Tatort Folge 1201: Das Mädchen, das allein nach Haus geht



So 22.05. 20:15 Uhr ARD

So 22.05. 21:45 Uhr ONE

Mo 23.05. 03:35 Uhr ONE

Di 24.05. 00:40 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2022
Kommissar: Rubin und Karow
Ort: Tatort Berlin


  1 Meinung
Tatort Folge 1201: Das Mädchen, das allein nach Haus geht 3 1

Adieu, Nina Rubin: Nach sieben Jahren und 15 Folgen gibt Meret Becker ihre Figur der Berliner Kriminalhauptkommissarin auf, um sich in Zukunft anderen Projekten widmen zu können. Ihr letzter Fall stellt die Beziehung zu ihrem Ermittlungspartner Robert Karow (Mark Waschke), die nie frei von Spannungen war, nochmal auf eine harte Probe: Nach dem Mord an einem verdeckten Ermittler wendet sich eine Angehörige des mutmaßlich dafür verantwortlichen russischen Mafiaclans an Rubin und bittet sie, in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden – als Gegenleistung für wertvolle Informationen. Es wird strenge Vertraulichkeit vereinbart, Karow erfährt von nichts – eine Belastung für das Vertrauensverhältnis der beiden Kollegen, die sich zuletzt auch privat nähergekommen sind.

Ihren letzten Einsatz als Nina Rubin hat Meret Becker im Tatort „Das Mädchen, das allein nach Haus’ geht“, der am Sonntag, dem 22. Mai 2022 um 20:15 Uhr im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt wird.

Mark Waschke bleibt dem Hauptstadtkrimi des Rundfunks Berlin-Brandenburg erhalten. Der nächste Fall wird ein Solo für Robert Karow, bevor ihm Corinna Harfouch als noch namenlose neue Kommissarin zur Seite gestellt wird. Der erste Berlin-Tatort mit Harfouch und Waschke wird wahrscheinlich Ende 2022 ausgestrahlt.

Inhalt der Tatort-Folge „Das Mädchen, das allein nach Haus’ geht“

Es ist ein grausiger Fund, den die Berliner Polizei aus der Spree fischt: ein nackter, lebloser männlicher Körper, gezeichnet von tiefen Wunden, die auf massive Schläge hindeuten – und ohne Kopf. Den Kriminalhauptkommissaren Nina Rubin und Robert Karow, aber auch den Zuschauern dieses Sonntagskrimis wird also gleich zu Beginn einiges zugemutet. Doch die beiden geübten Ermittler verlieren nicht so leicht die Nerven, und überhaupt: „Gefühle sind was für hässliche Menschen“, meint Karow, als er seiner Ermittlungspartnerin, mit der ihn vielleicht doch ein bisschen mehr als nur der Beruf verbindet, gerade eine Abfuhr erteilt hat: Nina Rubin wollte abends eigentlich mit ihm ins Theater, doch daraus wird nichts, denn Karow hat Wichtigeres zu tun: Er sucht eine neue Wohnung – auch kein einfaches Unterfangen in einer Stadt wie Berlin.

Der gerade entdeckte kopflose Leichnam ist für die beiden Kommissare also kein Grund, ihre liebgewonnenen Gewohnheiten und Frotzeleien ruhen zu lassen. Die Identität des Toten festzustellen, wird noch schwierig genug werden, aber erstmal ist Feierabend. Rubin macht sich per Pedes durch die abendlichen Straßen Berlins auf den Weg nach Hause. Nach einiger Zeit bemerkt sie, dass ihr jemand folgt. Oder bildet sie sich das nur ein? Nein, tatsächlich, da scheint ihr jemand hartnäckig auf den Fersen zu sein. Eine junge Frau. Die erfahrene Polizistin stellt ihre unbekannte Begleitung zur Rede. Diese wirkt verstört, verängstigt, nicht so, als wolle sie Rubin etwas Böses, sie gar angreifen. Im Gegenteil: Bei der Frau handelt es sich um Julie Bolschakow, die Ehefrau von Yasha Bolschakow, einer bekannten Größe der russischen Mafia in der Stadt. Im akustischen Schutz des Hintergrundgedudels in einem Souvenirshop vertraut Julie der immer noch misstrauischen Kriminalbeamtin brisante Details an: Sie kennt den Toten aus der Spree, hat sogar seinen Mord am Abend zuvor beobachtet. Offenbar handelt es sich um einen verdeckten Ermittler, also quasi um einen Kollegen von Rubin und Karow, der bei den Bolschakows eingeschleust wurde, damit die Polizei endlich handfeste Beweise gegen den Mafiaclan in die Hände bekommt. Er hat wohl versucht, Julie als eine Art Kronzeugin anzuwerben, um etwas gegen die kriminelle Großfamilie in der Hand zu haben. Julie verfügt über Informationen, die für die Ermittler der Abteilung für organisierte Kriminalität hochinteressant sein könnten. Sie ist bereit, ihr Wissen mit der Polizei zu teilen – allerdings verlangt sie als Gegenleistung, in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden – denn klar ist: Julie weiß zu viel, als dass sie sich ihres Lebens noch sicher sein könnte.

