Polizeiruf 110: Zehn Rosen



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Polizeiruf 110: Zehn Rosen 3 8

Nicht nur in der Tatort-Reihe, auch im Polizeiruf 110 heißt es in unregelmäßigen Abständen: Bye bye, arrivederci, mach’s gut. Zuletzt strich der Schauspieler Matthias Brandt die Segel und spielte Mitte Dezember 2018 ein letztes Mal den Münchner Hauptkommissar Hanns von Meuffels (siehe Polizeiruf 110 „Tatorte“). Jetzt, im noch im jungen Jahr 2019, folgt ihm der Kollege Matthias Matschke. Es werden insgesamt lediglich sechs Folgen in zwei Jahren sein, in denen Matschke den mit einer Priesterin verheirateten Hauptkommissar Dirk Köhler an Doreen Braschs Seite gab.

Kommissar Köhlers vorletzter Einsatz „Zehn Rosen“ wird am Sonntag, den 10. Februar 2019 um 20.15 Uhr erstmals im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt. Die Ermittlerin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) bleibt am Ball, für sie wird derzeit nach einem neuen Ermittlungspartner gefahndet.

Inhalt der Polizeiruf 110-Folge „Zehn Rosen“

Es sollte ursprünglich ein freudiger Moment sein, anlässlich dessen Brasch ihrem Chef, dem Kriminalrat Uwe Lemp, einen frischen Strauß mit zehn roten Rosen überreicht. Der beliebte Kriminalbeamte feiert sein 30-jähriges Dienstjubiläum. Im Zuge der Blumenübergabe offenbart er seinen beiden Mitarbeitern Brasch und Köhler jedoch im Vertrauen eine bislang gut behütete neue Entwicklung in seiner Karrierelaufbahn: Ihm wurde angeboten, den Job seines altes Freundes Ulf Meier zu übernehmen, der an der Polizeifachhochschule als Fachgruppenleiter junge Polizistinnen und Polizisten ausbildet. Meier möchte in den Vorruhestand eintreten. Das käme Lemp gerade recht, denn er habe „seinen Schatten verloren“ und damit sein bisheriges Ziel vor Augen.

Doreen Brasch, die ihren Vorgesetzten auch als Mensch sehr schätzt, ist entsetzt. Er ist schließlich die einzige Person, die mit ihren Marotten umzugehen weiß, von dem Polizeipsychologen und – neuerdings – Geliebten Niklas Wilke einmal abgesehen. Wütend und traurig reißt sie Lemp die Rosen wieder aus der Hand und flüchtet aus der Situation, bevor sie die Tränen übermannen. Dirk Köhler folgt ihr. Uwe Lemp schaut seinen Mitarbeitern überrascht nach.

Nun, die Aussprache muss warten, denn es gibt es nun Wichtigeres zu tun, als die Karrierepläne von Lemp zu diskutieren: Die Leiche einer Ende Zwanzigjährigen wurde von zwei Teenagern in einem verwahrlosten Hinterhof in Magdeburg entdeckt. Das Gesicht von Kim Pohlmann ist aufgedunsen und wurde übel zugerichtet. Der zuständige Rechtsmediziner im Fall „Zehn Rosen“ stellt bei der Obduktion sieben Frakturen sowie ein schweres Schädel-Hirn-Traum fest; das Opfer starb allerdings durch Strangulation. Die auffällige Weise, wie die Waden von Pohlmann mit einem Strick gefesselt wurden, macht Hauptkommissarin Brasch stutzig: Hat die Schnürung eine symbolische Bedeutung? Geht ein Serientäter um? Tatsächlich kann der Gerichtsmediziner feststellen, dass die Fesselung post mortem stattfand, demnach also nicht dem Zweck diente, die Frau an der Flucht zu hindern.

Auch Kriminalrat Lemp beschäftigen die Wadenfesseln im Polizeiruf 110 „Zehn Rosen“ des MDR. Der Ermittler ist überzeugt davon, einen ähnlichen Tathergang bereits gesehen zu haben … Die Recherchen geben ihm recht: Im Jahr 2012 wurde eine ebenfalls erstickte Frau mit identischer Fesselung an den Beinen in einem Magdeburger Bordell aufgefunden. Im Fall der toten Prostituierten Jessica Peschke lagen etliche schwer belastende Beweise gegen einen Hauptverdächtigen vor, dennoch wurde der nach einer Woche in Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gesetzt. – Pardon, die Hauptverdächtige, korrigiert sich Lemp. Paul Schilling lebt nach einer Geschlechtssangleichung mittlerweile als Frau und nennt sich Pauline.

