Tatort Folge 552: Das Böse



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Tatort Folge 552: Das Böse 4 8

In ihrem dritten gemeinsamen Einsatz, der Tatort-Folge 552 „Das Böse“, bekommen es die beiden Kommissare Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) aus Frankfurt mit dem Bösen in Form des reichen und machtbesessenen Bankers Petzold zu tun, der in seiner Langeweile Menschen umbringt.


In Frankfurt stirbt ein Mann, nachdem er auf die Gleise der U-Bahn geraten ist und von dem Zug überrollt wurde. Bei dem Toten handelt es sich im Tatort „Das Böse“ um einen kleinen Dealer, der vor einigen Jahren einmal etwas mit einem Mord zu tun gehabt hatte. Anders als die Identität des Opfers ist der Ablauf des Zugunfalls jedoch weniger klar. Und so rätseln die Kommissare Sänger und Dellwo, wie und vor allem warum der Mann sterben musste. Ist er durch einen Unfall auf die Gleise geraten? Oder wollte der Kleindealer etwa Selbstmord begehen? Und was ist mit einer Fremdeinwirkung, wurde das Opfer etwa auf die Gleise geschubst und deswegen also umgebracht?

Die Ermittlungen der Fahnder aus Frankfurt werden im Tatort „Das Böse“ dadurch erschwert, dass es nur eine Zeugin des Vorfalls gibt. Frau Baum, die sich direkt nebem dem Opfer aufgehalten hatte, gibt zwar zu Protokoll, dass eine andere Person den Dealer auf die Gleise gestoßen hätte. Da die Frau jedoch noch unter einem Schock steht und sich zudem an keine weiteren Einzelheiten erinnern kann, ist ihre Glaubwürdigkeit als Zeugin noch fraglich.

Nur wenige Zeit später taucht auf dem Frankfurter Polizeirevier im Tatort „Das Böse“ noch ein zweiter Zeuge auf, der Banker Petzold. Seltsamerweise ist es dem wohlhabenden Bankangestellten jedoch weniger wichtig, den Tod auf den Gleisen tatsächlich aufzuklären. Vielmehr scheint sich Petzold für die Kommissarin Sänger zu interessieren – sehr zum Unwillen ihres Chefs, des Amtsleiters Fromm. Zum Glück widmet Sängers Kollege Dellwo dem vermeintlich hilfsbereiten Banker einen zweiten Blick, bei dem er auf einige Widersprüche stößt.

Tatsächlich reicht Petzold in dem Tatort „Das Böse“ seine erfolgreiche Tätigkeit als Banker schon lange nicht mehr aus, er ist gelangweilt, abgestumpft und vor allem auf der Suche nach einem neuen Kick. Den hat der Zeuge auch gefunden, wobei das neue Hobby doch eher untypisch ist: Anstatt beispielsweise Extremsport zu betreiben, holt sich der maßlose Petzold seinen Thrill, indem er Menschen umbringt. Zu dem toten Dealer gesellt sich dann bald eine lebensgefährlich verletzte Prostituierte.

Der Zuschauer merkt schon früh, dass sich hinter der Fassade des kultivierten Geschäftsmannes ein psychopathischer Mörder versteckt. Die Kommissare Sänger und Dellwo brauchen im Tatort „Das Böse“ jedoch länger, um zu realisieren, wie nah sie dem Bösen schon gekommen sind. Und selbst dann lässt sich der gerissene Petzold, der gelassen beinahe Katz und Maus mit den Beamten spielt, aufgrund fehlender Beweise kaum fassen…


Nikolaus Stein von Kamienski inszenierte nach den ersten beiden Fällen der Frankfurter Kommissare Sänger und Dellwo („Oskar““ und „Frauenmorde“) auch den dritten Fall des Ermittlerduos „Das Böse“, dessen Drehbuch er auch verfasst hatte. Der Regisseur und Autor zeichnet in dem Krimi das Bild eines nach außen hin gesellschaftlich integrierten und erfolgreichen Psychopathen und nutzt den Fall außerdem, um die Zuschauer weiter in das Leben der beiden Ermittler einzuführen. Besonders Ulrich Tukur brilliert als Banker Petzold in dem Tatort und wurde 2004 für diese Rolle auch mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Die Erstausstrahlung des Krimis am 21. Dezember 2003 erreichte mit 7,17 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent. Ulrich Tukur, der im Tatort „Das Böse“ Dr. Karl Petzold spielt, und Barbara Philipp tauchen in diesem Krimi erstmals gemeinsam auf – 2010 sollten die zwei Darsteller ein neues Tatort-Duo bilden, als Felix Murot und seine Assistentin Magda Wächter im Wiesbadener Tatort. Ihr erster Fall trug den Titel „Wie einst Lilly“ (Tatort-Folge 781).

