Tatort Folge 1060: Schlangengrube



So 27.05. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2018
Kommissar: Thiel und Boerne
Ort: Tatort Münster


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Liebe Freunde des humorgeschwängerten Tatort-Krimis aus Münster, Ihr müsst jetzt ganz, ganz stark sein: Es wird nur einen einzigen neuen Fall im Jahr 2018 geben. Der Titel: „Schlangengrube“ (Arbeitstitel „Affentheater“). Die TV-Premiere des Tatorts mit der offiziellen Nummer 1060 findet am 27. Mai 2018 um 20.15 Uhr im Ersten Programm statt.

Der Grund für die Zurückhaltung des Ermittlerteams ist allerdings ein freudiger, denn die Schauspielerin Friederike Kempter alias Kommissarin Nadeshda Krusenstern erwartet mit 38 Jahren diesen Spätsommer ihr erstes Kind. Die entstehende Sendelücke soll laut WDR mittels einer älteren Tatort-Folge aus Münster gefüllt werden.

Axel Prahl kündigte in einem Interview mit der BILD außerdem an, diesen Herbst würden dafür gleich zwei neue Episoden gedreht, die 2019 erstausgestrahlt werden. Sollte eine weitere Tatort-Produktion Anfang ’19 umgesetzt werden, dürfen sich Krimifans vermutlich sogar über drei (!) neue Münster-Tatorte im nächsten Jahr freuen. – Also alles halb so wild, oder?

Inhalt der Tatort-Folge „Schlangengrube“

Die Messlatte hängt hoch. Satte 14,56 Millionen Menschen sahen die Tatort-Folge 1017 „Fangschuss“, in der Hauptkommissar Thiel seine vermeintliche Tochter – das Mädchen mit dem schlumpfblauen Haupthaar – kennenlernt. Damit hält das Tatort-Team aus der westfälischen Domstadt den Quotenrekord innerhalb der Krimireihe seit 1992. Damals erreichten nämlich Manfred Krug und Charles Brauer in ihren Rollen als Kommissare Stoever und Brockmöller mit „Stoevers Fall“ die bis dato ungeschlagene Quote von 15,86 Millionen. Keinen anderen Tatort sahen mehr Menschen, zumdindest seit Änderung der Quotenmessung.

Wir dürfen gespannt sein, in welchem Quotenbereich sich die „Schlangengrube“ einpendelt. Der Krimi hat gute Chancen, den vorherigen Fall „Fangschuss“ von seinem Thron zu kegeln. Schließlich ist es der einzige Tatort aus Münster im laufenden Jahr 2018, zugleich gibt es viele putzige, watschelnde und schnatternde Nebendarsteller: denn der Krimi spielt anteilig im Zoo. Der aus den Medien bekannte Pinguin Sandy wird mit seiner zutraulichen und treuen Art so manches Zuschauerherz brechen. Kommissar Thiel wickelt der Vogel mit seinem Charme jedenfalls spielend um den Flügel.


Zum Inhalt:
Ist die kettenrauchende Staatsanwältin Wilhelmine Klemm tatsächlich in einen Mordfall verwickelt? Mit ihrer Nachbarin, der gesundheitlich schwer angeschlagenen Patrizia Merkens, lag Klemm schon lange im Clinch. Die Katzenliebhaberin ließ ihre Samtpfoten frei im Haus herumlaufen, und zum dritten Mal in einer Woche gab eines der Tiere seinem Drang zu Urinieren nach – ausgerechnet auf dem Teppich der Staatsanwältin! Auch der Ausbau einer Terrasse war ein Streitpunkt zwischen den beiden Frauen.

Nun liegt Merkens im Tatort „Schlangengrube“ tot in ihrer Wohnung. Der Rechtsmediziner Professor Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne stellt einen Genickbruch, einen ausgekugelten Oberarm und ein Aufpralltrauma am Hinterkopf der Toten fest. Eine mögliche Diagnose: Ein schwerer Sturz von der Wohnungstreppe. Wurde da etwa nachgeholfen? Auf dem Seziertisch entdeckt Boerne außerdem eigentümliche Einstiche rund um den Bauchnabel. Eine toxikologische Untersuchung wird anberaumt; die nimmt allerdings Zeit in Anspruch.

Aufgrund von Klemms privater Verwicklung in den Fall wird dieser an ihre Widersacherin, die hochtoupierte Staatsanwältin Ungewitter (Tessa Mittelstaedt, von 1999 bis 2014 bekannt aus dem Tatort Köln in ihrer beliebten Rolle als Assistentin Franziska), weitergereicht. Und die zieht durchaus in Erwägung, dass Klemm der kranken Nachbarin den entscheidenden Schups an der Treppe gegeben haben könnte. Wen wundert’s, dass die zwei Juristinnen gehörig aneinandergeraten: „Da zieht ein Ungewitter auf“ – die Verdächtige Wilhelmine Klemm soll recht behalten.

Eigentlich wollte sich Kommissar Frank Thiel einige Tage lang mit seinem „Vadder“ Herbert ausklinken und gemeinsam mit dem Fahrrad bis nach Amsterdam radeln. Nicht nur wegen des Matjes, dem guten Käse und den seltsamen Kräutern, die Thiel Senior so überaus schätzt, sondern auch, um die Distanz zwischeneinander zu überwinden und sich anzunähern. Eine Vater-Sohn-Auszeit. Doch aus unerfindlichen Gründen (und nach einem Gespräch mit Klemm unter vier Augen) hat sich „Vaddern“ plötzlich den Knöchel verstaucht und hinkt. Also hat Frank Thiel wider Erwarten Zeit, seine junge Kollegin Nadeshda Krusenstern bei den Ermittlungen im Fall „Schlangengrube“ zu unterstützen.

