47 Uhr

    In ist, höhere Positionen, wie in diesem Tatort die der Staatsanwältin mit Frauen, schwarz, wenn möglich noch muslimisch zu besetzen. Ist das Order von Oben?

    Schwer enttäuscht.


  • Karin L. • am 26.6.22 um 21:49 Uhr

    Den Ex-Knacki mit dem weißen Unterhemd unter der Lederjacke fand ich schnuckelig.

    Über das Auf und Ab des Rest breiten wir besser den Mantel des Schweigens.

    10 Miuten Action zum Schluss hin entschädigt nicht für eine geschlagene Stunde Langatmigkeit.


  • Arnt J. • am 26.6.22 um 21:49 Uhr

    Einfach Klasse dieser Tatort – tolle Charaktere – super Spannung durch die Rückblenden – es „knistert“ quasi von Anfang bis Ende .
    Eine hervorragende Heike Makatsch –
    Voll verdiente 5 Sterne !!


  • Thorsten • am 26.6.22 um 21:50 Uhr

    Hat mich gut unterhalten und die Auflösung war wirklich überraschend. Starke Schauspieler, abgesehen von Heike Makatsch. Eine Kommissarin, die reihenweise so viele Fehler macht, wäre wohl in der Realität nicht mehr im Dienst.


  • Mart • am 26.6.22 um 21:50 Uhr

    Ja, war spannend, aber unglaubwürdig.


  • Christian Ditz • am 26.6.22 um 21:55 Uhr

    Ein schauspielerisch und in der Kameraführung sehr gelungener Tatort.
    Die Zitate aus Schillers „Eine großmütige Handlung“ zum Film passend, auch die Kommunikation der Kommissare nicht sofort, aber während der Handlung schlüssig.
    Mich haben seit lange nicht mehr alle Schauspieler in ihren Rollen so überzeugt.
    Macht Lust auf mehr Tatort aus Mainz.


  • Stefan G. • am 26.6.22 um 21:56 Uhr

    Ein Tatort im Shakespeare-Stil.
    Sehr viel Drama. Etwas mehr Krimi wäre in Zukunft noch besser.
    Makatsch + Blomberg mit guter Leistung (besonders die Ornithologen-Sequenz war amüsant).
    Sonderlob an Klaus Steinbacher, der facettenreich aufspielte.
    Einer der besseren Folgen des Jahres 2022.


  • Hanz W. • am 26.6.22 um 21:57 Uhr

    nun ja, immerhin hat man der Versuchung widerstanden, den Petzold am Schluss als Täter zu präsentieren, auf dass die aufrechte Kommissarin als einzige dann doch noch recht behalte … Ansonsten über weite Strecken kaum über Vorabend-Niveau, eine unglaublich nervig-übergriffige Kommissarin, kaum ausgelotete Charaktere, eine Geschichte mit Verwicklungen, die so vollkommen haarsträubend ist, ein Halbwüchsiger, der qua Regie und Drehbuch das immergleiche Klischee herunterspielen muss. Und so fort. Der Rascher immerhin hat mir ganz gut gefallen. Schwache zwei Sterne.


  • Jonathan • am 26.6.22 um 22:02 Uhr

    Zwiegespalten. Ja, halbwegs interessante Story, teils weit hergeholt. Schauspielerleistung fand ich etwas hölzern. Nichtlineare Erzählweisen finde ich eher lästig, hier war es gerade noch aushaltbar mit den Zeitsprüngen, ohne wäre dennoch schöner gewesen.

    Der Sohn war doch mit der Staatsanwaltstochter auf dem Parkplatz als die Kommissarin den Vater beobachtet hat, wie er seinen Sohn dort das erste mal für den Zuschauer sichtbar trifft, oder nicht? Das hatte mich massiv irritiert, dass die Kommissarin das total ignoriert hat. Oder sah das eien Mädchen der Tochter nur zufällig sehr ähnlich? Wenn ja, dann wäre das ein Kritik an die Regie. Egal wie man es dreht und wendet, in jeder Betrachtungsweise war diese Szene sehr missverständlich (entweder aus Regie- oder aus Story-Sicht).


  • Der Fremde • am 26.6.22 um 22:05 Uhr

    Mehr eine Farce als ein ernst zu nehmender Krimi, gespickt mit unglaubwürdigen Wendungen en masse. Überwiegend schlechte schauspielerische Leistungen (insbes. der Sohn von Petzold und die dunkelhäutige Staatsanwältin).