Nina Rubin vertraut ihrer unverhofften abendlichen Bekanntschaft und berichtet der Kriminaldirektorin von Julies Angebot. Die wittert im RBB-Tatort „Das Mädchen, das allein nach Haus’ geht“ natürlich sofort die Chance, der russischen Mafiaszene in Berlin einen schweren Schlag zuzufügen, zumal den Bolschakows bisher nie etwas Strafbares nachgewiesen werden konnte. Rubins Vorgesetzte ist bereit, Julie in ein Zeugenschutzprogramm aufzunehmen, verlangt aber absolute Vertraulichkeit in der Sache. Schließlich – so hatte es bereits Julie Bolschakow berichtet – muss davon ausgegangen werden, dass die berüchtigte „Bratwa“, die Bruderschaft, auch in der Berliner Polizei über Informanten verfügt. Auch der Kollege Karow darf nichts erfahren. Ein Zugeständnis, das Rubin schwerfällt, versuchen Karow und sie doch gerade, so etwas wie echtes Vertrauen zueinander aufzubauen, sowohl beruflich als auch privat. Schließlich war es in dieser Hinsicht nie einfach zwischen den beiden, immer stand – wenn auch nur unausgesprochen – der Verdacht im Raum, dem jeweils anderen nicht hundertprozentig vertrauen zu können. Nun muss Nina Rubin notgedrungen auf Distanz zu ihrem Ermittlungspartner gehen, der nichts von ihrem Geheimnis ahnt. Mithilfe einer Schweinsattrappe rekonstruiert Karow den Weg des Toten durch die Spree – und kommt zu dem Ergebnis, dass der Leichnam in der Nähe des Grundstücks der Familie Andrejew ins Wasser geworfen worden sein muss. Ein Zufall? Schließlich sind die Andrejews den Bolschakows seit jeher in Konkurrenz und gegenseitiger Abneigung verbunden. Allerdings – von der Bolschakow-Spur ahnt Robert Karow noch nichts.

Seine Kollegin Rubin trifft sich derweil erneut mit Julie, die ihr anvertraut, dass ihr Mann in illegale, hochlukrative Geschäfte mit Giftmüll verstrickt ist. Das kann sie auch beweisen, sie könnte sich Zugang zu Yashas Computer verschaffen. Auch sie selbst hat schon einige Millionen Euro illegal außer Landes gebracht. Rubin scheint zugleich fasziniert und irritiert von der jungen Frau zu sein, die ihr so viel anvertraut. Wie sie sich auf einen Mann wie Yasha nur habe einlassen können, will die Polizistin wissen. Es sei ihr Bedürfnis nach Sicherheit gewesen, räumt Julie ein – früher sei sie immer das Mädchen gewesen, das allein nach Hause gegangen ist. Doch der Druck, unter dem sie steht, ist Julie deutlich anzumerken. Immer noch muss sie darum kämpfen, von Yashas Familie akzeptiert zu werden. Eine Scheidung ist für sie undenkbar: Sie weiß mittlerweile viel zu viel, und wenn Yasha sie nicht unter Kontrolle hat, ist sie eine Gefahr für ihn. Dass sie verhütet, ahnt er nicht, darf er nie erfahren – „dann würde er mich totschlagen“. Julie ist in ihrem goldenen Käfig gefangen, es gibt kein Entrinnen für sie – das Zeugenschutzprogramm ist ihre einzige Chance auf ein Leben in Freiheit. Nina Rubin hat mittlerweile echtes Vertrauen zu Julie gefasst, bietet ihr technischen Support beim Übertragen der Daten von Yashas PC an und eine komplett neue Identität im Ausland, wenn sie die entscheidenden Beweise liefert – doch wird die Kommissarin es ohne das Wissen und die Unterstützung Robert Karows schaffen, die verzweifelte junge Frau sicher in das Zeugenschutzprogramm einzuschleusen?

Karow hat mittlerweile durch Kollegenkontakte die Identität des Toten herausgefunden: Leonard Jandrow, verdeckter Ermittler in der Abteilung für organisierte Kriminalität der Berliner Polizei. Und über den Polizeipsychologen, dem Jandrow seine Ängste anvertraut hat, kommt auch Karow im TV-Krimi „Das Mädchen, das allein nach Haus’ geht“ auf die Spur der Bolschakows. Jandrow war schon länger an dem Clan dran und hat wohl auch befürchtet, dass seine geheimen Operationen nicht unentdeckt bleiben würden. Schon mehrere Jahre ermittelt die „Abteilung OK“ gegen die „Bratwa“, die Bruderschaft – bislang jedoch ohne stichhaltige Beweise. Karow beleuchtet nun Jandrows Umfeld genauer, inspiziert zunächst seine Wohnung – doch dann das: Vom Wohnungsbalkon aus sieht er plötzlich Rubin vor dem Haus – die hat kurz zuvor Jandrows Akte über Julie Bolschakow mitgenommen, nachdem sie erfahren hatte, dass auch ihr Kollege die Bolschakows im Visier hat. Nun ist das alte Misstrauen zwischen den beiden Ermittlern zurückgekehrt – wenn es denn jemals ganz verschwunden war.