Besetzung
Oberkommissarin Charlotte Sänger – Andrea Sawatzki
Hauptkommissar Fritz Dellwo – Jörg Schüttauf
Kriminalassistentin Ina Springstub – Chrissy Schulz
Kriminalassistent Kruschke – Oliver Bootz
Oberstaatsanwalt Dr. Scheer – Thomas Balou Martin
Pathologin Dr. Basedow – Iris Böhm
Dr. Karl Petzold – Ulrich Tukur
Kundin Karin Lange – Michaela Rosen
Drogenabhängige Nina Grote – Barbara Philipp
Herr Rüsenberg – Hermann Treusch
Herr Fromm – Peter Lerchbaumer
Herr Strachwitz – Michael Kessler
Herr Sänger, Vater von Charlotte – Hans Weicker
Zeugin Frau Baum – Monika Kroll
Tänzer – Dieter Gring
u.a.

Stab
Drehbuch – Niki Stein
Regie – Niki Stein
Kamera – Arthur W. Ahrweiler
Szenenbild – Benedikt Herforth
Musik – Jacki Engelken, Ulrik Spies

Bilder: HR/Bettina Müller


20 Meinungen zum Tatort Folge 552: Das Böse

  • tonina • am 13.2.11 um 16:49 Uhr

    Wann wird dieser Tatort noch einmal ausgetrahlt?
    Er war atemberaubend gut.
    Danke.
    tonina


  • Gu • am 12.6.11 um 21:00 Uhr

    Ich suche seit Jahren diesen Tatort. Wann und wo kann ich ihn sehen oder kaufen ?????


  • Julian Z. • am 17.8.11 um 23:18 Uhr

    Wie heisst das Lied das bei 16:50
    im Auto von Dellwo l


  • Anonymous • am 18.8.11 um 22:10 Uhr

    wurde gestern auf wdr wiederholt. zum gl


  • Carsten K • am 22.8.11 um 15:11 Uhr

    Das Lied bei Dellwo im Auto d


  • Neurotiker • am 5.1.13 um 0:03 Uhr

    Led Zeppelin, Immigrant Song, (Album Version)


  • TGCoolG • am 5.5.13 um 18:45 Uhr

    Bester Tatort aller Zeiten! Das Frankfurter Team spielt hervorragend! Ein dichter, düsterer und unglaublich spannender Tatort im Molloch Frankfurt mit einem großartigen Ulrich Tukur. Dieser Tatort gehört auf DVD!!!


  • Falko • am 27.9.14 um 21:24 Uhr

    Das Lied bei Dellwo im Auto

    war „Sweet child in time“ von Deep Purple


  • Norbert • am 29.9.14 um 0:24 Uhr

    Ulrich Tukur – einfach hervorragend in seine Rolle. Geniale Folge der Frankfurter mit emotionaler Power. Für mich kam keine Sekunde Langeweile auf. Spannend, mitreißend und gleichzeitig auch bedrückend. Trauriges Ende.


  • Slice me nice • am 23.8.15 um 22:24 Uhr

    Leider nur 4 Sterne.
    Ich mag Ulrich Tukur im Tatort einfach nicht! Und noch weniger seine Gesangseinlagen. Und das Grimassengeschneide macht das Allerweltsgesicht auch nicht interessanter. Geschweige denn attraktiver. Mit jemand anderem in der Rolle wäre es sonst ein hervorragender Tatort geworden! Ein spannend verwobener Fall, trotzdem nicht zu konstruiert – es gibt genug Soziopathen, die mit Mord durchkommen… „Fritz“ Jörg Schüttauf wie gewohnt authentisch und klasse, Staatsanwalt und Chef wie gewohnt dümmlich und gesättigt, aber absolut herausragend war für mich Andrea Sawatzki!!!


  • Mark • am 11.2.16 um 20:51 Uhr

    Wie heißt der Song den Tukur im Büro von Dellwo singt? Er singt dort soviel, wie Uhhuuu ….


  • Mark • am 11.2.16 um 20:52 Uhr

    sorry!!!! volle Punktzahl, ist mein Liebliungstatort!!! weiß jemand den Song?


