Tatort Folge 1081: Zorn



So 20.01. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2019
Kommissar: Faber, Bönisch, Dalay und Pawlak
Ort: Tatort Dortmund


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Tatort Folge 1081: Zorn 0 0

Der verflixte 13. Fall „Zorn“ hat es in sich: Oberkommissarin Nora Dalay (Aylin Tezel) legt sich mit dem neuen Kollegen Jan Pawlak (Rick Okon) an, hat neuerdings wieder mit Panikattacken zu kämpfen und bringt sich selbst in akute Lebensgefahr. Der psychisch labile Faber (Jörg Hartmann) jagt indessen dem vermeintlichen Mörder seiner Frau und Tochter hinterher, und die skeptische Hauptkommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) schleppt sich mit quälenden Rückenschmerzen zur Reiki-Behandlung. Ach ja, daneben gilt es im Dortmunder Tatort außerdem, den Mord an einem ehemaligen Bergmann aufzuklären.

Die Tatort-Folge 1081 „Zorn“, eine Produktion des WDR, ist für Sonntag, den 20. Januar 2019 für ihre Erstsendung im Fernsehen angesetzt. Um 20.15 Uhr startet der TV-Krimi wie üblich in Das Erste.

Inhalt der Tatort-Folge „Zorn“

Sie kann ihn einfach nicht leiden. Oberkommissarin Dalay beobachtet Pawlaks Verhalten scharf, sammelt Argumente gegen ihn und bewertet seine Arbeit für das Ermittlerteam kritischer als nötig. Seit ihr Kollege und ehemaliger Lover Daniel Kossik (Stefan Konarske) zum LKA nach Düsseldorf gegangen ist, fühlt sich Nora leer, ja, einsam. Die junge Kommissarin vermisst Kossik.

An Kossiks Stelle ist im Fall „Tod und Spiele“ (Tatort-Folge 1067) Jan Pawlak getreten, ein junger, zugleich erfolgreicher und zielstrebiger Hauptkommissar.

„Der Neue“ macht Nora Angst, denn Pawlak ist viel zu geheimnisvoll, als dass sie ihn ansatzweise einschätzen könnte: Plötzlich verschwindet der inmitten der Falluntersuchungen und taucht unvermittelt wieder auf. Er gibt keine Einzelheiten aus seinem Privatleben preis, denn der Kriminalbeamte trennt Berufliches und Privates strikt voneinander. Dabei macht Jan Pawlak seinen Job – und das zu Dalays Missgunst – auffallend gut: Der Fahnder ist aufmerksam, hat eine hervorragende analytische Gabe und ist sogar seinem Vorgesetzten Peter Faber zuweilen einen Schritt voraus.

Durch ihr verstärktes Engagement im Fall „Zorn“ versucht die Oberkommissarin daher, Pawlak abzuhängen, ihm zu zeigen, wo der Hammer hängt. – Doch Dalays Alleingänge werden vor allem von Martina Bönisch gar nicht gern gesehen. Und so kommt es am Ende des Kriminalfilms „Der Zorn“ zu einem Showdown, der Nora Dalay an ihre Grenzen treibt …


Doch von Anfang an:
Eine männliche Leiche wird aus dem Dortmund-Ems-Kanal gefischt. Der Tote ist Mitte, Ende dreißig, hat weder ein Portemonnaie noch ein Handy bei sich. Die Rechtsmedizinerin Dr. Greta Leitner, die bereits am frühen Morgen am Kanalufer die ersten Untersuchungen an der Leiche durchführt, klärt den frisch am Fundort eingetroffenen Hauptkommissar Peter Faber über den Stand der Ermittlungen im Tatort „Zorn“ auf. Auch die Kolleginnen Bönisch und Dalay sind zugegen; während die Hauptkommissarin mit schlimmen Rückenbeschwerden kämpft, macht sich die dynamische Oberkommissarin Nora Dalay über ihren Laptop daran, die Identität des Toten in Erfahrung zu bringen. Sie muss jedoch feststellen, dass die Fingerabdrücke des Mannes nicht in der Datenbank der Polizei registriert sind.