Während Prof. Boerne, der seine Leidenschaft – weniger sein Talent – für die feine Küche entdeckt hat und fortan „Boerne kocht – Die Forensische Küche“ vor laufender Kamera präsentiert, und auch die Rechtsmedizinerin Silke „Alberich“ Haller in die Untersuchung miteinbezogen werden, führen die Spuren in den Münsteraner Zoo. Patrizia Merkens war den Recherchen zufolge täglich hier – und dokumentierte akribisch den Tierbestand. Zu welchem Zweck?

Nicht nur der Zoodirektor Dr. Schönweis gerät schließlich in das Visier der Ermittlungen, auch der Medienproduzent und Gourmet Dr. Stockmann, der zeitgleich der Förderer des „zukünftigen Stars unter den Fernsehköchen“ Professor Boerne ist. Ebenfalls verdächtig macht sich die Zweiradmechanikerin Ben Frommer, die das Rad des Opfers zuletzt reparierte. Was verheimlicht sie vor Frank Thiel und Nadeshda Krusenstern? Die Liste der Verdächtigen wird zunehmend länger.

Kenner des Allwetterzoos und seines Direktors Dr. Thomas Wilms werden sich wundern, wie ähnlich sich das Vorbild und die Filmfigur Dr. Schönweis sehen, dargestellt von Schauspieler Felix Vörtler (Tatort „Narben“, Tatort „Sturm“). Die Dreharbeiten fanden zum Teil vor Ort im Münsteraner Allwetterzoo statt, einige Szenen wurden zudem im Kölner Zoo gefilmt.

Das im Tatort gezeigte Pinguin-Weibchen Sandy blickt bereits auf eine längere Fernsehkarriere zurück. Das 22 Jahre alte Tier trat in der Vergangenheit bereits bei der „Harald Schmidt“ auf, bei „Johannes B. Kerner“ und „TV total“. Die Liebe zwischen Sandy und ihrem Pfleger Peter Vollbracht machte sogar Schlagzeilen und wurde in der ARD-Doku „Pinguin, Löwe & Co.“ thematisiert. Dass Sandy mittlerweile einen eigenen Wikipedia-Eintrag verdient hat, versteht sich da von selbst.

Das futuristische Gebäude, in das der Medienproduzent Dr. Stockmann im Film einlädt, steht auf einer früheren NATO-Basis in Neuss. Der japanische Architekt Tadao Ando funktionierte die ehemalige Raketenstation Hombroich mit viel Glas, Stahl und Beton um; seit 2004 sind in dem eindrucksvollen Gebäude wechselnde Kunstausstellungen zu bewundern.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

Der Tatort Münster kriegt die Kurve: Wohl dosierter Klamauk und eine gut durchdachte Storyline machen diesen Krimi endlich wieder sehenswert! Das Drehbuchteam Cantz & Hinter, bereits für zahlreiche Folgen aus der Domstadt verantwortlich, hat für die neueste Produktion den Zoo als Hauptkulisse gewählt – eine für Münster passende, witzige Idee. Auch die überzeugende Besetzung der Nebenrollen (Felix Vörtler, Thomas Arnold) ist ein Lob wert. Kurzum: Daumen hoch!

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

Das Publikum wird diesen Tatort lieben. Man hat hier alles, was das (Krimi-)Herz braucht: einen Mord, viele Pointen mit den Thiels, Nadeshda trägt endlich mehr Verantwortung und man erfährt mehr über Klemms Privatleben. Der zahme Pinguin Sandy ist das Sahnehäubchen. Wer den Allwetterzoo in Münster kennt, entdeckt im Film zahlreiche Gehege wieder. Ein toller und stimmungsvoller Beitrag, den man nicht verpassen sollte!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Frank Thiel – Axel Prahl
Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers
Kommissarin Nadeshda Krusenstern – Friederike Kempter
Rechtsmedizinerin Silke „Alberich“ Haller – ChrisTine Urspruch
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm – Mechthild Großmann
Taxifahrer Herbert „Vaddern“ Thiel – Claus D. Clausnitzer
Staatsanwältin Ungewitter – Tessa Mittelstaedt
Dr. Schönweis, Zoodirektor – Felix Vörtler
Dr. Richard Stockmann – Robert Hunger-Bühler
Dr. Gremlich, Tierarzt – Dirk Martens
Henry Schlör, Filmemacher – Thomas Arnold
Henny Neubert, Tierpflegerin – Julischka Eichel
Patrizia Merkens, Nachbarin von Klemm – Lilia Lehner
Ben Frommer, Zweiradmechanikerin – Charlotte Bohning
Herr Dorr, Metzgermeister – Pablo Ben-Yakov
Frau Baer, Nachbarin von Klemm – Stephanie Kämmer
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Stefan Cantz, Jan Hinter
Regie – Samira Radsi
Kamera – Stefan Unterberger
Schnitt – Andrea Wimmer
Szenenbild – Frank Polosek
Ton – Wolfgang Wirtz, Hadon Install
Musik – Olaf Didolff

Bilder-Galerie zum Krimi aus Münster


1 Meinung zum Tatort Folge 1060: Schlangengrube

  • Frank Hainke • am 22.5.18 um 15:37 Uhr

    Ich freue mich schon auf Sonntag.

    Und Frau Krusenstern gratuliere ich ganz herzlich zur künftigen Mutterschaft.

    Wen ich gerne mal sehen würde wäre Martin Brambach. Vielleicht findet sich in einer späteren Folge mal eine Rolle für ihn.


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