    Aber wenigstens einen Superlativ weist dieses TO-Team auf: die aktuell mit Abstand unsympathischste Kommissarin des TO-Universums.
    Zwei Sterne nur, weil ich die Rolle von Michaela May ganz nett fand.


  • Bruno • am 26.6.22 um 22:05 Uhr

    Ein paar interessante Szenen. Das war alles. Aus dem Stoff an sich hätte ein ausgebildeter Regisseur mit intelligenteren Drehbuchschreibern einen sehenswerten Tatort machen können. Die unmotivierten Rückblenden erstickten jede ansatzweise aufkommende Spannung.
    Eine hervorragende Schauspielerin in der Rolle einer minderbegabten Polizistin, die es mit ihrer Dienstauffassung nie im Leben zur Hauptkommissarin gebracht hätte.
    Und das alles nur, weil es seit ein paar Jahren Regisseure und Drehbuchschreiber gibt, die meinen, sie wären große Künstler und müssten den Rezensenten gefallen.
    Liebe Leute, es sind wir Zuschauer, die eure Filme mit Freude ansehen wollen.
    Es ist auch nur eine ganz kleine Minderheit, die in von Sterneköchen geführte Restaurants gehen. Sollen sie.
    Die Mehrheit möchte aber schmackhaftes und bezahlbares Essen, das satt macht.
    Ich möchte sehenswerte Unterhaltung, keine angeblich exquisite Zusammenstellung undefinierbarer Zutaten, zubereitet von einem Koch, der sich um Preise keine Gedanken machen muss, da seine Gäste ja gezwungenermaßen zahlen müssen. Egal, ob es schmeckte oder nicht.


  • Attila • am 26.6.22 um 22:10 Uhr

    Endlich eine Folge, wo Täter und Opfer nicht aus Berlingers Bekannterkreis kommen. Und man hat auf die klassische Lösung („ich wußte immer, dass er das war“) verzichtet, der Hauptverdächtige war zwar nicht ganz sauber, aber im Wesentlichen unschuldig.
    War Berlinger immer so eine blöde Kuh? Wie sie sich in diesem Tatort verhielt, war ziemlich unprofessionell, wie ein Kind das im Laden keine Schokolade bekommt. Und recht hatte sie auch nicht. Der Kollege Martin hat aber alles richtig gemacht.
    Es gut konstruiertes Drama, mit einer überraschender Lösung.
    Aber, dass einer wie Hannes tatsächlich so eine echte, ehrliche Beziehung zu einer alten Frau hat, ist kaum vorstellbar. Und ohne die wäre die ganze Geschichte nicht geschehen.


  • Der Fremde • am 26.6.22 um 22:14 Uhr

    @Bruno:
    Ja, aber in dieser Folge waren m.E. keine „Sterne-Köche“ für Gourmets am Werk, sondern eher unbegabte Handwerker. Diese Folge wird auch keinem TO-Gourmet gefallen …


  • Colorwriter • am 26.6.22 um 22:16 Uhr

    Na, ich weiß nicht, was schlimmer war.

    Die allzu (Über)konstruierte Handlung?

    Die allzu merkwürdigen Charaktere? Insbesondere die ermittelnde Kommissarin Berlinger und ihr absurdes Gegenstück, die Staatsanwältin?

    Die zu vielen Ungereimtheiten?

    Das alles in Summe ist für mich ein trauriges Beispiel, wie man eine grandiosen Grundidee am Ende total versemmelt.

    Da hilft auch nicht das exzellente Schauspiel, besonders Michaela May, darüber hinweg. – Nicht mal der Gedanke, dass alles ist eben nur eine Fiktion. Das war AEG. Am Ende Gescheitert.

    Nur ein Stern von mir.


  • Franziska aus F. • am 26.6.22 um 22:29 Uhr

    Hat diesmal für alle Zuschauer gepasst. Man konnte sich damit identifizieren. Egal ob älter oder jünger.

    PS…. weiss jemand wer die Zielgruppe von Tatort ist?

    So ab Mitte 40 steil aufwärts schätze ich. Oder kennt jemand junge Leute in den 30, die Tatort schauen?

    Ich kenne keinen einzigen.

