Polizeiruf 110: Totes Rennen



  11 Meinungen
Polizeiruf 110: Totes Rennen 3 11

Und sie ist wieder allein, allein – denn er ist weg, weg. Hauptkommissarin Doreen Brasch, seit 2013 in Magdeburg für den Polizeiruf 110 tätig (erster Fall: „Der verlorene Sohn“) wundert sich: ihr Kollege Dirk Köhler – in sechs Einsätzen von Matthias Matschke gespielt – hat sich aus heiterem Himmel versetzen lassen. Ob es an ihr liegt, fragt sie ihren Chef Uwe Lemp im neuesten Mordfall „Totes Rennen“ gleich zu Beginn. Der übergeht die Frage galant. Joa, durchaus möglich, denkt er vermutlich: Auch Köhlers Vorgänger Drexler (Sylvester Groth) blieb nur kurz an der Seite der unterkühlten Ermittlerin.

„Totes Rennen“, ein Polizeiruf-Krimi des MDR, in dem Brasch und Lemp stärker denn je zusammenarbeiten und -halten, wird am Sonntag, den 16. Februar 2020 um 20.15 Uhr in Das Erste erstmals ausgestrahlt.

Inhalt der Polizeiruf 110-Folge „Totes Rennen“

Milan Siebert, 28 Jahre alt, liegt mit dem Rücken im Sand. Sein Blick richtet sich starr in Richtung Himmel, die Wolken ziehen sanft über die schreckliche Szenerie. Dem Mann wurde jeder Finger seiner linken Hand mehrfach gebrochen, bevor man ihm schließlich eine Stichwaffe in den Bauchraum rammte. Das Opfer im Polizeiruf 110 „Totes Rennen“ muss innerhalb kürzester Zeit verblutet sein.

Am Fundort der Leiche, am Ufer der Elbe, sind der Kriminalrat Uwe Lemp, der Rechtsmediziner Manfred Muser und die Spurensicherung bereits fleißig, als Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch mit einem Taxi vorfährt. Sie quält sich aus dem Wagen, denn ihre Schulter schmerzt höllisch. Dass sie fortan ohne ihren Ermittlungspartner Dirk Köhler auskommen muss, wurmt die Ermittlerin insgeheim; sie hatte sich fast an ihren Partner gewöhnt. Statt Köhler begrüßt sie nun der Chef höchstpersönlich vor Ort.
Die zwei Beamten inspizieren den leblosen Körper und die Umgebung. Schnell wird klar, dass der tote Siebert hier lediglich abgelegt wurde: Es sind keine Blutspuren im Umfeld auszumachen. Ein wertvoller Hinweis zum möglichen Hintergrund der Tat liefert eine Zockerkarte des Unternehmens „Fortuna Wetten“, die die Kriminalpolizei in der Hosentasche des Opfers findet.

Der nächste Gang ist ein schwerer, denn er führt im Polizeiruf 110 zu den Eltern des Verstorbenen. Milan Siebert war seit einem Monat wieder bei Steffen und Usch Siebert als wohnhaft gemeldet; der schwer spielsüchtige Familienvater bezog Transferleistungen. Von seiner jungen Frau Manu lebte er in Trennung, und die kämpft dank der überlassenen Wettschulden mit dem kleinen gemeinsamen Sohn ums Überleben. Milans Eltern zeigen sich schockiert über den Verlust ihres einzigen Kindes, und doch kommt dessen Tod nicht vollkommen überraschend. Dass der Absturz schon lange überfällig war, war allen Angehörigen im Fall „Totes Rennen“ offenbar bewusst. Milan galt als unverbesserlich und nicht therapierbar, er bettelte unentwegt um Geld, um es zu verzocken. Manu Siebert gibt im Gespräch mit den Brasch zu Protokoll, Milan sei ein Junkie gewesen – und seine Droge die Wetten.

Ein neuer Kriminalobermeister im Kommissariat, Günter Márquez, erweist sich als wertvolle Hilfe im Fall „Totes Rennen“. Der junge Fahnder mit kubanischen Wurzeln kennt sich mit den neuen Medien und den Raffinessen der modernen Technik bestens aus. Klug und schnell analysiert er, fasst zusammen und arbeitet seinen Vorgesetzten zu. Márquez ist es auch, der herausfindet, wen das Opfer zuletzt anrief, bevor es verstarb: das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt! Brasch und Lemp staunen nicht schlecht.

Kriminalrat Uwe Lemp nimmt Kontakt mit seiner Kollegin Martina Rössler auf, die beim LKA als Dezernatsleiterin arbeitet. Die berichtet ihm von der SOKO „Toto“, die vor zwei Jahren bundesweit ins Leben gerufen wurde und dessen Hauptziel es ist, die Wettmafia auffliegen zu lassen. In Magdeburg laufen die Fäden augenscheinlich zusammen. Die Ermittlungen werden von Kriminalhauptkommissar Hannes Kehr geleitet, doch Fortschritte gibt es bislang keine nennenswerten. Wie sich herausstellt, war Milan Siebert ein V-Mann des LKA. Obwohl Rössler gegen eine Zusammenarbeit mit der Mordkommission ist, harmonieren die eigenwillige Brasch und der sympathische Kehr recht gut miteinander, und so führt der charmante Kommissar die neue Kollegin in das Milieu der Spielwetten ein. Im Gegenzug verlangt der Fahnder Informationen zum Mordfall – doch Doreen Brasch arbeitet lieber alleine. Kehr lässt sich jedoch nicht so leicht abservieren.