Der zielstrebige Kriminalist Karow fackelt nicht lange und stellt Rubin vor vollendendete Tatsachen: Er nimmt sie einfach mit zur Villa Bolschakow. Auf dem Weg dorthin streiten die beiden heftig über Loyalität, Vertrauen und Verantwortung, es wird munter zwischen „Sie“ und „Du“ gewechselt – dabei sind sich doch beide einig, dass die Bolschakows endlich zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Während der Vernehmung des Hausherrn reißt Rubin sich zusammen, auch dann noch, als Julie auftaucht und die liebende Ehefrau spielt. Doch einer der Leibwächter macht der Kommissarin einen Strich durch die Rechnung: Er erkennt in Nina Rubin die Frau wieder, die sich mit Julie Bolschakow mehrmals in einem Souvenirladen getroffen hat.

Von nun an ist klar: Yasha ist alarmiert – und er wird alles tun, um seine Frau von der Polizei fernzuhalten. Die wiederum ist wild entschlossen, sich aus dem goldenen Käfig ihrer kriminellen Verwandtschaft zu befreien. Doch wie kann ihr das gelingen, wenn ihr Gatte bereits Verdacht geschöpft hat? Immerhin: Rubin und Karow ziehen nun wieder an einem Strang, sie beide wollen Julie ein Leben in Freiheit und ohne Angst ermöglichen. Werden sie sich gegenüber der berüchtigten „Bratwa“ behaupten können? Es kommt zu einem spektakulären Showdown, bei dem alle Beteiligten voll ins Risiko gehen – und viel gewinnen, aber auch alles verlieren können …

ORF Vorschau




Tatort-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
Ein richtig starker Abgang für Meret Becker als Tatort-Kommissarin! Der letzte Fall des Duos Rubin/Karow wird als temporeicher Hauptstadtkrimi auf der Höhe der Zeit inszeniert, der den Zuschauern einiges zumutet – im positiven Sinne. Die rasante Dynamik der Handlung zwingt zum Mitdenken und verhindert jeden Anflug von Langeweile – und das, obwohl die Katze relativ früh aus dem Sack gelassen wird, was die Verantwortlichkeit für den Mord betrifft. Im Mittelpunkt steht aber ohnehin der kompromisslose Freiheitskampf einer jungen Frau, der dank der bravourösen Episoden-Hauptdarstellerin Bella Dayne authentisch und hochspannend zugleich vermittelt wird, woran auch die hier noch einmal großartig aufspielende Meret Becker einen wesentlichen Anteil hat. Sie verabschiedet sich vom Tatort, wie es sich für eine „Berliner Göre“ gehört: ohne großes Pathos, ohne Sentimentalität, dafür mit einem abenteuerlichen Roadtrip, wie er so wohl nur in der Hauptstadt zu erleben ist. Unbedingte Einschaltempfehlung!

Tatort-Besetzung

Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin – Meret Becker
Kriminalhauptkommissar Robert Karow – Mark Waschke
Malik Aslan – Tan Caglar
Julie Bolschakow – Bella Dayne
Yasha Bolschakow – Oleg Tikhomirov
Koshka Bolschakow – Jeanette Spassova
Kriminaldirektorin – Nadeshda Brennicke
Polizeipsychologe – Tristan Seith
Staatsanwalt Kemmrich – Gode Benedix
u. v. a.

Tatort-Stab

Regie und Kamera – Ngo The Chau
Drehbuch – Günter Schütter
Szenenbild – Claus Jürgen Pfeiffer
Kostümbild – Ulla Gothe
Schnitt – Felix Schekauski
Ton – Magnus Pflüger
Musik – Dürbeck & Dohmen
Casting – Uwe Bünker
Produzent – Jens C. Susa (Provobis)
Produktionsleitung – Thomas Rohde (Provobis), Jörgen Radach (rbb)
Herstellungsleitung – Finn Freund (Provobis), Torsten Klein (rbb)
Redaktion – Josephine Schröder-Zebralla, Verena Veihl


1 Meinung zum Tatort Folge 1201: Das Mädchen, das allein nach Haus geht

  • Der Fremde • am 5.5.22 um 19:27 Uhr

    Auf Nadeshda Brennicke als „Kriminaldirektorin“ bin ich mal gespannt … ;-)
    Und darüber hinaus natürlich, in welcher Form Fr. Rubin ihren Abgang gestaltet.


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