  • Dirk • am 22.6.16 um 6:44 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 552 aus der Stadt der Banken, des Geldes und der Laster. Rush Hour! Das Böse ist immer und überall und die Frankfurter Hauptkommissare Sänger (w) und Dellow (m) fahnden nach einem perversen Menschenmörder, welcher seine Opfer offensichtlich wahllos auswählt und dahin meuchelt, wo immer es sich ihm eine Möglichkeit bietet. Ein wirklich packender und fesselnder Tatort-Thriller mit den beiden gern gesehenen Tatort-Mordermittler in ihrem dritten Fall aus dem Jahr 2003 und Hauptkommissarin Sänger in ihrer schwersten Stunde. Für starke Nerven und Hobby-Kriminalisten besonders geeignet und unbedingt sehens- und wiederholungswert.


  • HerrBert • am 11.1.21 um 23:15 Uhr

    Einwandfrei, echt spannende Geschichte, super erzählt mit wirklich guten Schauspielern. Sex and crime par Excellenz.
    Ulrich Tukur in wirklich dekadent böser Rolle, ein wenig zuviel überdreht. Aber, sei’s drum.

    Könnte bitte jemand heute auch so einen Tatort machen? Wäre erfrischend!


  • arte-Versteher • am 13.1.21 um 11:42 Uhr

    Die Rolle von Tukur ist in der Tat ziemlich over the top angelegt, aber das ist nur eine von vielen Schichten, die in diesem TO wie Zwiebelhäute kunstvoll übereinander liegen. Die Handlung ist dicht und in jeder einzelnen Einstellung intensiv, man glaubt am Ende kaum, dass das alles in nur 90 Minuten gepasst hat, was nicht zuletzt an der Kunst von Niki Stein liegt, von der ersten Szene an aufs Tempo zu drücken und Überflüssiges wegzulassen. So wird beispielsweise die pflichtbewusste Zerrissenheit von Charlotte Sänger zwischen Beruf und Tochterrolle in knappen Dialogen vor der Haustür mit dem Vater angerissen, ohne dass die demente Mutter auch nur einmal zu sehen ist. Gerade dieses Weglassen ist eindringlicher als jede Visualisierung. Dellwos Beziehungsunfähigkeit und Verlorenheit wird in seinem fast verzweifelten Festhalten an seiner Plattensammler als Fixpunkt seiner Existenz ganz nebenbei auf den Punkt gebracht. So entwickelt man Figuren, ohne dabei Zeit mit Geschwätzigkeit zu verplempern. Apropos Zeit: Das Aufbrechen der zeitlichen Kontinuität am Ende macht das Ringen zwischen Dellwo und dem Schurken erst zu einem wirklichen Genuss. Dazu noch die linkischste und anrührendste private Annäherungsszene, die wohl jemals in einer TO-Pathologie stattgefunden hat. Fünf Sterne wie sie im Buche stehen. Wenn ich dagegen den derzeitigen zwanghaft verkünstelten Output der Frankfurter TO-Redaktion sehe, könnte ich Depressionen bekommen.


  • spiderman916 • am 13.1.21 um 17:38 Uhr

    Ein hervorragender düsterer und spannender Tatort, den ich nun erst 18 Jahre nach seiner Premiere zum ersten mal gesehen habe. Absolut wiederholenswert!


  • Al.Ter • am 27.1.21 um 20:21 Uhr

    Frage: Warum kommt das Böse eigentlich so oft aus Frankfurt/M.? Als da wären:
    Das Böse (2003)
    Das ewig Böse (2006 – Irrtum, ein Ausreißer, das war Münster)
    Weil sie böse sind (2010)
    Es ist böse (2012)
    Die Guten und die Bösen (2020).
    Wo doch die EAV schon anno ’86 im „Ba, Ba, Banküberfall“ wußte: „Das Böse ist immer und überall“!

    Und warum ein Kommissar (Fritz) mit Nachnamen unbedingt so heißen muß wie ein RAF-Terrorist (Karl-Heinz), hat sich mir noch nie erschlossen.
    Ebensowenig die Tatsache, daß der wie immer brillierende Ulrich Tukur bei jedem Gespräch mit D. eine respektable Narbe quer auf der Stirn trägt und der Zuschauer im Unklaren gelassen wird, wie er sich die wohl zugezogen hat – denn die Szene, der Überfall vor der Tiefgarage mit Diebstahl des Porsche, sehen wir erst viel später – stört das eigentlich niemanden hier?
    Wohl kaum ein grober handwerklicher Schnitzer – ein Gag? Vorausblenden oder Zeitsprünge?
    Auf jeden Fall verwirrend und diskussionswürdig.