    Und daran denken die Drehbuchautoren in der letzten Zeit nicht (Stichwort @Bruno mit den Sterneköchen-Vergleich)


  • Henning • am 26.6.22 um 22:33 Uhr

    Immer wenn ich dachte, ab diesem Moment läuft es doch nach dem üblichen Schema ab, kam es doch wieder anders. Eine clever gemachte Geschichte. 4 Sterne.


  • Jonathan • am 26.6.22 um 22:35 Uhr

    @Franziska aus F.
    Ich bin Mitte 30 und schaue Tatort seit ich ca. 15 bin. Kenne noch viele weitere mit ähnlicher Tatort-Historie aus dem privaten Umfeld.


  • Wolfgang • am 26.6.22 um 22:36 Uhr

    Reiht sich in den letzten Tatort Schrottfilmen nahtlos ein. Langatmig, dumme Dialoge und null Spannung. Tatort bringts einfach nicht mehr.


  • Simone • am 26.6.22 um 22:40 Uhr

    Nach langem endlich mal wieder ein gelungener Tatort! Er war anfangs zwar etwas langatmig, aber insgesamt fand ich ihn ziemlich spannend. Auch die schauspielerische Leistung war gut.


  • Garbak • am 26.6.22 um 22:42 Uhr

    Hi Fans,
    Eine interessante Geschichte. Aber ich bezweifle, daß der drogensüchtige Sohn (Enrico) in der Lage ist, soviel zu leisten. Wie hat er denn das Mädchen entführt? Dazu braucht es Planung, bestmöglich ein Auto, um sie wegzuschaffen. Er hatte aber nur ein Fahrrad.
    Nächster Punkt: Stimmenverzerrter Telefonanruf.
    Enrico erschien mir eher wie jemand der einen simplen Verstand, und ein ungeduldiges Temperament hat.
    Und wie hat er diese Überdosis bei Bibiana angesetzt? Keiner der nicht selbst Diabetes hat, versteht die Nutzung von so einem Gerät, und ob man da tatsächlich bestmöglich zu Tode kommt.
    Erscheint mir etwas Arg für einen 16 jährigen…
    Gebe mal 3 Sterne.


  • BK • am 26.6.22 um 22:44 Uhr

    Die Handlung dieses Tatorts kam gleich spannend und komplex daher, des Weiteren wies sie keine Logiklücken auf und brach auch gesellschaftliche Klischees auf, Kompliment!
    Zudem wurden gekonnt Sub-Ebenen vermittelt und Rückblenden gelungen eingesetzt. Figuren wurden Schritt für Schritt eingeführt und am Ende wartete ja noch eine gute Wendung.
    So sollte Tatort sein, gerne mehr davon.


  • Franziska aus F. • am 26.6.22 um 22:44 Uhr

    @ Jonathan, danke für die Info !


  • BK • am 26.6.22 um 22:53 Uhr

    @Franziska aus F. Bezüglich der Zielgruppe:
    Ich bin 17 Jahre alt und schaue Tatort :)


  • Bina • am 26.6.22 um 23:05 Uhr

    Genialer Tatort, volle Punktzahl.

    Heike Makatsch sehr stark – vom Gefühl her eine Frau, die die Ungereimtheiten gespürt hat, vom Fall her die souveräne Kommissarin, die „in seinen Augen“ gelesen hat. Allerdings wäre sie ohne ihren Kollegen ganz böse auf der Strecke geblieben, wenn er sie nicht aus jedem Schlamassel, in den sie sich selbst rein manövrierte, gerettet hätte.

    Das Drama um die beiden älteren Damen und dem jungen Gigolo kann wahrscheinlich nur jemand richtig nachvollziehen, der das im eigenen Verwandtschaftskreis erlebt hat… bei einer Tante von mir. Zum Glück endete die Geschichte nicht tödlich wie im Film, aber der gelebte „Tod“ nach dem Abgezockt werden wiegt auch schwer.

    Die beiden Frauen, großartig gespielt von Michaela May und Ulrike Krumbiegel, die eine von Welt, die sich mit Geld alles kaufen kann, was sie will, die andere das Mauerblümchen in der Kittelschürze – extremer konnte der Kontrast nicht sein und trotzdem enge Freundinnen. Gibt es übrigens öfter, als man(n) vielleicht glaubt.

