Tatort Folge 132: Blinde Wut



Erscheinungsjahr: 1982
Kommissar: Lutz
Ort: Tatort Stuttgart


  3 Meinungen
Tatort Folge 132: Blinde Wut 5 3

In der Tatort-Folge 132 „Blinde Wut“ ermitteln der Stuttgarter Tatort-Kommissar Lutz (Werner Schumacher) und sein Team in einem beklemmenden Familiendrama: Hat ein Vater wirklich auf seine Frau und sein Kind geschossen?


Die Däublers sind eine Vorzeigefamilie. Die Eltern sind glücklich verheiratet, das Kind ist gesund und munter. So zumindest sah es aus bis zu dieser einen, alles verändernden Nacht. In der Stuttgarter Wohnung der Familie kommt es spät nachts zu einer lautstarken Auseinandersetzung. Es fallen mehrere Schüsse. Die erschreckten Nachbarn alarmieren sofort die Polizei. Kommissar Lutz und seine Kollegen rücken sofort aus.

Am Tatort angekommen, müssen sie die Tür der Wohnung aufbrechen. Dann bietet sich den Ermittlern und Rettungskräften ein grauenhafter Anblick: Drei Opfer, ein Mann, eine Frau und ein Kind, liegen von Pistolenschüssen niedergestreckt auf dem Wohnzimmerboden. Die Frau ist bereits tot, Vater und Kind ringen noch um ihr Leben. Sie werden sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Das Kind und der Familienvater, Herr Däubler, überleben die Tat knapp.

Nach der Befragung der Nachbarn gibt es einen weiteren Verdächtigen, denn ein Unbekannter soll in der Tatnacht kurz nach den Schüssen den Tatort fluchtartig verlassen haben. Dennoch: Allem Anschein nach hat Herr Däubler die Schüsse abgegeben und so zuerst seine Frau und sein Kind verletzt, um sich danach selbst zu richten. Doch warum?

Kommissar Lutz macht sich auf die Suche nach dem Motiv für diesen augenscheinlichen Ausbruch blinder Wut. Fündig wird er nicht. Im Gegenteil: Seine Ermittlungen ergeben ein geradezu idyllisches Bild einer glücklichen Stuttgarter Durchschnittsfamilie. Es gibt einfach keinen Grund, warum der Ehemann und Vater seine Lieben mit den Tod reißen wollte.

Der Einzige, der Kommissar Lutz nun weiterhelfen kann, ist der Tatverdächtige Herr Däubler selbst. Doch als dieser endlich vernehmungsfähig ist, reagiert er bestürzt auf die Tat und den Verlust seiner Familie. Er kann sich an nichts mehr erinnern. Eine partielle Amnesie hat die Tat und die Tatumstände aus seinem bewussten Gedächtnis verbannt. Nun liegt es an Kommissar Lutz die verdrängten Ereignisse der Tatnacht wieder an die Oberfläche zu holen. Nach und nach versucht der Ermittler die wirklichen Umstände der grauenvollen Tat aus Däubler herauszubekommen und ihm zu helfen, sich wieder zu erinnern.


Der routinierte Krimi-Regisseur Theo Mezger hat mit dem Tatort „Blinde Wut“ ein beklemmendes Psychodrama geschaffen. Diese Tatort-Folge ist eine Produktion des SDR. Zum ersten Mal ausgestrahlt wurde sie am 10. Januar 1982 in der ARD. Inzwischen wurde die Folge mehrmals wiederholt und hat unter den Tatort-Fans Kultstatus erreicht.

Buch: Peter Scheibler
Regie: Theo Mezger
Kamera: Justus Pankau
Schnitt: Christa Kemnitz
Musik: Jonas C. Haefeli
Produktion: SDR

Darsteller:
Angelika Ambrasas · Manfred Boehm · Volker Eckstein · Irmgard Förch · Lars Hertner · Peter-Jochen Kemmer · Ulli Kinalzik · Rüdiger Kirschstein · Renate Malzacher · Hans-Dieter Reichert · Heidemarie Rohweder · Fred C. Siebeck · Dietz Werner Steck · Frank Strecker · Ludwig Thiesen · Christiane Timerding · Claudia Wedekind · Grete Wurm