    Deshalb leider ein Stern Abzug, denn solche Regie-Mätzchen hatte diese beklemmende Folge (wohl nach einem realen Fall) nicht nötig.
    Auch die zahllosen Nebenschauplätze, wie z.B. das Tanzturnier, den Umzug, D.s Liebelei und den Hausverkauf hätte man sich schenken können.
    Also nicht einer der besten TO aller Zeiten, wie viele meinen, bei mir würd’s nicht mal für die Top-10 reichen.
    Zumal die vielbeschäftigte Frau Sawatzki dem grandiosen Tukur – mit Verlaub – schauspielerisch nicht das Wasser reichen kann; eines beherrscht sie jedoch wirklich gut: Das Aufreißen der Augen!

    Hätte Tukur geahnt, daß er einmal als Murot mit Barbara Philip das hessische Team bilden würde? Zwar mit Dienststelle in Wiesbaden, aber das ist ja inzwischen schon ein „Vorort“ von Frankfurt!

    PS: Hallo Admins/@Sabine: Mal wieder nur die Besetzungsliste der ARD-Seite abgeschrieben? ;D
    Hier fehlt u.a. Michael Kessler als Strachwitz, Monika Kroll als Frau Baum und Hans Weicker (mit ck bitte, nicht wie im Abspann und bei Wiki nur mit k) als Vater Sänger – bitte höflichst um Nachtrag.


  • Sabine • am 28.1.21 um 9:53 Uhr

    @AI.Ter:

    Vielen Dank für Ihre Hinweise, wir haben die Besetzungsliste soeben umfassend überarbeitet und hoffen, dass sie nun vollständig ist.

    Mit Grüßen aus der Redaktion
    Sabine


  • MadMonkey • am 27.4.21 um 15:49 Uhr

    Ja irgendwie gefällt er mir nicht ganz so gut. Die Story catcht mich leider überhaupt nicht. Tukur singt ständig nervig und die Kommissare sind eher mit dem Umzug beschäftigt und irgendwie nicht mein Fall. 2 Sterne


  • Revilo • am 5.7.21 um 16:18 Uhr

    Dritter Fall von Kriminaloberkommissar Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Kriminalhauptkommissar Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf), die in Frankfurt ihren Ermittlerort haben.
    Chronologisch in der Zeitgeschichte fühlt man sich bei diesem, ihrem dritten, verfilmten Fall mit dem Titel “Das Böse“ ein paar Monate weiter nach der Auflösung ihres Falles in der zweiten Folge.

    Regisseur Niki Stein war, wie schon in den ersten, beiden Folgen geschehen, auch in dieser dritten Folge “Das Böse“ für das Drehbuch und die Regie verantwortlich. Und wieder hat er die persönlichen, privaten Geschichten und auch Charaktereigenschaften der einzelnen Ermittler in der Ermittlungsgruppe 3 der Mordkommission Frankfurt in seine Handlung intensiv mit eingebaut. Eigentlich hat er auch theoretisch eine interessante Kriminalgeschichte erzählt. Nur mit all den charakterlichen Eigenschaften und dabei auch das vielleicht Richtige zur rechten Zeit zu zeigen, scheint es hier nicht ganz perfekt geklappt zu haben. Schauspielerisch ist nichts auszusetzen. Eigentlich performen alle anwesenden Schauspieler ihre jeweiligen Rollen mehr als gut. Bei Ulrich Tukur, der hier mit seinem Charakter das Böse verkörpert, wirkt sein Spiel sogar irgendwie überragend. Doch alle diese Schauspieler haben filmgeschichtlich auch Szenen zu spielen, die dieser Folge “Das Böse“ am Ende mindestens einen Stern kosten. Für mich ist dieser Film bestimmt keine Durchschnittsfolge. Diese Folge “Das Böse“ besitzt eine besondere Art der Nachdenklichkeit, wie es auch schon die ersten beiden Folgen hatten. Dafür ist wiederum auch meiner Meinung nach das Realistische in dieser Folge verantwortlich. Aber so wie Regisseur Niki Stein dieses Projekt dann angegangen ist, zugegeben auf eine besondere Art, hat er hier am Ende leider irgendwie schlussendlich nur Durchschnitt herausgeholt.