    Dass die eine scharf auf den Liebhaber der Freundin war, ist vielleicht verwerflich, aber wer ohne Schuld ist, werfe den ersten (moralischen) Stein, meine Herren, die sich hier so darüber echauffieren. Umgekehrt regt sich doch darüber niemand auf, das ist „normal“, dass Männer ihren Trieben nachgehen dürfen, aber Frauen gefälligst ihre Lust in Zaum halten sollen. Verstaubtes Klischee.

    Interessanterweise hatte ich nie auf den Liebhaber getippt, auch wenn der Fokus auf ihn gerichtet war und immer wieder dezente Hinweise im Film darauf regelrecht führen sollten. Das war doch zu eindeutig. Er hatte gebüßt, wie er selbst sagte und warum sollten Resozialiserungsmaßnahmen nicht greifen?

    Tragisch die Rolle des Jungen, der mit aller Macht um die Liebe und Aufmerksamkeit seines Vaters buhlte und natürlich die Gefahr in den Frauen erkannte und sich genötigt fühlte, ihm beizustehen.

    Die Rolle der Staatsanwältin fand ich miserabel. Die Entführung der Tochter wurde von ihr sehr unprofessionell angegangen, auch wenn natürlich die Mutter aus ihr gesprochen hat. Trotzdem hätte sie aus ihrer Erfahrung heraus ganz anders agieren müssen. Die Möglichkeiten dazu hat sie, wenn nicht sie, wer dann? Da gefällt mir eine Frau Klemm aus Münster bei weitem besser.

    Alles in allem sicherlich ein Film ab 50 Plus, aber dafür sehenswert.


  • Tatortversteher • am 26.6.22 um 23:09 Uhr

    Ich kann mich nur BK anschließen! Stimmig erzählte Geschichte ohne irgendwelche Kommissar-Privatgedöns-Nebenhandlungen. Aufs Wesentliche konzentriert und nicht von Anfang an durchschaubar.
    Top! 5 Sterne plus.


  • alter Fan ( tm ) • am 26.6.22 um 23:39 Uhr

    wieder so ein TO von den “ Neuproduzenten “ – könnte man ins Bodenlose schlecht kommentieren – nein – genial war diese Produktion auch nicht gerade – aber die Story insgesamt fand ich schon , wenn auch anfänglich etwas verworren und zäh in Szene gesetzt , recht interessant – der finale Showdown hat dann doch eine mehr oder weniger spannende Auflösung aller Rätsel gebracht – schauspielerisch gut gemacht – ich mag zwar Heike Makatsch , aber diese Kommisarinnenrolle kann man ihr einfach nicht abkaufen ; überzeugt halt nicht – genauso ihr Partner und die Staatsanwältin – nicht von dieser Welt – im Gegensatz dazu gibt´s von mir dann 99 Punkte für die schauspielerische Leistung von Michaela May -auch wenn man besser auf die eine oder andere-“ erotische “ Szene verzichtet hätte – insgesamt fand ich diesen TO aber trotzdem unterhaltend und vergebe 3 wohlverdiente Sterne


  • sabine m • am 27.6.22 um 2:02 Uhr

    Einfach Klasse, schwarze Staatsanwältin, 15jähriger Junge der eine Frau ermordet, eine andere fast tot schlägt und ein junges Mädchen entführt.
    Alles sehr realistisch. Aber die Pasta-Kochszene war top. Spaghetti auseinander brechen und ins kalte Wasser geben. Ein wahnsinnig toller Tatort.


  • Till Schneider • am 27.6.22 um 3:47 Uhr

    Ein Stern für das ganze Drama, ein Extrastern für Klaus Steinbacher, den Darsteller des Hannes Petzold. Steinbacher hat eine ungeheure Intensität in die Rolle gebracht, und er war der einzige, der seiner Figur volle Authentizität verliehen hat. Michaela May war für mich allerhöchstens halb-authentisch als Love-Granny Charlotte Mühlen, besonders in den intimen Szenen. Da hat sie zu gütig rumgeschmunzelt, zu einseitig-klischeehaft. Bei Rosamunde Pilcher hätte es besser gepasst.