Die Hauptkommissare Brasch und Köhler suchen im TV-Krimi „Zehn Rosen“ also Pauline Schilling auf, die einen Blumenladen in Magdeburg führt. Beim Anblick der Dienstausweise steht Schilling der Schock ins Gesicht geschrieben. Ist sie etwa erneut in das Visier der Kriminalpolizei geraten? Für den Tatzeitpunkt hat die Verkäuferin kein Alibi, und sie kannte die Tote nachweislich. Zwei Frauen mittleren Alters, beide mit Schilling befreundet, beide ermordet. Ein Zufall? Die Transfrau versucht ihre Bekanntschaft mit Kim zwar zu leugnen, doch die Ermittler finden bald heraus, dass sich Schilling und Pohlmann womöglich in einer therapeutischen Praxis für transsexuelle Menschen kennengelernt haben.

Die Magdeburger Kripo stößt auf den Ex-Freund des Opfers, den psychisch labilen Krankenpfleger Jan Freise. Freise hat ein schweres Trauma erlitten, als sein Vater die gesamte Familie umbrachte, und nur ihn verschonte. Hat er etwas mit dem Tod von Kim zu tun, weil die ihn verließ? Der letzte Aufenthaltsort der toten Pohlmann weist den Schriftzug „FREISEIN“ an der Wand auf – streicht man die Buchstaben „IN“, erhält man den Familiennamen des Verdächtigen!

Kommissarin Brasch unternimmt im Alleingang eine gefährliche, illegale Observation und bricht in den Keller des Verdächtigen Freise ein, als der kurz außer Haus ist. In den dunklen, kalten Räumen stößt die Fahnderin auf einen kleinen Kerker, dessen Schloss offenbar aufgebrochen wurde. Darin liegen eine alte Matratze, Decken, leere Wasserflaschen und Essensreste. Hier wurde ein Mensch gefangen gehalten! Doch nicht nur Brasch erlaubt mit diesem Vorgehen einen großen Schnitzer: Dem emotionalen Kommissar Köhler gehen bei einer Befragung Freises die Nerven durch und er greift diesen mit gezückter Waffe an …


Anders als gewohnt handelt sie sonst so kühle Hauptkommissarin im Fall „Zehn Rosen“ wesentlich empathischer als gewohnt. Die Ermittlerin, selbst erklärte Einzelgängerin, fordert die dringend Tatverdächtige Pauline am Ende sogar auf, für ihr Recht und ihre Freiheit zu kämpfen. Inszeniert hat der krimierfahrene Torsten C. Fischer den neuen Polizeiruf 110 des Mitteldeutschen Rundfunks; darüber hinaus übernahm Fischer in der Vergangenheit für zahlreiche Tatort-Folgen die Regie.

Die Filmarbeiten zum MDR-Polizeiruf „Zehn Rosen“ fanden vom 6. April bis 7. Mai 2018 statt, gedreht wurde in Magdeburg und Umgebung.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (39 J. | Kinoliebhaberin)

Mich konnte die eigenwillige Geschichte rund um die transsexuelle Pauline nicht überzeugen, zumal ich mir ein intensiveres Schauspiel gewünscht hätte. Die finale Auflösung ist vollkommen überzogen, einzig Köhler hat einen Platz in meinem Herzen („Nicht schießen, die Personaldecke ist ja eh relativ dünn bei uns …“). Gesamtnote: 2 Sterne.

Gerald (39 J. | IT-Nerd)

Man muss sich auf diesen Polizeiruf einlassen, damit er funktioniert. Da ist viel Zwischenmenschliches, was zwar zum Fall gehört aber auch ohne Mord schon ein Drama für sich ist. Lemps Krise und damit Braschs oder die Frage nach der Identität Mann vs. Frau. Hätte spannender sein können aber insgesamt ein guter Krimi. Anschauen lohnt!