Maschke fehlt, doch dafür bekommt der große Schauspieler Michael Maertens – festes Ensemble-Mitglied am Wiener Burgtheater – eine tragende Rolle im Fall „Totes Rennen“. Die Figur des LKA-Beamten Hannes Kehr war bereits im Drehbuch vielschichtig angelegt, doch Maertens verleiht ihr eine umso faszinierende, hohe Qualität. Der undurchsichtige Kehr scheint sympathisch und humorvoll, selbstbewusst, aber auch selbstkritisch, eigen und sozial, mal schwach, mal stark. Ob er der neue Teampartner der schwierigen Brasch wird? Wer am 16.02.2020 einschaltet, erfährt mehr.

Der Polizeiruf 110 „Totes Rennen“ wurde in der Zeit vom 27. August bis 25. September 2019 in Magdeburg und Umgebung gedreht.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

Es ist eine Wonne, den M&Ms (Michelsen & Maertens) beim Spiel zuzuschauen. Der Schlagabtausch und ihr Beinahe-Flirt versöhnt die Lücken im Drehbuch und die Längen, die dieser Krimi hat, zumindest anteilig. Von der Couch gerissen hat mich der Beitrag des MDR allerdings nicht: Ein mittelprächtiges „Hm“ von mir.

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Man vergisst fast die Handlung bei diesem Polizeiruf. Es geht irgendwie um Wetten und einen toten Zocker. Gut gemacht sind die Dialoge, denn man weiß als Zuschauer nicht, wem man hier trauen kann. Und was sollen die Alpträume von Kommissarin Brasch? Die Auflösung überrascht dann am Ende doch. Kein Meisterwerk aber ein Krimi, den man getrost weiterempfehlen kann!

Polizeiruf-Besetzung

Hauptkommissarin Doreen Brasch – Claudia Michelsen
Kriminalobermeister Günter Márquez – Pablo Grant
Kriminalrat Uwe Lemp – Felix Vörtler
Kriminalrätin Martina Rössler, LKA – Therese Hämmer
LKA-Beamter Hannes Kehr – Michael Maertens
Rechtsmediziner Manfred Muser – Henning Peker
Milans Vater Steffen Siebert – Torsten Ranft
seine Mutter Usch Siebert – Catherine Flemming
der Sohn Milan Siebert – Vincent Krüger
Milans Ex-Frau Manu Siebert – Anke Retzlaff
der Sohn Kolja Siebert – Nick Leander Holaschke
Spieler Micky Puhle – Martin Semmelrogge
Jockey Andi Paumer, Freund von Milan – Benjamin Kramme
Bookie im Wettbüro – Francis C. Winter
Maik – Sebastian Weiss
Chen Mai, Bedienung im China-Restaurant – Nahoko Fort-Nishigami
u.a.

Polizeiruf-Stab

Drehbuch – Stefan Dähnert, Lion H. Lau
Regie – Torsten C. Fischer
Kamera – Theo Bierkens
Schnitt – Horst Reiter
Musik – Warner Poland, Wolfgang Glum

Trailer zur Polizeiruf-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Magdeburg


14 Meinungen zum Polizeiruf 110: Totes Rennen

  • tortart • am 16.2.20 um 21:09 Uhr

    Wie zu erwarten…..

    laaaaaaangweilig

    Die einzig positve Ueberaschung ist Martin Semmelrogge

    Huch ist der alt geworden, aber seine Stimme einzigartig :-)


  • willy • am 16.2.20 um 21:46 Uhr

    so ein mistiger tatort ,


  • Bruno • am 16.2.20 um 22:00 Uhr

    Ein ganzer Sternenhimmel. Gut aufgebaute Handlung, nachvollziehbar aber dennoch überraschend.
    Da kann sich mancher Drehbuchschreiber vom Tatort ein Beispiel nehmen, der mehr Wert auf psychologische Verwirrung bei Tätern UND Polizisten setzt als auf eine stimmige Krimi-Handlung.


  • QuarreX • am 16.2.20 um 22:01 Uhr

    Ich dachte diesen Film schon mal gesehen zu haben. Mir fehlt die szene beim Chinesen wo das küchenpersonal erschossen wurde.
    Oder war das ein anderer Film.


