Tatort Folge 130: Im Fadenkreuz



Erscheinungsjahr: 1981
Kommissar: Lenz
Ort: Tatort München


  1 Meinung
Tatort Folge 130: Im Fadenkreuz 5 1

„Im Fadenkreuz“ ist der erste Fall, in dem der Münchener Tatort-Kommissar Ludwig Lenz (Helmut Fischer) die Ermittlungen eigenverantwortlich leitet. Er hat erst kürzlich den pensionierten Kriminalhauptkommissar Veigl als Leiter der Münchner Mordkommission abgelöst. Und schon sein erster Einsatz am Tatort hat es in sich: Denn während der Ermittlungen gerät auch Lenz selbst ins Fadenkreuz der Verbrecher.
 

Alles beginnt mit einem Dienstvorfall: Während einer Routinekontrolle der Bahnhofspolizei kommt es zu einem Fluchtversuch, bei dem ein Polizeibeamter den Flüchtigen anschießt. Auch wenn es keine Leiche gibt, rücken Kriminalkommissar Lenz und sein Team von der Mordkommission aus, um den Fall zu untersuchen. Denn so will es die Vorschrift: Wenn ein Polizeibeamter von seiner Dienstwaffe Gebrauch macht und jemanden dabei verletzt – ob tödlich oder nicht –, muss die Mordkommission am Tatort ermitteln; zum Schutz des Beamten, falls die Rechtmäßigkeit seines Schusswaffengebrauchs später in Zweifel gezogen wird.

Am Tatort stellen die Münchner Ermittler fest, dass der Verletzte kein Unbekannter ist. Es handelt sich um den flüchtigen und polizeilich gesuchten Theo Scholz, auf den schon seit einiger Zeit ein Haftstrafe wartet.

Scholz hatte, um einer Routinekontrolle der Bahnhofspolizei zu entgehen, einen Taxifahrer mit vorgehaltener Pistole gezwungen, ihn aus der Reichweite der Polizei zu bringen. Drei Kollegen des Taxifahrers hatten den Vorfall beobachtet, sogleich die Verfolgung aufgenommen und das Fluchttaxi zusammen mit der herbeigerufenen Funkstreife gestellt. Als Scholz dann trotz der Warnung der Polizisten zu Fuß weiter fliehen wollte, wurde er angeschossen.

Die Frage für Kommissar Lenz und seine Kollegen lautet nun: Ist die noch zu verbüßende Haftstrafe wirklich der Grund für diesen erneuten, diesmal lebensgefährlichen Fluchtversuch? Lenz hat seine Zweifel, die noch dadurch bestärkt werden, dass Scholz‘ Anwalt auffällig besorgt um seinen Mandanten ist. Ständig erscheint er im Krankenhaus, obwohl Scholz noch nicht einmal ansatzweise vernehmungsfähig ist.

Dann wird eine Leiche des Fluchttaxifahrers in einer Kiesgrube am Stadtrand gefunden. Nun ist Lenz und seinen Kollegen klar, dass mehr hinter diesem Fall steckt. Der Körper des Toten weist Spuren von Misshandlungen, ja sogar Folter auf. Als bald darauf in einer Bahnhofskneipe auch noch ein Tausendmarkschein auftaucht, der aus der Beute eines Überfalls auf einen Geldtransport stammt, ahnen die Ermittler, beginnen die Ermittler einen Zusammenhang zu vermuten. Doch gibt es wirklich eine Verbindung zwischen den Transporträubern, Scholz und dem Mord an dem Taxifahrer?

Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass das Leben mehrerer Personen bedroht ist. Kriminalkommissar Lenz sieht sich zu sehr eigenwilligen Methoden gezwungen, um den Fall aufzuklären. Nur so, glaubt er, kann er die eigentlichen Schuldigen aus ihrem Versteck locken und dingfest machen. Doch dann gerät er selbst ins Fadenkreuz der Verbrecher.

 
„Im Fadenkreuz“ wurde vom BR produziert und zum allerersten Mal am 15. November 1981 erstmals in der ARD ausgestrahlt.

Besetzung
Kriminalkommissar Lenz – Helmut Fischer
Kriminalassistent Faltermayer – Henner Quest
Kriminalobermeister Brettschneider – Willy Harlander
Kriminalrat Schubert – Rolf Castell
Gloria – Hannelore Gray
Frau Overdiek – Almut Eggert
Theo Scholz – Ralph Schicha
Kurt Gebele – Herbert Stass
Amann – Peter Moland
Harry Klönne – Hubert Münster
Luigi Spagnola – Luigi Torotora
Grabfelder – Max Griesser
Rechtsanwalt Overdiek – Peter Fricke

Stab
Drehbuch – Peter Hemmer
Kostüme – Franziska Liphart
Kamera – Peter Barthel
Musik – Klaus Doldinger
Szenenbild – Peter Scharff
Produktionsleitung – Harald Vohwinkel
Schnitt – Christa Wernicke
Regie – Thomas Engel

Bilder: BR/Foto Sessner


2 Meinungen zum Tatort Folge 130: Im Fadenkreuz

  • Dirk • am 6.5.16 um 21:19 Uhr

    Der Tatort aus München mit der Nummer 130 und der erste Fall von Hauptkommissar Lenz als Nachfolger von Veigl. Ein interessanter Tatort-Krimi aus dem Jahr 1981, solide und spannend inszeniert. Keine konfuse Polizeigeschichte, sondern ein Polizeispielfilm zum mit- und nachdenken. Ein völlig unbescholtener Taxifahrer wird ermordet und Hauptkommissar Lenz und seine bekannten Kollegen müssen erst einmal die Hintergründe der Tat recherchieren, um dann den Mördern, welche sehr raffiniert vorgehen, eine Falle stellen zu können. Sehens- und gerne wiederholungswürdiger Tatort-Fernsehfilm mit der sympathischen Polizeigruppe um den Lenz herum mit schauerwerten Außen- und Innenaufnahmen aus der anfangenden 1980iger Zeit.


  • Ursula E. Krömer • am 14.6.16 um 21:13 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    habe mir heute mit großem Vergnügen einen wirklichen Krimi angesehen, sehr, sehr spannend, habe mich noch nicht einmal getraut, kurz rauszugehen!
    Obwohl Spannung pur, stellt sich nachher weder eine Leere ein noch ist man beunruhigt. Wie haben wir das früher nur hingekriegt, Spannung zu erzeugen und trotzdem sich nicht durch zu eindeutige Szenen unter Druck gesetzt gefühlt? Manchmal ist mir die offene Gesellschaft zu offen heutzutage, zeigt alles sehr realistisch, bis ins letzte Detail.Manchmal frage ich mich, ob die allzu realistische Darstellung in allen Medien nicht auch zu einer „öffentlichen Enthemmung“ beiträgt. Töten ist wie Kuchenbacken dargestellt. Man nehme – alles ganz einfach. Oder Videospiele, alles was sich in den Weg stellt, wird umgemäht! Oder übertreibe ich?
    Es war ein Genuss, diese Persönlichkeiten wieder zu sehen und ich freue mich schon auf die nächste Folge. Übrigens: hier in NRW sehe ich mir ganz gern „Wilsberg“ und den Tatort aus Münster mit Prof. Börne an!

    Alles Gute und herzliche Grüße
    Ursula E. Krömer ( aus Wasserburg a. Inn )


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