Polizeiruf-Besetzung

Hauptkommissarin Doreen Brasch – Claudia Michelsen
Hauptkommissar Dirk Köhler – Matthias Matschke
Kriminalrat Uwe Lemp – Felix Vörtler
Polizeipsychologe Niklas Wilke – Steven Scharf
Rechtsmediziner – Henning Peker
Blumenverkäuferin Pauline Schilling, ehemals Paul – Alessija Lause
Pauls Frau – Lisabeth Die
Therapeutin Dr. Paola von Jagow – Birge Schade
Polizistenausbilder Ulf Meier – André Jung
Krankenpfleger Jan Freise – Sven Schelker
Freises Ex-Freundin Kim Pohlmann – Susanne Strach
Prostituierte Jessica Peschke – Svenja Ipsen
Sebastian Kwittek – Jan Krauter
Catalina – Sophia Sauermann
Julia – Moana Goetze
u.a.

Polizeiruf-Stab

Drehbuch – Wolfgang Stauch, Vorlage von Martin Douven
Regie – Torsten C. Fischer
Kamera – Theo Bierkens
Szenenbild – Uwe Berthold
Schnitt – Heike Parplies
Ton – Petra Gregorzewski
Musik – Wolfgang Glum, Warner Poland

Trailer zur Polizeiruf 110-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Magdeburg


9 Meinungen zum Polizeiruf 110: Zehn Rosen

  • Alex • am 10.2.19 um 21:47 Uhr

    Ich warte schon auf den ersten Blöden der fragt , von wem der tolle Titel in Minute … ist


  • Frank • am 10.2.19 um 22:05 Uhr

    Brasch und der Beweis, dass der Tatort kein Vorrecht für psychopathische Kriminalistinnen hat. Kein Wunder wirft Köhler, zwangsweise zur Blässe verurteilt, das Handtuch. Und für die Schwarze Königsspinne wird das nächste Opfer gesucht. Gut, der PR versucht in Magdeburg, im Gegensatz zum Modell Göttingen, nur mit einer Rambobine auszukommen. Doch dadurch gelingt es sogar noch besser, dass die Männer als Lemminge zu Statisten werden. Bitte mich nicht falsch verstehen, am Bodensee gab es mal eine Ermittlerin beim Tatort… Aber eben gab, scheinbar muss die moderne Frau anders dargestellt werden. Erklärt das vielleicht die Männer die sich als Frau fühlen wollen? Aber das geht dann vielleicht doch zu weit; aber wer weiss? Fazit, so kann man den Sonntag abend bald anders besser verplanen.


  • CarstenH • am 10.2.19 um 22:06 Uhr

    Die Eröffnungsszene war super, der Aufbau des Falls und der Verdächtigen sehr gut. Die zweite Hälfte des PR war dann eine echte Enttäuschung: Selbstgerechte Ermittler, verworren erzählte Ermittlungsstränge, undurchsichtige Sprünge in der Zeit, eine halbe Stunde voller Längen und vieler Gähner und dann ein allzu theatralisches Finale. Daumen runter.


  • Zimi • am 11.2.19 um 16:13 Uhr

    Irgendwie verwirrend…Die Rosen taten mir leid…


  • Hanz W. • am 11.2.19 um 19:13 Uhr

    Fade Sache. Die Transgender-Geschichte hätte ja ganz interessant werden können, aber so richtig zwingend schien mir die für den Fall als solchen auch nicht zu sein. Allerdings gebe ich zu, dass mich der Polizeiruf über weite Strecken so wenig gefesselt hat, dass die Gedanken schon hin und wieder weit abgeschweift sind. Und mir so wohl der eine oder andere Zusammenhang entgangen ist, vollständig habe ich die Fäden jedenfalls kaum mehr zusammenbekommen. Hie und da mal eine gelungene Szene, insgesamt aber langweilig und schon 24 Stunden später fast vollständig wieder vergessen. Immerhin auch nicht besonders ärgerlich, daher zwei Sterne glatt.


  • Colorwriter • am 11.2.19 um 20:43 Uhr

    Na, ging so.

    Wie ein Blumenladen, ohne Kundschaft…..


  • alter Fan • am 11.2.19 um 23:02 Uhr

    konnte diesem Magdeburger PR leider auch nicht so recht was abgewinnen – schätze mal , die Story war etwas verpeilt . Schade um den Rest .


  • Karin L. • am 12.2.19 um 2:09 Uhr

    ….irgendwie langweilig und träge inszeniert….lohnt nicht, tiefer zu schürfen.


  • Sabrina • am 12.2.19 um 17:42 Uhr

    Warum spricht man noch vom Errmittler-Duo,
    wenn gar nicht mehr gemeinsam agiert wird –
    egal jetzt ob PR oder TO


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