    Selig, wer schlechtes Schauspiel wegstecken kann oder es gar nicht bemerkt! Ich Unseliger kam irgendwann auf die Idee, mir vorzustellen, dass es sich bei diesem Tatort um eine Schüler-Aufführung eines Theaterstücks handelt. Von diesem Moment an war für mich alles schlüssig: Die meisten Schüler bzw. Darsteller „bemühen sich redlich“, zu deklamieren wie ein Schauspieler (oder so ähnlich) – und ein Schüler hat echtes Talent, nämlich der Steinbacher Klaus. Ich bin bis zum Schluss des Films nicht mehr weggekommen von dieser Vorstellung. Tiefpunkte: Heike Makatsch, die Staatsanwältin Abak Safaei-Rad und die Sado-Granny Ulrike Krumbiegel; erträglich: Sebastian Blomberg und Petzold-Sohn Linus Moog.

    Aber das eigentliche Problem war das Stück, das aufgeführt wurde. Soll ich mal im Einzelnen vortragen, welche ideologischen Vorgaben in diesem Tatort zu welchen genauen Handlungen, Plot-Charakteristika etc. geführt haben? Also z.B. das Diversity-Gebot, das Feminismus-Gebot, das sexuelle Vielfalt-Gebot usw.? Nein, ich lasse es, aber ich behaupte, dass praktisch die ganze Drehbuch-Konstruktion durch diese Gebote zu erklären ist. Nur ein kleines, unbedeutendes Beispiel: Wer repariert das Fahrrad der Staatsanwaltstochter? Zur Verfügung stehen ein Mann und eine Frau. Was würde man erwarten? Egal, die Frau macht’s. Denn es muss gezeigt werden, dass heutzutage … ich muss nicht weiterreden, aber ich habe es so satt. Wozu soll das gut sein? Wem soll das ernsthaft nutzen? Und welche gesellschaftlichen Schäden kann es anrichten, bzw. richtet es tatsächlich an?

    Mein Fazit: Ein absurder und absurd schlechter Streifen mit einer einzigen Lichtgestalt.


  • Jonathan • am 27.6.22 um 7:04 Uhr

    Fand eigentlich noch wer, dass dieser Klaus Steinbacher unglaubliche Ähnlichkeit mit „Jon Snow“ aus Game of Thrones hat, sowohl optisch als auch die Stimme des deutschen Synchronsprechers?


  • Der Fremde • am 27.6.22 um 7:14 Uhr

    @Jonathan:
    Ich empfand eine starke Ähnlichkeit (Aussehen, Stimme) mit Murathan Muslu (Vorstadtweiber, etc.). Vielleicht spricht der ja die Synchronstimme in dem von Ihnen genannten Film. Der Genannte ist im dt.-sprachigen Bereich häufig engagiert.


  • franko francetti • am 27.6.22 um 8:31 Uhr

    Eigentlich mag ich Heike Makatsch ganz gerne, aber die Rolle passt einfach nicht zu Ihr, Blomberg ist eigentlich ganz ok. Das reicht aber leider nicht für einen Tatort


  • Andy • am 27.6.22 um 9:26 Uhr

    Wenn ich das Blutzucker-Messgerät in dem kurzen Moment richtig gelesen habe, war der Blutzuckerwert in einer Szene bei 214 mg/dl und Bibi lag todsterbenskrank auf der Couch, nicht in der Lage, sich ihren Insulinpen zu holen. Sorry @Autoren, Ausstatter usw., aber ich bin seit 40 Jahren Typ1-Diabetiker – 214 sind zwar nicht schön und sollten korrigiert werden, aber bei dem Wert liegt wirklich niemand japsend rum.

    Ist zwar nicht wichtig, aber trotzdem finde ich es nervig, wenn selbst so einfache Dinge falsch dargestellt werden.

    Sollte ich mich bei dem Wert geirrt haben, nehme ich alles zurück ;-)


  • Thilo Haeferer • am 27.6.22 um 10:58 Uhr

    Wenn ich die Inhaltsbeschreibung und dann die Kommentare hier lese, bin ich sehr froh, den Sonntag Abend ohne Fernsehen verbracht zu haben.


  • Harry • am 27.6.22 um 11:34 Uhr

    Als die schwarze Staatsanwältin auftauchte habe ich abgeschaltet.
    Ich habe auf die Erziehungsfilme vom ÖRR keine Lust.