    Story:
    Ein Bahnhof in Frankfurt. Dort läuft ein Mann herum und verteilt unauffällig Drogen. Als er am Bahnsteig steht und auf den Zug wartet wird er auf die Gleise geschubst und dort dann von dem ankommenden Zug überrollt. Die Ermittlungsgruppe 3 der Mordkommission in Frankfurt kommt in Form von Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) an den Unfallort, den diese Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) aber nach einigen Beobachtungen eher als Tatort sieht. Ermittlungen werden aufgenommen und der Banker Dr. Karl Petzold (Ulrich Tukur), der auch in dieser Gegend ist, nimmt aus Sympathie oder Verliebtheit Kontakt auf mit Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki). Für sie ist aber eher interessant eine geschockte Frau (Monika Kroll), die aussagt, dass der Tote auf die Gleise gestoßen wurde und der Täter ihr einen Schlüssel für ein Bahnhofschließfach in die Hand drückte. In dem Schließfach findet man einen Zettel mit einem besonderen Buchzitat drauf. Für die Ermittlungen werden nun Spuren gesammelt, um den Mord aufzuklären. Wir Zuschauer kennen diesen Mörder schon direkt danach und werden von seiner Psyche und von seinen alltäglichen Taten informiert. Das ist schon faszinierend gezeigt. Die Ermittler, vor allem Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf), kommen dann, trotz problembehafteten Privatgeschichten, der Lösung des Falles immer näher. Dies bringt dann auch den Mörder in so manch ungewollte Situationen, die dann im Laufe der Folge noch mehr Opfer hervorbringen. Am Schluss ist dann mit der Lösung des Falles auch etwas Besonderes passiert, dass vielleicht eine der privaten Geschichten von Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) für die Zukunft zu einem makabren Ende kommen lässt.

    Als ich diese Folge “Das Böse“ zum erstem Mal sah, fühlte ich diese etwas durcheinander angelegt. Und dieses Gefühl blieb dann während des Filmanschauens immer ein wenig bei mir. Es lag wohl an den Vorblenden, die einfach ohne Ankündigung von dem Regisseur Niki Stein in die Handlung geworfen wurden. Also eine Geschichte wird erzählt und was viel später passiert wird zwischendurch eingeblendet. Richtig merken tat ich das erst als Dr. Karl Petzold (Ulrich Tukur) aus heiterem Himmel eine Platzwunde am Kopf hatte und ich mich fragte. Habe ich etwas verpasst. Wirklich gut wäre dann mein Rat aus Selbsterfahrung gewesen. Ich hätte das Filmansehen abbrechen und den Film nochmal von vorne anschauen sollen. Denn beim 2. Ansehen war das Verständnis für die Art, diesen Film so zu präsentieren, auf jeden Fall mehr oder sogar ganz gut gewesen. Nach dem zweiten Sehen fand ich deshalb die Art von Regisseur Niki Stein, uns Zuschauer diese Folge “Das Böse“ in der Chronologie etwas sprunghaft zu präsentieren auf jeden Fall besser. Alles wurde zumindest bei mir verständlicher. Nun musste ich nur noch manche einzelnen vorgestellten Teilgeschichten als nicht so perfekt bewerten:
    Da war dann mal der Leiter der Mordkommission Rudi Fromm (Peter Lerchbaumer). Seine heimliche Liebe zu Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) wurde in dieser Folge eher unheimlich dargestellt. Irgendwie wurde er, wohl auch deshalb, hier eher als Witzfigur gezeigt. Aber war das gewollt? Auch der Schluss, nachdem Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) erkannt hatte, was “Das Böse“ mit ihr gemacht hatte, ist zwar von der Story her sehr interessant. Doch gezeigt und behandelt wurde dies meiner Meinung nach sehr oberflächlich. Man kann sich dazu noch schlussendlich fragen, was es mit der letzten Szene des Filmes auf sich hatte. War dies real oder fiktiv gemeint. Ich glaube hier hätte man etwas mehr zeigen müssen. So hatte ich dann nur das Gefühl: die Macher dieser Folge wollten eher nur sehr schnell zum Ende kommen. Da wird auch die Sendedauer eine Rolle gespielt haben. Als Resümee denke ich dann, dass hier zu viele Handlungen für die Sendezeit eingepackt wurden und deshalb bleibt am Ende halt nur eine Durchschnittsbewertung meiner Meinung nach für diese Folge “Das Böse“ übrig.

    Die Folge “Das Böse“ ist aber auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Man sieht Schauspieler, die ihre Rolle ernstnehmen und sie auch sehr realistisch spielen. Das allein ist schon die Empfehlung wert. Ob dann wie hier der Regisseur Niki Stein mal filmtechnisch experimentiert, macht die Sache eher noch schöner oder etwas schlechter. Ich favorisiere für mich ein wenig das Zweitgenannte. Aber zwischen dem ersten und dem zweiten Ansehen hat diese Folge bei mir schon eine kleine Steigerung in der Bewertung erlebt. Wenn ich sie noch ein paarmal sehe, favorisiere ich vielleicht das Erstgemeinte.

    Meine Schulnote: 3


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