  • alter Fan • am 16.2.20 um 22:22 Uhr

    gut gemeinte 2 Sterne – Polizeiruf ist nicht Polizeiruf und Rostock ist nicht Magdeburg – dieser Streifen war meiner Ansicht nach sehr gestreckt und streckenweise absolut spannungsfrei – dazu ist die Rolle der unbeirrten “ Superüberstehaufkommissarin “ stellen weise absolut nervig , wobei das nicht unbedingt an der Darstellerin liegt – absoluter Supergag : Martin Semmelrogge als “ Rentnerbösewicht “ – lustig – schön , daß er nochmal ´ne Rolle spielt


  • Fritz • am 16.2.20 um 22:36 Uhr

    Milan S. ?? Für alle, die die Geschichte nicht kennen:

    Im Fußballwettskandal von 2005 (Robert Hoyzer usw.) hieß einer der Drahtzieher Milan S. Der kam allerdings aus Berlin und nicht aus Magdeburg…


  • Der Fremde • am 17.2.20 um 8:30 Uhr

    Mir hat diese Folge recht gut gefallen, eigentlich fast ausschließlich aufgrund der von Claudia Michelsen sehr gut dargestellten Verletzlichkeit der Figur Doreen Braasch. Der Plot selbst war m.E. nicht sehr interessant, auch die Figur des LKA-Beamten Kehr hat mich nicht vom Hocker gerissen. Und in Zeiten wie diesen (Corona-Virus!) sind „die Asiaten“ ja ohnehin an allem schuld. Für Braasch hätte ein Songtitel dieses Mal gut gepasst: „She´s so vulnerable“ …


  • Frank • am 17.2.20 um 10:47 Uhr

    Vorweg: Ein PR der sich durchaus lohnt. Die Braasch ist als einsame Reiterin konzipiert, ihre Mitspieler waren deswegen immer nur Partner im Streitgespräch. Claudia Michelsen hat mit ihrer schauspielerischen Kraft durchaus die Anlage auch zukünftig die Einzelkämpferin zu sein. Der Plot war nicht auf Spannung angelegt, schon mit den ersten Szenen war klar, dass der LKA Beamte in den Mord involviert war. Das der Traum so Wirklichkeit wurde ist Geschmackssache, mir hat dieser Aspekt weniger gefallen. Sehr schön war die ganze Spielerszene, wenn auch etwas zu sehr mit erhobenen Zeigerfinger, dargestellt. Und die Auflösung des Falls, ohne Cloud wäre hier nichts gegangen, dass passte zu diesem PR. Gute drei Sterne dafür von mir.


  • wolko • am 17.2.20 um 16:38 Uhr

    Unterirdisch.
    Selten so einen langweiligen und schlechten Polizeiruf gesehen.


  • Alehalo • am 17.2.20 um 17:18 Uhr

    Pferdesport interessiert mich nicht, es war mir so egal wer der Moerder ist. Ich hatte Zeit mein Wohnzimmer zu begutachten: eine andere Lampe und neuer Anstrich muss her.


  • oheim petri • am 17.2.20 um 19:57 Uhr

    leider sehr langatmig… man musste wirklich gut 1 Stunde durchhalten bis man mit ein paar überraschungen/ wendungen belohnt wurde, was noch zu 2 Sternen führt, ansonsten wäre es bei 1 geblieben.
    Vieles blieb im Unklaren und die verflechtungen der protagonisten/ bösewichte hätte mehr tiefe vertragen. so blieb die geschichte blaß und täter und opfer sind einem egal geblieben.


  • Thorsten • am 17.2.20 um 22:04 Uhr

    Geht so. Gediegenes Mittelmass. Magdeburg war schon immer einer der schwächeren Polizeirufe.


  • Kathi • am 17.2.20 um 22:53 Uhr

    Mich hat der PR gut unterhalten. Kehr war mein Typ, daher bedauere ich natürlich sein Ausscheiden. ;-)

    Da ich keine Ahnung vom Wettbetrieb habe, war das informativ für mich. Semmelrogge habe ich gar nicht erkannt, da er mir in der Rolle aber unsympathisch war, kann ich das gut abhaken. Márques, Lemp und Brasch überzeugen mich, und da ist mir wirklich meine eigene Unterhaltung an erster Stelle.


  • CarstenH • am 28.2.20 um 22:43 Uhr

    Ein großes kriminelles Thema, Wettmafia und die Verstrickungen staatlicher Kontrollorgane, wird an einem Ort gezeigt an dem man es nicht erwartet: Magdeburg. Es gab etwas Spannung, die Stimmung war zwischenzeitlih fesselnd, auch das Deja-vu-Element hat gefallen, man konnte vereinzelt miträtseln. Zwischenzeitlich dachte man aus dem Dunstkreis der Täter wird ein neuer Kollege von Frau Brasch wird aufgebaut. Insgesamt war mir die Story, das Finale und die Szenerie insgesamt aber doch etwas zu aufgesetzt. Mein Fazit: Eher unteres Mittelmaß.


Schreiben Sie Ihre Meinung.

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

1 2 3 4 5
Tatort Sendezeiten

Ihr findet uns unter
Neue Tatortfolgen
Weitere Folgen
Kommissarübersicht
Stadt Archiv