  • Serendipity • am 27.6.22 um 12:03 Uhr

    Fand ich erstaunlich gut, auch wenn die Rolle der Kommissarin unglaublich nervig war. Nichts gegen Heike Makatsch. Stark fand ich „Enrico“ und seinen Vater, ebenso „Charlotte Mühlen“ .
    Absolut daneben fand ich den Satz zu Beginn in der Rechtsmedizin, dass man die Patienten auf Impfnebenwirkungen in Zusammenhang der Coronaimpfung prüfe.
    Das Thema ist nicht verkehrt, möchte ich aber im Tatort nicht sehen 😂


  • kressin • am 27.6.22 um 15:34 Uhr

    Schwarze Staatsanwältin = Erziehungsfilm? Wie rassistisch muss man eigentlich sein, um auf solche absurden Assoziationen zu kommen? Ist also jeder Film mit Halle Berry, Samuel L. Jackson, Sidney Poitier, Dennenenesch Zoudé etc. ein Erziehungsfilm? Stevie Wonder, Aretha Franklin, Jimi Hendrix, Roberto Blanco = Erziehungsmusik?

    Ich fand den Tatort in Ordnung, recht klassischer Krimistoff, dessen etwas umständliche Erzählweise nicht unbedingt so viel Mehrwert bringt. Besetzung gut, die Episodenrollen inkl. Staatsanwältin fand ich aber tatsächlich stärker und interessanter als Heike Makatsch, deren Berlinger immer noch etwas generisch bleibt.


  • Der Fremde • am 27.6.22 um 15:45 Uhr

    @kressin:
    Ich glaube, @Harry hat mit seinem Wort „Erziehungsfilm“ gemeint, dass dunkelhäutige Staatsanwältinnen in D oder Ö ( derzeit noch) nicht der Realität entsprechen und nur deshalb im TO auftreten dürfen, um dem „Inclusion Rider“ gerecht zu werden (und damit eine andere Realität vorgaukeln wollen als die tatsächlich bestehende).
    Aber das Ganze ist eigentlich nicht so neu, denn den „Quoten-Schwarzen“ hat´s ja auch schon bei „Der Alte“ gegeben …


  • Wolko • am 27.6.22 um 16:52 Uhr

    Corona-Krise, Energiekrise, als wäre das nicht genug haben wir auch noch eine Tatortkrise.
    Immer spannungsloser unrealistischer und nerviger.
    Schade.


  • Jonathan • am 27.6.22 um 17:40 Uhr

    Da ist mal in einem Tatort (von wie vielen?) mal ein (von wie vielen?) Charakter schwarz und schon regen sich die Leute auf? Und kommt mir jetzt bloß nicht mit „neulich war da doch auch schonmal einer, von wegen nur einer!!!!“ – macht mal eine echte Statistik. Und selbst wenn da eine „hohe“ Zahl rauskommt (nein, es kommt garantiert keine hohe Zahl raus): nennt mir ein Argument, warum das dann „schlecht“ wäre.

    Mir ist das nichtmal bewusst aufgefallen, dass da jetzt eine dunkelhäutige Person war, bevor sich hier drüber beschwert wurde. (natürlich, wenn man mich gefragt hätte, hätte ich die Farbe nennen können, aber während dem Schauen kam mir da überhaupt kein Gedanke zu, dass es anders sein „sollte“)

    Außerdem sollen Filme ja genau das zeigen, was man im Alltag nicht ständig hat. Sonst kann ich mich auc heinfach auf eine Parkbank setzen und den Enten zukucken. Oder ins Wartezimmer einer Behörde. Oder vor den Supermarkt.


  • Der Fremde • am 27.6.22 um 19:25 Uhr

    @Jonathan:

    Es wäre nicht per se „schlecht“. Aber die Schauspielerin, welche die Staatsanwältin darstellte, hat ihre Rolle eben (aus meiner Sicht und offenbar auch aus der Sicht einiger anderer) „unglaubwürdig“ gespielt. Ich nahm ihr ihre Rolle in keiner Phase ab.

    Wenn man also eine fiktive Film-Figur nimmt, die so in der Regel in unseren Regionen nicht oder kaum anzutreffen ist und sie verbindet mit unglaubwürdiger Schauspiel-Leistung, so ist eben nicht jeder Zuseher (jede Zuseherin) mit diesem Ergebnis zufrieden.
    Aber es steht ja jedem/jeder offen, dies anders zu sehen.