Dr. Leitner erklärt den Beamten, dass keinerlei Spuren eines Kampfes vorliegen; als wahrscheinliche Todesursache stellt sie einen Schuss in den Brustkorb fest. Die Kugel trat durch den Rücken wieder aus, alles sieht nach einer regelrechten Hinrichtung aus. Einhundert Meter weiter am Kanal entlang entdeckt die Spurensicherung Indizien, dass das Opfer dort am Ufer in das Wasser hineingeworfen wurde. Auch Reifenspuren finden sich hier. Als Tatort, an dem der Mann zu Tode kam, kann zudem eine Abraumhalde in Sichtweite des Kanalabschnitts festgemacht werden.

Der neue Vierte im Dortmunder Kripo-Team, der junge Hauptkommissar Jan Pawlak, stößt im Tatort „Zorn“ mit einiger Verspätung zu den Mordermittlungen am Kanal dazu. Dalay geht auf Konfrontationskurs mit ihm, doch Pawlak lässt sich nicht provozieren. Mit seiner professionellen Art kann Pawlak stattdessen auf Anhieb bei seinen Vorgesetzten punkten: Auf dem Parkplatz in der Nähe des Ufers ist ihm ein Wagen aufgefallen, dessen Kennzeichen er sofort überprüfen ließ. Wie es scheint, heißt der Tote Andreas Sobitsch, wohnhaft in der alten Zechensiedlung Sophie-Charlotte in Marl. Sobitsch ist außerdem Inhaber des Vereins „Ewigkeit e.V.“, der sich um Bergschäden kümmert. Martina Bönisch erkennt Sobitschs Foto auf Pawlaks Smartphone und bestätigt mit knappen Worten die Identität des Opfers: „Das isser.“

Hauptkommissarin Bönisch instruiert die beiden Streithähne Dalay und Pawlak, nach Marl zu fahren und die Wohnung von Sobitsch zu untersuchen. Sie und Faber übernehmen indessen den Tatort. Peter Faber staunt nicht schlecht, dass neuerdings die Kollegin den Ton angibt. Vielleicht ist der Rollentausch im Fall „Zorn“ allerdings nicht verkehrt, wird Faber doch derzeit erneut mit seiner tragischen Vergangenheit konfrontiert: Markus Graf, der mutmaßliche Mörder seiner Familie (siehe Dortmund-Tatorte „Auf ewig dein“ [Tatort-Folge 898] und „Tollwut“ [Tatort-Folge 1046]), ist seit Monaten wieder auf freiem Fuß und wurde erst kürzlich in Hamburg gesichtet. Zeitgleich wurde dort ein blondes Mädchen ermordet. Ist Graf wieder auf Beutezug?

Aktuell müssen die Fortschritte im Mordfall Sobitsch vorangehen, Graf muss warten. Faber und Bönisch landen bei ihrem Einsatz schließlich in der Zechenkneipe Sophie-Charlotte, in der die Fahnder die Bekanntschaft mit Klaus Radowski machen, der eine glühende Rede vor den entlassenen Bergleuten hält. 20.000 Euro soll jeder Kumpel pauschal erhalten, der im Zechenviertel lebt – solange niemand vor Gericht geht. Denn die Häuser haben mit den Jahrzehnten starke Bergschäden davongetragen, einige davon sind kaum noch bewohnbar. Andreas Sobitsch vertrat die Ansicht, so erfährt die Dortmunder Kripo, man solle sich nicht abspeisen lassen und seine Rechte einklagen. Ein Konflikt als Mordmotiv? Kommt Radowski als Täter in Frage?

Zum Bekanntenkreis des Opfers zählen auch Ralf „Ralle“ Tremmel und sein Kumpel Stefan Kropp. Letzterer hat Stress mit seiner Frau und ist kurzerhand in Ralles Wohnwagen eingezogen: denn auch dessen Haus ist durch die entstandenen Bergschäden einsturzgefährdet. Das Dortmunder Ermittlerquartett erfährt von dem Freizeitpark, der auf dem ehemaligen Zechengelände gebaut werden soll. Kropp wurde dort sogar ein zukünftiger Job angeboten, doch der frühere Kumpel hat widerwillig abgelehnt. Nein, er, Ralle und Andreas Sobitsch wollten mit dem Verein „Ewigkeit e.V.“ für eine bessere Zukunft kämpfen!