5 Meinungen zum Tatort Folge 132: Blinde Wut

  • Dirk • am 14.12.15 um 17:23 Uhr

    Der Tatort Nummer 132 aus Stuttgart mit Hauptkommissar Lutz und Assistent Wagner sowie in Amtshilfe Kriminalhauptkommissar Liersdahl. Diese Einbeziehung von weiteren Tatort-Kommissaren fand ich früher schon gut, obwohl ich dieses Tatort-Drama heute zum ersten Male gesehen habe. In einer Nebenrolle spielte sogar der spätere Tatort-Kommissar Bienzle, toll. Bis zuletzt, in diesem anregenden Tatort-Spielfilm, glaubte ich an einer beteiligten vierten Person, fand die Mutter und den Bruder des verletzten Opfers bei Übergabe des Geschenks im Krankenhaus kalt und verantwortungslos. Die haben diesen Blender aber sofort erkannt, ihr ganzer Glaube hing an den schwer verletzten Enkel, ihren Schatz. Auch interessant zu sehen, die damaligen Automodelle, nicht im Museum oder Album, sondern real im Straßenverkehr. Sehenswert, auch ohne großartige Actionszenen. Aber Kultstatus? Hier fehlen wohl ein paar erforderliche Meinungen.


  • Diethelm Glaser • am 17.6.16 um 0:55 Uhr

    Wo, bitte, soll da Liersdahl gewesen sein? Warum fragte Lutz nicht, wo er die Waffe her hatte? Aber insgesamt ein guter Tatort, eigentlich auch ein Psychospiel. Lutz gefiel mir aber besser ohne Schnäuzer! ;-)
    Diethelm


  • Konrad Kuklinsky • am 8.1.21 um 14:26 Uhr

    Eigentlich ein eher lahmer Fall, aber herrlich langsam inszeniert, und natürlich ein Blick in die westdeutsche Realität Anfang der 80er Jahre, tolle Autos, teils schräge Klamotten. Kann man guten Gewissens schauen, aber „Kult“ ist etwas hoch gegriffen.

    Diethelm Glaser: Bezüglich der Waffe wurde am Anfang erwähnt, dass er einen Waffenschein besitze und die Waffe ordentlich angemeldet sei.

    Und noch eine Korrektur zum Text oben: Der Sohn überlebt auch, am Ende ist er das entscheidende Argument für den Familienvater, doch nicht Suizid zu begehen.


  • Sabine • am 8.1.21 um 15:42 Uhr

    @Konrad Kuklinsky:

    Herzlichen Dank für Ihren wertvollen Hinweis, wir haben die entsprechenden Textpassagen in der Folgenbeschreibung umgehend korrigiert.

    Mit besten Grüßen aus der Redaktion
    Sabine


  • Al.Ter • am 12.1.21 um 20:02 Uhr

    Lutz im Double-Feature am 30./31.12.2020 auf SWR mit den Folgen 004 & 132:

    Wie schon in #004 geht es auch hier um das Motiv und nicht um das simple „Wer war’s?“ – hat durchaus 4 Sterne verdient.

    Trotzdem spannend und fein herausgearbeitet, dazu ein illustres Ensemble: Grete Wurm, Claudia Wedekind (die echte Frau Felmy – ich verwechsle sie immer mit der Film-Ehefrau Karin Eickelbaum), Ulli Kinalzik (der Hein bei Graf Luckner bzw. Direktion City), die beiden „Steine“ Rüdiger Kirschstein und der 1993 leider mit nur 46 Jahren viel zu früh verstorbene Volker Eckstein, der gefühlt in 9 von 10 Krimis als Bösewicht besetzt war – sieht er nicht Udo Kier ziemlich ähnlich?
    Und D. W. Staeck mit Schnauz als Nachbar Kronbeck konnte sich seinerzeit wohl noch nicht vorstellen, daß ihm in Stuttgart einmal eine große Karriere als Bienzle bevorsteht.

    Am Rande bemerkenswert: Ein Porsche 944 (Kennzeichen S-EC 2925) als Rettungswagen! Nobel, nobel: 163 PS, Vmax 220 km/h. Daneben gab es noch einen zweiten mit S-EU 4482, auch in München war einer im Einsatz.

    PS: @Dirk, der eigentlich immer recht fundiert kommentiert, ist hier wohl im falschen Film: KHK Liersdahl (Heinz Dieter Eppler), der 2x in Saarbrücken ermittelte (70/73), hatte zwar einige Gastauftritte zwischen 1973-77, aber definitiv nicht hier.


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