  • Der Fremde • am 27.6.22 um 19:56 Uhr

    PS: Ein Beispiel für einen „Ausländer“, der mich in der letzten TO-Zeit voll überzeugen konnte, war José Barros als Leibwächter „Carlos“ in der TO-Folge „Tyrannenmord“ (von dem sehen wir hoffentlich noch öfters was). Es geht also durchaus auch anders …


  • Jonathan • am 27.6.22 um 20:12 Uhr

    Dann kritisiert halt auch die Schauspielleistung!? Das ist vollkommen valide, bei jedem Schauspieler.

    Aber wieso muss man dazu die Hautfarbe als ansprechen und als Argument einbringen?

    „Der ist weiß und kann schlecht Autofahren“, „Der ist weiß und hat mir an der Kasse einen Euro zuviel berechnet.“, „Der ist weiß und hat seinen Müll in dne Park geschmissen“.
    Wenn du konsequent so im Alltag redest, dann gestehe ich dir zu, auch andere Hautfarben explizit zu erwähnen. Dann wäre das offensichtlich „dein Ding“. Wenn du hingegen „weiße Hartfarbe“ nicht explizit in anderen Diskussionen erwähnst, dann tue es bitte auch nicht mit schwarz.


  • Sven • am 28.6.22 um 1:42 Uhr

    @Jonathan

    Da kritisiert jemand einmal die Ausrichtung und Besetzung eines Filmes nach Geschwurbel der alles vereinnahmenden Woke-Culture und Leute wie du würden am liebsten mit Shitstorms um sich scheißen. Nur, es fehlen die Mitpöbler. Ist halt doch nicht Twitter, so ein Tatort-Forum.


  • kressin • am 29.6.22 um 15:45 Uhr

    Doch, ich bin dabei. Jonathan hat Recht, Schauspielleistung kann einem gefallen oder nicht. Hautfarbe hat damit nichts zu tun. Vor allem – in über 1200 Tatorten hat es meines Wissens noch keine schwarze Staatsanwältin gegeben. Da irgendwelche Erziehungsabsichten hineinzudeuten legt nur die Paranoia offen, die Rechtskonservative vor dem bösen Woke-Gespenst haben.


  • Der Fremde • am 30.6.22 um 12:37 Uhr

    @kressin:

    Da geht´s um kein „Hineindeuten“ von vermeintlich „Paranoiden“, der „Inclusion Rider“ ist ab der vorletzten Folge „Schattenleben“ offizieller Bestandteil der TO-Philosophie der ARD.

    Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass die Besetzung der Rollen mit Minderheiten dort erfolgen sollte, wo es erstens vom Plot her passt und zweitens, wo auch Schauspieler:innen zur Verfügung stehen, welche die Rolle authentisch (glaubwürdig) ausfüllen können. Das sollte für alle Rassen, Hautfarben, Geschlechter, Neigungen, etc. gelten.

    Zur gegenständlichen Folge erwähne ich noch, dass der Producer „Pascal Nothdurft“ heisst.

    Ansonsten wünsche ich eine schöne Zeit. ;-)


  • Momi • am 1.7.22 um 8:08 Uhr

    Zurück aus den Ferien – Verpasste Tatorte schauen – Skeptisch ob Makatsch eine gute Kommissarin sein kann. Ja Sie kann – frei nach Obama.
    Doch der Film war gut – Entführung müsste ja nicht sein, man weiss gar nicht wie der Enrico so etwas hätte bewerkstelligen können.
    Darstellerisch und filmisch glaube ich, dass die Mainzer auf dem rechten Weg sind. Wenn die Frau Makatsch als Kommissarin noch etwas längere Haare hätte, dann …….. mein Meinung.
    Und – Knatsch zwischen Staatsanwälten und Kommissaren wird es immer geben – Hautfarbe egal.
    Hauptsache es waren mal nicht Geschwurbelte im Film vorhanden – dafür gibt es andere Plattformen als den Tatort.
    Freu mich auf den nächsten Mainzer TO


  • Herbert von Karavan • am 4.7.22 um 21:38 Uhr

    Langweiliger gehts kaum. Nach 30 Minuten war mir egal, wer die Dame umgebracht hat. Übrigens, wie wärs mal mit ’nem violetten Cyborg-Hologamm als Staatsanwalt? Dann käme wenigstens keine unsäglich rassistische Schwurbelei über Hautfarbe, Religion und „Order von Oben“ auf. Nee, schon klar, wer sowas schreibt, findet immer und überall einen Grund zum Schwurbeln.


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