Es kristallisiert sich im WDR-Tatort „Zorn“ heraus: Die früheren Bergleute fühlen sich als Verlierer des Strukturwandels im Ruhrpott. In der Gemeinschaft der alten Kumpel gab es Unruhen, und auch Verbindungen zu extremistischen Gruppen kommen im Tatort „Zorn“ langsam ans Tageslicht. Hauptkommissar Faber lernt bei seinen Recherchen den militanten Reichsbürger Friedemann Keller kennen, der sich in seinem selbsterklärten autonomen „Freien Reich Frieden“ verschanzt hat. Auf der anderen Seite steht Dr. Klarissa Kallwitz, eine äußerst scharfsinnige und zugleich undurchsichtige Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes, die Keller schon länger im Visier hat. Dass sich nun die Kripo in den Fall Keller einmischt, passt ihr offenbar gar nicht …


Der WDR-Tatort „Zorn“ ist Einsatz Nummer 13 für das Dortmunder Team Faber, Bönisch und Dalay. Für Pawlak ist er nach „Tod oder Spiele“ erst der zweite (offizielle); einen kurzen Auftritt hatte er als Undercover-Ermittler im Tatort „Tollwut“ bereits.

Das Buch zum TV-Krimi „Zorn“ schrieb erneut Jürgen Werner, ein erfahrener, routinierter Tatort-Autor. Er verfasste zuvor acht Skripte für das Dortmunder Team, darunter auch für die Folge „Tollwut“, in der die Figur des neuen Kommissars Jan Pawlak in die Storyline eingeführt wurde.

Die Dreharbeiten fanden in Dortmund, Duisburg, Köln und Umgebung statt. In Dortmund diente unter anderem der U-Turm an der Schmiedingstraße als Kulisse. Innerhalb von gut vier Wochen (Zeitraum: 26. Februar bis 27. März 2018) waren sämtliche Aufnahmen im Kasten.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (39 J. | Kinoliebhaberin)

Im neuen Dortmunder Tatort gibt’s jede Menge Spannung – gemeint sind damit allerdings die Reibereien zwischen Dalay/Pawlak und unter den Ex-Bergleuten. Mir war das einen Hauch too much, vor allem das Ende und Nora Dalays Alleingang wirkten unglaubwürdig. Lust auf das muntere Rätselraten, wer denn nun eigentlich der Mörder ist, kam bei mir nicht auf. Es gab schon deutlich überzeugender Beiträge aus DO: 3 Sterne.

Gerald (39 J. | IT-Nerd)

Stark, stärker, Dortmund. Gut finde ich, dass endlich einmal das Thema um die Zechenschließung aufgegriffen wird. Schön wird in diesem Tatort gezeigt, wie hilflos sich die Bergleute fühlen und in welchen Verhältnissen sie teilweise leben müssen. Die Geschichte um den Reichsbürger mit seinem Waffenarsenal, na ich weiß nicht ob das noch notwendig war, aber insgesamt ist „Zorn“ ein spannender Krimi! Daumen hoch von mir.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Peter Faber – Jörg Hartmann
Hauptkommissarin Martina Bönisch – Anna Schudt
Hauptkommissar Jan Pawlak – Rick Okon
Oberkommissarin Nora Dalay – Aylin Tezel
Gerichtsmedizinerin Dr. Greta Leitner – Sybille J. Schedwill
Opfer Andreas Sobitsch – Daniel Fritz
Ralf “Ralle” Tremmel – Thomas Lawinky
Ralles Untermieter Stefan Kropp – Andreas Döhler
Frederike Kropp, Stefans Ex – Mona Kloos
Klaus Radowski – Peter Kremer
Dr. Klarissa Gallwitz vom Verfassungsschutz – Bibiana Beglau
Reichsbürger Friedemann Keller – Götz Schubert
Gerichtsvollzieher – Günter Alt
Reiki-Gelehrter Nimrod Fellner – Richard van Weyden
Schupo Thomas Stepanek – Martin Geisen
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Jürgen Werner
Regie – Andreas Herzog
Kamera – Wolfgang Aichholzer
Schnitt – Gerald Slovak
Szenenbild – Frank Polosek
Musik – Martin Tingvall

Trailer zur Tatort-Produktion



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